Abspeichern von Namen in internationalen Anwendungen



  • Ich habe vor einiger Zeit http://www.kalzumeus.com/2010/06/17/falsehoods-programmers-believe-about-names/ gelesen und suche nun nach einer Möglichkeit Namen korrekt abzuspeichern.

    Folgende Idee:

    Eine Person hat keinen, einen oder mehrere Namen, wobei im falle von keinem Namen ein anderes Identifikationsmerkmal zwingenderweise hinterlegt sein muss.

    Das Datenbankfeld ist ein nvarchar(max). Namen die sich nicht mit Unicode darstellen kann man schlicht und ergreifend nicht abspeichern. (Im absoluten Notfall könnte man stattdessen einen Scan des Namens hinterlegen bzw. eine Mediendatei falls nicht einmal eine schriftliche Version existiert - fragt sich dann ob die Hinterlegung in einem Computersystem überhaupt sinnvoll ist)

    Jeder Name hat ein Startdatum mit welchem der Name aktiv geworden ist.

    Es gibt eine Namenshistorientabelle die zu einem Namen ein Enddatum und eine Begründung enthält falls der Name abgelegt wurde. Bspw. kann "Melanie Müller" sich nach der Heirat in "Melanie Muster" umbenannt haben, dann würde hier das Datum der Hochzeit und der Grund "Heirat" eingetragen sein.

    Außerdem sollte man zum Namen eine Sprache hinterlegen, es kann offenbar auch sein, dass Menschen in unterschiedlichen Sprachen unterschiedliche Namen besitzen.

    Könnte das klappen? Namenssuche muss dann eben durchgehend Volltext sein. Darüber könnte man nun noch gebietsspezifische Suchen aktivieren. In unseren Breiten ist wohl der Nachname das letzte zusammenhängende Wort eines Namens. Statt solcher Regeln könnte man auch Index-Positionen (bspw. 5-10, Nachname) hinterlegen.

    MfG SideWinder



  • Du hast Titel noch vergessen.

    Aber mal von alledem abgesehen: was willst du erreichen? Ein perfektes System dass jede eventualität abfangen kann? Ich denke nicht dass dies praktikabel zu erreichen ist.

    Die reellen Hauptprobleme sind:
    Namensänderungen
    akademische Titel

    und dass einige Leute nicht mit ihrem vollen namen angesprochen werden wollen. zB der Karl Heinz Huber könnte nur Karl Huber genannt werden wollen.

    Wenn diese 3 Probleme gelöst sind, dann ist das System gut. Ungültige Zeichen, etc. sind mit Unicode eh nicht möglich.



  • Shade Of Mine schrieb:

    und dass einige Leute nicht mit ihrem vollen namen angesprochen werden wollen. zB der Karl Heinz Huber könnte nur Karl Huber genannt werden wollen.

    Nicht nur das, in manchen Asiatischen Sprachen ist es üblich erst den Familiennamen zu sagen 😉

    uuuuuund - ganz wichtig - der Namenswechsel ist nicht nur durch Hochzeit (selbst oder die Eltern) zustande kommen.
    Im Chinesischen ist es üblich das Babys bis zum Kindergarten ein "Kindnamen" bekommen, und erst ab Kindergarten den richtigen.



  • Es gibt einen Artikel beim W3C mit Empfehlungen zu dem Thema. http://www.w3.org/International/questions/qa-personal-names



  • Die Liste von dem Typ ist elendslang und da wird ja im Prinzip jeder auch nur irgendwie mögliche Sonderfall angesprochen. Ja, ok, wenn man 2 Jahre nur mit dem Namenssystem einer Anwendung verbringen will, dann auf geht's. Aber für die reale Welt stimme ich Shade zu.

    Punkt 40 "People have names" ist ja eh ein Witz. In den Kommentaren bringt er als Beispiel, für Menschen bei denen das nicht zutrifft: "Someone born into slavery in the Sudan, a woman born in rural China, an American baby recovered after being born into a toilet, a feral child, an amnesiac, etc, etc.". Ok, von mir aus.. und der sudanische Sklave wird dann auch nach seiner Befreiung aus der Sklaverei ewig mit "Hey du" angesprochen oder was? 🙄



  • Bin ich ignorant, weil mir alle Sonderfälle reichlich egal sind?
    FirstName, LastName. Fertig aus.



  • Kommt immer darauf an welchen Markt man bedienen will.
    Wenn du z.B. in dem Asiatischen Raum Software verkaufen willst, dann musst du schon darauf achten. For instance wenn du den Namen zusammen baust zur Begrüßung - das ist halt unterschiedlich.



  • Vorallem aber soll das System von Max Huber immer noch bedienbar sein. Wenn man ihm 50mio Fragen über seinen Namen stellt wird er sich wundern. Die wenigen Leute die wirklich komplizierte Namensschemen haben, die wissen schon was sie tun müssen.

    Bloss nicht zu komplex für den User machen. FirstName/LastName deckt sicher über 90% der Fälle ab (es sei denn natürlich man bedient speziell einen markt wie China oder Afrika, etc. - dann will man das natürlich leicht anpassen).



