Frage nach Erfahrungen mit selbstgebrannten Daten- und Audio-CDs



  • Ich hatte mir in dieser Woche eine vor etwa 10 Jahren selbstgebrannte Audiosampler-CD angehört. Vor zwei drei Jahren war sie noch soweit in Ordnung, aber diesmal:

    Vor allem bei den letzten beiden Songs (17 und 18) tritt Hintergrundrauschen wie bei einer alten verkratzen Schallplatte auf. Man kann die Spuren noch auslesen, aber nacheditieren ist schwierig.

    Einige Daten-CDs sind genauso alt. Was ist hier eine bewährte Strategie, schrottige Daten-Cds einzulesen? Ich kann mir nur eine extra Festplatte für sowas vorstellen, oder einen Usb-Stick. Sollte ich sinnvollerweise für jede Cd einen Usbstick besorgen?
    Oder lieber mehrere Festplatten, extra für sowas, gegenseitig spiegelnd?


  • Mod

    1. Frage dich, ob du die Daten überhaupt noch brauchst.
    2. Frage dich, ob nicht vielleicht ein anderes Format für die Daten haben willst. Besonders bei Musik sind Audio-CDs doch sowas von 80er.
    3. Gebrannte CDs von Ende der 90er bzw. Anfang der 2000er? Da kannst du glücklich sein, wenn du sie überhaupt noch retten kannst. Wenn du die Daten wirklich brauchst, dann musst du sofort handeln!
    4. Speicherplatz ist doch sowas von billig. Du wirst deine gesamten CDs (ich behaupte einfach mal, dass du nicht zehntausende hast) auf ein Gerät packen können, das um die 50 Euro kostet und damit total unterbelegt ist.
    5. Wieso du jede CD auf einen Extra-Datenträger haben willst, erschließt sich mir nicht. Wenn die Daten so wichtig sind, dass du Redundanz brauchst, dann kauf die eben 2-3 Speichergeräte und speicher auf jedem ALLE deine Daten.
    6. Festplatte vs. USB Stick: Zu weites Thema, gehe ich jetzt nicht groß drauf ein: Zum in den Schrank legen eher Festplatte, zum hin und her tragen eher Stick.
    7. Strategie zum Einlesen: Einlegen, zu kopieren versuchen, Lesefehlermeldung wegklicken, auswerfen, unbrauchbare CD wegschmeißen 😃



  • SeppJ schrieb:

    7. Strategie zum Einlesen: Einlegen, zu kopieren versuchen, Lesefehlermeldung wegklicken, auswerfen, unbrauchbare CD wegschmeißen 😃

    Wobei es hier lustigerweise extrem(!) große Unterschiede zwischen verschiedenen CD-Laufwerken geben kann.
    Vielleicht kannst Du "unbrauchbare" CDs ja mal bei ein paar Freunden testen bevor Du sie wegwirfst.


  • Mod

    cooky451 schrieb:

    SeppJ schrieb:

    7. Strategie zum Einlesen: Einlegen, zu kopieren versuchen, Lesefehlermeldung wegklicken, auswerfen, unbrauchbare CD wegschmeißen 😃

    Wobei es hier lustigerweise extrem(!) große Unterschiede zwischen verschiedenen CD-Laufwerken geben kann.
    Vielleicht kannst Du "unbrauchbare" CDs ja mal bei ein paar Freunden testen bevor Du sie wegwirfst.

    Stimmt, gerade bei Audio-CDs kann man da noch eine Menge rausholen. Wenn die CDs im normalen CD-Spieler schon knackten, kann ein PC-Laufwerk die Fehler eventuell noch korrigieren. Denn das Ausleseprogramm hat für so etwas Zeit, während der CD-Spieler dann einfach falsche Daten abspielen muss, um nicht aus dem Takt zu kommen. Daher auch die alte Weisheit, dass gerippte CDs besser klingen. Und selbst wenn nicht alles wieder hergestellt werden kann, braucht der Fehler noch nicht hörbar zu sein.
    Bei "normalen" Computerdaten sind Bitfehler, die nicht mehr richtig korrigiert können, jedoch oftmals fatal 😞 . Meine tar.gz Archive auf CD kann ich nie wieder herstellen. Glücklicherweise gibt es quasi alles was da drin war mittlerweile viel besser und viel schneller verfügbar im Netz 🙂 . Vielleicht trifft das ja auch auf deine Daten zu, nachtfeuer? Siehe auch meinen Punkt 1.



  • SeppJ schrieb:

    2. Frage dich, ob nicht vielleicht ein anderes Format für die Daten haben willst. Besonders bei Musik sind Audio-CDs doch sowas von 80er.

    Nein, solange ist das nu auch nicht her, die Cds kamen zu Anfang der 90er, die Selberbrennerrei Ende der 90er/Anfang Millenium.

    SeppJ schrieb:

    5. Wieso du jede CD auf einen Extra-Datenträger haben willst, erschließt sich mir nicht. Wenn die Daten so wichtig sind, dass du Redundanz brauchst, dann kauf die eben 2-3 Speichergeräte und speicher auf jedem ALLE deine Daten.

