Programmieren so schwer (ungewöhnlicher Fall) :(



  • Ich habe in der Oberstufe Mathe Leistungskurs und verstehe die neuen Themen
    auf Anhieb und wenn es mal schwierig wird, dann setz ich mich zu Hause hin
    und löse die Aufgaben, bis ich ein Ergebnis habe. Auch meine Klausuren
    sehen "sehr gut" aus. So, daran kann man erkennen, dass ich Spaß an
    "Problem lösen" und vor allem Interesse an abstrakten Themen habe. Also
    gute Voraussetzung um C++ zu lernen. 😃

    Aber da fängt das unlösbare Problem an: Ich verstehe einfach nichts. z.B.:
    Die Struktur von Klassen verstehe ich gut, ich verstehe auch wozu die
    einzelnen Methoden und Funktionen da sind, weiß aber nicht wie ich
    diese anwenden soll, wenn eine Aufgabe gestellt wird 😞

    Was ist mit mir los ?
    Wenn ich gut in Mathe bin, sollte ich doch auch programmieren können,
    oder nicht ?



  • Mathetalent ist schonmal kein ganz schlechter Indikator für Programmiertalent. Von selbst geht das C++en aber natürlich trotzdem nicht. 😉

    Dein Problem mit den Klassen/Methoden hab ich nicht verstanden. Kannst du das mal an einem Beispiel zeigen?
    Und wie lernst du? Tutorial? Buch? Wenn ja welches?



  • MarMur schrieb:

    :::weiß aber nicht wie ich
    diese anwenden soll, wenn eine Aufgabe gestellt wird 😞

    Dann weißt du noch nicht genug über die Möglichkeiten der Sprache. Kauf dir ein gscheites Buch.

    Denk dir einfach, du kannst beliebig Daten verarbeiten. Wie du es willst. Es gibt für jedes Problem unzählige Lösungen. Es ist ein gigantischer Baukasten.



  • Dobi schrieb:

    Mathetalent ist schonmal kein ganz schlechter Indikator für Programmiertalent. Von selbst geht das C++en aber natürlich trotzdem nicht. 😉

    Dein Problem mit den Klassen/Methoden hab ich nicht verstanden. Kannst du das mal an einem Beispiel zeigen?
    Und wie lernst du? Tutorial? Buch? Wenn ja welches?

    Danke für deine Antwort. Ja ich benutze ein C++ Buch und schaue mir manchmal
    auch Youtube tutorials an.
    Also was ich mit Klassen/Methoden meine...ich erklär das mal so (Bsp):

    Ich weiß einigermaßen was Ventile, Nockenwellen, Kipphebel, Steuerketten, Zahnriemen oder Ölpumpen sind, doch wenn es darum geht, daraus ein funktionsfähigen
    Motor zu bauen, dann bin ich erstmal 😮



  • Dann fang mit kleineren Sachen an und steigere dich langsam.



  • Zum effizienten Programmieren gehört auch eine Menge Erfahrung. Du kannst nicht erwarten, dass du gleich komplexe Lösungsansätze durchschaust, nur weil du mathematisch begabt bist. Wie bereits erwähnt musst du dich erst mit den Möglichkeiten der Sprache bekannt machen und lernen, diese gescheit zu kombinieren. Dazu hilft neben guten Büchern (nicht nur für C++-Anfänger; auch fortgeschrittene wie Effective C++) vor allem Praxis. Also bastel dir ein kleines Projekt, an dem du Freude hast und bei dem du Anwendungen der Konzepte lernst.



  • Diese Reallife-Beispiele sind auch ehrlich gesagt bescheuert. Mein erstes OOP- bzw. C++-Buch handelte von Schweinen und Kartoffeln. Ich habe mit dem Buch nie die Kurve gekriegt.

    Erst als ich mit GUI-Klassen arbeitete, hat es klick gemacht. Danach kriegt man auch den Bogen zu Reallife-Objekten. Dieses ganze Gefasel, von wegen die OO bildet die echte Welt dar, ist der größte Unsinn den man einem Anfänger erzählen kann.



  • MarMur schrieb:

    Ich weiß einigermaßen was Ventile, Nockenwellen, Kipphebel, Steuerketten, Zahnriemen oder Ölpumpen sind, doch wenn es darum geht, daraus ein funktionsfähigen Motor zu bauen, dann bin ich erstmal

    Mit C++ nicht bei deinem Kenntnisstand, da in einem Motor viele Dinge gleichzeitig passieren.



  • MarMur schrieb:

    Ich weiß einigermaßen was Ventile, Nockenwellen, Kipphebel, Steuerketten, Zahnriemen oder Ölpumpen sind, doch wenn es darum geht, daraus ein funktionsfähigen
    Motor zu bauen, dann bin ich erstmal 😮

    Um bei der Analogie zu bleiben: Fang mit ner einfachen Wippe an. Nicht gleich mit nem ganzen Motor, der aus zigtausend Bauteilen besteht. Schau wie zwei oder drei Zahnräder zusammenarbeiten, bevor du ein ganzes Getriebe bauen willst.



  • Machs wie viele 14jaehrige: Versuch ein MMORPG zu schreiben.

