Trennung von Kirche und Staat?



  • krabbels schrieb:

    virtuell Realisticer schrieb:

    Ich sehe es auch nicht ein, warum man Kirchensteuer zahlen muss.

    Wenn du nicht in der Kirche bist, brauchst du die auch nicht zu zahlen.

    Es geht um die Verwicklung von Kirche und Staat. Der zieht den Mitgliedsbeitrag für andere Vereine auch nicht ein, und diese sind auch nicht abzugsfähig.

    Aber nicht in der Kirche sein ist ein gutes Stichwort: ein Kirchenaustritt kostet bis zu 50 Euro, ist nur via Behördengang möglich und wirkt sich kirchensteuertechnisch auch nicht umgehend aus. Ganz schöner Hammer wenn man bedenkt dass die meisten nie selber eingetreten sind.



  • Erhard Henkes schrieb:

    # Steuerbefreiung der Kirchen (dann aber auch keine Spendenabzüge/Steuerfreiheit für Vereine und sonstige karitative Einrichtungen)

    Die Kirche ist keine wohltätige Einrichtung.

    Erhard Henkes schrieb:

    # Gottesbezug in Verfassungen (Verfassungen sind Sache des Staates, noch sind wir angeblich ein christlicher Staat)

    Ein "christlicher Staat"?



  • Hallo

    finix schrieb:

    Aber nicht in der Kirche sein ist ein gutes Stichwort: ein Kirchenaustritt kostet bis zu 50 Euro, ist nur via Behördengang möglich und wirkt sich kirchensteuertechnisch auch nicht umgehend aus. Ganz schöner Hammer wenn man bedenkt dass die meisten nie selber eingetreten sind.

    Und wenn man sich nicht konfirmieren lässt, bedeutet das nicht gleichzeitig den Austritt aus der Kirche, obwohl man ja die Taufe nicht bestätigt. Das musste ich am eigenen Leib erfahren und warum das so ist, konnte mir bisher auch noch keiner erklären.

    chrische



  • finix schrieb:

    Erhard Henkes schrieb:

    # Steuerbefreiung der Kirchen (dann aber auch keine Spendenabzüge/Steuerfreiheit für Vereine und sonstige karitative Einrichtungen)

    Die Kirche ist keine wohltätige Einrichtung.

    "Die Kirche"? Vielleicht sollte man hier etwas differenzieren. EKD und RKK engagieren sich in vielen Bereichen fuer soziale und wohltaetige Zwecke. Die EKD (RKK) hat sogar mit der Diakonie (caritas) eine eigene Hilfsorganisation.



  • Doktor Prokt schrieb:

    finix schrieb:

    Die Kirche ist keine wohltätige Einrichtung.

    "Die Kirche"? Vielleicht sollte man hier etwas differenzieren. EKD und RKK engagieren sich in vielen Bereichen fuer soziale und wohltaetige Zwecke. Die EKD (RKK) hat sogar mit der Diakonie (caritas) eine eigene Hilfsorganisation.

    Mit dem Einwand habe ich schon gerechnet, aber ich sehe nicht wie das relevant sein soll. Diakonie und Caritas sollten als Hilfsorganisationen natürlich in den Genuss solcher Vergünstigungen kommen. Die Kirche nicht. Ganz einfach.



  • Doktor Prokt schrieb:

    EKD und RKK engagieren sich in vielen Bereichen fuer soziale und wohltaetige Zwecke. Die EKD (RKK) hat sogar mit der Diakonie (caritas) eine eigene Hilfsorganisation.

    Jetzt müsste Diakonie und Caritas nur noch von den beiden Kirchen, EKD und RKK, auch wirklich finanziert werden, dann hättest du dein Argument. Nur leider engagieren sich die Kirchen eben nicht wirklich für soziale und wohltätige Zwecke. Caritas und Diakonie werden nur zu ca 1,8% von den jeweiligen Kirchen finanziert. Die restlichen über 98% stammen von Versicherungsträgern, Leistungsentgelten, Spenden und natürlich staatlichen Zuschüssen. Nur weil Kirche bei den Organisationen draufsteht, bedeutet es noch lange nicht, dass es ein echtes Engangement der Kirchen wäre. Hast du etwa wirklich geglaubt, die Kirchen würden sich für irgendetwas anderes als sich selbst interessieren? Die Gelder aus der Kirchensteuer gar für Wohltätigkeit einsetzen?

    Caritas und Diakonie in Deutschland | ISBN: 3865690009



  • chrische5 schrieb:

    Ich will hier nicht irgendwelche Leute bekehren, aber zusagen jeder kann machen was er will und im Nachsatz aber anzumerken, dass man diese Leute für blöd hält, spricht nicht gerade für Toleranz [...]

