Abschlusswiderstand



  • Hallo,

    wofür braucht man denn den Abschlusswiderstand ?

    Wenn ich keinen Widerstand hätte würde der Strom den Weg des geringsten Widerstands gehen. Also würde er nicht zu den Clients also Computern am Bus fließen sondern auf der Leitung bleiben.

    http://i.ytimg.com/vi/Fui6Ie-Cfzw/0.jpg


  • Mod

    Um die Wellenausbreitung in Leitern zu beschreiben, reicht dein Wissen um Gleichstromkreise nicht aus. Da ich dir im Rahmen eines Forenbeitrags aber auch keine Einführung in die Signalübertragungstechnik geben kann, eine Metapher:

    Stell dir vor, die Leitungen wären Wasserrinnen. Eine Netzwerkgerät kann Wellenerzeugen und auch die Wasserhöhe messen. Auf diese Weise kann es die Wellen wahrnehmen, die von anderen Geräten erzeugt wurden. Aber was passiert am Ende der Leitung? Wie Stromwellen auch, so werden die Wasserwellen am Ende einer Wasserrinne reflektiert. Die Folge: Großes Chaos, weil alles mit alten Signalen überlagert wird. Die Abhilfe: Eine Dämpfung am Ende der Leitung anstatt einer harten Wand. Bei der Wasserrinne könnte dies zum Beispiel ein sanft auslaufender "Strand" sein.

    Die Metapher funktioniert deshalb so gut, weil die Mechanismen der Wellenausbreitung im Prinzip immer gleich sind, egal ob Wasser, Schall oder Strom - mit Wasser ist man aber im Alltag vertraut.



  • ah gute Erklärung .

    was mir aber nicht ganz klar ist. Warum fließt am offenen Ende überhaupt ein Strom. Das ist doch wie ein offener Schalter oder gibt es am offenen Ende auch einen Rückleiter ?




  • Mod

    blurry333 schrieb:

    was mir aber nicht ganz klar ist. Warum fließt am offenen Ende überhaupt ein Strom. Das ist doch wie ein offener Schalter oder gibt es am offenen Ende auch einen Rückleiter ?

    Das fällt unter die Kategorie "Was dir in der Schule verheimlicht wurde". Mit Stromkreisen & Co kommst du hier nicht weiter. Da brauchst du entweder solide Kenntnisse in Signalübertragungstechnik oder ein Semester Elektrodynamik an einer Hochschule (dann kannst du es dir auch selber ausrechnen).

    Um dir den Ansatz einer Erklärung zu bieten: Hier fließt kein Strom, sondern es ist eine Schwingung im elektromagnetischen Feld die sich in der Leitung ausbreitet (also eine Welle), so ähnlich wie Licht nur mit viel niedrigerer Frequenz. Ich weiß nicht ob du mit dem elektromagnetischen Feldbegriff etwas anfangen kannst, nehme aber mal an, dass dir dies aus der Populärwissenschaft zumindest grob bekannt ist. Wenn du mehr wissen willst, sag Bescheid.



  • Wenn du einen Gleichstromkreis schließt, dann fließt da bekanntlich ein Strom. Man geht in dieser Modellvorstellung davon aus, dass das sofort der Fall ist. In Wirklichkeit gibt es aber einen Einschwingvorgang, bis dieser stabile Zustand erreicht ist. Das ist -- Wasser-Analogie -- als ob du die Schleuse von einem Stausee oder so aufmachst, am Anfang gibts das große Chaos und nach einer Zeit fließt da ein normaler Fluss (Strom). Das sind nur Sekundenbruchteile. Aber wenn deine Schaltvorgänge im ähnlichen Zeitrahmen ablaufen -- 100 mbit/s heißt halt auch 100 Millionen mal pro Sekunde an/aus, dann schwappen da nur noch Wellen durchs Kabel, wenn man nicht aufpasst, und man weiß gar nicht, wann nun eine 0 und wann eine 1 kommen soll.



  • Also würde er nicht zu den Clients also Computern am Bus fließen sondern auf der Leitung bleiben.

    genau das willst du aber nicht. Das Signal soll nicht auf der Leitung bleiben, sondern verschwinden.

    wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe, erzeugt jede Änderung am Leiterwiderstand Reflexionen. Und am Ende eines Leiters hast du natürlich einen massive Änderung.
    Genauso verhält es sich mit Knicken und Quetschungen im Kabel (der Leiterswiderstand ist abhängig vom Durchmesser).


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