Offizielles AKW Stresstest PDF Dokument der EU



  • Da steht die Wahrheit drin über unsere deutschen AKWs:

    http://www.sporza.be/polopoly_fs/1.1444957!file/stresstest-kerncentrales.pdf

    Und was sagt unser lieber SeppJ, der die AKWs noch vor knapp einem Jahr im Fukushimathread so sehr verteidigte?

    Es war nicht nur die Asse, wo die Betreiber der AKWs die Bevölkerung belogen hat, sondern auch bei den AKWs selbst.

    "Deutsche Atomkraftwerke sind sicher", ich würde gerne lachen, wenn es nicht so traurig wäre.



  • Ohne das jetzt im Detail gelesen zu haben...
    Bei so einem "virtuellen" Stress-Test werden also hypothetische Szenarien von äusseren Umwelteinflüssen (Erdbeben, Terror-Anschläge, etc.) durchgespielt, ja?

    Es scheint mir offensichtlich, dass das Ergebnis ein reines Zahlenspiel ist, das von den Wahrscheinlichkeiten abhängt die man den äusseren Ereignissen zugeschrieben hat.

    Wie wahrscheinlich ist ein Erdbeben der Stärke 7 ?
    Wie wahrscehinlich ist ein Terror-Anschlag mit einem Flugzeug?
    etc.

    Ohne da jetzt Panikmache vorwerfen zu wollen, aber diese Wahrscheinlichkeiten die man da zuschreibt hängen mit von psychologischen Faktoren ab.
    Seit Fukushima wird man härter bewerten (=höhere Wahrscheinlichkeiten ansetzen) als dies vor Fukushima der Fall war.
    Ja und? Dann findet man natürlich mehr KKWs die den Test nicht bestehen.

    100% sicher ist Kernkraft nicht und war es nie.
    Na und?
    Es genügt doch wenn [Wahrscheinlichkeut für GAU] * Schaden geringer ist als bei sonstigen idustriellen, politischen, gesellschaftlichen "Experimenten" der Menschheit.
    Zugegeben, der Schaden wär hoch (aber nicht gesellschaftsbedrohend, wie auch Fukushima beweist). Aber die Wahrscheinlichkeiten bleiben extrem gering imho.

    Wie dem auch sei.
    Das Ergebnis des Stress-Tests wird im Endeffekt Strom teurer machen (egal welchen Strom). Kann man positiv oder negativ sehen.



  • Wer heutzutage nach Fukushima noch mit Wahrscheinlichkeiten an die Sache herangeht, der hat meiner Meinung nach, nichts wirklich verstanden.

    Die Wahrscheinlichkeit das ein Flugzeug da reinkracht ist 1, denn man sollte nach allen was wir heute wissen berechnen, ob ein AKW ein Flugzeug aushalten kann und nicht, ob es wahrscheinlich ist, das da jemand reinkracht.

    Zugegeben, der Schaden wär hoch (aber nicht gesellschaftsbedrohend, wie auch Fukushima beweist).

    Definiere doch mal gesellschaftsbedrohend.

    Wann wird die Gesellschaft denn bedroht?
    Wieviele müssen daran sterben, damit du sagst, die Gesellschaft ist und wurde bedroht?

    Die großen Auswirkungen an Toten durch Krebs die Fukushima verursachen wird, die kommen doch erst noch, die sind heute noch gar nicht bezifferbar, weil es erst angefangen hat.



  • sdf_ausgeloggt schrieb:

    Wer heutzutage nach Fukushima noch mit Wahrscheinlichkeiten an die Sache herangeht, der hat meiner Meinung nach, nichts wirklich verstanden.

    Wer heutzutage (oder wann auch immer) Wahrscheinlichkeiten missachtet stellt hauptsächlich zur Schau dass er nichts von Wahrscheinlichkeit verstanden hat.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Zahlenanalphabetismus

    sdf_ausgeloggt schrieb:

    Wann wird die Gesellschaft denn bedroht?
    Wieviele müssen daran sterben, damit du sagst, die Gesellschaft ist und wurde bedroht?

    Hmm, naja sagen wir es müsste so in der Grössenordnung 1 Millionen Tote jährlich weltweit sein?

    Dann wäre es vergleichbar mit
    http://www.news.de/vermischtes/855126042/jaehrlich-2-5-millionen-tote-durch-alkohol/1/

    http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/nichtrauchen/news/rauchen-weltweit-sechs-millionen-tote-durch-tabak_aid_429969.html

    http://de.wikipedia.org/wiki/Verkehrstod
    ([...] sterben weltweit jährlich etwa 1 Million (Weltbank) bis 1,2 Millionen (WHO 2003) an den Folgen von Verkehrsunfällen [...])

