Meine Zukunft, ist das der richtige Weg?



  • Hallo,

    zurzeit absolviere ich eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration. Ich komme am 01.09 in das zweite Lehrjahr. Wirklich glücklich bin ich mit der Fachrichtung nicht, aber ich habe als Anwendungsentwickler leider nichts bekommen. In meiner Firma lerne ich eigentlich nur den First Level Support. Somit mache ich mir seit geraumer Zeit Gedanken, was ich nach meiner Ausbildung für Möglichkeiten habe.

    Zu meiner Vorbildung: Qualifizierender Hauptschulabschluss, Mittlere Reife (Wirtschaftsschule) -> Mathe, Deutsch, Englisch Durchschnitt: 3,66)
    Leider hatte ich in der Wirtschaftsschule einen Durchhänger, somit keine wirklich guten Abschluss.

    Jetzt habe ich ja die Möglichkeit über die BOS, mein Fachgebundenes Abitur zu erlangen bzw. mit einer weiteren Fremdsprache die allgemeine Hochschulen Reife.
    Ich wohne in der Nähe von Nürnberg und bin auf folgende BOS gestoßen:

    http://www.bos-n.de/informationen/schulart-bos

    Diese bietet einen Vorkurs für die 12. Klasse an. Es wäre für mich, denk ich mal, sinnvoll diesen zu besuchen.

    Wenn ich jetzt dann die 13. Klasse erfolgreich abgeschlossen habe, erhalte ich die fachgebunden Hochschulreife oder die allgemeine, habe ich das richtig verstanden?

    So habe ich doch dann die Möglichkeit auf folgender Uni mein Informatik Bachelorstudium zu beginnen?

    http://www.informatik.studium.uni-erlangen.de/studieninteressierte/immatrikulation.shtml

    Wäre das ein sinnvoller Weg für meine Zukunft? Ich möchte auf alle Fälle Programmierer werden, da mir das Programmieren einfach Spaß macht. Wäre das ein guter Grundstock für eine Programmierer Karriere?

    Lg Domi

    PS: Ich bin nach meiner Ausbildung 23. Liege ich da im druchschnitt der BOS Schülern oder darüber? Ich weiß das das eine doofe Frage ist, aber es interessiert mich trotzdem. 😃



  • Wenn du Programmierer werden willst, ist ein Uni-Studium mit Sicherheit NICHT das richtige fuer dich.
    Da passt eine Lehre als Fachinformatiker schon deutlich besser.



  • this->that schrieb:

    Wenn du Programmierer werden willst, ist ein Uni-Studium mit Sicherheit NICHT das richtige fuer dich.
    Da passt eine Lehre als Fachinformatiker schon deutlich besser.

    Naja das Problem ist, das ich ja eine Ausbildung zum Systemintegrator absolviere. In meiner Firma wird nicht programmiert und das was in der Berufsschule vermittelt wird, ist sehr stark auf die minimalen Grundlagen in der C++, PHP und SQL Programmierung beschrenkt...



  • Blacky666 schrieb:

    this->that schrieb:

    Wenn du Programmierer werden willst, ist ein Uni-Studium mit Sicherheit NICHT das richtige fuer dich.
    Da passt eine Lehre als Fachinformatiker schon deutlich besser.

    Naja das Problem ist, das ich ja eine Ausbildung zum Systemintegrator absolviere. In meiner Firma wird nicht programmiert und das was in der Berufsschule vermittelt wird, ist sehr stark auf die minimalen Grundlagen in der C++, PHP und SQL Programmierung beschrenkt...

    Dann solltest du versuchen zu wechseln und eine Ausbildung zum Anwendungsentwickler machen?



  • this->that schrieb:

    Blacky666 schrieb:

    this->that schrieb:

    Wenn du Programmierer werden willst, ist ein Uni-Studium mit Sicherheit NICHT das richtige fuer dich.
    Da passt eine Lehre als Fachinformatiker schon deutlich besser.

    Naja das Problem ist, das ich ja eine Ausbildung zum Systemintegrator absolviere. In meiner Firma wird nicht programmiert und das was in der Berufsschule vermittelt wird, ist sehr stark auf die minimalen Grundlagen in der C++, PHP und SQL Programmierung beschrenkt...

