Du kennst dich doch mit Computern aus



  • Ihr kennt das sicher auch, dass Leute meinen, ihr solltet irgendwas reparieren, was sie an einem Gerät verstellt haben, weil man sich doch damit auskennt, wenn man das studiert hat.

    Gibts eigentlich einen traditionellen Beruf, mit dem man den Leuten erklären kann, dass man sich nicht mit jedem Gerät, das mit Strom funktioniert und Tasten hat, auskennt, nur weil man Informatik studiert hat?



  • Als Informatiker sollte man aber serhwohl bereit sein, ein Gerät zu studieren, falls notwendig. In deinem Szenario wäre das dann so ein Fall.



  • Alles schrieb:

    Als Informatiker sollte man aber serhwohl bereit sein, ein Gerät zu studieren, falls notwendig. In deinem Szenario wäre das dann so ein Fall.

    Bloß nicht. Sonst kommst du aus dem Windows-Laptops von Bekannten und Verwandten reparieren überhaupt nicht mehr raus.

    Der Trick ist, nicht eitel zu sein sondern einfach zu behaupten, man kenne sich damit auch nicht aus. Dass du binnen einer Stunde trotzdem das meiste zurechtgebogen hast brauchst du ja nicht dazusagen. Passt eh gut zu den Vorurteilen der meisten Leute (von wegen Studium vermittelt keinerlei praktisches Wissen und so).

    Wenn du irgendwelche Arbeit halbwegs gut machst, wirst du in der Regel mehr davon bekommen. Überleg dir gut, ob du bis du dreißig bist auf den Rechnern von vagen Bekannten Windows neuinstallieren und Virenscanner aktualisieren möchtest.



  • nman schrieb:

    ...
    Wenn du irgendwelche Arbeit halbwegs gut machst, wirst du in der Regel mehr davon bekommen. Überleg dir gut, ob du bis du dreißig bist auf den Rechnern von vagen Bekannten Windows neuinstallieren und Virenscanner aktualisieren möchtest.

    Ja, das ist absolut tödlich! Noch schlimmer ist eigentlich nur, jemandem ne Webseite zu basteln. Das verfolgt einen bis zum bitteren Ende 😡



  • Und zu Thema: Bruder und Freundin kriegen Support für ihre Virenschleudern. Der Rest kann mich mal.
    Wenn die Pubertät überstanden ist, tut's auch nicht mehr weh zu sagen, dass man von etwas keine Ahnung hat. Ob gelogen oder nicht sei dahingestellt, es spart viel Nerven und Zeit.



  • computer schrieb:

    Ihr kennt das sicher auch, dass Leute meinen, ihr solltet irgendwas reparieren, was sie an einem Gerät verstellt haben, weil man sich doch damit auskennt, wenn man das studiert hat.

    Bei meinen Eltern funktionierte das WLAN nicht, LAN aber schon. Einstellungen überprüft: alles richtig. Router ausgeschaltet, eine Minute später war das Ding wieder hochgefahren und WLAN funktionierte.
    Kommentar meines Vaters: "Wieso hat das jetzt so lange gedauert, wofür haben wir Dich eigentlich studieren lassen!?"
    Ihr kennt das sicher auch das Gefühl, wenn man etwas für jemanden anderen getan hat und dann Dankbarkeit erfährt? 😉

    Seitdem erkläre ich den Leuten, dass ich von Computern nichts verstehe, erkläre was von Semantik und Syntaktik von Programmiersprachen, kombiniert mit Vektorrechnung im 3D Raum und die Leute glauben mir, dass ich als Informatiker nichts mit Computern zu tun habe. 🙂
    Bei Verwandten hilft das nur nicht, die kennen einen schon zu lange...

    computer schrieb:

    Gibts eigentlich einen traditionellen Beruf, mit dem man den Leuten erklären kann, dass man sich nicht mit jedem Gerät, das mit Strom funktioniert und Tasten hat, auskennt, nur weil man Informatik studiert hat?