    Wohlgemerkt wird berechtigterweise gegen die oben angeführten "Übel" vorgegangen, aber niemand denkt dabei ernsthaft über ein komplettes Verbot nach.



  • sdf_ausgeloggt schrieb:

    Die großen Auswirkungen an Toten durch Krebs die Fukushima verursachen wird, die kommen doch erst noch, die sind heute noch gar nicht beziffern, weil es erst angefangen hat.

    Typisches Null-Argument, wenn den Mode-Atomkraftgegnern der Saft für eine weitere Diskussion ausgeht. Man könnte derlei Sachen erstaunnlich gut beziffern, allerdings verbrennt man sich an so einem Thema aufgrund der von den Atomkraftgegnern hervorgerufenen Tabuisierung von Fakten automatisch die Finger. In der Debatte brauchen wir eins garantiert nicht: Emotional handelnde Nachplapperer, die nicht einmal die Einheiten interpretieren können, in der die Strahlenbelastung gemessen wird, geschweige denn wissen, wie Strahlung genau auf den Körper wirkt.



  • Tiefseebanane schrieb:

    sdf_ausgeloggt schrieb:

    Die großen Auswirkungen an Toten durch Krebs die Fukushima verursachen wird, die kommen doch erst noch, die sind heute noch gar nicht beziffern, weil es erst angefangen hat.

    Typisches Null-Argument, wenn den Mode-Atomkraftgegnern der Saft für eine weitere Diskussion ausgeht.

    Dann guck dir halt mal die Zahlen von Tschernobyl an, da hat man wenigstens schon ein paar Zahlen bei denen man auf 26 Jahre Geschichte zurückblicken kann.

    In der Debatte brauchen wir eins garantiert nicht: Emotional handelnde Nachplapperer, die nicht einmal die Einheiten interpretieren können, in der die Strahlenbelastung gemessen wird, geschweige denn wissen, wie Strahlung genau auf den Körper wirkt.

    Wen möchtest du jetzt damit ansprechen? Also mich sicherlich nicht, denn ich kenne die Einheiten und die Auswirkungen.
    Es glaubt nicht jeder Atomkraftgegner dass der Kaffee komplett ohne Atome wäre, aber gut das du deine Stammtischschublade mitgebrachst hast, das muss wohl so ne Art Beissreflex sein, um da schnell, natürlich nur in deiner persönlichen Vorstellung, da jeden reinstecken zu können.
    So nach dem Motto: Ich definiere, also ist es so.



  • Wenn Du das ernsthaft mit Tschernobyl vergleichst, dann hast Du keine Ahnung. Nebenbei glaube ich nicht, dass Du den Bericht aufmerksam gelesen hast.



  • Tiefseebanane schrieb:

    Wenn Du das ernsthaft mit Tschernobyl vergleichst, dann hast Du keine Ahnung.

    Du beklagst dich über Null-Argumente und bringst dann so einen Satz? Alles klar.




  • Tschernobyl liedert uns mitnichten Erfahrungswerte für die Fukushima-Katastrophe, das das zwei völlig verschiedene Vorfälle waren, auf die unterschiedlich reagiert wurde. Aber es liefert natürlich ordentlich Stoff um die Leute zu verunsichern. Man ist ja schon ein Unmensch, wenn man feststellt, dass es nicht so schlimm wie befürchtet war in Fukushima, denn es war ja wohl immer noch schlimm genug. Mit derlei Argumentation kann man vielleicht Politiker beeindrucken, aber Probleme löst man damit nicht. Die Mathematik liefert uns extrem gute Werkzeuge um derlei Szenarien zu bewerten und Prognosen aufzustellen, aber es gibt immer noch Pfeifen, die lieber hierzulande neue Kohlekraftwerke bauen möchten, als mit einem extrem geringen Restrisiko zu leben. Wir leben nicht an Japans Küste. Dass man dort so ein Kraftwerk baut und dann entsprechende Sicherheitsvorkehrungen einspart, ist höchst kriminell, da gibt es keine Frage. Aber warum um alles in der Welt muss man jetzt den ohnehin geplanten Ausstieg in ein kürzeres Zeitfenster pressen? Infrastrukturentscheidungen trifft man nicht emotional...



  • scrontch schrieb:

    Zugegeben, der Schaden wär hoch (aber nicht gesellschaftsbedrohend, wie auch Fukushima beweist).

    Japan hat im Zusammenhang mit Fukushima sehr viel Glueck gehabt, weil der Wind die radioaktiven Partikel groesstenteils aufs Meer hinausgeweht hat. Stell Dir mal vor, das waere alles in Tokyo oder einer anderen Grossstadt gelandet.



