Win-API für Win-Programmierung immer noch aktuell und "Pflicht" ?



  • audacia schrieb:

    Das ist leider pure Utopie, einerseits wegen "write once, debug everywhere"

    Das stimmt natürlich, einen gewissen Debuggingaufwand hast du in jedem Fall. Dennoch sehe ich den Aufwand, eine Applikation komplett zu portieren immer noch als wesentlich größer an, als eine bisher vernachlässigte Plattform nachträglich noch zu debuggen/die notwendigen kleinen Anpassungen vorzunehmen. Clevere Programmierung natürlich vorausgesetzt - wenn du einen Entwickler im Team hast, der dann doch irgend welche systemspezifischen Krämpfe verwendet, bist du eh im Ar*** 😉

    Einen positiven Nebenaspekt gibt es allerdings auch, wenn du auf verschiedenen Plattformen compilierst: der Code wird _wesentlich_ sauberer, da die unterschiedlichen Compiler sich in dem, was sie akzeptieren und was nicht, doch immer noch ein wenig anders verhalten. Und sauberer Code hat der Stabilität noch nie geschadet.

    Aber es gibt durchaus Szenarien, wo Mono hinreichend mithalten können soll

    Mono hat seine Nische, ganz klar. Nur ist es eben so, dass gerade hier mit Java eine sehr starke Referenz existiert. Und wer beide Welten kennt, stellt sich sicher irgend wann die Frage, warum er mit .NET/Mono auf einen so kleinen gemeinsamen Nenner setzen soll, wenn es doch auch anders geht. Speziell unter dem Aspekt betrachtet, das Projekte gerne mal aus dem Ruder laufen und sich die ursprünglich mal ganz scharf umrissenen Requirements plötzlich explosionsartig vermehren. Da kann dieser "kleinste gemeinsame Nenner" sehr schnell und vor allem unvorhersehbar zu einem "zu kleinen gemeinsamen Nenner" werden.



  • TomoT schrieb:

    Was nützen dir irgend wann eine Million ganz tolle Codezeilen, wenn das zugehörige Betriebssystem nicht mehr aktuell ist oder sich der Markt zusätzlich zu anderen Systemen hin bewegt hat? DER Aufwand, das alles zu portieren ist mörderisch - wer clever ist und von anfang an die richtige Entscheidung trifft, hat praktisch gar keinen Mehraufwand.

    Ich bezweifle, dass wir hier noch den Tag erleben werden, an dem Linux Windows auf dem Desktop abgelöst hat. Und so portabel zu programmieren, dass die Möglichkeiten des einen Betriebssystems so ausgenutzt werden, ohne das andere zu vernachlässigen, ist auch nicht ganz einfach. Meistens läuft es hier nämlich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner hinaus. Also lieber eins richtig unterstützen als mehrere nur halbherzig.



  • Das mag für 08/15-Desktop-Anwendungen stimmen, in der Industrie ist das aber schon lange nicht mehr so, da gibt es mehr relevante Systeme als nur Windows und Linux.


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