Brauchen wir Gehirnbooster?
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Daniel E. schrieb:
Dann laß uns doch mal nachrechnen: Einmal Koma-Saufen, sagen wir 3-4 Flaschen Whisky oder Wodka kosten etwa 50 Euro- großzügig gerechnet. Ein Transport mit dem Krankenwagen kosten etwa 200 Euro- ein Hubschrauberflog sogar 5000.-. Die Tage danach im Krankenhaus pro Tag ca. 300 Euro. Macht grob gerechnet 50 Euro, die sich jeder Teeny heute leisten kann, gegen 1000 Euro, die nicht jeder Teeny- und auch nicht jedes Elternpaar hat. Wer soll das denn nun zahlen.
Du meinst, in erster Instanz? Das zahlt ja sowieso die Versicherung. Aber in letzter Konsequenz sollte die sich schon an den "Teeny" wenden. Wenn er es nicht sofort bezahlen kann, tja, dann halt mal ran und die nächsten Sommerferien durcharbeiten. Der macht das bestimmt nicht so schnell wieder. Das meinte ich damit, wenn ich sage, er kann es sich leisten, nicht unbedingt, daß er die finanziellen Mittel parat hat.
Das ist sinnlos. Eine Strafe- wenn sie als solche empfunden werden soll- muß zeitnah verhängt werden. Das Problem besteht ja schon in der aktuellen Rechtsprechung, weil die Prozesse sich zu lange hinziehen.
Findest Du wirklich, daß jemand, der sich vorsetzlich derart betrinkt, von der Versicherung genau so behandelt werden sollte, wie jemand, der Opfer in einem Autounfall wird?
Nein. Ich stelle nur fest, daß der Koma-Säufer die Folgen nicht alleine tragen kann, und dann fällt es auf die Allgemeinheit zurück. Das ist praktisch bei allen Suchtmittel-Mißbräuchen so.
Bist Du auch der Meinung, daß wir die Alkoholprohibition wieder einführen sollten?
Nein. Das wäre in Europa nicht durchsetzbar. Im Prinzip wäre es aber konsequent.
Und bei einer zunehmenden Freigabe werden evtl. mehr Leute abhängig. Ist ja sehr reizend, daß dir das Schicksal von unschuldigen Opfern eines Drogen-Bandenkrieges mehr egal ist als das von Erwachsenen, die sich aus Blödheit eine Überdosis reinpfeifen. Ich versteh das halt nicht so ganz.
Dann hast Du mich falsch verstanden. Ich behaupte, daß die Zahl der Todesopfer sich zunächst nicht ändern wird, nur die Todesursachen. Und beides ist mir NICHT egal.
Aber die Drogensüchtigen werden nicht "aus Blödheit" süchtig. Die meisten haben massive Lebensprobleme, oder sie sind sich gar nicht klar, was sie tun. Ein Verbot muß also mir Aufkärung ineinandergreifen. Dann ließe sich die Zahl der Süchtigen verringern und damit die Zahl der Drogentoten- und gleichzeitig die Kriminalität.pareto-optimal,
Häää
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Aber die Drogensüchtigen werden nicht "aus Blödheit" süchtig. Die meisten haben massive Lebensprobleme, oder sie sind sich gar nicht klar, was sie tun. Ein Verbot muß also mir Aufkärung ineinandergreifen. Dann ließe sich die Zahl der Süchtigen verringern und damit die Zahl der Drogentoten- und gleichzeitig die Kriminalität.
Drugs are bad, mkey, taken druge is bad, mkey. If you have problems and take drugs, that's bad, mkey. Drugs are bad, children, mkey.
@Elektronix: Du ignorierst sehr gut die Realitat. Wie sieht es den aus. Drogenbosse gibt es, Mafia gibt es, Drogen werden tonnenweise in die Laender verschifft, die Gefangnisse sind ueberfuellt mit Drogenabhaenigen. Wenn die Drogenpolizei mal 100 kgramm Kokain findet feiern sie das als einen riesen Erfolg gegen die Drogenmafia.
