Die politische Einstellung und der Arbeitsplatz



  • Umfrage: Darf die politische Einstellung ein Kündigungsgrund sein?

    Auswahl Stimmen Prozent
    Natürlich! 13 17.6%
    Kommt darauf an... 37 50.0%
    Niemals! 24 32.4%

    Hallo Gemeinschaft,

    aus aktuellem Anlass starte ich nun auch mal eine Umfrage.
    In meinem Freundes- / Bekanntenkreis sind jüngst 2 Menschen entlassen worden, weil sie eine politische Meinung vertreten. Ihre politische Meinung haben die Betroffenen jedoch nicht versucht am Arbeitsplatz zu verbreiten und die politische Meinung hatte keinen Einfluss auf ihre Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz.
    Die Leistungsfähigkeit lässt sich IMHO dadurch belegen, dass einer der beiden am Tage seiner Entlassung eine höhere Stelle im Unternehmen antreten sollte. Beide waren bereits länger im Unternehmen tätig, als es für eine Probezeit üblich ist.
    Durch einen anonymen Hinweis aus der Belegschaft wurde die Unternehmensleitung darauf aufmerksam, dass die Betroffenen auf einer Internetseite einer anderen politischen Interessensgemeinschaft als politisch aktiv und gefährlich dargestellt werden.
    Dieser Hinweis veranlasste die Unternehmensleitung die Betroffenen mit sofortiger Wirkung zu entlassen. Vermutlich um Imageschäden zu vermeiden. Da beide über eine Arbeitsvermittlung angestellt waren, war die Entlassung völlig unproblematisch.
    Nun bekommen die beiden auch über die Arbeitsvermittlung keinen Boden mehr unter die Füsse, da diese befürchten muss so etwas wird wieder passieren.
    Abgesehen davon das sich die politische Meinung der beiden nicht mit meiner deckt, finde ich es schockierend, dass so etwas in Deutschland möglich ist!
    Daher möchte ich gerne wissen, wie ihr zu diesem Thema steht.
    Wenn ihr mit "Kommt drauf an..." stimmt, dann schreibt doch bitte auch was euch dazu veranlasst zu Differenzieren.
    Wenn ihr noch Fragen zum Thema an mich habt, stellt sie einfach.

    MfG



  • Natürlich ist es prinzipiell nicht korrekt, daß jemand wegen Gesinnung, Herkunft, Hautfarbe usw. Nachteile erleiden muß. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus. Unternehmer finden sowieso immer Wege, unliebsame Mitarbeiter loszuwerden, wenn der Nasenfaktor nicht paßt. Ich wüßte, ehrlich gesagt nicht, wie ich reagieren würde, wenn ich als Firmenchef rausbekommen würde, daß sich ein Mitarbeiter am extrem rechten, politischen Rand bewegt.

    Kolumbus schrieb:

    Wenn ihr noch Fragen zum Thema an mich habt, stellt sie einfach.

    Welche politischen Ansichten vertreten deine Freunde?


  • Mod

    Durch einen anonymen Hinweis aus der Belegschaft wurde die Unternehmensleitung darauf aufmerksam, dass die Betroffenen auf einer Internetseite einer anderen politischen Interessensgemeinschaft als politisch aktiv und gefährlich dargestellt werden.

    Als "gefährlich"?

    MfG SideWinder



  • Es kommt sehr darauf an, welche politische Meinung bzw. welche Vereinigung das war. Natürlich können Firmen zur Bedingung stellen, daß Mitarbeiter keine politischen Aktivitäten unternehmen oder Vereinigungen vertreten, die die Integrität der Firma gefährden oder die verfassungsfeindliche Ziele verfolgen oder diskriminierende Inhalte verbreiten o. ä.. Im öffentlichen dienst mußt Du darüber sogar eine eidesstattliche Erklärung abgeben.
    Ob das der Fall ist, muß im Einzelfall geprüft werden.



