Brauchen wir Gehirnbooster?



  • Hallo,

    der Mix zwischen Stammtischparolen und dem typischen etatistisch-paternalistischen Gelaber ist echt nicht auszuhalten. 👎

    Warum meint ihr, anderen Leuten vorzuschreiben zu können, was sie mit ihrem eigenen Körper tun oder lassen sollen?

    Abgesehen davon fällt es sehr schwer zu glauben, dass diese Medikamente innerhalb ihres therapeutischen Fensters wirklich töten, wenn Millionen von ADS-Kranken oder Narkoleptikern sie jahrelang nehmen.

    Viele Grüße
    Christian



  • pharmakologe schrieb:

    das Suchtpotential! Ritalin ist von der Wirkung her auch nichts anderes als Methamphetamin, auch Meth oder Crystal Meth genannt ⚠ nur nicht so stark
    Adderall ist ein Ampethamin Cocktail, also pures Speed ⚠ mit verlängerter Wirkung
    Was diese Drogen anrichten können dazu gibt es genügend Quellen. Die führ ich jetzt nicht auf. Drogenberatungsstellen helfen sicher gerne weiter.
    Das mit Kaffee in den gleichen Topf zu werfen ist wie wenn man Baldrian mit Valium gleichsetzt.
    Ausserdem was soll das, dieser Leistungsdruck macht einem doch kaputt. Wenn man sich genötigt fühlt, sowas zu nehmen, damit man 'normale' Leistung bringen kann. Wenn ein Kind mal bisschen hibbelt ist das doch normal.

    Drogen sind sch**sse 👎

    Suchtpotential hast du bei fast allen Mitteln, Stoffen, etc - und zwar nicht nur physisches.
    Afaik gibt es gerade bei Aufputschmitteln/Amphetaminen keine, die eine (wirkliche) physische Abhängigkeit erzeugen können, so wie dies bspw. bei Heroin, Antidepressiva oder bestimmten Schmerzmitteln der Fall ist.

    Ich halte es also für absolut falsch, o.g. Mittel mit Drogen gleichzusetzen; auch wenn es selbsverständlich zu einem Missbrauch mit körperlichen Folgen.
    Hier hilft einfach nur konsequente Aufklärung und eine bewusste Anwendung.
    Es nimmt ja auch niemand täglich eine Packung Aspirin zu sich und wundert sich dann über eine Gehirnblutung ...



  • ChrisM schrieb:

    Warum meint ihr, anderen Leuten vorzuschreiben zu können, was sie mit ihrem eigenen Körper tun oder lassen sollen?

    is mir ralle, was du einwirfst. hab meine erfahrung mit amphis. das zeug macht dich kaputt, aber das muss jeder selber wissen.
    aber es frei zugänglich zu machen wär das falsche signal!

    Abgesehen davon fällt es sehr schwer zu glauben, dass diese Medikamente innerhalb ihres therapeutischen Fensters wirklich töten, wenn Millionen von ADS-Kranken oder Narkoleptikern sie jahrelang nehmen.

    im therapeutischen fenster und unter ärtzlicher kontrolle besteht wohl kaum ein risiko.
    naja, man kann sich auch mit aspirin umbringen, langsam und qualvoll.



  • omega al schrieb:

    Suchtpotential hast du bei fast allen Mitteln, Stoffen, etc - und zwar nicht nur physisches.
    Afaik gibt es gerade bei Aufputschmitteln/Amphetaminen keine, die eine (wirkliche) physische Abhängigkeit erzeugen können, so wie dies bspw. bei Heroin, Antidepressiva oder bestimmten Schmerzmitteln der Fall ist.

    die psychische Abhängigkeit ist fast schlimmer. Ausserdem entwickelt sich eine Toleranz. Man braucht mehr und mehr. Und ohne geht dann gar nichts.

    omega al schrieb:

    Ich halte es also für absolut falsch, o.g. Mittel mit Drogen gleichzusetzen;

    Ich wiederhol mich: stofflich gesehn ist da kein Unterschied!! Es sind ähnliche/gleiche Substanzen wie die verbotenen 'Drogen', nur schön verpackt in bunte Kapseln.

    omega al schrieb:

    auch wenn es selbsverständlich zu einem Missbrauch mit körperlichen Folgen.
    Hier hilft einfach nur konsequente Aufklärung und eine bewusste Anwendung.
    Es nimmt ja auch niemand täglich eine Packung Aspirin zu sich und wundert sich dann über eine Gehirnblutung ...

    naja, und genau das umgehst du, wenn die rezeptpflicht fehlt. wie die gesellschaft damit umgeht ist ne andere story

    is jetzt nicht so, dass ich hier meine meinung vertete, das sind facts!



