Blizzard Entertainment bekommt $6 Millionen Schadensersatz zugesprochen.
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Bashar schrieb:
Die Begründung: Spieler würden wegen dem Bot ihr Abo verkürzen, da sie schneller das Maximal-Level erreichen.
Die werden auch noch dafür belohnt, dass sie ein Spiel rausbringen, das so langweilig ist, dass hunderttausend Leute 25 Dollar bezahlen, damit sie schneller durch sind?

@hustbaer
Ich finde das Urteil auch nicht gut.
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@Optimizer, überleg dir einmal was er getan hat und was die Auswirkungen waren. Es kam bei diesem Verbrechen niemand zu Schaden. Das Argument von Blizzard ist in der Realität nicht zu überprüfen, also auch nicht bewertbar.
Unterm Strich hat einer 2.8mio eingestrichen, aber niemandem einen Schaden zugefügt der auch nur ansatzweise in dieser Dimension liegt.Also ist eine Strafe von 3.2mio deutlich über das Ziel hinausgeschossen.
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Nicht ganz schrieb:
@Optimizer, überleg dir einmal was er getan hat und was die Auswirkungen waren. Es kam bei diesem Verbrechen niemand zu Schaden. Das Argument von Blizzard ist in der Realität nicht zu überprüfen, also auch nicht bewertbar.
Unterm Strich hat einer 2.8mio eingestrichen, aber niemandem einen Schaden zugefügt der auch nur ansatzweise in dieser Dimension liegt.Also ist eine Strafe von 3.2mio deutlich über das Ziel hinausgeschossen.
Wie soll denn das, was du sagst, überhaupt möglich sein? Er hat 2.8 Millionen einkassiert aber sie niemandem weggenommen? Zeig' mir den Trick auch mal.

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Hallo
Hä? Er hat ein Produkt angeboten und es verkauft. Nennst du das wegnehmen?
chrische
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Wer ernsthaft mitdiskutieren will sollte sich eigentlich mal das Urteil anschauen, darin werden schon einige Sachen geklärt:
1)es handelt sich um eine Schadenersatzklage, also konnte Blizzard glaubhaft nachweisen, dass ihnen ein Schaden entstanden ist
2)der Schaden ist laut Urteil entstanden durch programmiertechnische Gegenmaßnahmen (Warden) und vermehrten Kundensupport durch Glider
3)der Gesamtschaden seit Glider veröffentlicht wurde wird laut Urteil auf mehr als 20Mio$ beziffert
4)im Moment haftet noch die Firma. Ob er mit seinem Privatvermögen haftet klärt sich erst im Januar
Mit diesen leicht aus dem Urteil entnehmbaren Informationen wird hier schon etwa die Hälfte der Beiträge ab absurdum geführt

Das Urteil geht meiner Laienauffassung nach in Ordnung. Der absurde Versuch, gleichzeitig noch die Quelltextveröffentlichung zu verhindern ist zum Glück mehr oder weniger vom Tisch, also auch keine Gefahr für die freie Software

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chrische5 schrieb:
Hallo
Hä? Er hat ein Produkt angeboten und es verkauft. Nennst du das wegnehmen?
chrische
Es ist doch offensichtlich (und wurde bereits verlinkt) um welchen Schaden es geht. Blizzard behauptet und konnte offenbar glaubhaft darstellen, dass Leute sich durch sein Tool schneller im Online-Spiel entwickeln können und damit ihr Abo verkürzen. Somit hat er sich auf Kosten von Blizzard selber bereichert. Ganz nebenbei verstößt das noch gegen die Nutzungsbedingung und vielleicht weniger wichtig im juristischen Sinne, gegen das Fairplay.
Er hat also nicht einfach "ein Produkt angeboten und verkauft", sondern tatsächlich Geld abgezwackt und selber eingesackelt. Das ist der Wegnehmen-Teil.
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Es geht nicht darum was wem für ein Schaden entstanden ist, und warum und blah.
Es geht darum ob das Erstellen und Verkaufen (bzw. Verbreiten im Allgemeinen - mit oder ohne finanziellem Gewinn) eines Produktes legal ist, welches mit einem Produkt eines anderen Herstellers interagiert, wenn der andere Hersteller nicht möchte dass dies möglich/erlaubt/blah ist.
Beispiel: Audi verkauft ein Auto XYZ mit 90PS, 110PS und 150PS. Ein "Chipper" bietet einen Chip an den man einbauen kann, der aus der 90PS Variante 130PS rausholt. Audi ist nun sauer, weil die ja jetzt weniger 110 und 150PS XYZ's verkaufen, und klagt.