  • Das kommt darauf an, wie sehr die Mitarbeiter aufgrund ihrer Aufgaben die Firma nach außen repräsentieren. Als PR-Manager können einem private Entgleisung, die öffentlich werden, zum Verhängniss werden. Bei Programmierern, die still in ihrem Kämmerlein sitzen, sollte es egal sein, was diese privat treiben (auch wenn alle Welt es im Netz nachlesen kann).



  • Andromeda schrieb:

    Ich wüßte, ehrlich gesagt nicht, wie ich reagieren würde, wenn ich als Firmenchef rausbekommen würde, daß sich ein Mitarbeiter am extrem rechten, politischen Rand bewegt.

    <Konfuzius-Mode>
    Es ist oft sehr aufschlussreich welche Beispiele einer wählt.
    </Konfuzius-Mode>



  • Andromeda schrieb:

    Natürlich ist es prinzipiell nicht korrekt, daß jemand wegen Gesinnung, Herkunft, Hautfarbe usw. Nachteile erleiden muß. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus. Unternehmer finden sowieso immer Wege, unliebsame Mitarbeiter loszuwerden, wenn der Nasenfaktor nicht paßt.

    Nur ist das Problem, dass es definitiv keine unliebsamen Mitarbeiter waren, sonst wären sie längst vorher draussen gewesen.

    Andromeda schrieb:

    Ich wüßte, ehrlich gesagt nicht, wie ich reagieren würde, wenn ich als Firmenchef rausbekommen würde, daß sich ein Mitarbeiter am extrem rechten, politischen Rand bewegt.

    Unabhängig davon, ob es nun der rechte oder linke politische Rand oder doch noch etwas ganz anderes ist: Geh' davon aus der besagte Mitarbeiter leistet gute Arbeit und hält sein privates politisches Engagement aus dem Job heraus...

    Andromeda schrieb:

    Welche politischen Ansichten vertreten deine Freunde?

    Bestenfalls kannst du fragen, welche politischen Ansichten diese beiden Freunde von mir vertreten. Das möchte ich aber bewusst aus diesem Thema raushalten. Ich persönlich habe einen Linksextremisten nicht lieber als einen Rechtsextremisten und umgekehrt. Um auf deine allgemeine Frage aber korrekt zu antworten: Meine Freunde vertreten die unterschiedlichsten, mehr oder weniger extremen, Ansichten.

    SideWinder schrieb:

    Durch einen anonymen Hinweis aus der Belegschaft wurde die Unternehmensleitung darauf aufmerksam, dass die Betroffenen auf einer Internetseite einer anderen politischen Interessensgemeinschaft als politisch aktiv und gefährlich dargestellt werden.

    Als "gefährlich"?

    Ja, es wird dort behauptet, die Betroffenen seien unberechenbar und jederzeit gewaltbereit. Dies ist definitiv nicht der Fall, dann wären sie nicht mehr meine Freunde!

    Elektronix schrieb:

    Es kommt sehr darauf an, welche politische Meinung bzw. welche Vereinigung das war.

    Meinungsfreiheit? Abgesehen davon: Beide sind nicht Mitglied einer verbotenen Vereinigung.

    Elektronix schrieb:

    Natürlich können Firmen zur Bedingung stellen, daß Mitarbeiter keine politischen Aktivitäten unternehmen oder Vereinigungen vertreten, die die Integrität der Firma gefährden oder die verfassungsfeindliche Ziele verfolgen oder diskriminierende Inhalte verbreiten o. ä..

    Soweit mir bekannt, war dies nicht Bestandteil des Arbeitsvertrages.

    Fincki schrieb:

    Das kommt darauf an, wie sehr die Mitarbeiter aufgrund ihrer Aufgaben die Firma nach außen repräsentieren. Als PR-Manager können einem private Entgleisung, die öffentlich werden, zum Verhängniss werden. Bei Programmierern, die still in ihrem Kämmerlein sitzen, sollte es egal sein, was diese privat treiben (auch wenn alle Welt es im Netz nachlesen kann).

    Einer am Fließband und einer in der Qualitätssicherung... Beide beruflich kaum Kontakt zur "Außenwelt".