  • ChrisM schrieb:

    Warum meint ihr, anderen Leuten vorzuschreiben zu können, was sie mit ihrem eigenen Körper tun oder lassen sollen?

    Ich ändere das einfach mal:
    ... Warum meint ihr, erwachsenen Leuten vorzuschreiben zu können ...

    Ich denke, dass es ein Verbot für Kinder/Jugendliche geben muss, steht außer Frage.
    M.E. allerdings auch ein generelles Verbot oder eine Verschreibungspflicht für wirklich süchtig machende Drogen.

    Ich finde ja, würde es vieles, auch ohne Rezept, in Apotheken und zu einem humanen Preis zu kaufen geben, würde sich so manches Problem mit dem Missbrauch von Medikamenten erübrigen.
    Im besonderen meine ich damit Aufputschmittel und Anabolika, die sehr häufig vom Schwarzmarkt her konsumiert werden.



  • pharmakologe schrieb:

    ChrisM schrieb:

    Warum meint ihr, anderen Leuten vorzuschreiben zu können, was sie mit ihrem eigenen Körper tun oder lassen sollen?

    is mir ralle, was du einwirfst. hab meine erfahrung mit amphis. das zeug macht dich kaputt, aber das muss jeder selber wissen.
    aber es frei zugänglich zu machen wär das falsche signal!

    Nunja, Alkohol macht dich auch kaputt und zwar wahrscheinlich noch schneller als mit Amphetaminen, Benzos oder hochpotenten Opioide. Und Nikotin macht noch schneller abhängig. Beides ist erlaubt und an diesem Punkt faseln die Bevormunder dann immer etwas von "gesellschaftlicher Anerkennung".

    Also kann der Grund für das Verbieten schonmal nicht nur die vermeindliche Gefährlichkeit sein, sondern liegt vor allem in "ich will nicht, dass jemand sowas nimmt" begründet, also Willkür. Oder sehe ich das falsch?

    Und warum ist Bungeejumping eigentlich noch nicht verboten?

    Viele Grüße
    Christian



  • pharmakologe schrieb:

    die psychische Abhängigkeit ist fast schlimmer. Ausserdem entwickelt sich eine Toleranz. Man braucht mehr und mehr. Und ohne geht dann gar nichts.

    Da gebe ich dir Recht. Allerdings ist der hier zu machende Entzug nicht mit dem bei harten Drogen gleichzusetzen.
    Auch hier wieder: Bewusste Anwendung

    pharmakologe schrieb:

    Ich wiederhol mich: stofflich gesehn ist da kein Unterschied!! Es sind ähnliche/gleiche Substanzen wie die verbotenen 'Drogen', nur schön verpackt in bunte Kapseln.

    Ich mag da falsch liegen, aber ist es nicht so, dass zwar die Grundsubstanz die gleiche ist, allerdings bestimmte Additive erst zu einer (körperlichen) Abhängigkeit führen?

    pharmakologe schrieb:

    naja, und genau das umgehst du, wenn die rezeptpflicht fehlt. wie die gesellschaft damit umgeht ist ne andere story

    Ich bin ja nicht für freie verkäuflichkeit. Eine Apothekenpflich würde schon reichen, wie ich oben noch geschrieben habe.
    Allerdings müssen die Apotheker da mitziehen. Bei Ephedrin bsp. ist es ja zur Zeit so, dass man ohne Rezept keins mehr bekommt, obwohl nur eine Apothekenpflicht vorliegt - hier machen die Apotheker es sich imho etwas sehr einfach ... obwohl ich mich nicht erinnern kann jemals bei einem Medikament aufgeklärt worden zu sein. Da heißt es dann einfach "liegt ja ein Zettel bei".