Was wuerde den passieren wenn der Staat Drogen wie Tabak und Alkohol kontrolliert und legalisiert? Schau dir doch mal den Zigarretenmarkt an. Wo sind da die Zigarettenbosse? Wo die Zigarettenmafia? Ein Paeckchen Zigaretten kostet 10 Euro, auf der Verpackung steht "Rauchen gefahrdert die Gesundheit", dort steht wieviel Nikotin und Teer enthalten sind, usw. Man hat sogar Steuern auf Tabak und Alkohol. Wo sind die Steuerzahlungen der Drogenmafia?
Drogen werden irgendwo in China in einer dreckigen Industrieanlage gemixt, mit unbekannten Mischungen. Zigaretten werden in kontrollierten Fabriken geferdigt, sie werden regelmaessig kontrolliert und du kannst sie sogar besichtigen (Tag der offenen Tuer oder so).
Das ganze nach ueber 100 Jahren rigorosen Drogenverbots. Wo sind die Erfolge, bitte sag es mir, Elektronix.
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Hallo,
Daniel E. schrieb:
ChrisM: Das ist lustig, weil ich bin eigentlich ziemlicher Utilitarist, aber Drogenprohibition ist halt alles andere als pareto-optimal, dem müsste sogar Elektronix zustimmen.
ja, das mag sein. Ich bin bezüglich der meisten Diskussionen sowieso sicher, dass die liberale Ansicht auch das spieltheoretische Optimum beschreibt oder zumindest nicht sehr weit davon entfernt ist. Trotzdem möchte ich damit nicht argumentieren (wie David D. Friedman), denn wie sieht es beispielsweise mit Folter aus?
Utilitarismus mag sicher eine geeignete Basis sein, um jemandem die Gedanken der Freiheit etwas näher zu bringen (z.B. in einer Diskussion), aber als moralisches Fundament ist es nicht geeignet.
Frohe Weihnachten!
Viele Grüße
Christian
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Nein, wir benötigen keine Gehirnbooster, sondern ab und zu einfach nur Ruhe und Konzentration auf unser wirkliches Inneres.
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ChrisM schrieb:
Hallo,
THX 1138 schrieb:
Ausserdem ist es absurd. Meist fehlt es an Geld, nicht an wachen Köpfen.
das würde ich so nicht sagen, aber schau dich mal in Wissenschaften wie der Mathematik oder auch der Informatik um. Sicherlich benötigt man stellenweise auch einfach das richtige Blech (Hardware), aber das ist nicht der aktuell wachstumsbeschränkende Punkt. Oder etwas drastischer formuliert, wenn jeder Informatiker 12 statt 8 Stunden arbeitet, erhöht sich auf die Paper-Produktion etwa um 50% und die Forschung, die vorher 3 Jahre gedauert hat, dauert jetzt nur noch 2. Ob das erstrebenswert ist oder nicht, ist ein ganz anderes Blatt- abgesehen davon, dass die wenigsten Forscher (wahrscheinlich zu recht) 12 Stunden arbeiten möchten und es daher sowieso eine sehr theoretische Diskussion ist.
Naja, ich meinte nicht unbedingt Material und Geräte.
Mit mehr Geld könnte man 50% mehr Leute einstellen zB 3 Leute die 8h arbeiten statt 2 Leuten die 12h arbeiten. Das kommt dann etwa aufs gleiche raus wie deine Idee, ist aber wahrscheinlich effektiver weil die 3 Köpfe längere Erholungspausen machen können und sicherlich konzentrierter sind, als 2 Köpfe auf Speed. Ausserdem kann ein dritter Kopf eine ganz neue Idee einbringen, die den anderen beiden trotz 12h Schicht nicht in den Sinn kommen will.Frohe Weihnachten :xmas1:
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Hallo,
THX 1138 schrieb:
Mit mehr Geld [...]
mit welchem Geld?
Viele Grüße
Christian
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Meist fehlt es an Geld, nicht an wachen Köpfen.