    Fincki schrieb:

    Bei Programmierern, die still in ihrem Kämmerlein sitzen, sollte es egal sein, was diese privat treiben (auch wenn alle Welt es im Netz nachlesen kann).

    😃 😉



  • Kolumbus schrieb:

    Wenn ihr mit "Kommt drauf an..." stimmt, dann schreibt doch bitte auch was euch dazu veranlasst zu Differenzieren.

    Ich finde, es kommt stark auf den "Härtegrad" an. Wenn ich eine Firma hätte, würde ich z.B. nicht den Vorsitzenden der NPD einstellen, egal wie fleißig er arbeiten würde. Andererseits wäre das natürlich diskriminierend und es hätte mich nicht im Geringsten zu interessieren, was meine Arbeiter außerhalb der Firma so treiben.

    Insofern finde ich das eine sehr sehr schwierige Angelegenheit, die ich für mich jetzt nicht pauschal beantworten könnte. So wie du es schilderst haben es deine Ex-Kollegen aber nicht verdient, rausgeworfen zu werden.



  • Nun bei sowas ist doch das Problem nicht mal unbedingt der Arbeitgeber.

    Kenn ja die Entscheidungsträger in dem Unternehmen nicht, aber mal gesetzt den Fall dem ist es tatsächlich egal was sich seine beiden Hausmeister privat politisch bei Scientology/KPD/NPD engagieren solang sie ihren Job erfolgreich machen.

    Irgendwann steht dann, je nachdem wie sehr die beiden im Blickfeld von Verfassungsschutz/Presse/sonstwem stehen, der Name der Firma auf der Titelseite einer Zeitung oder in einem Verfassungsschutzbericht.
    Oder jemand schmiert in schwarzer Schrift quer über die verglaste Eingangshalle "Nazis raus"?

    Und das mag man dann als Unternehmen dann doch eher nicht so.

    In solchen Fällen sehr verständlich das man so jemanden dann lieber los wird.



  • nur wenn man leute nicht gleich wo rauswirft, bringt man ihnen vielleicht doch noch mal was bei.

    da ich mir nicht sicher bin, ob das hier auch zutrifft, habe ich "kommt drauf an" gewählt.





  • An sich liegen viel zu wenig Informationen vor um hier ein "Urteil" zu fällen.

    Ebenso ist die Branche des Unternehmens und die "Art" der Anstellung zu unterscheiden. (Hausmeister, Innendienst, Außendienst etc.)

    Generell halte ich, von dem was man von Dir legen konnte, die Reaktion der Kündigung für radikal. Es ist jetzt aber auch nicht bekannt, ob es Gespräche mit den Mitarbeitern gab oder diese fristlos gekündigt wurden, aufgrund eines Gerüchts. (In diesem Falle müsste man als AG aber auch mit einer Klage vor dem Arbeitsgericht rechnen.)

    In manchen Situationen hängt man als Unternehmen in einer großen Zwickmühle. Nehmen wir an, dass Kunden des Unternehmens auf die privaten Tätigkeiten der Mitarbeiter gekommen ist. (Zusatzannahme: Keyaccount Kunden.) Die Menschheit differenziert leider nicht zwischen privat und Job, man wird einfach auf die gleiche Schiene gestellt. Handelt man moralisch richtig und trennt die Leistung und das private Umfeld, kann einen der Kunde ggf. auf die gleiche Stufe stellen und dem Unternehmen insgesamt die gleiche Politische Meinung aufdrücken. Wird dies vom Kunden nicht akzeptiert, droht der Abbruch der geschäftlichen Beziehung.

    Im schlimmsten Falle stehen also viele Arbeitsplätze auf dem Spiel. Zur Schadenminimierung kann man sich also von 2 Mitarbeitern trennen oder das Risiko eingehen, das man später mehrere Mitarbeiter entlassen muss, weil die Kunden fehlen.