  • omega al schrieb:

    pharmakologe schrieb:

    die psychische Abhängigkeit ist fast schlimmer. Ausserdem entwickelt sich eine Toleranz. Man braucht mehr und mehr. Und ohne geht dann gar nichts.

    Da gebe ich dir Recht. Allerdings ist der hier zu machende Entzug nicht mit dem bei harten Drogen gleichzusetzen.
    Auch hier wieder: Bewusste Anwendung

    Da hast Du recht.

    pharmakologe schrieb:

    Ich wiederhol mich: stofflich gesehn ist da kein Unterschied!! Es sind ähnliche/gleiche Substanzen wie die verbotenen 'Drogen', nur schön verpackt in bunte Kapseln.

    Ich mag da falsch liegen, aber ist es nicht so, dass zwar die Grundsubstanz die gleiche ist, allerdings bestimmte Additive erst zu einer (körperlichen) Abhängigkeit führen?[/quote]Das kann sein, das Additive körperlich Abhängig machen. Die psychische Abhängigkeit bleibt auch bei reinem Wirkstoff. Die Nebenwirkungen ebenso.

    Naja, ich klink mich hier aus.

    Mit der Begründung, dass die Freigabe zu "wichtigen Verbesserungen in der Welt führen" kann man noch so einiges erlauben.
    Was soll denn der Wahn? Schlaf ist gesund 🙂



  • Dieser Thread wurde von Moderator/in Nobuo T aus dem Forum Themen rund um den PC in das Forum Neuigkeiten aus der realen Welt verschoben.

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    Dieses Posting wurde automatisch erzeugt.



  • ChrisM schrieb:

    Und warum ist Bungeejumping eigentlich noch nicht verboten?

    Stimmt, diese ganzen Bungeejumping-Abhängigen die immer die Läden überfallen um Geld für ihren nächsten Sprung zu klauen sind wirklich ein großes Problem in unserer Gesellschaft oder auch wenn sie immer in den Bahnhöfen rumhängen (nicht am Bungeeseil 😉 ) belästigen sie alle mit ihrem gebettle: "Hast du mal ne Brücke mit Seil?". :xmas2:



  • ChrisM schrieb:

    Nunja, Alkohol macht dich auch kaputt und zwar wahrscheinlich noch schneller als mit Amphetaminen, Benzos oder hochpotenten Opioide. Und Nikotin macht noch schneller abhängig. Beides ist erlaubt und an diesem Punkt faseln die Bevormunder dann immer etwas von "gesellschaftlicher Anerkennung".

    Das ist korrekt. Ich habe vor kurzem noch ein Gespräch mit einem Politiker (CDU) gehabt, in dem es darum ging, warum die Jugend kriminalisiert wird. Als Beispiel wurde das Verbot von "Gras" genannt, wo doch Nikotin und Alkohol erlaubt sind. Er gab zu, dass Nikotin und Alkohol genauso Drogen sind wie z.B. Marihuana, und sie deshalb eigentlich ebenfalls verboten werden müssten. Das Problem: Es geht einfach nicht. Ein Verbot von Alkohol und Nikotin würde vermutlich dazu führen, dass der Bundestag von einer Volksmenge gestürmt und die Regierung abgesetzt wird ;).

    Nur, weil der Staat bei Nikotin und Alkohol versagt, heisst dass imho nicht, dass man Drogenkonsum erlauben sollte. Folglich lehne ich Argumentationen wie "aber Alkohol ist doch auch erlaubt!" ab. Da macht man es sich imho zu einfach.
    Abtreibung ist auch "erlaubt" (straffrei), soll man deshalb Mord generell erlauben? (ja, ich weiß, Abtreibung ist kein Mord).

    Gruß
    Don06



  • Don06 schrieb:

    Nur, weil der Staat bei Nikotin und Alkohol versagt, heisst dass imho nicht, dass man Drogenkonsum erlauben sollte. Folglich lehne ich Argumentationen wie "aber Alkohol ist doch auch erlaubt!" ab. Da macht man es sich imho zu einfach.

    Ja, das stimmt wohl, aber man sieht daran schön die Verlogenheit der Gesellschaft.

    Beispiel Koffein: Trinkt man einen oder zwei Kaffee, Cola oder sogar Guaranapulver, denkt sich niemand etwas. Aber wehe, man nimmt eine Koffeintablette, dann guckt sofort jeder komisch und meint, man soll bloß "damit" aufhören.

