Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung plus Bachelor



  • Guten Tag,

    Ich habe lange versucht im Internet mehr darüber rauszufinden.

    Den Ausbildungs-, Studienzweig als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung plus Bachelor of Business Administration and Informatics.
    Eine Kollegin von meiner derzeitigen Zivildienststelle erzählte mir, dass ihr Sohn diesen Ausbildungsweg gegangen sei und dass man dafür nicht einmal das Abitur/Fachhochschulreife benötige sondern lediglich Mittlere Reife.

    Kann mir irgendjemand mehr dazu sagen?

    Ich habe nur rausgefunden, dass die Dauer 3-4 Jahre beträgt.

    Und ich habe die Mittlere Reife mit 1,7 im Schnitt gemacht.
    Habe ich da überhaupt eine Chance(falls es überhaupt mit dem Abschluss möglich sein sollte).

    Grüße Simon



  • Hallo,

    ich sehe den Sinn nicht.
    Der Bachelor ist höherwertiger als die Ausbildung zum Fachinformatiker und stellt ein akademisches Grad dar. Wer den Bachelor hat, benötigt keine Berufsausbildung.
    Warum also beides?

    "Bachelor of Business Administration and Informatics" hört sich für mich, provokant gesagt, nach Buchführung + Java-Kurs an. Vorsicht vor Modestudiengängen! Lieber ein solides, wissenschaftlich orientiertes (Wirtschafts)Informatikstudium, davon hast du längerfristig vermutlich mehr.

    Die Sache mit der mittleren Reife: Für gewöhnlich bedarf es einer Hochschulzugangsberechtigung, um studieren zu können. Die hast du nicht. An manchen FH's kann man, soweit ich weiß, auch ohne HZB studieren, muss aber bestimmte Auflagen erfüllen.

    Meine Empfehlung: Hole die Fachhochschulreife oder gleich Abitur nach und geh' was Vernünftiges studieren, entweder an der Uni oder an der FH. Du könntest ja die Hochschulzugangsberechtigung berufsbegleitend erwerben, falls du das mit einer Aubildung zum Fachinformatiker kombinieren möchtest. Das macht dann Sinn, wenn du erstmal was auf der Hand haben willst, falls du ein Studium nicht schaffst (kommt vor).

    Zur 1,7 Abschlussnote:
    Das sagt nichts über die Befähigung zum Studium aus.
    Erstmal fehlt dir ein wenig Schulstoff (gerade in Mathe), denn ein angehender Student hat zumindest einmal was von Integralen, Differentialfunktionen etc. gehört, was dir vermutlich zu Beginn fehlen wird. Lustigerweise sagt aber auch ein Abitur nicht unbedingt viel über die Befähigung zum Studium aus. Da gilt eben: Versuch macht kluch.

    Viel Erfolg und lieber einmal zuviel nachdenken als einmal zu wenig...



  • marco.b schrieb:

    Der Bachelor ist höherwertiger als die Ausbildung zum Fachinformatiker und stellt ein akademisches Grad dar. Wer den Bachelor hat, benötigt keine Berufsausbildung.
    Warum also beides?

    Vermutlich ist der Bsc an einer Fachhochschule erworben worden, und die wiederum lassen fuer manche Programme Leute mit Ausbildung zu.

    Ich denke eine Ausbildung ist nie verkehrt, aber wenn du schon zum Ziel hast einen Bachelor zu machen, wuerde ich empfehlen die FOS zu machen und damit das Fachabitur. Kostet dich 2 Jahre buckeln, aber ist sicher eine gute Vorbereitung auf das Lernen an der Hochschule. Wird uebrigens soweit ich weis auch mit Bafoeg gefoerdert.

    edit: Eventuell war der obig genannte "Weg" (Ausbildung+Studium) auch ein BA Studium, also eine kombinierte Ausbildung in Betrieb und Hochschule. Interessant fuer Leute, die ab dem 1. Tag auch was "richtiges angewandtes" arbeiten und Geld verdienen wollen.



  • Sorry aber deine Kollegin hat dir Müll erzählt. Für dieses duale Studium brauchst du mindestens die Fachhochschulreife, fast alle Betriebe verlangen aber ein sehr gutes Abitur.
    Einen echten Bachelor gibt es in Deutschland nur mit (Fach-)Hochschulzugangsberechtigung. Alles andere, dass sich Bachelor nennt sind Titel die eigentlich im Ausland erworben werden (z.B. über Kooperation mit amerikanischem CC) und die sind in Deutschland nichts wert (auch nicht als Zugangsberechtigung zum Masterstudium).



  • Hi

    Ich studiere an einer Uni Informatik und hier braucht man nicht unbedingt ein Abitur um zugelassen zu werden.

    Ich weiß es nicht genau aber ich glaube wenn man 5 Jahre Berufserfahrung hat (Ohne Ausbildung) dann kann man zugelassen werden.

    Das das an meiner Uni einzigartig ist bezweifele ich. Das gibt es mit Sicherheit auch bei anderen. (Informieren)

    Vielleicht gibt es das auch für BA (Berufsakademie) Studenten.