    Das hört sich jetzt weit her geholt an und im Rahmen der "Manager" die sich die Taschen vollstopfen und jeden € rauspressen merkwürdig an. Ich selbst musste Entscheidungen in ähnlicher Richtung fällen (die jedoch nicht von politischer Natur waren und Auswirkungen auf die Arbeitsleistung hatten.)

    Ist Nachweisbar, dass die Freunde aufgrund der privaten Tätigkeiten (und falschen Aussagen im Internet) gekündigt wurden, vor allem ohne angehört worden zu sein, sollte man über eine Klage nachdenken. Das ganze könnte sonst sehr lange Nachwirkungen haben. Einen derart aufgedrückter Stempel wird einen lange begleiten. Vor allem wenn es um führende Tätigkeiten geht.

    Auch wenn dies nicht Nachweisbar ist, lohnt sich ggf. der Weg zum Anwalt betreffend einer Klage.

    Da beide über eine Arbeitsvermittlung angestellt waren, war die Entlassung völlig unproblematisch.

    Das sollte IMHO keinen Unterschied machen, zumindest ist mir jetzt keiner bekannt. Du meinst jetzt nicht zufällig sowas die Zeitarbeit bzw. Leiharbeiter die man an sich nicht entlassen kann sondern einfach nur nicht weiter mit Aufträgen versorgt ?!



  • Badestrand schrieb:

    Wenn ich eine Firma hätte, würde ich z.B. nicht den Vorsitzenden der NPD einstellen, egal wie fleißig er arbeiten würde. Andererseits wäre das natürlich diskriminierend und es hätte mich nicht im Geringsten zu interessieren, was meine Arbeiter außerhalb der Firma so treiben.

    Gerade im Zusammenhang mit Anti-Diskriminierungsgesetzen finde ich es ja so schockierend, dass Menschen wg. ihrer politischen Ansicht auf die Strasse gestellt werden. Müsste ich mich als Arbeitgeber entscheiden, würde ich vermutlich dem Menschen einen Arbeitsplatz gewähren, der meine Unternehmen am effektivsten voranbringt. Im Falle eines Arbeitsplatzes der nicht mit der Öffentlichkeit in Verbindung steht, wäre das Unabhängig von seinen politischen Ansichten.

    illuminator schrieb:

    Nun bei sowas ist doch das Problem nicht mal unbedingt der Arbeitgeber.

    Kenn ja die Entscheidungsträger in dem Unternehmen nicht, aber mal gesetzt den Fall dem ist es tatsächlich egal was sich seine beiden Hausmeister privat politisch bei Scientology/KPD/NPD engagieren solang sie ihren Job erfolgreich machen.

    Irgendwann steht dann, je nachdem wie sehr die beiden im Blickfeld von Verfassungsschutz/Presse/sonstwem stehen, der Name der Firma auf der Titelseite einer Zeitung oder in einem Verfassungsschutzbericht.
    Oder jemand schmiert in schwarzer Schrift quer über die verglaste Eingangshalle "Nazis raus"?

    Und das mag man dann als Unternehmen dann doch eher nicht so.

    In solchen Fällen sehr verständlich das man so jemanden dann lieber los wird.

    Auf der einen Seite verständlich. Andererseits kann man als Unternehmen auch hinter seinen Mitarbeitern stehen und, sollte es soweit kommen, öffentlich sagen: "Die politischen Ansichten des Mitarbeiters XYZ haben keine Einfluss auf unser Produkt / unsere Firmenpolitik. Mitarbeiter XYZ ist qualifizierter als andere Arbeitskräfte und wird Aufgrund seiner Qualifikation und seiner Leistungen im Unternehmen geschätzt." Schon wär' das Ding gegessen. Aber soviel Courage haben leider die wenigsten Unternehmen.

    queer_boy schrieb:

    nur wenn man leute nicht gleich wo rauswirft, bringt man ihnen vielleicht doch noch mal was bei.

    Genau! Abschieben löst keine Probleme, sondern schafft eher welche.

    @rüdiger: Interessant. Hier handelt es sich aber nicht um öffentlichen Dienst. Außerdem ist der Radikalenerlass ja nicht mehr aktuell, wenn ich das richtig gelesen habe!?