  • Redet euch aus eurer Ignoranz doch nicht damit raus.
    Immer, wenn es um Internationalisierung geht, kommen die Leute mit irgendwelchen Zahlen oder Schätzungen, die zeigen sollen, dass es unnötig ist (so kommt es mir zumindest vor).
    Ich habe die Liste nicht ganz gelesen, aber von dem her, was ich sehe, hat er vollkommen Recht.

    Diese Themen erinnern mich eben immer an andere Themen, zum Beispiel Tastenbelegungen. Viele Spiele (und bestimmt auch andere Programme, da fällt es mir aber nicht so auf) haben einfach keine Möglichkeit, die Tasten umzubelegen.
    Wisst ihr wie unglaublich nervig es ist, die Tastatureinstellungen umzukonfigurieren? Vor allem reicht das oft ja nichtmal. Wenn es beispielsweise eine Funktion zum schriftlichen Nachrichtenaustausch gibt, möchte man da schon gerne flüssig tippen.
    Aber naja, Minderheiten ignoriert man halt leicht und gerne …
    Ich glaube, das ist sogar typisch für den Menschen (was aber natürlich nicht heißt, dass man seinen Verstand nicht benutzen kann, dem entgegenzuwirken)

    Am häufigsten bemerke ich zwei Dinge:
    Meistens heißt es zuerst, dass es ja gar nicht so viele sind, die dieses oder jenes tun, wenn man sich dann beschwert bekommt man meist nur zu hören, dass man ja selber Schuld sei. Davon wird es auch nicht besser …

    Also, bitte, denkt auch an andere.
    Sie freuen sich oft (manchmal wirklich [sehr], ich war richtiggehend begeistert, als ich bemerkt habe, dass sich Prince of Persia automatisch auf Neo umgestellt hat (Steuerung mit VUIA statt WASD)).
    Leider passiert derartiges eher selten.



  • Fast2_unreg schrieb:

    Ich habe die Liste nicht ganz gelesen

    Und da haben wir den Fehler gefunden.

    Internationalisierung ist in Europa ziemlich gut. Das Hauptproblem ist die USA. Dort ist oft selbst Unicode noch kein Standard.
    Wir europäer wissen uns mit Umlauten und Akzenten etc. rumzuschlagen 😉



  • David W schrieb:

    Kommt immer darauf an welchen Markt man bedienen will.
    Wenn du z.B. in dem Asiatischen Raum Software verkaufen willst, dann musst du schon darauf achten. For instance wenn du den Namen zusammen baust zur Begrüßung - das ist halt unterschiedlich.

    Wir haben viele Kunden in Japan, China, Indien und Hong-Kong.
    Bisher hatte ich noch nie eine Anfrage, das Namensschema zu erweitern. Wahrscheinlich haben die armen Asiaten sich an die westliche Ignoranz gewöhnt 😃



  • Fast2_unreg schrieb:

    Redet euch aus eurer Ignoranz doch nicht damit raus.

    Das hat nichts mit Ignoranz zu tun. Das ist nur eine Frage von Aufwand <-> Nutzen.

    Ich habe die Liste nicht ganz gelesen, aber von dem her, was ich sehe, hat er vollkommen Recht.

    Die Liste hätte man auch durch "Nichts ist gewiss, erwarte alles!" ersetzen können. Klar, es spricht nichts dagegen, dass man zu dem üblichen Vor- und Nachname noch einen zweiten Vornamen und Titel oder so hinzufügt. Oder wenn man weiß die Software läuft auch in anderen Kulturkreisen, dass man sich da drauf einstellt. Aber der Blogpost geht ja weit darüber hinaus. Hinaus in's Unsinnige.

    Aber naja, Minderheiten ignoriert man halt leicht und gerne

    Wenn es eine einfache Möglichkeit gäbe, Minderheiten mitzunehmen, dann würden das sicher viel mehr als jetzt machen. Aber so ist es mit (mal mehr, mal weniger) Mehraufwand verbunden. Das lohnt sich wohl in vielen Fällen nicht.
    Und wenn du meinst Neo benutzen zu müssen, dann musst du halt auch mit den daraus resultierenden Einschränkungen leben 😉



  • Fast2_unreg schrieb:

    Also, bitte, denkt auch an andere.
    Sie freuen sich oft (manchmal wirklich [sehr], ich war richtiggehend begeistert, als ich bemerkt habe, dass sich Prince of Persia automatisch auf Neo umgestellt hat (Steuerung mit VUIA statt WASD)).
    Leider passiert derartiges eher selten.

    Da kann ich dich nicht ganz nachvollziehen. Nach meiner Erfahrung arbeiten sehr viele Spiele problemlos mit Neo zusammen, sogar ältere wie CS 1.6. Und beim Rest dauert die Umstellung keine halbe Minute, deine [sehr] große Freude ist mir schleierhaft.