Das sehe ich anders. "Helle" und erfahrene Leute die konstruktiv, kooperativ und innovativ zugleich sind, gibt es selten. Geld erhält man fast immer, wenn das Projekt inhaltlich und wirtschaftlich etwas taugt.
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ChrisM schrieb:
THX 1138 schrieb:
Mit mehr Geld [...]
mit welchem Geld?
das, was fehlt... ich sag doch 'könnte'
Erhard Henkes schrieb:
Meist fehlt es an Geld, nicht an wachen Köpfen.
Das sehe ich anders. "Helle" und erfahrene Leute die konstruktiv, kooperativ und innovativ zugleich sind, gibt es selten.
da helfen dann die drogen auch nicht weiter..
Erhard Henkes schrieb:
Geld erhält man fast immer,
das wär mir neu, aber kann sein, dass die EU ihre Grants verschleudert..
Erhard Henkes schrieb:
wenn das Projekt inhaltlich
Erhard Henkes schrieb:
und wirtschaftlich etwas taugt.
Wissenschaft muss nicht zwingen wirtschaftlich sein, imho
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Elektronix schrieb:
Dann laß uns doch mal nachrechnen: Einmal Koma-Saufen, sagen wir 3-4 Flaschen Whisky oder Wodka kosten etwa 50 Euro- großzügig gerechnet. Ein Transport mit dem Krankenwagen kosten etwa 200 Euro- ein Hubschrauberflug sogar 5000.-. Die Tage danach im Krankenhaus pro Tag ca. 300 Euro, auf der Intensivstation locker das Doppelte. Macht grob gerechnet 50 Euro, die sich jeder Teeny heute leisten kann, gegen 1000 bis 7000 Euro, die nicht jeder Teeny- und auch nicht jedes Elternpaar hat. Wer soll das denn nun zahlen?
wird in der summe locker von der der alkoholsteuer gedeckt.
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Wissenschaft muss nicht zwingend wirtschaftlich sein
Die Wissenschaft erhält schon seit Jahren ca. die gleichen 8-9 Mrd./a aus dem Staatssäckel. Da scheint es keine Wirtschaftlichkeit zu geben. Das ist budgetiert. Bin froh, dass ich dort nicht gelandet bin. Dieser ganze verlogene DFG und sonst was Blödsinn hätte mich nur angeödet.
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Jo und die UBS bekommt mal eben >60Mia. vom Staat..wo da die Wirtschaftlichkeit wohl bleibt..
Erhard Henkes schrieb:
Bin froh, dass ich dort nicht gelandet bin. Dieser ganze verlogene DFG und sonst was Blödsinn hätte mich nur angeödet.
jaja helle Köpfe sind selten
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Hallo,
THX 1138 schrieb:
ChrisM schrieb:
THX 1138 schrieb:
Mit mehr Geld [...]
mit welchem Geld?
das, was fehlt... ich sag doch 'könnte'
dann kannst du es nicht vergleichen.
Die Alternative ist halt nicht "Die Performance der vorhandenen Leute so steigern, dass sie 50% mehr arbeiten" vs. "50% neue Leute einstellen", weil die erste Maßnahme erheblich billiger als die zweite ist. Unter der sehr unrealistischen Voraussetzung, dass die beteiligten Forscher freiwillig mehr arbeiten und sich ggf. aufputschen.
THX 1138 schrieb:
Wissenschaft muss nicht zwingen wirtschaftlich sein, imho
Bis auf ein paar Ausnahmen IMO schon. Und diese Ausnahmen (wie Philosophie) kosten in der Regel nicht besonders viel Geld. Eine der sehr wenigen Ausnahmen, die sehr viel kostet und dennoch keine Werte schafft, wäre vielleicht die Astronomie, aber ansonsten fällt mir beim besten Willen kein weiteres Beispiel ein.
Viele Grüße
Christian
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Merkwürdiger Thread.
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Erhard Henkes schrieb:
Merkwürdiger Thread.
LOL