Das Dilemma der Politik



  • Daniel E. schrieb:

    Erstens: Chris hat über Wettbewerbsmechanismen, die approximativ mit der Zeit Gewinnmargen gegen 0 treiben, geschrieben. Du antwortest darauf mit der Frage, warum es Wirtschaftszyklen gibt. Das sind aber zwei ziemlich verschiedene Themen.

    Zweitens: Ihr versteht unter "planbar" vermutlich ganz andere Sachen. Chris meinte wohl einfach damit, daß niemand so einfach die (institutionellen) Spielregeln ändern kann und nicht, daß man perfekt in die Zukunft sehen kann oder Leute keine Fehler machen.

    Ok, das lasse ich gelten. Ich benutze das Wort "planen" so, wie ich es aus dem Alltag gewohnt bin. Wenn der Schüler den Lehrer nicht versteht- wer macht dann den Fehler?

    Drittens: Wer ist in deinem obigen Absatz "man"? Wer sollte was "planen"?

    Politiker und ihre Berater. Bankmanager, Börsenmakler, Wirtschaftsexperten- eben Leute, die sich in der Materie auskennen- das ist doch eigentlich klar, oder?

    Wenn Du über Wirtschaftszyklen reden willst -- (...)

    Das könnte darauf hindeuten, daß Prognosen schwierig sind und Makroökonomie auch.

    Gemeinsam haben aber fast alle oben genannten Theorien: Geldpolitik ist wichtig und wenn man die falsch macht, dann ist das schlecht. Große Angebots- oder Nachfrageschocks sind auch schlecht. Und dann haben die Modelle alle noch etwas "Rauschen" drin.

    Einverstanden.

    Ein Grund: Es gibt an maßgeblicher Stelle kriminelle Elemente, die von den Crashs profitieren- und die Motivation dieser Leute ist nicht planbar.
    Anderer möglicher Grund (und der wahrscheinlichere): Man hat es kommen sehen, aber nicht wahr haben wollen. Auch sowas ist NICHT planbar.
    Das ist der von mir angesprochene menschliche Faktor.

    Wieder: wer ist "man"? Es haben doch genug Leute kommen gesehen und damit Geld verdient ...

    Ich habe so einige Beiträge von Finanzexperten gesehen, die vor Jahren schon über ihre düsteren Prognosen verlacht oder beschimpft wurden. "Man" heißt hier auch wieder die Mehrheit der Wirtschaftsfachleute- eben nicht jene, die die besagten Bücher geschrieben haben, sondern jene, die glaubten, es lohne sich nicht, Bücher darüber zu schreiben.



  • Hi,

    Daniel E. schrieb:

    Dazu ist ja oft wirklich nicht viel Geld nötig, siehe zB. Grameen

    Hilfe zur Selbsthilfe. U.a. dieses Konzept unterstützt der Global Marshallplan. Muhammad Yunus spielt eine wichtige Rolle darin. Zugegeben, du wirst mehr von Ökonomie verstehen als ich, aber dennoch kann ich so manche globalen Zusammenhänge schon nachvollziehen. Auch Institutionen spielen natürlich eine wichtige Rolle. Ich weiss nicht, ob du damit auch NGOs meinst, aber auch diese sind bei der Bekämpfung der diversen und vielfältigen Probleme natürlich nicht unwichtig.

    Wie auch immer, bis auf die Tatsache, dass ich schon der Meinung bin, dass wir auf ein Ressourcenproblem zusteuern und der vielleicht etwas unterschiedlicher Gewichtungen sehe ich keine gegenteiligen Ansichten. Und auch bezüglich der Umwelt und des Öls will ich weder zur Hysterie, noch zum blinden Aktionismus aufrufen. Ich denke nur, es sind Probleme, vor denen man sich nicht verschließen kann. Und selbst wenn es ökologich nichts bringt, weniger Auto zu fahren oder Glühsparlampen zu installieren, spart man doch zumindest etwas Geld.

    Du läßt die Eigentumsrechts-Lösung absichtlich weg, nicht?

    Das hatte ich sogar vorher schon erwähnt: Z.B. Handelbare Emmissionsrechte pro Kopf. Damit hätten selbst die ärmsten Menschen etwas, mit dem sie handeln können. Ich denke das Elefantenbeispiel (hab ich mir noch nicht angehört) geht in eine ähnliche Richtung?


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