Oder machen wir aus dem Chip einen neuen Motor, der wesentlich billiger ist als der originale Audi-Motor. Oder einen passenden Auspuff eines Drittanbieters. Oder Nachbau Scheinwerfer-Lampen. Wo ist die Grenze? Was ist OK und was nicht?
Für mich ist und bleibt das Urteil der totale Wahnsinn. Nicht dass sowas nicht andauern passieren würde, ist mir schon klar, aber das macht die Sache nicht besser sondern schlimmer.
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Optimizer schrieb:
Es ist doch offensichtlich (und wurde bereits verlinkt) um welchen Schaden es geht. Blizzard behauptet und konnte offenbar glaubhaft darstellen, dass Leute sich durch sein Tool schneller im Online-Spiel entwickeln können und damit ihr Abo verkürzen. Somit [...]
Aber es sind doch die Kunden, die so gehandelt haben. Nicht er selbst. Das ist mir einfach zu indirekt, Bashars Sichtweise finde ich viel eingängiger, denn die kann man auch so umformulieren: Blizzard hätte demütig einsehen können, daß tatsächlich Leute Geld bezahlen, um weniger lang zu spielen. Klingt irgendwie schräg, aber welche Schuld trägt denn bitte der Typ daran, daß die Spieler das Spiel so verkürzen wollen? Er hat dieses Programm geschrieben, aber das Abo verkürzt haben eben die Spieler selbst. Und es geht Blizzard auch einen Dreck an, warum jemand sein Abo nicht weiterführt. Da kann es tausend verschiedene Gründe geben.
Wenn das Deine Definition von "auf Kosten jemandes bereichern ist", dann bereichert sich wahrscheinlich auch ein Verkäufer von Spritspartips auf Kosten der Ölkonzerne?!?
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"Es geht nicht darum was wem für ein Schaden entstanden ist, und warum und blah."
doch genau darum geht es bei einer Schadenersatzklage. Ihr müsst einfach mal begreifen, dass eure konstruierten Vergleichsbeispiele nichts wert sind. Aber vermutlich begreift ihr das erst, wenn ihr selbst im Gerichtssaal sitzt und "fassungslos" seid, dass gegen euch entschieden wurde
Ihr könnt ja mal versuchen dann zum Richter zu gehen und zu sagen "Herr Richter, aber wenn ich jetzt meinen Audi...".
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Eigentlich sollte es jedem selber überlassen sein, wie und was er tut, um ein Spiel zu spielen. Unfair oder fair ist auch so eine Sache. Ist es denn nicht unfair, dass jemand in CS eine 16mbit Leitung - da dieser in der Stadt wohnt - hat und sein Gegner nur 300kbit - da er auf dem Land wohnt - besitzt?
Ist es nicht unfair, dass einer mehr Frames hat, da man einen besseren PC hat, als ein anderer, der sich das nicht leisten kann?
Macht es überhaupt spaß ein Spiel zu spielen, indem alle Leute ein viel höheres "Level" haben, als man selbst? Vllt fängt man gerade an, weil ein paar Freunde meinen, ein Spiel sei zu toll und man könnte zusammen in dieser "virtuellen Welt" Monster kloppen gehn. Doch was bringt es einem, wenn man LVL 1 ist und der Freund LVL 100?Außerdem kann wohl nicht jeder 24 Stunden am Tag am PC sitzen um seinen Char zu leveln oder vllt hat er auch nicht genug Bekannte, die das für ihn übernehmen würden.
Heutzutage haben viele vllt eine DSL-Flatrate, aber was ist mit denen, die keine haben oder die Stromkosten etc. ? Die monatlichen Gebühren sind ja wohl nicht das einzige, was man am Ende hinblättern müsste...
Ich verstehs ja, dass es manchen nicht gefällt, dass jemand in einem O-Game versucht schneller hoch zu kommen usw., doch schadet es den anderen Spielern?
Bei einem kostenlosen O-Game, der nicht so leistungsstarke Server, nicht so viele Einnahmen, usw. hat, da würde ich es ja verstehn, wenn man das Benutzen von Bots verbietet, da es bei denen wirklich was zerstören kann, aber mal ehrlich, wenn ich mir jetzt einen WoW-Bot programmiere, der mir hilft schneller zu leveln und auf das gleiche Niveau der anderen zu kommen, wie viel Schaden richte ich da schon an Blizzard an?
