[Nationale Unabhängikeit, EU, Deutschland, "USE"]Wie groß sollte ein Land sein?



  • minhen schrieb:

    Natürlich braucht es meistens eine externe Bedrohung für solche Schritte. Deswegen wird man vermutlich auch irgendwelche bösen Außerirdischen brauchen, damit sich die Menschheit zusammenrauft.

    Jetzt wissen wir, was Ron Hubbard mit seinen Dianetics bezwecken wollte... 🤡


  • Mod

    minhen schrieb:

    ...

    Dass Wachstum auch Probleme bringt, die es zu meistern gilt, ist klar. Ähnlich ging es in der Schweiz doch auch. Die drei Urkantone haben sich auch nur als Schutz gegen den deutschen Kaiser zusammengefunden. Die Eidgenossenschaft wuchs dann weiter, zerstritt sich wieder, wuchs wieder, ... heute sind es 26 Kantone. Wenn eine Idee erst einmal in der Welt ist, ist sie in der Welt.
    Auch wenn die EU momentan eine Krise durchlebt ist das noch nicht das Todesurteil für die EU selbst oder für die Idee.

    ...

    Ein sehr schönes Beispiel. Die Schweiz hatte das Problem, hat es gelöst. ABER sie ist heute - die Schweiz. Bayern und Baden-Würtemberg gehören zu Deutschland, das Elsaß ist kein Kanton der Schweiz, und in Mailand ißt man die italienische Pasta.

    Die Schweiz hat sich unter äußerem Druck zusammengefunden, andere kamen dazu bis für sie das Problem gelöst war, aber der Prozess kam zum Stillstand, nachdem ein Arbeitspunkt gefunden war, der die dahinter stehenden Probleme einigermaßen löste.

    Genau daher sehe ich kein zwangsläufiges Wachstum der EU oder auch eines "neuen"(TM) Staatenbundes hin zur Weltregierung - der Zusammenschluß endet in seiner Expansion automatisch, sobald die Initialprobleme einigermaßen gelöst wurden.

    Denkt man das durch, benötigt man für die Weltregierung eben ein Initialproblem solch epochalen Ausmaßes, daß der Druck auf alle(!) gleich stark ist und der Zusammenschluß dieses Problem löst. Aber dafür reicht selbst die Klimaerwärmung nicht aus, denn selbst da gibt's ja Gewinner und Verlierer. Außerirdische... oder ein großer Meteor? Das würde evtl. ausreichen, darunter sehe ich das nicht. Das ist auch letztlich ein gesunder Prozess, denn jedes System sollte irgendwie aufgabenangemessen sein. Eine Weltregierung, die Probleme löst, die auch lokale Verbunde lösen können, wäre nicht angemessen und damit dem Zerfall ausgesetzt, da sie sich nach kurzer Zeit mit Überregelung und Selbstbefriedigung befassen müßte (sprich: Probleme schaffen, um die eigene Daseinsberechtigung zu untermauern).



  • Marc++us schrieb:

    Die Schweiz hat sich unter äußerem Druck zusammengefunden, andere kamen dazu bis für sie das Problem gelöst war, aber der Prozess kam zum Stillstand, nachdem ein Arbeitspunkt gefunden war, der die dahinter stehenden Probleme einigermaßen löste.

    Ich glaube nicht, dass man das so pauschal sagen kann. Das eigentliche Problem, sich vor Ungewissheiten aufgrund von Thronstreitigkeiten im heiligen römischen Reich deutscher Nation abzusichern, war schon lange mit der Anerkennung der Unabhängigkeit der Schweiz durch das Reich erledigt. Und dennoch wuchs die Schweiz weiter. Sie wuchs sogar noch vor weniger als 200 Jahren, als das Reich bereits Geschichte war.
    Die Schweiz wuchs eigentlich erst dann nicht mehr weiter, als sie mit den Grenzen an die europäischen Großmächte wie Frankreich, das deutsche Reich oder Österreich-Ungarn stieß. Jede weitere Expansion hätte zwangsläufig einen Krieg mit diesen Großmächten bedeutet. Selbst Liechtenstein war so eng mit Österreich-Ungarn verbandelt, dass es unerreichbar war. Aber kaum war Österreich-Ungarn nach dem ersten Weltkrieg weggefallen, war die Schweiz zur Stelle. So dass Liechtenstein heute nicht nur eine Zollunion mit der Schweiz hat und nicht nur den Schweizer Franken als Währung verwendet, sondern sich auch durch die Schweiz im Ausland diplomatisch vertreten lässt. Hätte es nicht den Verlust aller Macht für den Monarchen bedeutet, dann wäre das Fürstentum Liechtenstein heute vielleicht schon längst offizieller Teil der Schweiz.
    Die Expansion der Schweiz hat also eher ihren Stopp den Grenzen der sie umgebenden und ihr überlegenen Mächten zu verdanken. Und weniger der Lösung eines Problems.


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