Unattended Windows-Installation / Erfahrung mit Windows-Paketmanagern?



  • Hi,

    Hat irgendwer von Euch Erfahrung mit Windows-Paketmanagern? Zum Beispiel mit dem hier?
    http://code.google.com/p/windows-package-manager/

    Ich habe derzeit kein Windows zum Testen, interessiere mich aber sehr dafür.

    Hintergrund:

    • Wenn ich ein GNU/Linux installiere, dann ist das per Debian-Preseeding & Puppet respektive Chef völlig automatisiert und ohne mein Zutun inklusive aller Anpassungen und eigenen Pakete nach ein paar Minuten erledigt.
    • Wenn ich auf diese Art ein System plattmachen möchte, tut es überhaupt nicht weh, weil es mit einer halben Minute Arbeitszeit für mich und etwas Wartezeit erledigt ist.
    • Sowas in der Art hätte ich für Windows + ein paar Anwendungen auch gerne. Wie lange die Installation dauert, ist mir dabei völlig egal, solange ich selbst nichts machen muss.
    • Bestehende mir bekannte Unattended-Lösungen sind dafür ziemlich schlecht, weil sie ständige Wartung erfordern, weil man ja aktuelle Software-Versionen selbst in die Installations-Images reinbasteln muss. Wenn ich in einem Jahr das Windows neuinstallieren lassen möchte, ist der Firefox, den ich heute beilege schon längst nicht mehr aktuell, der Virenscanner und das OpenOffice natürlich auch nicht.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass man das oben genannte Verhalten nicht auch mit Windows halbwegs bequem nachbauen könnte und ein brauchbarer Paketmanager wäre ein erster Schritt dazu. Meinungen von den Windows-Usern hier? 🙂

    Danke!



  • Der Unattended Bereich unter Windows kann ziemlich umfangreich werden, je nachdem wie stark man automatisieren möchte. Automatische Parametereingabe in die Setupmasken über eine Antwortdatei oder vielleicht inkl. der kompletten Vordefinition von Registry, Gruppenrichtlinien, Domänenanmeldungen, Treiberinstallation etc.

    Bestehende mir bekannte Unattended-Lösungen sind dafür ziemlich schlecht, weil sie ständige Wartung erfordern, weil man ja aktuelle Software-Versionen selbst in die Installations-Images reinbasteln muss.

    Die Tatsache sehe ich erstmal unabhängig vom Betriebssystem.

    Die besten mir auf Anhieb einfallenden Infoquellen sind noch folgende:
    - http://unattended.msfn.org/ (Howto-Seite mit sehr belebten Forum)
    - nLite: Ein Tool zur Anfertigung vom automatisierten Installationen. Auch ohne große Vorkenntnisse relativ einfach zu bedienen. (vLite ist die entsprechende Vista/7 Variante)

    Gruß Chris



  • Hi,

    Danke schonmal für die Antwort. Das Problem, das ich mit dem Unattended-Zeug, das ich bis jetzt gesehen habe, sehe, ist folgendes: Es richtet sich an Admins größerer Mengen von Windows-Clients und ist typischerweise nur fürs anfängliche Deployment gedacht. Die Sachen skalieren alle irrsinnig schlecht nach unten und sind somit für mich uninteressant.

    Ich suche nach einer Möglichkeit, im Falle von Windows-Installationen weniger Zeit zu brauchen, indem ich einfach sagen kann "installier Windows mit Standardoptionen und installier dann noch diese Programme, ich warte solange".

    MarcellusW schrieb:

    Automatische Parametereingabe in die Setupmasken über eine Antwortdatei

    Ja, das macht das oben erwähnte Preseeding.

    oder vielleicht inkl. der kompletten Vordefinition von Registry, Gruppenrichtlinien, Domänenanmeldungen, Treiberinstallation etc.

    Das ist mir alles egal, kümmert mich nicht. Ich muss zum Glück keine Clients warten, auch keine Windows-Clients. 🙂

    Bestehende mir bekannte Unattended-Lösungen sind dafür ziemlich schlecht, weil sie ständige Wartung erfordern, weil man ja aktuelle Software-Versionen selbst in die Installations-Images reinbasteln muss.

    Die Tatsache sehe ich erstmal unabhängig vom Betriebssystem.

    Nein, das stimmt so nicht. Unter GNU/Linux wird das eben per Paketmanager gelöst. Ich lege in meinen Puppet-Rezepten nur fest, dass ich möchte, dass Programm x installiert wird und der Paketmanager kümmert sich dann darum, dass gleich die aktuellste Version installiert wird.

    - http://unattended.msfn.org/ (Howto-Seite mit sehr belebten Forum)
    - nLite: Ein Tool zur Anfertigung vom automatisierten Installationen. Auch ohne große Vorkenntnisse relativ einfach zu bedienen. (vLite ist die entsprechende Vista/7 Variante)

    Kenne ich beides. Ist aber eher uninteressant weil Imaging-basiert. Und Imaging ist besonders ohne Paketmanager zu vergessen, weil ich somit ja auch nicht ohne größeren Aufwand automatisierte Updates unmittelbar nach der Installation machen kann.

    Aber danke trotzdem, mein ursprünglicher Post war vermutlich etwas zu unklar.



  • ein MS-Mitarbeiter arbeitet ja derzeit auch an einem Paketmanage für Windows (CoApp), ist aber leider noch ein junges Projekt und daher in einem sehr frühem Statium

    Das Hauptproblem an dem ganzen ist, dass nicht jedes Windows-Programm sich dafür eignet. Sie muss entweder als Quellcode vorliegen um kompiliert werden zu können (wie es auf Linux ja oft gemacht wird), oder zumindest eine unbeaufsichtigte Installation ermöglichen. Mit msi-Paketen klappt das zwar recht gut, andere Setupsysteme, insbesondere Eigenentwicklungen sind da nicht so praktisch.
    Und dann noch die fehlenden zentralen Repositories...

    Ich kann die von dir genannte Software zwar gerade nicht austesten, aber so wie ich das sehe, wirst du vorerst nichts besseres finden.

    Rein theoretisch könnte man mit ein paar Skripten selbst was basteln. Man braucht nur zu jedem Programm einen Pfad, wo man es herunterladen kann (der sich möglichst auch mit neuen Versionen nicht ändert) und die Befehle für die Installation.
    Für letzeres gibts hier eine Übersicht von ein paar Programmen. kA, wie aktuell die noch ist



  • CoApp sieht von der Idee her nicht schlecht aus, aber was mir am WPM gefällt, ist, dass er sich explizit nicht nur um FOSS-Anwendungen kümmern möchte. Habe mir gestern auch schon eine eigene Win7-Lizenz geholt und in einer VM installiert. Scheint einigermaßen brauchbar zu funktionieren. Wenn das Ding aktiv bleibt und man ihm irgendwann auch halbwegs bequem eine Liste von zu installierenden Programmen verfüttern kann, wäre das Ding ein echter Segen.

    edit: Ach ja, unter GNU/Linux gibts durchaus auch vom Distributor paketierte Software, die nicht in den Sourcen vorliegt. Dass der Aufwand mit vielen Windows-Installern höher ist, stimmt natürlich.


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