Spiel-Evolution und Subversivität



  • Seit ich Computerspiele kenne hat es immer irgendwie eine Art Evolution der Spieleentwicklung gegeben, etwa Ingameerweiterung mehr Möglichkeiten, andere Spielkonzepte, mehr unterschiedliche Level, bessere Grafik, starker Sound (Vorbild Star Wars Film)
    andere Spielmöglichkeiten durch andere Grafikdarstellung, Spielen auf anderen Plattformen, länger Spielen, oder völlig neue Erfahrungen mitnehmen.

    In den letzten Jahren hat sich eher wenig neues gezeigt. Quake grafisch aufgepimt ist zwar sehr beliebt, aber nicht sonderlich evolutionär.

    Zu den besten Game neueren Ansätzen gehörten etwa Counterstrike, Dark Project und Diablo PvP (auch das ständige Patchen) die KI in Fear und anderen oder die gestörten, sich gegenseitig killenden Partymembers in Baldurs Gate und Entwicklungsumgebungen und Plugins für Spieler und von Spielern.

    Nahezu jedes neue Spiel schreit förmlich nach umfangreichere und gezielter Sounddarstellung (unheimliches Rascheln im Urwald, unheimliches Türknarren tief unten im Verlies, vieles vieles mehr)
    und schreit nach stärkerer KI und auch NPC- oder Gegner-Interaktionen müssen umfangreich ausgearbeitet werden

    Irgendwie muss man es nun schaffen, Spieleproduktionen zu hörenswerteren Ergebnissen zu bewegen, irgendwie mehr KI hineinzumogeln, stärkere Dramatik, stärkere NPC- und Gegnerinteraktionen. Nur wie, wenn die Programmierer nicht drauf kommen, oder das Management keine Gewinn darin sieht? Das beste wäre wohl, selbst ein Spiel auf den Markt zu werfen, das die besten Neuerungen vereint, starke Gegner und NPC Ki + starke Geräuschkulisse im Programm hat und sich auch supergut spielen lässt, nette Videos, nette Story, langes langes langes langes Fungameplay, ...aber das wäre noch nicht aufregend anders, und würde alles in allem auch ziemlich lange dauern.
    Würde ich damit anfangen, ich müsste mit schwächerer Grafik als Kompromiss anfangen. Wäre kein soo großes Problem, wenn der ganz Rest gut aufgebohrt ist, die Story überdurchschnittlich usw.

    Was gibt es noch?
    - als Praktikant bei Blizzard einsteigen und vor Ort Einfluß nehmen
    oder
    Spieleherstelle mit stetigen Briefen und Emails zu mehr KI usw. Programmierung bringen
    - Demoscener über KI und Klanggestaltung aufklären oder alle verfügbaren Coder dazu überreden, eine wirklich gute offene Engine für die oben genannten Punkte auf die Beine stellen. Mit offener Schnittstelle und freundlicher Lizensierung
    - selbst ein Demo erstellen, welches die Demoscener verblüfft. Ist allerdings schwierig, weil bestimmte Optimierungen und Guckmal her ja nur im Spielzusammenhang auftauchen, also z.B. eine total intelligente Ama Söldnerin in DB2, die zur abgefahrenen Bestie mutiert, falls so ein high Lvl PK um die Ecke schleicht...oder eine Art Evoltionsschnittstelle, etwa für Rennspiele, d.h, die KI der Rennspielgegner steigt ähnlich der Lernkurve der Gamer und kann aus unterschiedlichen Spielen importiert und in zuküftigen Spielen weiter verwendet werden, also Spielübergreifendes Lernen.
    - selbst ein paar frei verfügbare Soundengines programmieren, Synthesizer für Wind, Wasser, Regen, Donner, Umgebungsgeräusche, Motorengeräusche usw.
    oder einfach ein paar grundlegende Samples zur freien Verfügbarkeit zusammenstellen, wie Orchestrahits oder Klavier
    - einen Verein gründen der sich "Game Evolution Progammer e.V" oder so nennt und gleichzeitig ein Spendenkonto einrichten
    - ...

    andere Möglichkeiten ? 😉



  • Was war noch gleich das Ziel?


  • Mod

    nachtfeuer schrieb:

    Nur wie, wenn die Programmierer nicht drauf kommen, oder das Management keine Gewinn darin sieht?