    Dann solltest du versuchen zu wechseln und eine Ausbildung zum Anwendungsentwickler machen?

    An sich keine schlechte Idee aber wenn er sich doch schon mit einem Studium arrangieren könnte, warum denn nicht?

    @TE
    Grundsätzlich solltest du zwischen Codeäffchen (Programmierer) und Software-/Anwendungsentwickler unterscheiden.

    Hast du wirklich Spaß daran und denkst von dir selbst, dass du ein Studium absolvieren könntest, dann gehe auch diesen Bildungsweg. Wenn du allerdings "nur Programmieren" willst, dann ist ein Studium vielleicht etwas zu hoch gegriffen.

    Die allgemeine Hochschulreife benötigst du nur für Unis und das auch nur bedingt, man kann sich auch Anders qualifizieren... Wenn dir dein Beruf keinen Spaß bereitet, dann schreibe dich an der BOS ein, mache 2 Jahre lang eine "Fachhochschulreife" und schreibe dich an einer FH ein. Halte dich ran, schließe dein Studium ordentlich ab, suche dir eine Arbeitsstelle, suche dir eine Frau, mache Kinder etc. pp........ 😋

    gruß
    Hellsgore



  • Wer will denn wirklich "nur" programmieren? Das denkt man doch höchstens, wenn man noch nichts ausser einigen Trivialprogrammen zusammengeschustert hat. Die wirklich interessanten Sachen sieht man eh erst im Studium. Allerdings würde ich unter diesen Voraussetzungen darauf achten, dass das Studium einen hohen Praxisbezug hat, da sollte man sich womöglich eher an FHs umsehen.



  • @ this->that:

    Diese Idee ist mir auch schon gekommen und ich habe einige Bewerbungen abgeschickt, aber bis jetzt habe ich nur Absagen bekommen. Leider...

    @ Hellsgore und maximAL:

    Ich habe mich falsch ausgedrückt. Soll wirklich nicht "nur" programmieren heißen. Ich habe das so geschrieben da, wie maximAL richtig vermutet hat, ich bis jetzt nur sehr kleine Projekte hatte.



  • Ich hab jetzt nen Haufen geschrieben, aber alles wieder gelöscht, weil ich es denke ich auch kürzer auf den Punkt bringen kann:

    Wenn das Interesse generell da ist dann ist ein Studium eine gute Entscheidung.

    Du hast zwar viel Mathe und andere theoretische, Mathe-angelehnte Veranstaltungen, aber das meiste davon wirst du irgendwann mal wieder brauchen bzw. nützlich finden wenn du etwas verstehen willst.



  • Oder fang ein Kombi-Lehre an - FISI & FIAE! Da kannst Du Dir mit Sicherheit 1-2 Jahre anrechnen lassen.



  • TravisG schrieb:

    Du hast zwar viel Mathe und andere theoretische, Mathe-angelehnte Veranstaltungen, aber das meiste davon wirst du irgendwann mal wieder brauchen bzw. nützlich finden wenn du etwas verstehen willst.

    Und selbst wenn du nie wieder was zu Gesicht bekommst, was man mit dem Stoff aus Mathe/Theorie-Vorlesung XY bearbeiten kann, bekommst du trotzdem etwas vermittelt, was für jeden unabdingbar ist, der mehr als ein Codemonkey werden will: analytisches, strukturiertes und problemorientiertes Denken.



  • Naja eine Kombi-Lehrer kommt nicht in Frage. Entweder schaff ich den Wechsel zu einer anderen Firma die den Anwendungsentwickler ausbildet oder ich mache meine Systemintegrator fertig und entscheide dann. Danke an euch alle für die viele Ratschläge. Auch glaube ein Studium ist der beste Weg, zwar der längste, aber wenn ich das alles geschafft habe, dann habe ich denk ich mal eine gute Grundlage.



  • Wieso wird programmieren denn jetzt hier so abgestuft?

    Ich habe früher auch diese Unterscheidung gemacht. Gestartet habe ich mein Studium, als ich bereits meine Programmierkenntnisse hatte, die haben sich auch kaum verändert in einer engen Definition. In einer weiteren Definition habe ich im Studium jetzt ein wenig zu Softwarearchitektur, komplexeren Systemlandschaften, diversen Frameworks uvm. gelernt. Das Gelernte zählt zwar nicht mehr direkt zum Programmieren, ist für mich aber logisch der nächste Schritt.