    Viele Ingenieure stehen bei Autofirmen am Band, weil es ein gut bezahlter, lauer Job ist. Da stehen auch Informatiker. Ich stand da auch schon, aber wollte nicht akzeptieren, dass im Oberstübchen dabei nach und nach die 100W Lampe gegen eine 0,75W LED Funzel ausgetauscht wird...

    Also, studiere Informatik und ploppe dann die Gummidichtung in die Karosserie, das gibt dicke Daumen und aufgrund Deiner qualifizierten Tätigkeit und Deines beruflichen Horizontes wird Dir niemand mehr dumme Fragen stellen. 😉

    Alles schrieb:

    Ich rede von Dingen, die für das Wohl der gesamten Gesellschaft wichtig ist. Und genau da ist es doch oft so, dass viele Fachbegabte eigentlich was machen könnten, was auf längere Zeit für eine ganze Gesellschaft von nachhaltigem Vorteil wäre. Aber nein Fachleute sind ja angestellte einer Firma, die bestimmt und wie so oft, nur profitgierig ist und überhaupt nicht menschenfreundlich. Siehe Siemens in Brasilien.

    Freizeit?

    Für meine Projekte bekomme ich auch kein Geld. Hätte ich sie mir gespart, hätte ich jetzt ein neues Auto kaufen können - mal von der Zeit abgesehen.

    Was die Sterbenden angeht, die meisten Tote bei vorhandenen klinischen Geräten gibt es in Afrika, wo deutsche Krankenhäuser ihre funktionierenden Geräte hin entsorgen und dabei gerne vergessen, dass die Lampe für die OP-Leuchte eine Speziallampe ist, die in Afrika nicht an jedem Markt zu bestellen ist, bzw. einfach nicht bezahlbar ist. So lagern diese fast funktionsfähigen Geräte dann da... Da hilft aber auch kein Informatiker vor Ort, höchstens einer, der sich erst die Geräte anschaut und die Informationen verwaltet, was für den Betrieb erforderlich ist, bevor er sie nach Afrika verschifft...



  • computer schrieb:

    Gibts eigentlich einen traditionellen Beruf, mit dem man den Leuten erklären kann, dass man sich nicht mit jedem Gerät, das mit Strom funktioniert und Tasten hat, auskennt, nur weil man Informatik studiert hat?

    Ein Chirurg kann noch lange kein Schwein schlachten. 😃


  • Administrator

    Xin schrieb:

    Ihr kennt das sicher auch das Gefühl, wenn man etwas für jemanden anderen getan hat und dann Dankbarkeit erfährt? 😉

    Du meinst:
    "Immerhin hast du irgendetwas gelernt."
    "Das ist doch dein Job?"
    "Einen Job macht man gut oder gar nicht. Es ist ganz normal, wenn der Job gut gemacht wurde, wozu sollte man jemanden danken, der seinen Job macht?"

    Xin schrieb:

    Seitdem erkläre ich den Leuten, dass ich von Computern nichts verstehe, erkläre was von Semantik und Syntaktik von Programmiersprachen, kombiniert mit Vektorrechnung im 3D Raum und die Leute glauben mir, dass ich als Informatiker nichts mit Computern zu tun habe. 🙂

    Ich empfehle hier noch, dass man die Elektrotechniker ins Spiel bringt.
    "Hierbei geht es um Elektronik, bzw. elektronische Schaltkreise. Ich bin Informatiker und kein Elektroingenieur!"

    Grüssli



  • Am schlimmsten sind doch die Fälle, wo man in Vertretung plötzlich Aufträge zugespielt bekommt:

    Irgendein Bekannter: "Problem mit Computer bla bla bla.."
    Mutter: "Ja mein Sohn kann das, ich sage es ihm mal, das kann er für dich machen."

    Und schon steht man in so ner Art Bringschuld die man gar nicht vereinbart hat und wenn man sie nicht erfüllen will, gibt's ärger.



  • Alles: Ich habe dein Zeug gesplittet, siehe hier. Wer Lust hat, kann ja dort mit dir weiterdiskutieren; deine Ausfuehrungen passen einfach nicht zum Threadthema.