  • Wer heutzutage nach Fukushima noch mit Wahrscheinlichkeiten an die Sache herangeht, der hat meiner Meinung nach, nichts wirklich verstanden.

    Das sehe ich genauso. Wenn ein Terrorist beschließt das er mit einem Flugzeug so nen AKW angreifen will, dass ist es nicht mehr die Warscheinlichkeit, ob so ein Angriff stattfindet, sondern nur noch wie wahrscheinlich, dass er aufgehalten werden kann.

    Wahrscheinlichkeit wird doch mal wieder (total fehlerhaft) nur für fehlendes Wissen verwendet um irgendwelche Aussagen zu generieren die vollkommen sinnlos sind.

    Bei einem Würfel weis man, dass er 6 Seiten hat. Es ist aber unbekannt wie viele Terroristen so einen Angriff vorhaben. Zusätzlich weiß man nicht wie hoch die Erfolgswahrscheinlichkeit ist, so Jemanden am Flughafen aufzuhalten. Es werden also Schätzwerte verwendet um Wahrscheinlichkeiten zu generieren, wobei die Elementarereignisse und die Anzahl der duchgeführen Experimente unbekannt sind. 🙄

    Da könnte man auch a + b + c = d mit unbekanntem a,b,c und d berechnen und sagen d = 42.

    Eine Liste was alles als unbekannt Faktoren eingehen kann. Wobei noch nichtmal bekannt ist was wie gewichtet überhaupt eingeht: (Finanzierung des Terroristen, Anzahl der Terroristen, Kenntnisse des Terroristen das Flugzeug zu fliegen, Kenntnisse aus der ungewohnten Sicht das AKW zu finden, Entschlossenheit des terroristen , Flughafensicherheit, Tagesform und Motivation des Schutzpersonals, Verhalten der Passagiere im Flugzeug usw. usw. usw.). All diese Werte werden geschätzt (wenn sie überhaupt berücksichtigt werden). 😉

    Sobald ein Terrorist es vorhat und ein weg gefunden hat die Sicherungen am Flughafen!!!! (Also etwas was nichts mit den AKWs direkt zu tun hat) zu umgehen ist die Wahrscheinlichkeit für einen Angriff tatsächlich bei Eins (100 %). Dann zählen nur noch die Betonmauern des AKWs und die halten bekanntermaßen das nicht aus. Daher ist Wahrscheinlichkeitsrechnung hier total sinnlos und fehl am Platz. Aber die Aussagekraft (Sinnvoll oder nicht) bei einer Wahrscheinlichkeitsrechnung zu begreifen ist noch viel schwieriger als diese korrekt durchzuführen.

    Bei einem Erdbeben ist es genauso. Die Kräfte der Plattenverschiebung können nicht gemessen werden. Es wird einfach gesagt in den letzten X Jahren gab es so und so viele Erdbeben also ist die Chance so und so groß.

    Es wird aber überhaupt nicht berücksichtigt wie wahrscheinlich die Voraussetzungen noch stimmen oder eben nicht. Möglich, dass sich die Spannungen an einer anderen Stelle aufbauen. Möglich, dass sich eine starke Verspannung in vielen kleinen beben entlädt was sonst immer ein großes war. Oder umgekehrt.
    Es kann sein dass es tiefe Gesteinsschichten gibt die es beeinflussen und unbekannt sind. Auch hier gibt es wieder so viele zusätzliche Faktoren die einfließen können oder nicht, dass fast keine Informationen über die Ereignismenge vorhanden sind.

    Wie will man z.B die Wahrscheinlichkeit eines Zunamis berechnen z.B. bei Fokuschima? Es gibt X Erdbeben im Jahr. Eines von Z Erdbeben führt zu einem Zunami. Also ist die Wahrscheinlichkeit 1/(x*z). Was ist nun wenn das AKW an einer Stelle steht bei der der Meeresboden so geformt ist, dass jedes Erdbeben zwangsweise ein Zunami auslöst? Also müsste der Meeresboden berücksichtigt werden. Da man aber den Meeresboden nicht berücksichtigt, ist klar wie sinnlos solche Wahrscheinlichkeiten sind.



  • Wo hier so viel über Wahrscheinlichkeiten und Schätzwerten gesprochen wird, mache ich mal meine eigene Abschätzung auf und verwende nur bereits geschehene, sehr schlimme Nuklear-Unfälle. Nach INES-Skala gab es bisher zwei Vorfälle der höchsten Stufe 7 und einen Vorfall eine Stufe drunter (so jedenfalls Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Bewertungsskala_für_nukleare_Ereignisse)

    Der Stufe 6-Vorfall könnte auch ein Stufe 7 Unfall gewesen sein.