    Der Abschluß "Bachelor of Business Administration and Informatics" hört sich für mich nach Wirtschaftsinformatik an halt nur mit englischen Titel. (Nichts besonderes)



  • Ja, das geht schon bei einigen Unis, ist aber afaik länderabhängig. Allerdings ist es auch nicht so, dass man eine weile gearbeitet hat und dann ins Studium spaziert.
    Da muss man sich dann schon durch eine Prüfung o.Ä. beweisen. Der bequemere Weg ist normalerweise schon die Erwerbung einer Hochschulreife.



  • JCooder schrieb:

    Hi
    Der Abschluß "Bachelor of Business Administration and Informatics" hört sich für mich nach Wirtschaftsinformatik an halt nur mit englischen Titel. (Nichts besonderes)

    Nur das Wirtschaftsinformatik im englischen praktisch immer Information Systems heißt... Liegt wohl auch daran, dass WI eben nicht BWL+Informatik ist. Der deutsche Name führt einen da etwas in die falsche Richtung.



  • Bin irgendwie kein Fan von diesen ganzen, aus dem Boden gestampften Namen. Ich kenne die gängigen Bezeichnungen im Englischen nicht, aber selbiges lässt sich auch im Deutschen betrachten:

    Klassische Studienrichtungen wie Informatik, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftswissenschaften werden immer öfter durch verwässerte Bachelor-Studiengänge wie: "Bachelor Betriebliche Informationssysteme" (Mannheim), "Bachelor Betriebliches Informationsmanagement" (Bochum), "Computing in Science" (Hamburg), "Bioinformatics and Computational Biology" (Bremen),... ersetzt.

    ich bezweifle, dass in 20 Jahren noch ein Personaler weiß, was das denn jeweils überhaupt war, sofern er jetzt etwas damit anfangen kann.
    Dann doch lieber solide Informatik oder von mir aus Wirtschaftsinformatik studieren und sich in Wahlvorlesungen spezialisieren. Man möge mich altmodisch nennen, aber wenn ich an deutschen Hochschulen schon den Begriff "Informatics" lese, rollen sich mir schon die Zehnägel hoch. 🙄
    Fachhochschulen scheinen in dieser Hinsicht auch etwas schlimmer zu sein, als Unis. Vielleicht kommt es mir subjektiv nur so vor, aber wenn es darum geht, einen neuen Modestudiengang aus dem Boden zu stampfen, scheinen FHs schneller zu sein.



  • marco.b schrieb:

    ich bezweifle, dass in 20 Jahren noch ein Personaler weiß, was das denn jeweils überhaupt war, sofern er jetzt etwas damit anfangen kann.

    In 20 Jahren interessiert sich auch kein Personaler dafuer, ob Du nun Agrarinformatik oder Mathematik studiert hast. Da ueberwiegen Referenzen dann doch mehr.

    marco.b schrieb:

    Fachhochschulen scheinen in dieser Hinsicht auch etwas schlimmer zu sein, als Unis. Vielleicht kommt es mir subjektiv nur so vor, aber wenn es darum geht, einen neuen Modestudiengang aus dem Boden zu stampfen, scheinen FHs schneller zu sein.

    Was heute ein Modestudiengang ist, das kann morgen schon ein etabliertes Wissenschaftsfeld sein. Was meinst Du, was die Informatik mal war bevor sie ein eigenstaendiges Fachgebiet wurde?



  • Walli schrieb:

    Was meinst Du, was die Informatik mal war bevor sie ein eigenstaendiges Fachgebiet wurde?

    Zuerst hieß sie Lohnbuchhaltung und später hieß sie Org/DV und war ein bereits etabliertes Handwerk.



  • Walli schrieb:

    Was meinst Du, was die Informatik mal war bevor sie ein eigenstaendiges Fachgebiet wurde?

    Die oben genannten Beispiele sind aber nur coole Anglizismen für bereits vorhandene Bindestrichinformatikstudiengänge, vielleicht ein bisschen verwässert durch eine Nebenfachvorlesung mehr oder weniger - jedenfalls nicht gerade Potentialgrundlage für ein neues Fachgebiet, wie du sagst.

    Von daher finde ich deinen Vergleich nicht ganz korrekt.



  • Ich picke mal Computational Biology als Beispiel raus. Das koennte ein interessantes Feld werden, wenn die Umsetzung stimmt. Biologiestudium + Javakurs ist natuerlich ausgemachter Bloedsinn, da stimme ich Dir zu.



  • Laut Wikipedia auch nur ein Modebegriff für Bioinformatik.



  • Ich halte da die Wikipedia für wenig kompetent. Die wollten auch mal Computational Engineering und technische Informatik in einem Artikel vereinen.



  • Niveau? Hasts wer gseen?



  • Walli schrieb:

    Da ueberwiegen Referenzen dann doch mehr.

    C++ Pointer sind aber schneller als Java Referenzen


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