  • computer schrieb:

    Gibts eigentlich einen traditionellen Beruf, mit dem man den Leuten erklären kann, dass man sich nicht mit jedem Gerät, das mit Strom funktioniert und Tasten hat, auskennt, nur weil man Informatik studiert hat?

    Du könntest es mit Fachärzten versuchen. Wird wohl kaum jmd. den Zahnarzt fragen wenn er was bei den Augen hat.
    Oder auch Facharbeiter - ein Schweisser kann auch keine Mauern aufstellen, und vermutlich auch keine Drehbank programmieren.



  • computer schrieb:

    Ihr kennt das sicher auch, dass Leute meinen, ihr solltet irgendwas reparieren, was sie an einem Gerät verstellt haben, weil man sich doch damit auskennt, wenn man das studiert hat.

    Gibts eigentlich einen traditionellen Beruf, mit dem man den Leuten erklären kann, dass man sich nicht mit jedem Gerät, das mit Strom funktioniert und Tasten hat, auskennt, nur weil man Informatik studiert hat?

    diese frage ist komplett verkorkst.
    😃



  • Wie wär's mit "Würde ich sowas machen wollen, hätte ich eine Lehre zum EDV-Techniker" gemacht!" ? 😉





  • asdewqcxyyxc schrieb:

    Ein Chirurg kann noch lange kein Schwein schlachten. 😃

    Sehr schön, muss ich mir merken. 😃

    http://xkcd.com/627/



  • nman schrieb:

    Der Trick ist, nicht eitel zu sein sondern einfach zu behaupten, man kenne sich damit auch nicht aus.

    Genau. Wie jemand geschrieben hat, wenn man erwachsen ist, kann man auch zugeben, dass man was nicht kann. Und wenn man wirklich erwachsen ist (*), kann man ehrlich sein, und sagen, dass man keine Zeit, oder kein wirkliches Verlangen hat, fremder Leute Arbeit zu machen. Das heißt es gibt eine Gegenleistung in Form von Essen (bei Studenten sehr beliebt), Gesellschaft, Pflege des familiären Zusammenhalts etc. Falls das nicht der Fall ist darauf hinweisen dass die verlangte Arbeit auch von professioneller Seite (d.h.: ja, für Geld(!)), und auch noch mit sowas wie Garantieanspruch, zu haben ist.

    Die Gegenseite kann versuchen darauf hinzuspielen, dass die Arbeit für den Profi nicht der Rede Wert ist. In diesem Fall darauf hinweisen, dass man immer noch das Problem erkennen und lösen muss, und wieviel Zeit das in Anspruch nimmt. Wenn man unbedingt die eigene Arroganz spielen lassen möchte (was man laut (*) an dieser Stelle nicht mehr nötig haben sollte) kann man erwähnen, dass Fleißarbeit existiert, die für einen zwar extrem trivial aber dennoch zeitraubend ist. Eventuell die Analogie eines Unkraut jätenden Biologen anbringen. Klarstellen, dass kaputte Systeme zu reparieren keine akzeptable Freizeitbeschäftigung und die eigene Zeit nicht komplett wertlos ist, auch wenn man Informatiker, Student und selbst wenn man beides (!) ist. Zum Beispiel durch "Sorry, habe keine Zeit, muss morgen lernen" oder "will morgen Sport machen" -- zweites, wenn die Anfrage unverschämter ist. Falls noch mehr Unverschämtheit entgegen kommt, fragen ob die Gegenseite für einen Geschirr spülen, die Toilette putzen oder eine dem Herrichten eines geFOOBARten Systems ähnlich spaßige Tätigkeit verrichten möchte.

    Aber aufpassen: Die letzten zwei Drittel der obigen Beschreibung haben das Potenzial in die passive Aggressivität abzugleiten. Als echter Erwachsener (*) hat man das nicht nötig, und wenn man sich auch als solcher verhält werden unverschämte Anfragen nur von äußerst merkbefreiten Leuten gestellt.

    Analogien, wie im OP gefragt, sollte man gar nicht verwenden müssen (auch wenn ich meine These weiter oben selbst untergrabe). Stattdessen kann man die benötigte Zeit schätzen. Und diese Schätzung ist per Definition die beste Schätzung für die benötigte Zeit, die man in der Situation haben kann, denn der andere ist offensichtlich kein Experte. Aus dieser Position kann er sich nicht mehr leicht rauswinden.