    Warum spricht es nicht für Toleranz? Toleranz heißt nicht, dass man alles gut findet oder alle für nicht blöd hält. Man kann Menschen durchaus für blöd, nervig, hässlich, eklig oder wer weiß was halten und dennoch tolerant ihnen gegenüber sein.



  • minhen schrieb:

    Hast du etwa wirklich geglaubt, die Kirchen würden sich für irgendetwas anderes als sich selbst interessieren? Die Gelder aus der Kirchensteuer gar für Wohltätigkeit einsetzen?

    Ich koennte Beispiele nennen, in denen das wirklich passiert. Eines waere die finanzielle Versorgung von Obdachlosen durch die katholische Kirche in einer Stadt in der Naehe.



  • Doktor Prokt schrieb:

    minhen schrieb:

    Hast du etwa wirklich geglaubt, die Kirchen würden sich für irgendetwas anderes als sich selbst interessieren? Die Gelder aus der Kirchensteuer gar für Wohltätigkeit einsetzen?

    Ich koennte Beispiele nennen, in denen das wirklich passiert. Eines waere die finanzielle Versorgung von Obdachlosen durch die katholische Kirche in einer Stadt in der Naehe.

    Und was ist mit den ganzen bösen Sachen, die die katholische Kirche begeht?



  • dafür kann der papst ablassbriefe schreiben - dann ist das vergeben und vergessen ;P



  • rüdiger schrieb:

    Doktor Prokt schrieb:

    minhen schrieb:

    Hast du etwa wirklich geglaubt, die Kirchen würden sich für irgendetwas anderes als sich selbst interessieren? Die Gelder aus der Kirchensteuer gar für Wohltätigkeit einsetzen?

    Ich koennte Beispiele nennen, in denen das wirklich passiert. Eines waere die finanzielle Versorgung von Obdachlosen durch die katholische Kirche in einer Stadt in der Naehe.

    Und was ist mit den ganzen bösen Sachen, die die katholische Kirche begeht?

    Um die geht es hier nicht. Hier geht es darum, dass sich die beiden grossen Kirchen in Deutschland tatsaechlich, wenn auch vielleicht nicht in uebermaessigem Masse, wohltaetig engagieren.



  • Doktor Prokt schrieb:

    minhen schrieb:

    Hast du etwa wirklich geglaubt, die Kirchen würden sich für irgendetwas anderes als sich selbst interessieren? Die Gelder aus der Kirchensteuer gar für Wohltätigkeit einsetzen?

    Ich koennte Beispiele nennen, in denen das wirklich passiert. Eines waere die finanzielle Versorgung von Obdachlosen durch die katholische Kirche in einer Stadt in der Naehe.

    Bist du dir wirklich sicher, dass das Geld auch wirklich aus der Kirchensteuer? Denn bei Caritas/Diakonie würde man auch selbstverständlich die Kirchen als Geldgeber und damit tragende Kraft annehmen.



  • Doktor Prokt schrieb:

    rüdiger schrieb:

    Doktor Prokt schrieb:

    minhen schrieb:

    Hast du etwa wirklich geglaubt, die Kirchen würden sich für irgendetwas anderes als sich selbst interessieren? Die Gelder aus der Kirchensteuer gar für Wohltätigkeit einsetzen?

    Ich koennte Beispiele nennen, in denen das wirklich passiert. Eines waere die finanzielle Versorgung von Obdachlosen durch die katholische Kirche in einer Stadt in der Naehe.

    Und was ist mit den ganzen bösen Sachen, die die katholische Kirche begeht?

    Um die geht es hier nicht. Hier geht es darum, dass sich die beiden grossen Kirchen in Deutschland tatsaechlich, wenn auch vielleicht nicht in uebermaessigem Masse, wohltaetig engagieren.

    ich weiß nicht, das ist schon ein komisches argument. google engagiert sich für klimaschutz und bertelsmann für bildung, sollten diese beiden firmen deswegen steuervorteile für ihre riesigen gewinne bekommen?



  • Es kann den Kirchen nur gut tun, wenn man sie richtig hart mit Füßen tritt und nicht nur verlacht und anspuckt. Dann müssen die Gemeindemitglieder sich entscheiden, sowohl nach außen wie nach innen. Wer seinen Pfarrer verhungern, seine Kirche verrotten lässt, der hat dann das, was er selbst geschaffen hat.