    Und wenn jemand sehr gut programmieren kann und einen Schritt weitergehen möchte, landet er zwangsläufig bei Architektur oder Frameworks. Das heißt nicht, dass das nicht trotzdem noch eng mit der eigentlichen Programmierung verflochten ist oder sein sollte.

    Überhaupt kenne ich viele Studenten, die danach als sonstwas arbeiten. Irgendwelche Customer Service-, Consulting-, Systemmanagement-Berufe, die vom Niveau eigentlich meiner Meinung nach unter dem Programmierjob liegen, auch wenn sie auf einer höheren Abstraktionsebene liegen.

    Was ist jetzt der Clou? Am Besten eine möglichst breite Übersicht bekommen, um an verschiedenen Stellen andocken zu können und auch gute Aufstiegschancen zu haben.

    Gute Chefprogrammierer sind z.B. Leute, die selbst auch viel und gut programmiert haben. Gute Projektleiter für Softwareentwicklung sollten selbst in Projekten entwickelt haben. Und gute Projektleiter und Chefentwickler eignen sich mit einigen Zusatzqualifikationen (wie Sozialkompetenz, Delegationsbereitschaft, Rhetorik usw.) dann auch wieder gut für höhere Stellen.

    Somit ist Programmieren für mich kein Affenjob, sondern fundamental und sehr wertvoll. Ich würde aber ein Studium persönlich präferieren, denn: Auch wenn einen das Programmieren am Anfang noch so fasziniert und einem noch so viel Spaß macht, wird das alleine den meisten irgendwann einfach zu wenig, es wird gewissermaßen trivial. Mich reizt das einfache Programmieren z.B. nicht mehr so sehr, weil es auch an Herausforderungen fehlt. Ich könnte natürlich noch mehr in die Tiefe gehen und kompliziertere Algorithmen auf low level-Ebene in Angriff nehmen, aber das ist eben eine andere Richtung, die auch eher ein Ende hat als die nach oben Strebende.

    Heutzutage ist es imo am wichtigsten sich möglichst viel offen zu halten, flexibel zu sein usw. Das spielt mit den ganzen wirtschaftlichen Umstrukturierungen auch zusammen, die sich immer mehr auf Prozesse als auf Funktionen im Unternehmen ausrichten (wenngleich man als "reiner" Programmierer natürlich sowieso überall und ständig gebraucht wird).

    Fazit: Ich sehe sehr viele Vorteile im Studium, auch wenn man "nur" programmieren möchte.



  • Ja, ein Studium hat schon viele Vorteile, aber auch Nachteile, etwa den, dass man viel lernt, was man hinter sowieso nie wieder braucht bzw. oft ein standardisiertes Studium von der Stange/vom Grabbeltisch nehmen muß, statt ein maßgeschneidertes bekommt, was leicht dazu führen kann, dass man in einem spezialisierten Bereich landet, der mit den eigentlichen Interessen und Vorkenntnissen usw. eher weniger zu tun hat.

    Ist das Studium in diesem Sinne nicht viel mehr als ein, wenn auch komplexes, Initiierungsritual? Der Hinweis in vielen Stellenanzeigen "abgeschlossenes Studium der X,Y,Z" weist darauf hin.
    Tatsächlich kommt es den meisten Unternehmen auf etwas ganz anderes an, nämlich praktisches Gewußt Wie und diese oder jene "Flexibilität". Für Leute, die im im Schlaf gute Javascriptbots coden können und im Studium Haskell oder Lua und so Zeug kennenlernen und vertiefen dürfen und mathematische Schönheit oder Extremprogramming nur vom Hörensagen kennen, könnte so ein Studium, wenn auch vom Grabbeltisch, durchaus ein Glücksfall sein.



  • Ich habe einen Arbeitskollegen, der auch Systemintegrator gelernt hat. Im Anschluss konnte er noch ein halbes Jahr dranhängen, glaube ich, und hat so den Anwendungsentwickler noch zusätzlich gemacht. Mit wirklich minimalem Zeitaufwand. Macht ja auch Sinn, in vielen Fächern gibt es starke Überschneidungen. Informier dich doch mal in der Berufsschule, ob und wie das geht. Die sollten es ja wissen.