  • Mitarbeiter XYZ ist qualifizierter als andere Arbeitskräfte und wird Aufgrund seiner Qualifikation und seiner Leistungen im Unternehmen geschätzt." Schon wär' das Ding gegessen

    Wenn der Kunde das anders sieht, ist das Ding damit nicht gegessen.



  • Ich denke, bei Neonazis und anderen Gewalttätigen Vereinen wäre es unklug und moralisch unvertretbar, sich nicht von dem Mitarbeiter zu trennen. Gewaltlose Kommunisten zum Beispiel würde ich aber nicht entlassen, solange sie keine Probleme machen.

    🙂



  • Mr. N schrieb:

    Gewaltlose Kommunisten zum Beispiel würde ich aber nicht entlassen, solange sie keine Probleme machen.

    Wenn ich Arbeitgeber wäre und der Arbeitnehmer "als Privatmann" eine Verstaatlichung meines Betriebes anstreben würde, dann würde ich ihn auch auf die Straße setzen...



  • Knuddlbaer schrieb:

    An sich liegen viel zu wenig Informationen vor um hier ein "Urteil" zu fällen.

    Ich wollte ja mit der Umfrage auch kein spezielles Urteil zu der ausschlaggebenden Situation. Was mich interessiert ist die Grundeinstellung der Forumsmitglieder zu der Frage.

    Knuddlbaer schrieb:

    Ebenso ist die Branche des Unternehmens und die "Art" der Anstellung zu unterscheiden. (Hausmeister, Innendienst, Außendienst etc.)

    Generell halte ich, von dem was man von Dir lesen konnte, die Reaktion der Kündigung für radikal. Es ist jetzt aber auch nicht bekannt, ob es Gespräche mit den Mitarbeitern gab oder diese fristlos gekündigt wurden, aufgrund eines Gerüchts.

    Art der Anstellung hatte ich bereits geschrieben: Fliessband und Qualitätskontrolle. Branche: Haushaltsgeräte. Gespräche gab es, meines Wissens nach, keine.

    Knuddlbaer schrieb:

    In manchen Situationen hängt man als Unternehmen in einer großen Zwickmühle. Nehmen wir an, dass Kunden des Unternehmens auf die privaten Tätigkeiten der Mitarbeiter gekommen ist. (Zusatzannahme: Keyaccount Kunden.) Die Menschheit differenziert leider nicht zwischen privat und Job, man wird einfach auf die gleiche Schiene gestellt. Handelt man moralisch richtig und trennt die Leistung und das private Umfeld, kann einen der Kunde ggf. auf die gleiche Stufe stellen und dem Unternehmen insgesamt die gleiche Politische Meinung aufdrücken. Wird dies vom Kunden nicht akzeptiert, droht der Abbruch der geschäftlichen Beziehung. [...] Im schlimmsten Falle stehen also viele Arbeitsplätze auf dem Spiel. Zur Schadenminimierung kann man sich also von 2 Mitarbeitern trennen oder das Risiko eingehen, das man später mehrere Mitarbeiter entlassen muss, weil die Kunden fehlen.

    Der Kunde ist doch nicht grundsätzlich dumm!? Ich suche mir doch ein Auto nicht nach der politischen Einstellung einzelner Fliessbandarbeiter aus...
    Ich denke es wird sich lieber von 2 Mitarbeitern getrennt, um keinen Aufwand zu haben, wenn es jemand herausbekommt. Da fehlt einfach die Loyalität der Unternehmen. Das ist ein schlechter Kreislauf, der sich rächt: Wenn mein Unternehmen nichts für mich tut, tue ich auch nichts für mein Unternehmen. Der Trend geht eindeutig dahin, dass Unternehmen so wenig wie möglich mit der Arbeitskraft zu tun haben wollen, die sie erhält. Dieser Fall passt super in das Schema!

    Knuddlbaer schrieb:

    Du meinst jetzt nicht zufällig sowas die Zeitarbeit bzw. Leiharbeiter die man an sich nicht entlassen kann sondern einfach nur nicht weiter mit Aufträgen versorgt ?!