  • Erhard Henkes schrieb:

    Es kann den Kirchen nur gut tun, wenn man sie richtig hart mit Füßen tritt und nicht nur verlacht und anspuckt. Dann müssen die Gemeindemitglieder sich entscheiden, sowohl nach außen wie nach innen. Wer seinen Pfarrer verhungern, seine Kirche verrotten lässt, der hat dann das, was er selbst geschaffen hat.

    Du hast Recht, wir sollten die Kirchensteuer beibehalten. :xmas1:



  • Doktor Prokt schrieb:

    Um die geht es hier nicht. Hier geht es darum, dass sich die beiden grossen Kirchen in Deutschland tatsaechlich, wenn auch vielleicht nicht in uebermaessigem Masse, wohltaetig engagieren.

    Und dafür dass sie ein bisschen, aber nicht viel und im Grunde eigentlich nichts wenn überhaupt etwas tun, haben sie nun was verdient? (Wenn man dazu noch von dem ganzen Bösen absieht)



  • Ich kann ja verstehen, dass jemand, der aus der Kirche austritt, hinterher nur noch Schlechtes dort sehen will, genau, wie ein ehemaliger Raucher ein militanter Nichtraucher wird. Man sollte aber auch den Menschen gerecht werden, die Gutes anstreben und auch wirklich tun. Die Kirche war und ist in schwierigen Zeiten eine wichtige Zufluchtstätte und ein starkes Bollwerk. 👍



  • Erhard Henkes schrieb:

    Ich kann ja verstehen, dass jemand, der aus der Kirche austritt, hinterher nur noch Schlechtes dort sehen will, genau, wie ein ehemaliger Raucher ein militanter Nichtraucher wird. Man sollte aber auch den Menschen gerecht werden, die Gutes anstreben und auch wirklich tun. Die Kirche war und ist in schwierigen Zeiten eine wichtige Zufluchtstätte und ein starkes Bollwerk. 👍

    Leider basiert diese Flucht auf recht kindliche Vorstellungen.

    Wenn ich mir eine Religion waehlen wuerde, wuerde ich Buddhismus nehmen. Irgendeinen Gott anzubehten ist kindisch und ueberhebtlich und Buddha selbst lehrt zur Skeptis und zum eigenstaendigem Denken. Im Grunde lehren doch die monotheistische Religionen doch im Grund das gleiche (haben auch den gleichen Ursprung), Glaube an den wahren Gott, liebe deinen Naechste, usw. und versuchen eine Geschichte den Menschen zu bieten wie die Welt enstanden ist.

    Alles stuetzt sich nur auf das eine: Den Glauben. Wieso soll ich meinen Naesten lieben? - Weil es Gott sagt. Wieso soll ich nicht Toeten? - Weil es Gott sagt. Wieso ist die Welt in 6 Tagen entstanden? - Weil es Gott sagt.

    Buddha haelt sich dagegen nicht fuer besser als andere Menschen sondern er hat nachgedacht wieso die Welt ist wie sie ist und was fuer Mechanismen vorherschen. Wieso soll ich meinen Naesten lieben? - Weil es eine Ursache und Wirkung gibt, bist du schlecht zu deinen Naesten, sind sie es auch zu dir. Wieso soll ich nicht Toeten? - Weil wenn du toetest wirst du von anderen gehasst und dir Nachteile bringt. Wieso ist die Welt in 6 Tagen entstanden? - Es kann sein das es so ist, aber steh solchen Ueberlieferungen kritisch gegenueber.

    Aber das ist eigentlich OT, was war das Thema eigentlich?
    Ah, habs nachgeschaut:

    Wieso diskutieren wir ueberhaupt darueber ob Kirchentrennung vom Staat gut oder schlecht ist? Bin ich noch in Deutschland?



  • Hallo

    rüdiger schrieb:

    chrische5 schrieb:

    Ich will hier nicht irgendwelche Leute bekehren, aber zusagen jeder kann machen was er will und im Nachsatz aber anzumerken, dass man diese Leute für blöd hält, spricht nicht gerade für Toleranz [...]

    Warum spricht es nicht für Toleranz? Toleranz heißt nicht, dass man alles gut findet oder alle für nicht blöd hält. Man kann Menschen durchaus für blöd, nervig, hässlich, eklig oder wer weiß was halten und dennoch tolerant ihnen gegenüber sein.

    Wenn man demjenigen aber immer sagt, dass er blöde, hässlich und eklig ist, zählt das für mich nicht unter Toleranz. Zu Toleranz zählt eben auch solche, wertenden, Aussagen dann zu unterlassen.

    chrische



  • Hallo

    tolerant

    Hallo Ruediger, hast du das Wort dir schon einmal erklaeren lassen
    denn deine Sprueche deuten nicht dauraufhin

    Mfg
    Klaus


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