  • Klingt ja alles, so wie ich mir das ungefähr vorgestellt habe.

    _matze schrieb:

    Ich habe einen Arbeitskollegen, der auch Systemintegrator gelernt hat. Im Anschluss konnte er noch ein halbes Jahr dranhängen, glaube ich, und hat so den Anwendungsentwickler noch zusätzlich gemacht. Mit wirklich minimalem Zeitaufwand. Macht ja auch Sinn, in vielen Fächern gibt es starke Überschneidungen. Informier dich doch mal in der Berufsschule, ob und wie das geht. Die sollten es ja wissen.

    Das ist möglich? Ok, da muss ich jetzt erstmal in der Berufsschule nachfragen. Aber ich glaube, dass ich das in meiner Firma nicht machen kann, da wir keinen Anwendungsentwickler ausbilden bzw. ausbilden können. Von was hängt das dann ab, von Berufsschule oder Betrieb?



  • Blacky666 schrieb:

    Klingt ja alles, so wie ich mir das ungefähr vorgestellt habe.

    _matze schrieb:

    Ich habe einen Arbeitskollegen, der auch Systemintegrator gelernt hat. Im Anschluss konnte er noch ein halbes Jahr dranhängen, glaube ich, und hat so den Anwendungsentwickler noch zusätzlich gemacht. Mit wirklich minimalem Zeitaufwand. Macht ja auch Sinn, in vielen Fächern gibt es starke Überschneidungen. Informier dich doch mal in der Berufsschule, ob und wie das geht. Die sollten es ja wissen.

    Das ist möglich? Ok, da muss ich jetzt erstmal in der Berufsschule nachfragen. Aber ich glaube, dass ich das in meiner Firma nicht machen kann, da wir keinen Anwendungsentwickler ausbilden bzw. ausbilden können. Von was hängt das dann ab, von Berufsschule oder Betrieb?

    Sorry, da bin ich überfragt. Da musst du dich in der Schule schlau machen. Irgendwer da wird schon Ahnung haben. 😉



  • Im Studium lernt man auch kennen, was es so alles gibt. Bei mir ging es nirgendwo wirklich in die Tiefe, aber ich habe jetzt einen großen Überblick. So etwas hilft flexibler zu werden, evtl. herauszufinden, was man eigentlich möchte, und ist sowieso ein gutes Training, um seinen Denkhorizont zu erweitern.

    Dass man gewisse Dinge später nie wieder einsetzt, ist daher für mich kein wirklich starkes Argument. Dann sollten Schüler ja am Besten auch direkt nur lernen, was sie später machen, und Fächer wie Mathe, Deutsch oder Kunst könnten für sehr viele Berufe einfach wegfallen. Bin ich gegen.



  • Eisflamme schrieb:

    Im Studium lernt man auch kennen, was es so alles gibt. Bei mir ging es nirgendwo wirklich in die Tiefe, aber ich habe jetzt einen großen Überblick. So etwas hilft flexibler zu werden, evtl. herauszufinden, was man eigentlich möchte, und ist sowieso ein gutes Training, um seinen Denkhorizont zu erweitern.

    Dass man gewisse Dinge später nie wieder einsetzt, ist daher für mich kein wirklich starkes Argument. Dann sollten Schüler ja am Besten auch direkt nur lernen, was sie später machen, und Fächer wie Mathe, Deutsch oder Kunst könnten für sehr viele Berufe einfach wegfallen. Bin ich gegen.

    Aber genau das finde ich für mich interessant. So kann ich alles mal kennen lerne und dann später entscheiden, auf was ich mich spezialisiere. Ich glaube ich weiß jetzt welchen Weg ich gehen möchte. 🙂



  • Das klingt doch super! 🙂 Besser zu viel als zu wenig lernen, Du wirst damit sicherlich keinen Fehler machen.



  • Eisflamme schrieb:

    Das klingt doch super! 🙂 Besser zu viel als zu wenig lernen, Du wirst damit sicherlich keinen Fehler machen.

    Genau, damals hatte ich die Motivation nicht. So kamen die schlechten Noten zustande. Jetzt habe ich aber gesehen, wie wichtig eine gewisse Grundbildung ist.


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