    Ja, sowas hatten die, Leiharbeit. Aber der eine sollte gerade einen Vertrag vom Unternehmen bekommen, weil er sehr gute Arbeit geleistet hat.

    Knuddlbaer schrieb:

    Mitarbeiter XYZ ist qualifizierter als andere Arbeitskräfte und wird Aufgrund seiner Qualifikation und seiner Leistungen im Unternehmen geschätzt." Schon wär' das Ding gegessen

    Wenn der Kunde das anders sieht, ist das Ding damit nicht gegessen.

    Ja, nur hat die Kunden niemand gefragt und die beiden wurden schonmal prophylaktisch auf die Strasse gesetzt.

    Mr. N schrieb:

    Ich denke, bei Neonazis und anderen Gewalttätigen Vereinen wäre es unklug und moralisch unvertretbar, sich nicht von dem Mitarbeiter zu trennen. Gewaltlose Kommunisten zum Beispiel würde ich aber nicht entlassen, solange sie keine Probleme machen.

    Ich würde mir etwas mehr Objektivität wünschen. Wie sieht es mit gewaltlosen Autonomen und Neonazis aus? Wann sind die als gewaltätig einzuordnen? Wenn du sie siehst und aufgrund von Vorurteilen Angst hast anstatt den Dialog zu suchen? Oder wenn sie rechtskräftig wegen Gewalttaten verurteilt sind?



  • Jan schrieb:

    Wenn ich Arbeitgeber wäre und der Arbeitnehmer "als Privatmann" eine Verstaatlichung meines Betriebes anstreben würde, dann würde ich ihn auch auf die Straße setzen...

    Nee, solange er das nicht schafft, aber trotzdem gut arbeitet, wäre das doch kontraproduktiv. 😃 Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er versuchen würde, mich mit Betriebsratszeugs und so zu behindern, dann... wird's interessanter.

    Kolumbus schrieb:

    Mr. N schrieb:

    Ich denke, bei Neonazis und anderen Gewalttätigen Vereinen wäre es unklug und moralisch unvertretbar, sich nicht von dem Mitarbeiter zu trennen. Gewaltlose Kommunisten zum Beispiel würde ich aber nicht entlassen, solange sie keine Probleme machen.

    Ich würde mir etwas mehr Objektivität wünschen. Wie sieht es mit gewaltlosen Autonomen und Neonazis aus? Wann sind die als gewaltätig einzuordnen? Wenn du sie siehst und aufgrund von Vorurteilen Angst hast anstatt den Dialog zu suchen? Oder wenn sie rechtskräftig wegen Gewalttaten verurteilt sind?

    Ich glaube auch bei de facto gewaltfreien Menschenverachtern hätte ich keine Skrupel.



  • Parteipolitik und Ausländerfeindlichkeit hat am Arbeitsplatz und in nicht-politischen Vereinen nichts zu suchen, weil hier immer ein Team gespalten wird. Trumpft eine Seite auf, fühlt sich die andere in ihren Gefühlen verletzt. Daher verbieten Unternehmen solche Dinge.



  • Kolumbus schrieb:

    Andromeda schrieb:

    Ich wüßte, ehrlich gesagt nicht, wie ich reagieren würde, wenn ich als Firmenchef rausbekommen würde, daß sich ein Mitarbeiter am extrem rechten, politischen Rand bewegt.

    Unabhängig davon, ob es nun der rechte oder linke politische Rand oder doch noch etwas ganz anderes ist: Geh' davon aus der besagte Mitarbeiter leistet gute Arbeit und hält sein privates politisches Engagement aus dem Job heraus...

    Naja, je länger ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluß daß meine Toleranz Grenzen hat. Ich würde maximal noch Republikaner akzeptieren. Bei NPD- und DVU-Leuten wäre bei mir Schluß mit Lustig. Egal ob so jemand einen guten Job macht; ich würde ihm nahelegen, daß er sich besser anderswo umschauen sollte.


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