    Sehr sicher das Geld. Spieleentwicklung ist teuer. Wenn du den heutigen Ansprüchen gerecht werden willst, brauchst du einen Haufen Grafiker, die Wochenlang arbeiten. Das heißt, Spielinhalt kostet viel Geld. Daher ist es eine gute Idee, daran zu sparen, indem man den vorhandenen Inhalt möglichst oft nutzt. Deswegen auch so viele Arenaspiele mit bestenfalls kurzen Einzelspielermodi. Geräuschkulisse zählt auch zu diesem Spielinhalt der teuer zu entwickeln ist. Und den kann man noch nicht einmal auf einer Webseite oder in einer Zeitschrift zeigen! Bilder verkaufen Spiele, keine Meinung aus dritter Hand, dass der Ton gut wäre.

    Ebenfalls ist es ein erhebliches finanzielles Risiko ein neues oder ungewöhnliches Spielkonzept zu entwickeln. Wenn es sich nicht gut verkauft, dann ist man ein paar Zehnmillionen Dollar los. Da ist es doch eine gute Idee, jedes Jahr das gleiche Fußballspiel rauszubringen und nur die Daten auf den neuesten Stand zu bringen. Man weiß ja, es verkauft sich. Ebenso Shooter und alles was Mario auf der Verpackung hat. Und das Spiel muss sich schnell verkaufen. Nur die ersten paar Tage zählen noch. Wenn Monate nach dem Erscheinen Leute ihren Freunden erzählen wie gut ein Spiel doch ist, dann ist das Spiel längst bei Ebay & Co. gebraucht zu haben und der Entwickler bekommt gar nichts mehr, egal wie oft es sich dann noch weiterverkauft.

    Was die moderne Technik angeht: Am besten auch noch für alle Plattformen gleichzeitig entwickeln, sofern dies das Käuferpotential erhöht. Dann ist das Zielsystem eben die schwächste gerade im Handel befindliche Konsole.

    Und starke Gegner-KI? Wer will denn so etwas? Vielleicht 5-15 % der heutigen Spieler. Und für so ein paar Spieler eine gute KI entwickeln (denn die anderen Spieler würden gegen eine gute KI nicht ankommen)? Dann doch einfach alle Werte der Computergegner verdoppeln und das den schweren Modus nennen. Ist viel einfacher und damit billiger. Wir sind schließlich nicht beim Schach.

    edit: Das kannst du übrigens auch 1:1 über Filme und in geringerem Maße über Musik sagen.



  • cooky451 schrieb:

    Was war noch gleich das Ziel?

    Ganzen Post gelesen?

    Nachtfeuer schrieb:

    Irgendwie muss man es nun schaffen, Spieleproduktionen zu hörenswerteren Ergebnissen zu bewegen



  • Irgendwie wird wohl hier versucht die Eierlegende-Wollmilchsau zu kreiren, ohne zu beachten das Genre typische Unterschiede vorherrschen.

    nachtfeuer schrieb:

    Würde ich damit anfangen, ich müsste mit schwächerer Grafik als Kompromiss anfangen. Wäre kein soo großes Problem, wenn der ganz Rest gut aufgebohrt ist, die Story überdurchschnittlich usw.

    So denkst vielleicht du. Aber gerade im bereich der Shooter ist das eher umgekehrt. Dort machen viele Abstriche im bereich der Story oder Inhalt wenn die Grafik Endgeil aussieht.

    Im gegenzug gibts Strategietitel wo Grafik zweitranging ist sondern Inhalt, Balancing oder einfach die 500h Kampange vorrangig sind.

    Im endeffekt sind Spiele entweder Massenartikel, das sieht man sehr wenn man Spiele beobachtet die immer mehr in richtung Casual Gaming gehen (WOW z.B.)
    oder es sind Liebhaberprojekte die ggf Innovativ sind. Aber wenn kein großer Publisher auf sie Aufmerksam wird. Leider nicht die erforderliche Resonanz bekommen.

    Hier bestätigen die Ausnahmen die Regel. Wirklich was dagegen zu machen kann man nicht. Denn da müsstest du sehr viele Menschen Manipulieren können. Casual Games sind ja deswegen so beliebt weil sie Casual sind.



  • Fedaykin schrieb:

    So denkst vielleicht du. Aber gerade im bereich der Shooter ist das eher umgekehrt. Dort machen viele Abstriche im bereich der Story oder Inhalt wenn die Grafik Endgeil aussieht.