Das man damit die Spielzeit verkürzt kann wahr, aber auch falsch sein.
Es gibt sicherlich welche, die Bots benutzen, um damit "Gold" zu machen oder damit sie ihren Char dann verkaufen.
Aber es gibt auch sicherlich viele, die sich hochleveln und dann erst das Spielen anfangen. Meint ihr nicht, dass es mehr bockt einen großen Drachen zu töten, als tausende kleine Frösche?So viel von mir.
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Rechtsverdreher schrieb:
"Es geht nicht darum was wem für ein Schaden entstanden ist, und warum und blah."
doch genau darum geht es bei einer Schadenersatzklage. Ihr müsst einfach mal begreifen, dass eure konstruierten Vergleichsbeispiele nichts wert sind. Aber vermutlich begreift ihr das erst, wenn ihr selbst im Gerichtssaal sitzt und "fassungslos" seid, dass gegen euch entschieden wurde
Ihr könnt ja mal versuchen dann zum Richter zu gehen und zu sagen "Herr Richter, aber wenn ich jetzt meinen Audi...".Vor allem geht es darum das die Industrie in diesem - und jedem anderen Fall dieser Art - mit willkürlich festgelegten Zahlen arbeitet.
Wer sagt mir denn, das die Leute sich überhaupt ein Abo holen würden, wenn es nicht die Möglichkeit gibt Bots einzusetzen.
Oder wie DerTyp schreibt nutzen sie diese nur um besser in's Spiel zu kommen.Im Endeffekt bleibt es doch so wie bisher: Es gewinnt die Seite mit dem meisten Kapital im Hintergrund und die Gerechtigkeit bleibt auf der Strecke.
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Ja, klar. Recht haben und Recht bekommen sind selbstverständlich zwei paar Schuhe
Daran werden wir mit sehr großer wahrscheinlichkeit auch in absehbarer Zeit nichts ändern
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scrub schrieb:
Optimizer schrieb:
Es ist doch offensichtlich (und wurde bereits verlinkt) um welchen Schaden es geht. Blizzard behauptet und konnte offenbar glaubhaft darstellen, dass Leute sich durch sein Tool schneller im Online-Spiel entwickeln können und damit ihr Abo verkürzen. Somit [...]
Aber es sind doch die Kunden, die so gehandelt haben. Nicht er selbst. Das ist mir einfach zu indirekt, Bashars Sichtweise finde ich viel eingängiger, denn die kann man auch so umformulieren: Blizzard hätte demütig einsehen können, daß tatsächlich Leute Geld bezahlen, um weniger lang zu spielen. Klingt irgendwie schräg, aber welche Schuld trägt denn bitte der Typ daran, daß die Spieler das Spiel so verkürzen wollen? Er hat dieses Programm geschrieben, aber das Abo verkürzt haben eben die Spieler selbst. Und es geht Blizzard auch einen Dreck an, warum jemand sein Abo nicht weiterführt. Da kann es tausend verschiedene Gründe geben.
Wenn das Deine Definition von "auf Kosten jemandes bereichern ist", dann bereichert sich wahrscheinlich auch ein Verkäufer von Spritspartips auf Kosten der Ölkonzerne?!?
die kunden wurden auch gesperrt wenn blizzard das herausfand.
das ist wie mit tickets fuers kino/bahn/WM, sowohl die die gefaelschte tickets nutzen, als auch die die sie verkaufen/verbreiten werden abgestrafft. weil sie sich am schaden anderer bereichern.
Chiptuning schaedigt nicht wirklich jemanden, die 5%-10% mehr leistung die du mit der halben haltbarkeit des motors bezahlst ist dem hersteller doch nur recht. Sie waeren doch nicht unfaehig einfach selbst jedem motor 10% mehr leistung zu geben, nur wuerden sie massig garantiefaelle haben, also lieber tuner die ihre garantie verkorkst haben.
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rapso schrieb:
die kunden wurden auch gesperrt wenn blizzard das herausfand.
Das ist ja noch unsinniger. Als entstandener Schaden wurde die Mindereinnahme geltend gemacht, die dadurch entsteht, dass ein Botnutzer sein Abo verkürzt. Wird er aber gesperrt, verkürzt sich das Abo ja noch weiter. Blizzard hat also selbst zu dem Schaden beigetragen!