    Gegen eine Apothekenpflicht habe ich aber wenig einzuwenden. Nach einer (einmaligen) Risikoerklärung, die man per Unterschrift anerkennt, sollten dann aber keine Regulationen mehr stattfinden.

    Viele Grüße
    Christian



  • Don06 schrieb:

    Nur, weil der Staat bei Nikotin und Alkohol versagt, heisst dass imho nicht, dass man Drogenkonsum erlauben sollte. Folglich lehne ich Argumentationen wie "aber Alkohol ist doch auch erlaubt!" ab.

    Aber der Staat versagt doch bei Drogen auch und noch viel, viel mehr als bei Alkohol. Man sehe sich doch mal an, was die desaströsen Konsequenzen der Drogenpolitik sind.

    C.Santa weist zB. auf die Beschaffungskriminalität im Zusammenhang mit illegalen Drogen hin. Wunderbarer Punkt. Warum gibt es die? Weil die Preise auf Drogen hoch sind. Warum sind sie hoch? Weil es wenige "Anbieter" gibt und die immens viel Risikoaufschlag verlangen. Warum gibts nur wenige? Na? Wo sind denn die gesellschaftlich problematischen Dimensionen von Beschaffungskriminalität für Alkohol? Wegen 10€ für ne Flasche Schnapps überfällt man normalerweise keine Tankstellen. Das ist übrigens kein Randproblem, wir reden hier allein in den USA von 10000 Todesopfer Bandenschießereien usw... Parallelen zur Alkoholprohibition sind doch offensichtlich, nicht?

    A propos Kriminalität: in den USA sind die Gefängnisse voll mit Leuten (> 50%), deren Verbrechen es war, Drogen konsumiert zu haben. Nein, nicht die Mafiabosse.

    Dazu kommt, daß aktuelle Verbotsmethoden bei weicheren Drogen viel erfolgreicher sind als bei harten Drogen (wo die Händler meistens Profis sind, aber im Gegenzug jeder Depp Marihuana anbauen kann). Das treibt die Preise für niedriger Drogen schneller nach oben, also treiben wir mit der aktuellen Politik mehr Leute zu harten Drogen. Nice.

    Und wegen den hohen Preisen werden schneller nach billigeren Quasi-Substituten oder Vermischungen gesucht. Wer weiß, wenn die Preise für Koks nie so hch gewesen wären, dann kann es gut sein, daß Crack nie erfunden worden wäre ... eine Droge, die ein ziemlich großes soziales Problem in den USA ist (besonders für die schwarze Unterschicht).

    Und noch viel mehr. Leute, die sich oder ihre schuldlosen Kinder nicht ins Krankenhaus bringen, weil sie dann als Kriminelle behandelt werden. Keine Qualitätskontrolle. Usw.



  • Daniel E. schrieb:

    C.Santa weist zB. auf die Beschaffungskriminalität im Zusammenhang mit illegalen Drogen hin. Wunderbarer Punkt. Warum gibt es die? Weil die Preise auf Drogen hoch sind. Warum sind sie hoch? Weil es wenige "Anbieter" gibt und die immens viel Risikoaufschlag verlangen. Warum gibts nur wenige? Na? Wo sind denn die gesellschaftlich problematischen Dimensionen von Beschaffungskriminalität für Alkohol? Wegen 10€ für ne Flasche Schnapps überfällt man normalerweise keine Tankstellen. Das ist übrigens kein Randproblem, wir reden hier allein in den USA von 10000 Todesopfer Bandenschießereien usw... Parallelen zur Alkoholprohibition sind doch offensichtlich, nicht?

    A propos Kriminalität: in den USA sind die Gefängnisse voll mit Leuten (> 50%), deren Verbrechen es war, Drogen konsumiert zu haben.

    Dazu kommt, daß aktuelle Verbotsmethoden bei weicheren Drogen viel erfolgreicher sind als bei harten Drogen (wo die Händler meistens Profis sind, aber im Gegenzug jeder Depp Marihuana anbauen kann). Das treibt die Preise für niedriger Drogen schneller nach oben, also treiben wir mit der aktuellen Politik mehr Leute zu harten Drogen. Nice.