    Deswegen Downloade ich Games immer zuerst bevor ich sie kaufe.
    Wenn dann nur die Grafik gut ist, kaufe ich halt das Spiel nicht.



  • Und dabei wünsch ich mir nichts sehnlicher als größere Karten und mehr Platz...
    ( WiSims )



  • Fedaykin schrieb:

    So denkst vielleicht du. Aber gerade im bereich der Shooter ist das eher umgekehrt. Dort machen viele Abstriche im bereich der Story oder Inhalt wenn die Grafik Endgeil aussieht.

    So mitten im Ballerrausch sieht man auch immer so viel von der subtil ausgefeilten Grafik...

    Nichts gegen gute Grafik, aber ich glaube die Community(oder nur die) hat Möglichkeiten, neue Wege zu gehen, gerade weil die Anforderungen so groß sind, können bestimmte Wege (etwa die Hardware mit Performance ausreizen) nur mit einer großen Gemeinschaft gegangen werden. Aber auch nicht alles, es muss Platz bleiben für kommerzielle Geschichte. Wenn man von vornherein ein gutes offenes Konzept hätte, mit vielen einfachen/ übertragbaren Elementen, ähnlich wie Linux...



  • Deswegen Downloade ich Games immer zuerst bevor ich sie kaufe.

    Es gibt Demos.

    Wenn dann nur die Grafik gut ist, kaufe ich halt das Spiel nicht.

    Welchen Grund gibt es, ein Spiel zu kaufen, wenn man es schon hat?



  • knivil schrieb:

    Wenn dann nur die Grafik gut ist, kaufe ich halt das Spiel nicht.

    Welchen Grund gibt es, ein Spiel zu kaufen, wenn man es schon hat?

    Multiplayer, Unkomplizierte Updates, Entwickler unterstuetzen wollen, evtl. physikalische Bonusinhalte der Verkaufsversionen, bestimmt noch paar andere.



  • knivil schrieb:

    Welchen Grund gibt es, ein Spiel zu kaufen, wenn man es schon hat?

    TravisG schrieb:

    Entwickler unterstuetzen wollen

    !!

    Irgendwie muss man es nun schaffen, Spieleproduktionen zu hörenswerteren Ergebnissen zu bewegen

    Ich verstehe das Problem nicht so ganz, der Battlefield 3 Trailer z.B. sah doch nett aus 😃



  • cooky451 schrieb:

    [

    Irgendwie muss man es nun schaffen, Spieleproduktionen zu hörenswerteren Ergebnissen zu bewegen

    Ich verstehe das Problem nicht so ganz, der Battlefield 3 Trailer z.B. sah doch nett aus 😃

    Scherzkeks. Battlefield 3 ist so laut, da braucht man ja Ohrstöpsel...



  • um mal ein aktuelles Beispiel für Spiele zu bringen die sich den Kommerz nicht (immer) komplett unterordnen möchte ich "Distant Worlds" empfehlen. Ein Spiel in bester Master of Orion 2 manier. Die grafik ist von Vorgestern aber das Gameplay finde ich echt klasse. Zusätzlich besitzt es keinerlei Kopierschutz und die Moddingmöglichkeiten sind scheinbar auch gut.

    Aber irgendwie bestätigt sich mal wieder das solche Spiele eh von Entwicklern kommen die planen nicht den Massenmarkt abzudecken. Denn wenn ich andere Spiele des Publishers so anschaue ist es ohnehin eher was für Randgruppeninteressierte.



  • cooky451 schrieb:

    Ich verstehe das Problem nicht so ganz, der Battlefield 3 Trailer z.B. sah doch nett aus 😃

    Richtig. Aber da sieht man auch, dass der Schwerpunkt bei der Grafik lag, was scheinbar auch recht gut gelungen ist, aber eine Story konnte man sich hier sparen, da das Thema eh seit 10 Jahren komplett ausgelutscht ist...

    Ist halt der klassische story-befreite Multiplayer... ( was nicht unbedingt schlecht sein muss ).