    TL;DR; erwachen werden, erwachsen handeln



  • Kom Mentor schrieb:

    Aber aufpassen: Die letzten zwei Drittel der obigen Beschreibung haben das Potenzial in die passive Aggressivität abzugleiten.

    Oder schlichtweg nicht verstanden zu werden. Person x moechte doch nur, dass der nicht funktionierende WLAN-Drucker zum funktionieren ueberredet wird, das _kann_ doch gar nicht so lange dauern. Und wenn man es nicht selbst miterlebt, glaubt man auch nicht wie haeufig beinahe fremde Leute glauben, einen Anspruch auf die Zeit ihres lokalen Computerkenners zu haben. Das dauert fuer den ja nicht lang.

    Wurde schon von ehemaligen Arbeitskollegen, an die ich mich kaum mehr erinnern konnte, am Sonntagabend angerufen, weil sie beim Update ihres Virenscanners Probleme hatten. Dabei ruehrte ich Clients nichtmal in der Arbeit an. Da habe ich dann keinerlei Hemmungen den Leuten klipp und klar zu sagen, dass ich sowas einfach nicht mache.

    Wenn mir hingegen die Freundin eines Freundes oder ein Cousin n-ten Grades Computerprobleme anhaengen wollen, mit denen ich nach einem langen Arbeitstag dann noch eine Stunde privat beschaeftigt bin und ploetzlich auch noch laengerfristigen Support uebernehmen darf, moechte ich weder irgendjemanden mit einer sehr knappen Antwort vor den Kopf stoszen noch lange erklaeren muessen, warum ich sowas nicht mehr mache. Ergo ist der wahrheitsgemaesze Hinweis, dass ich von etwas auch keine Ahnung habe und auch mal googeln muesste, durchaus praktisch.

    Genau das ist auch der Kern der Sache: Meistens muss ich selbst googeln oder herumprobieren. Auch wenn ich vielleicht viermal so schnell bin wie die fuenfzig Leute, die mir sowas regelmaeszig anhaengen wollen laeppert sich der Zeitaufwand genug um mich Halbzeit mit voellig stumpfsinniger Arbeit beschaeftigt zu halten.

    (In manchen Faellen wie "Laptop mit Diplomarbeit besagter Freundesfreundin drauf gab den Geist auf" mache ich auch Ausnahmen. Die beschraenken sich dann aber auch wirklich auf "Festplatte raus, Daten runter" oae.)



  • nman schrieb:

    Wenn mir hingegen die Freundin eines Freundes oder ein Cousin n-ten Grades Computerprobleme anhaengen wollen, mit denen ich nach einem langen Arbeitstag dann noch eine Stunde privat beschaeftigt bin und ploetzlich auch noch laengerfristigen Support uebernehmen darf, moechte ich weder irgendjemanden mit einer sehr knappen Antwort vor den Kopf stoszen noch lange erklaeren muessen, warum ich sowas nicht mehr mache. Ergo ist der wahrheitsgemaesze Hinweis, dass ich von etwas auch keine Ahnung habe und auch mal googeln muesste, durchaus praktisch.

    Ja, einfach zu sagen "kann ich nicht" geht natürlich schneller. Den Leuten das Dreistigkeitesniveau zu erklären, auf das sie sich da begeben, ist aber manchmal nachhaltiger. Ist aber klar, dass man das nicht mit der entfernteren Verwandtschaft machen möchte, wo man dann schnell schlechtes Karma kassiert.

    (In manchen Faellen wie "Laptop mit Diplomarbeit besagter Freundesfreundin drauf gab den Geist auf" mache ich auch Ausnahmen. Die beschraenken sich dann aber auch wirklich auf "Festplatte raus, Daten runter" oae.)

    Bei sowas kann man auch schwer nein sagen. Zum Glück sind die Leute dann auch viel dankbarer, als wenn man etwas vermeintlich triviales wie das WLAN repariert hat.


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