    Und wegen den hohen Preisen werden schneller nach billigeren Quasi-Substituten oder Vermischungen gesucht. Wer weiß, wenn die Preise für Koks nie so hch gewesen wären, dann kann es gut sein, daß Crack nie erfunden worden wäre ... eine Droge, die ein ziemlich großes soziales Problem in den USA ist (besonders für die schwarze Unterschicht).

    Und noch viel mehr. Leute, die sich oder ihre schuldlosen Kinder nicht ins Krankenhaus bringen, weil sie dann als Kriminelle behandelt werden. Keine Qualitätskontrolle. Usw.

    Tolle Argumentation. Also alle Drogen legalisieren, damit jeder Teenager sich damit vollpumpen kann. Die Kosten für die psychischen Wracks trägt schließlich die Krankenkasse. 😡 👎 Und die Kosten für die Beerdigung, wenn sich mal wieder einer den goldenen Schuß gesetzt hat- die Familie. Also, wen juckt's? 😡



  • Elektronix schrieb:

    Tolle Argumentation. Also alle Drogen legalisieren, damit jeder Teenager sich damit vollpumpen kann. Die Kosten für die psychischen Wracks trägt schließlich die Krankenkasse. 😡 👎 Und die Kosten für die Beerdigung, wenn sich mal wieder einer den goldenen Schuß gesetzt hat- die Familie. Also, wen juckt's? 😡

    Deine Argumentation ist toll, wie kommst du darauf das Teenager die sich "mit Drogen vollpumpen" wollen das nicht heute auch schon tun?
    Würdest du anfangen Heroin zu nehmen wenn man es ab morgen in der Apotheke kaufen könnte?



  • Hallo,

    Elektronix schrieb:

    Die Kosten für die psychischen Wracks trägt schließlich die Krankenkasse. 😡 👎

    dies ist natürlich in der Tat ein Problem.

    Aber du kannst nicht aus einer Einschränkung der Kontraktionsfreiheit (Zwangs"solidar"gemeinschaft mit festgesetzten Beträgen) neue Zwänge fordern. Zumindest ist das kein Argument; dafür aber eine sehr anschauliche Bestätigung des Ölflecktheorems, welches schon von Ludwig von Mises aufgestellt wurde.

    Auf einem freien Markt müsste ein Drogenkonsument selbstverständlich entweder höhere Versicherungsbeiträge zahlen oder eben auf die Abdeckung von drogeninduzierten Gesundheitsproblemen durch seine Versicherung verzichten.

    Also bevor du die Argumentation von Daniel E. (der ich mich natürlich anschließe) kritisierst, solltest du erstmal selbst etwas vorweisen, was diese Bezeichnung auch nur ansatzweise verdient.

    Viele Grüße
    Christian



  • Verstehe nicht, warum hier alle plötzlich von Abhängigkeit sprechen. Wenn man da auf heise.de sich noch ein Interview mit Michael Gazzaniga (wer auch immer der Typ sein soll) reinzieht, dann heißt es:

    Gazzaniga: Man darf nicht vergessen, dass einen diese Medikamente nicht schlauer machen. Sie halten einen wach, damit man lernen kann, um schlauer zu werden.

    Hmmm, hört sich harmlos an. Also, der Ausdruck hier, Gehirnbooster, scheint für mich ehe irreführend zu sein... Frage mich, ob man in der künstlichen Wachpause auch motiviert genug ist.



  • Hallo,

    abc.w schrieb:

    Hmmm, hört sich harmlos an. Also, der Ausdruck hier, Gehirnbooster, scheint für mich ehe irreführend zu sein... Frage mich, ob man in der künstlichen Wachpause auch motiviert genug ist.

    naja, es hängt halt vom Mittel ab. Methylphenidat ("Ritalin") macht z.B. ausgeschlafene Menschen nicht schlauer, bei Coffein und Modafinil ("Vigil") ist die Studienlage uneindeutig (bzw. auf bestimmte Tests beschränkt), aber bei Donepezil oder Rivastigmin z.B. recht eindeutig (mehrere Studien hochsignifikant), dafür machen die letzten beiden nicht wach.