    Motivierend und realistisch! 👍



  • Hi,

    Mathe ist eine gute Basis.
    Aber du musst Programmieren üben. Nur durch Bücher bzw. dein Mathewissen kannst du noch garnichts.

    Fang mit einfachen Sachen an.
    Mach ein Programm, dass ein paar Eingaben haben will, z.B. Länge Breite Höhe und daraus dann das Volumen berechnet.
    Steigere dich mit Dingen, wie z.B. eine Textdatei zu verschlüsseln und wieder zu entschlüsseln.
    Oder ein Programm dass dir den Kalender für jedes Monat anzeigen kann.
    Und dann ein Programm mit dem man Snake spielen kann.
    Schritt für Schritt. Aber bitte nur kleine Schritte.
    Dabei lernt man am meisten.

    Wenn du jetzt gleich ein Programm schreiben willst, dass dir mittels neuronalem Netz Ziffern erkennt, so wirst du klarerweise planlos davor sitzen.
    Wenn du aber jetzt mal mit einfach Eingaben / Ausgaben von Konsole und Textdatei anfängst dann stehen die Chancen gut dass du Erfolge verzeichnen kannst und dass du in einem Jahr schon halbwegs komplexe Programme schreiben kannst.

    Gewisse Herangehensweisen waren mit anfänglich auch befremdlich. Aber man lernt sie, gewöhnt sich daran, und irgendwann nimmt man sie ganz automatisch her. Das ganze ist eben ein Lernprozess.

    Außerdem: Welche Beispiele sind es denn, bei denen du scheiterst? Ich behaupte mal dass die nicht so schwer sein können, und dass du bei Fragen hier sicher gute Erklärungen bekommen würdest!



  • Also Mathe besteht ja einmal aus dem "Handwerk" also Rechnen, Ableitung bilden und so weiter. Wenn man das kann, dann schreibt man in der Schule gute Noten. Probleme lösen wird in der Schule nicht verlangt, die meisten Aufgaben werden eingeübt und dann mehr oder weniger ähnlich abgefragt.
    Möglicherweise bist du einfach nicht besonder gut darin kreativ Lösungen zu finden. Aber das muss du selbst beurteilen.



  • Artchi schrieb:

    Diese Reallife-Beispiele sind auch ehrlich gesagt bescheuert. Mein erstes OOP- bzw. C++-Buch handelte von Schweinen und Kartoffeln. Ich habe mit dem Buch nie die Kurve gekriegt.

    "GoTo C++-Programmierung"?
    Das war auch mein Erstes und ich konnte dem Schweinebeispiel auch keinen Sinn entziehen.



  • Und jetzt muss ich dich direkt nochmal zitieren.

    Artchi schrieb:

    Erst als ich mit GUI-Klassen arbeitete, hat es klick gemacht. Danach kriegt man auch den Bogen zu Reallife-Objekten. Dieses ganze Gefasel, von wegen die OO bildet die echte Welt dar, ist der größte Unsinn den man einem Anfänger erzählen kann.

    Das ist so wahr. Das ist genauso ein Schwachsinn, wie Vererbung als "ist-ein" und Komposition als "hat-ein" in die Köpfe der Leute zu zwängen. Oder Kapselung auf das verstecken von Feldern zu beschränken und das viel umfassendere Konzept nicht zu vermitteln. Programmieren und vor allem Objekt-Orientierung kann man imo nur praktisch erlernen. (Natürlich mit guter Literatur im Hintergrund)



  • µ schrieb:

    Das ist genauso ein Schwachsinn, wie Vererbung als "ist-ein" und Komposition als "hat-ein" in die Köpfe der Leute zu zwängen.

    Liebe Kinder, das kommt also dabei raus, wenn man mit einem schlechten Buch anfängt. Seid also vorsichtig!
    Schweine und Kartoffeln sind vermutlich genauso schlecht wie Wurst und Supermarkt oder Bär und Papabär.



  • volkard schrieb:

    µ schrieb:

    Das ist genauso ein Schwachsinn, wie Vererbung als "ist-ein" und Komposition als "hat-ein" in die Köpfe der Leute zu zwängen.

    Liebe Kinder, das kommt also dabei raus, wenn man mit einem schlechten Buch anfängt. Seid also vorsichtig!

    Das als "Schwachsinn" zu bezeichnen oder die Vererbung <-> "ist ein" Beziehung?



  • Das als Schwachsinn zu bezeichnen.



  • Es vereinfacht die Sache aber zu stark.
    Wie will man denn das Dekorator-Pattern verstehen, wenn im Kopf nur "ist-ein" und "hat-ein" rumgeistert?



  • µ schrieb:

    Das ist genauso ein Schwachsinn, wie Vererbung als "ist-ein" und Komposition als "hat-ein" in die Köpfe der Leute zu zwängen.

    Was ist Vererbung dann, wenn es kein "ist-ein" ist?



  • µ schrieb:

    Es vereinfacht die Sache aber zu stark.
    Wie will man denn das Dekorator-Pattern verstehen, wenn im Kopf nur "ist-ein" und "hat-ein" rumgeistert?

    Denn den Dekorierer Dekorierter und es stimmt wieder.


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