    1957
    1986
    2011

    Leider nicht sehr viele Zahlen, zum Statistik machen. Bisher gab seit den 50igern alle 25 bis 30 Jahre eine Katastrophe.

    Wenn das so weiter geht, werde ich wohl noch etwa 2 solche Ereignisse erleben dürfen. Mit Glück passieren die weit weg von mir. Das ist natürlich keine sehr genaue Schätzung. In den letzten 60 Jahren wurden fleißig neue Meiler gebaut. Vielleicht sind sie aber auch sicherer geworden. Aber alte Meiler werden vermutlich unsicherer. Realistisch ist wohl jeder einstellige Schätzwert.

    Mein persönliches Bauchgefühl schätzt die Gefahr für mich und die Hand voll Personen, die mir nahe stehen, als ziemlich klein ein. Für diesen exklusiven Personenkreis gibt es mit Sicherheit viele andere tötliche Gefahren, die mit viel größerer Wahrscheinlichkeit eintreten werden.

    Aber auf der anderen Seite: Ein einziges, singuläres (wenn auch unwahrscheinliches) Ereignis im Zusammenhang mit Atomkraftwerken kann extreme Folgen und vor allem Spätfolgen haben. Und gerade die Spätfolgen sind ein Erbe über Generationen. Gemessen an der Wirtschaftskraft der betroffenen Länder sind die Kosten riesig. Das fühlt sich wie ein ziemlich hässliches Lottospiel an, das ich nicht gerne mitspielen möchte.



  • Abschätzer schrieb:

    Das fühlt sich wie ein ziemlich hässliches Lottospiel an, das ich nicht gerne mitspielen möchte.

    Genau so sehe ich das auch.

    Der Einsatz ist dabei in der Regel* das gesamte materielle und zu gewissem Teil auch finanzielle Privatvermögen, die eigene Gesundheit, das eigene Leben und aus der Egoperspektive betrachtet die Gesundheit und das Leben der Menschen, die einem wichtig sind.

    * Ich schrieb deswegen "in der Regel", weil nicht auszuschließen ist, das jemand ein paar tausend Kilometer weiter weg z.B. eine Ferienwohnung besitzt.
    Und bei Finanzmittel wie z.B. Aktienwerten ist es nicht ganz auszuschließen, dass die AG direkt in der Nähe des Unglücks AKW steht, weiteres Vermögen könnte durch Wertverfall durch Inflation usw. verursacht werden, weil der Staat z.B. nach dem Unglück viel Geld drucken muss.

    Das ist im Prinzip eine Haftung für alles, aber die Gewinne machen dabei, sofern man keine Aktien von den Atromkraftwerksbetreibern im Portfolie hat, andere.

    Man muss schon ein großer Narr sein, wenn man freiwillig sich auf dieses Glücksspiel einlässt, oder, da es bereits praktiziert wird, verteidigt.
    Ausgenommen von diesem "Narr" sind im großen und ganzen nur diejenigen, die finanziell dadurch profitieren, also Aktieninhaber von oder Arbeitnehmer bei diesen Atromkraftwerksbetreiber ist.

    Wer privat Strom benötigt, der kann sich Fotovoltaikanlagen aufs Dach pflanzen, für den privaten Eigenbedarf dürfte sogar eine Anlage auf dem Hausdach ganz im Norden Deutschlands noch genug Strom produzieren.
    Wer kein Haus besitzt, der kann sich bei den AGs für erneuerbare Energien einkaufen oder, falls kein Geld vorhanden ist, dort Kunde werden.
    Der Strom geht also nicht aus, nur weil auf Atomstrom verzichtet und ob man Strom aus Kohle besitzt, ist eine Frage der eigenen inneren Einstellung, denn wie bereits erwähnt, jeder kann bei Ausbau der Regenerativen Energien mitmachen und jeder kann Kunde dieser Stromerzeuger werden.



  • sdf_ausgeloggt schrieb:

    Wer privat Strom benötigt, der kann sich Fotovoltaikanlagen aufs Dach pflanzen, für den privaten Eigenbedarf dürfte sogar eine Anlage auf dem Hausdach ganz im Norden Deutschlands noch genug Strom produzieren.

    <ot>Klar, hat ja auch jeder das nötige Kleingeld. Zum Glück kann man eine Menge sparen, wenn man bei den Chinesen kauft, die unsere jahrzehntelangen und milliardenschweren R&D-Bemühungen zunichte dumpen, um Marktführer zu werden 🙄 .</ot>



  • sdf_ausgeloggt schrieb:

    Abschätzer schrieb:

    Das fühlt sich wie ein ziemlich hässliches Lottospiel an, das ich nicht gerne mitspielen möchte.