    Die Behauptung, man würde nicht schlauer, ist also eindeutig falsch bzw. verkürzt. Andererseits darf man das in einer Gesellschaft, in der sogar viele Kinder mit Vitaminen oder Spurenelementen unterversorgt und allein duch Supplemente schon die kognitiven Fähigkeiten steigern könnten, auch nicht überwerten. Bevor man da mit Medikamenten anfängt, sollte man erstmal eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen sicherstellen.

    Viele Grüße
    Christian



  • Klar, ich kann auf Koks ne Nacht durcharbeiten. Mit Meth 18 Stunden lang coden, das ist kein Problem. Morgens 200mg Koffein durch die Nase, wer braucht da noch Red Bull um seinen Job zu meistern?
    Die Drogenproblematik ist hier nicht der springende Punkt

    Aber warum, zum Geier, soll man sich mit Chemie vollpumpen? Was im Sport daneben ist, hat auch in der Wissenschaft nichts zu suchen. Und schon gar nicht in der Ausbildung. Leistungssteigerung zum Wohle der Menschheit. Sind wir denn Batteriehühner? Dieser ganze Leistungswahn wird uns noch alle umbringen. Burn-Out ist wieder da, diesmal mit kaputter Niere im Schlepptau! Hurra, frohe Weihnachten. :xmas2: 👎



  • borg schrieb:

    Elektronix schrieb:

    Tolle Argumentation. Also alle Drogen legalisieren, damit jeder Teenager sich damit vollpumpen kann. Die Kosten für die psychischen Wracks trägt schließlich die Krankenkasse. 😡 👎 Und die Kosten für die Beerdigung, wenn sich mal wieder einer den goldenen Schuß gesetzt hat- die Familie. Also, wen juckt's? 😡

    Deine Argumentation ist toll, wie kommst du darauf das Teenager die sich "mit Drogen vollpumpen" wollen das nicht heute auch schon tun?

    Sie tun es doch schon. Erinnerst Du Dich an die Koma-Sauf-Affären? 15-jährige Jugendliche haben sich an einem einzelnen Abend zu Tode - oder ins Koma- gesoffen. Erwachsene schaffen es immerhin, die Frist auf ein paar Jahre auszudehnen.
    Es ist allgemein bekannt, wie viele Probleme allein der Alkoholismus schon verursacht. Und ausgerechnet die Trinker behaupten, sie hätten die Sache unter Kontrolle. Da glaubst Du, daß die Freigabe von harten Drogen Probleme löst?

    Konsequenter Weise müßten auch Bier und Wein verboten werden. Wenn schon Erwachsene mit diesen Stoffen nicht umgehen können- wie sollen es die Kinder dann lernen? Sowas kann nicht funktionieren.

    Würdest du anfangen Heroin zu nehmen wenn man es ab morgen in der Apotheke kaufen könnte?

    Nein, aber mein Verhalten steht nicht zur Debatte. Ich trinke auch keinen Alkohol.

    ChrisM schrieb:

    Auf einem freien Markt müsste ein Drogenkonsument selbstverständlich entweder höhere Versicherungsbeiträge zahlen oder eben auf die Abdeckung von drogeninduzierten Gesundheitsproblemen durch seine Versicherung verzichten.

    Das reicht nicht. Da Drogensüchtige bekanntermaßen alles Geld in ihre Sucht investieren, bleibt für Versicherungsleistungen meist gar kein Spielraum mehr. Und da das Solidarsystem einen Menschen nicht einfach verrecken lassen darf (zumindest nicht in Deutschland), werden die Kosten doch wieder der Allgemeinheit aufgeladen.
    Damit ist es aber längst nicht getan. Drogensüchtige Menschen sind nur eingeschränkt zurechnungsfähig und durch die Störungen ihres Nervensystems (Feinmotorik, Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit, Verkehrstauglichkeit) nur sehr eingeschränkt berufsfähig. Dazu kommt bei harten Drogen die Gefahr der tödlichen Dosis- dann müßte ein potentieller Arbeitgeber unvermittelt auf eine Arbeitskraft verzichten. Auf so ein Risiko wird sich kein Chef einlassen. Bei den meisten Drogenkonsumenten wird das darauf hinauslaufen, daß sie am Ende dem Sozialsystem zur Last fallen.


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