    Battlefield mit Story würde sicherlich das doppelte kosten 😃



  • Also ich finde, dass es durchaus immer wieder kleine und mittlere Innovationen gibt. Man denke nur an Portal oder Guitar Hero. Ersteres war nur das Verschmelzen verschiedener Genres (Puzzle, Ego-Shooter), allerdings mit innovativem und sau-coolem Puzzle-Werkzeug. Letzteres hat sogar ein komplett neues Genre inklusive neuer Controller geschaffen. Außerdem sind Wii oder Kinect doch durchaus als ordentliche Innovationen zu betrachten, zumindest was das Bedienkonzept angeht. Ich muss gerade auch an kleinere Perlen wie World of Goo oder Braid denken. WoG war eigentlich nur das Bridge Builder Konzept, etwas massentauglicher und mit vernünftigem Umfang. Trotzdem für viele sicher das erste Mal, dass sie ein Spiel mit dieser Mechanik gespielt haben. Braid war definitiv auch innovativ. Außerdem entwickelt sich der Markt für mobile Spiele gerade auch ziemlich. Da sind schon einige Spiele entstanden, die die neuen Geräte mit Touchscreen intelligent nutzen und allein schon dadurch manchmal recht innovativ sind.

    Ich denke also nicht, dass die Spieleindustrie heute wirklich innovationsarm ist. Natürlich gibt es Genres, in denen außer technischen Verbesserungen im Moment nicht viel passiert. Aber das hat es doch im Grunde schon immer gegeben.



  • nachtfeuer schrieb:

    In den letzten Jahren hat sich eher wenig neues gezeigt. Quake grafisch aufgepimt ist zwar sehr beliebt, aber nicht sonderlich evolutionär.

    Du wirst alt. :p
    Das ist ein ganz normales Weltbild ansehen wenn man älter wird: früher war alles besser. 😉

    Es gibt massig Innovationen. Aktuell liegt der Fokus auf Verbesserung der Animationen, Atmosphäre und Social Media. Aber es gibt auch viele Gameplay Inovationen.

    zB World of Goo hat vor einiger Zeit viel aufsehen erregt, Minecraft macht es aktuell und mir gefällt zB Magicka ganz gut. Dann die ganzen Interface Verbesserung mit Touch oder Bewegungssteuerung ala Wii und Kintect. Siehe auch das Dual Screen Prinzip auf dem Nintendo DS.

    Besser geht immer, aber stagnieren tut der Markt nicht. Es tut sich enorm viel.



  • Shade Of Mine schrieb:

    nachtfeuer schrieb:

    In den letzten Jahren hat sich eher wenig neues gezeigt. Quake grafisch aufgepimt ist zwar sehr beliebt, aber nicht sonderlich evolutionär.

    Du wirst alt. :p
    Das ist ein ganz normales Weltbild ansehen wenn man älter wird: früher war alles besser. 😉

    Ein Vorurteil, auch normal für jung und dumm.

    Shade Of Mine schrieb:

    Besser geht immer, aber stagnieren tut der Markt nicht. Es tut sich enorm viel.

    Wirklich? Aber darum ging es mir gar nicht, sondern eher in Anlehnung an den Sidewinder-Thread über die Hardwareausnutzung, ob sich gewünschte Entwicklungen (Ki etc.) forcieren lassen. Die Konsole als Karaokemaschine ist auch was tolles , spaceinvader app per Gedankensteuerung eher nich so, dio 5 Portalspielstunden auch nicht wirklich und Crysis als Python-Variante erst recht nicht - standen aber nicht im Vordergrund der Überlegung. Ein wenig war die Frage auch: Wenn du selbst ein Spiel entwickeln wolltest, was käme dir in den Sinn? Ein Textadventure? Ein Tic Tac Toe spiel? Eine kleine Grafikdemo? 😉



  • nachtfeuer schrieb:

    Ein wenig war die Frage auch: Wenn du selbst ein Spiel entwickeln wolltest, was käme dir in den Sinn? Ein Textadventure? Ein Tic Tac Toe spiel? Eine kleine Grafikdemo? 😉

    Eine Grafikdemo, weil ich keinen Bock habe den 10 Millionsten Tic Tac Toe Klon zu programmieren, Textadventures langweilig sind, lieber schreib ich ein Buch
    und man bei einer Grafikdemo jederzeit sagen kann: "so jetzt ist sie fertig."

    Schließlich will man das Projekt auch zu Ende bringen.

    Außerdem hat man dann bei Bewerbungen etwas in der Hand, daß man gut vorweisen kann. Grafik wo's knallt und kracht ist immer gut.


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