    Die Audio Cds sind nicht so viel, aber Datencds schon. Genaugenommen kann ich mir die Mehrheit der Audiosachen eh nochmal brennen. Ich könnte kleine Usbsticks als isoliertes Kurzbackup nehmen und für die langfristige Masse zwei sich spiegelnde Festplatten.

    SeppJ schrieb:

    7. Strategie zum Einlesen: Einlegen, zu kopieren versuchen, Lesefehlermeldung wegklicken, auswerfen, unbrauchbare CD wegschmeißen 😃

    Hattest wohl noch nie einen Systemabsturz wegen solcher Sachen? Daraus schließe ich, dass Linux als Verwaltungssystem vorzuziehen ist...;)


  • Mod

    nachtfeuer schrieb:

    SeppJ schrieb:

    7. Strategie zum Einlesen: Einlegen, zu kopieren versuchen, Lesefehlermeldung wegklicken, auswerfen, unbrauchbare CD wegschmeißen 😃

    Hattest wohl noch nie einen Systemabsturz wegen solcher Sachen? Daraus schließe ich, dass Linux als Verwaltungssystem vorzuziehen ist...;)

    Du meinst, das system stürzt ab, weil man eine schlecht CD einlegt 😮 . Nein, das hatte ich nie. Jedoch kommt es bei so etwas von Zeit zu Zeit vor, dass mein Laufwerk extrem zerkratzte CD frisst und nicht mehr ausspucken will. Dann muss ich entweder mit der Büroklammer ran oder den Rechner eine kurze Zeit vom Stromnetz trennen.



  • SeppJ schrieb:

    Glücklicherweise gibt es quasi alles was da drin war mittlerweile viel besser und viel schneller verfügbar im Netz 🙂 . Vielleicht trifft das ja auch auf deine Daten zu, nachtfeuer? Siehe auch meinen Punkt 1.

    Darüber bin ich mir nicht ganz sicher. Eigene Bilder oder selbstgemachte Musik finde ich wohl eher nicht besser im Netz. So manche gespiegelte Internetseite ist schon lange nicht mehr im Netz oder völlig anders.

    Für meine alten PCs sind alte Linuxe gut, die gibt es aber kaum noch bzw. hab ich noch nicht groß danach gesucht.

    Vielleicht sollte ich mich aber auch mal mit diesen Gedanken anfreunden: 😃

    http://www.amazon.de/Lethe-Kritik-Vergessens-Harald-Weinrich/dp/3406456472/

    (zum Letzten Posting. Das war bei mir meistens so, fehlerhafte CDs eingelesen, beim Überprüfen ob noch alles da ist, Systemabstürze, gefährliches Datengut, lieber weg damit. (deswegen hab ichs Großbackup auch hinausgeschoben....ohgottogott, was hab ich getan?) 😃



  • Zum Einlesen von zerkratzten oder einfach "gealterten" Audio CDs würde ich EAC (Exact Audio Copy) empfehlen.

    http://www.exactaudiocopy.de/



  • SeppJ schrieb:

    Jedoch kommt es bei so etwas von Zeit zu Zeit vor, dass mein Laufwerk extrem zerkratzte CD frisst und nicht mehr ausspucken will. Dann muss ich entweder mit der Büroklammer ran oder den Rechner eine kurze Zeit vom Stromnetz trennen.

    http://xkcd.com/251/ 😃



  • hustbaer schrieb:

    Zum Einlesen von zerkratzten oder einfach "gealterten" Audio CDs würde ich EAC (Exact Audio Copy) empfehlen.

    http://www.exactaudiocopy.de/

    Die angegebene Zeit zum Auslesen: unakzeptabel 🙂
    Es kann aber sein, das mein Notebooklaufwerk in dieser Hinsicht viel schwächer ist als ein gut geeignetes Ausleselaufwerk. Das Notebooklaufwerk selbst ist noch nicht mal in der Lage, die Cd überhaupt vernünftig abzuspielen. Gibt in etwa soviel wieder, als wäre das Ding mit Überlichtgeschwindigkeit durch die Gegend geflogen.



  • SeppJ schrieb:

    Meine tar.gz Archive auf CD kann ich nie wieder herstellen.

    Deswegen empfehle ich ZIP Archive, diese bieten eine Möglichkeit der Fehlerkorrektur, da sie mit Prüfbits arbeiten.


  • Mod

    Henker schrieb:

    Deswegen empfehle ich ZIP Archive, diese bieten eine Möglichkeit der Fehlerkorrektur, da sie mit Prüfbits arbeiten.

    Prüfbits sind wumpe. Vor allem sind sie nicht progressiv...

    Aber ich war jung und braucht den höheren Kompressionsfaktor 😃 .



  • Seit wann gibt's in ZIP Archiven Fehlerkorrektur? Fehlererkennung ja, aber Korrektur?

    @nachtfeuer:
    Ja, EAC braucht "ewig" wenn die CD total hinüber ist. Wobei man in den Optionen einstellen kann wie schlimm "ewig" ist. Default ist glaube ich die mittlere Einstellung, die kleinste sollte die Zeit auf etwa 1/3 der mittleren reduzieren.

    Und natürlich spielt das Laufwerk die grösste Rolle, also probier einfach mal alle Computer/Laufwerke durch die du hast.


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