    Was die Namen angeht, denke ich auch nicht, dass man es übertreiben sollte, es reicht, wenn die Software an das Land angepasst ist. In Deutschland z.B. muss man ja auch bei vielen Formularen etc. Name und Vorname angeben, womit verschiedene Asiaten oder Personen aus anderen Ländern möglicherweise Probleme haben. Ich kenne aber keinen, der sich darüber beschwert. Wieso auch, wenn man sich normal mit „Vu Thi Thu Hai“ vorstellt, muss man auch dazu sagen, wie man denn jetzt genau angesprochen wird, warum sollte es so ein Drama sein, wenn die Software das ebenso falsch macht? Andersrum wäre es für mich überhaupt kein Problem, wenn ich meinen deutschen Namen irgendwie in das Namensschema einer chinesischen Software quetschen müsste. Das ist dann eben so, das Argument mit der Identität kann ich nicht nachvollziehen.

    Sollte der Name in der Software gar nicht gebraucht werden, sondern nur ein Feld für die Daten sein, gefällt mir aber die Idee mit dem einen „Voller Name“-Feld ganz gut. Das wird sich nur selten anwenden lassen.



  • SideWinder schrieb:

    In unseren Breiten ist wohl der Nachname das letzte zusammenhängende Wort eines Namens. Statt solcher Regeln könnte man auch Index-Positionen (bspw. 5-10, Nachname) hinterlegen.

    Hm.
    Marie Sophie Hoppels Hoppels Mirnach.
    😉



  • hustbaer schrieb:

    SideWinder schrieb:

    In unseren Breiten ist wohl der Nachname das letzte zusammenhängende Wort eines Namens. Statt solcher Regeln könnte man auch Index-Positionen (bspw. 5-10, Nachname) hinterlegen.

    Hm.
    Marie Sophie Hoppels Hoppels Mirnach.
    😉

    Marie Sophie Hoppels-Hoppels-Mirnach



  • Warum macht man nicht einfach nur ein Textfeld? Da kann dann jeder einen beliebigen Text für seine Namen eingeben. Das sollte für Onlineshops und alle anderen die nur den Namen auf irgendeine Rechnung oder einen Breif schreiben wollen ausreichen. Wenn man Leute noch irgendwie in einem System beim Anmelden begrüßen will, kann man noch ein Textfeld machen, mit "Name mit dem sie begrüßt werden wollen".



  • volkard schrieb:

    hustbaer schrieb:

    SideWinder schrieb:

    In unseren Breiten ist wohl der Nachname das letzte zusammenhängende Wort eines Namens. Statt solcher Regeln könnte man auch Index-Positionen (bspw. 5-10, Nachname) hinterlegen.

    Hm.
    Marie Sophie Hoppels Hoppels Mirnach.
    😉

    Marie Sophie Hoppels-Hoppels-Mirnach

    wenn man das Beispiel etwas realistischer macht: Marie Sophie von-Bismarck?

    Verrückte Idee schrieb:

    Warum macht man nicht einfach nur ein Textfeld?

    Das Problem ist: normalerweise hat man irgendwelche Anbindungen zu anderen Systemen und die erwarten i.d.R. zwei Felder.
    Es ist auch nicht hilfreich wenn dann mal "Vorname Nachname" eingegeben wird und mal "Nachname, Vorname".



  • Ich habe die Beiträge und Referenzen gelesen und verstehe irgendwie nur Bahnhof. 🙄 Alles was in Unicode bezeichnet werden kann, ist doch speicherbar und kann gefunden werden - oder nicht? 😕

    Akademische Titel[Prof.][Dr.]..., Weitere Titel[Graf][Konsul]..., Vornamen[Karl][Heinz]..., Nachnamen[von Hubertus][zu Dingelskirchen]..., Geschlecht[männlich], Land[Deutschland], Sprache[Bayrisch] --> sollte doch reichen, ist aber entschieden zuviel!

    Anrede: schlicht hello (oder hi) User
    Namensänderungen: alias ... oder wie in Ungarn üblich den Namen der Mutter zum Zeitpunkt ihrer Geburt hinzufügen (der ist eindeutig und kann sich nicht mehr ändern).
    Vorname(n)/Nachname(n): Auch in Europa gibt es Nachname vor Vorname, nicht nur in Asien.
    Identifikation: Wie in Spanien Steuernummer verwenden - ohne die ist man dort nichts!

    Fazit: der Anwender soll selbst seine Namensgebung nach vorgegebenem Schema festlegen. Regelt doch alles! 🙂



  • berniebutt schrieb:

    Vorname(n)/Nachname(n): Auch in Europa gibt Nachname vor Vorname, nicht nur in Asien.

    Das gibt es, aber üblich ist es meiner Erfahrung nach nicht, angeredet zu werden als "Sehr geehrter Herr Müller Max, ...".



  • Christoph schrieb:

    berniebutt schrieb:

    Vorname(n)/Nachname(n): Auch in Europa gibt Nachname vor Vorname, nicht nur in Asien.

    Das gibt es, aber üblich ist es meiner Erfahrung nach nicht, angeredet zu werden als "Sehr geehrter Herr Müller Max, ...".

    dafuer musst du deutschland nicht einmal verlassen. in teilen bayerns ist das durchaus usus.


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