Schäden, die hier wirklich entstanden sind, aber nicht geltend gemacht wurden: verlorene Neukunden durch Imageverlust; gekündigte Abos von Kunden, die keinen Bock haben, sich in einem botverseuchten Spiel zu bewegen; Kosten für Gegenmaßnahmen seitens Blizzard. Konnte man aber wohl nicht hinreichend quantifizieren und hat deshalb ein völlig sinnfreies Schadensmaß herangezogen. Eine Schande, dass das Gericht das anerkannt hat.
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Es geht hier um viel viel mehr, als dass jemand in einem Onlinespiel gecheatet hat. Es geht um die Auslegung von Copyright und gar um das Recht von Firmen in die Freiheit der Kunden einzugreifen. Das Thema ist nicht einfach und diese "Gam0r-Seite" stellt das ganze auch noch falsch dar:
http://jolt.law.harvard.edu/digest/uncategorized/mdy-v-blizzard
http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/7645059.stm
http://williampatry.blogspot.com/2008/07/strange-copyright-world-of-warcraft.html@Optimizer
Genauso wie sich zB Hersteller von Energiesparlampen auf Kosten der Energiekonzerne "bereichern"?
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Bashar schrieb:
rapso schrieb:
die kunden wurden auch gesperrt wenn blizzard das herausfand.
Das ist ja noch unsinniger. Als entstandener Schaden wurde die Mindereinnahme geltend gemacht, die dadurch entsteht, dass ein Botnutzer sein Abo verkürzt. Wird er aber gesperrt, verkürzt sich das Abo ja noch weiter. Blizzard hat also selbst zu dem Schaden beigetragen!
Blizzard minimiert so den schaden, wuerde Blizzard die cheater tolerieren, wuerde eine inflation in WoW eintretten und viele spieler wuerden dem spiel den ruecken kehren. (ist bei anderen MMORPG schon passiert bei denen geld cheats nicht eingedaemmt werden konnten).
wuerde es dem spiel nicht schaden, wuerde Blizzard sicher selbst schon lange echtes geld gegen spielgeld tauschen.
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rapso schrieb:
Blizzard minimiert so den schaden
Dann minimiert sich der Schaden auch dadurch, dass die Botnutzer früher ihre Abos kündigen. Egal wie man es dreht und wendet, es macht so oder so keinen Sinn.
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Bashar schrieb:
rapso schrieb:
Blizzard minimiert so den schaden
Dann minimiert sich der Schaden auch dadurch, dass die Botnutzer früher ihre Abos kündigen. Egal wie man es dreht und wendet, es macht so oder so keinen Sinn.
jup, deswegen werden die benutzer wohl auch nicht von blizzard verklagt.
und der schaden der bis dahin schon entstand, den will blizzard gerne von dem wieder haben der diesen schaden erst meoglich machte.
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rapso schrieb:
jup, deswegen werden die benutzer wohl auch nicht von blizzard verklagt.
Die Benutzer werden von Blizzard nicht verklagt, weil es überhaupt nicht möglich ist. Es gibt keine adäquate rechtliche Handhabe, dass ein US-Unternehmen einen in Deutschland lebenden Botnutzer belangen könnte. Das ist selbst bei Straftaten schon erstaunlich kompliziert, in diesem Fall wäre in Deutschland aber nicht das Strafrecht sondern allenfalls das Zivilrecht relevant. Aussicht auf Erfolg: null
Wenn der Typ seine Firma beispielsweise in Deutschland gegründet hätte, wäre es für Blizzard schon erheblich komplizierter gewesen, den Fall zu gewinnen.
So natürlich ein gefundenes Fressen, dazu noch massenwirksam in allen Netzzeitungen. Super Werbung, super Markteing

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rapso schrieb:
Chiptuning schaedigt nicht wirklich jemanden, die 5%-10% mehr leistung die du mit der halben haltbarkeit des motors bezahlst ist dem hersteller doch nur recht. Sie waeren doch nicht unfaehig einfach selbst jedem motor 10% mehr leistung zu geben, nur wuerden sie massig garantiefaelle haben, also lieber tuner die ihre garantie verkorkst haben.
Ich weiß nicht, was Du jetzt mit "Chiptuning" willst. Ich verkaufe Dir für 10 EUR ein kleines Buch, wo drinsteht, wie Du mit anderer Fahrweise Sprit sparen kannst. Ich bereichere mich um 10 EUR, Aral und Genossen verdienen weniger, weil sie weniger Sprit verkaufen. Jetzt habe ich mich doch auf Kosten von Aral bereichert, oder?