    Genau so sehe ich das auch.

    Der Einsatz ist dabei in der Regel* das gesamte materielle und zu gewissem Teil auch finanzielle Privatvermögen, die eigene Gesundheit, das eigene Leben und aus der Egoperspektive betrachtet die Gesundheit und das Leben der Menschen, die einem wichtig sind.

    Nochmal: Jeder der sich mit seiner Familie in ein Auto (*) setzt, geht ein ungleich höheres Risiko für denselben Einsatz ein. Nun gibt es aber dennoch Leute die sich da tagtäglich reinsetzen!
    Es sieht so aus als ob diese Leute irgendwie was abwägen.

    * Auto = Diese Personenfahrzeuge auf Rädern, die bei dem Stresstest "Mit 100km/h auf Mauer drauffahren" allesamt erbärmlich durchgefallen sind.



  • scrontch schrieb:

    sdf_ausgeloggt schrieb:

    Abschätzer schrieb:

    Das fühlt sich wie ein ziemlich hässliches Lottospiel an, das ich nicht gerne mitspielen möchte.

    Genau so sehe ich das auch.

    Der Einsatz ist dabei in der Regel* das gesamte materielle und zu gewissem Teil auch finanzielle Privatvermögen, die eigene Gesundheit, das eigene Leben und aus der Egoperspektive betrachtet die Gesundheit und das Leben der Menschen, die einem wichtig sind.

    Nochmal: Jeder der sich mit seiner Familie in ein Auto (*) setzt, geht ein ungleich höheres Risiko für denselben Einsatz ein. Nun gibt es aber dennoch Leute die sich da tagtäglich reinsetzen!
    Es sieht so aus als ob diese Leute irgendwie was abwägen.

    Wenn du schon statistisch argumentieren willst:
    Zufallsvariable X "Menschen, die in Deutschland pro Jahr im Strassenverkehr ums Leben kommen"

    Zufallsvariable Y "Menschen, die in Deutschland pro Jahr durch nukleare Katastrophen ums Leben kommen"

    Den Erwartungswert von X kannst du sicherlich gut Schätzen. Der Erwartungswert von Y ist sicherlich auch groß (weil die Anzahl der Opfer im Schadensfall sehr groß ist), aber vermutlich ist der Erwartungswert von Y nicht riesig, und vielleicht sogar kleiner als der von X (weil die Wahrscheinlichkeit für eine Nuklearkatstrophe klein ist).

    Das ungute Bauchgefühl kommt daher, dass die Varianz von Y extrem groß ist im Vergleich zu vermutlichen allen anderen Schadensarten, die direkt auf den Menschen zurückführbar sind. Wenn etwas passiert, wird die Katastrophe auf einen Schlag so fruchtbar groß, dass dieses Risiko für mich und viele andere nicht mehr akzeptabel erscheint. Es geht nicht nur um die Folgen für eine Einzelperson, sondern für sehr viele Personen in einer ganzen Region.

    Und dabei ist immer noch vernachlässigt, dass bisher nicht geklärt ist, was mit dem strahlenden Abfall passieren soll. Es scheint, als würden noch die nächsten Generationen Freude daran haben....



  • scrontch schrieb:

    sdf_ausgeloggt schrieb:

    Abschätzer schrieb:

    Das fühlt sich wie ein ziemlich hässliches Lottospiel an, das ich nicht gerne mitspielen möchte.

    Genau so sehe ich das auch.

    Der Einsatz ist dabei in der Regel* das gesamte materielle und zu gewissem Teil auch finanzielle Privatvermögen, die eigene Gesundheit, das eigene Leben und aus der Egoperspektive betrachtet die Gesundheit und das Leben der Menschen, die einem wichtig sind.

    Nochmal: Jeder der sich mit seiner Familie in ein Auto (*) setzt, geht ein ungleich höheres Risiko für denselben Einsatz ein. Nun gibt es aber dennoch Leute die sich da tagtäglich reinsetzen!
    Es sieht so aus als ob diese Leute irgendwie was abwägen.

    1. Sie tragen das Risiko zusammen mit den anderen Autofahrer in der Regel ganz alleine.
    2. Wenn ein Auto einen Unfall hat, dann ist nicht das ganze Bundesland radioaktiv verseucht.



  • Abschätzer schrieb:

    Und dabei ist immer noch vernachlässigt, dass bisher nicht geklärt ist, was mit dem strahlenden Abfall passieren soll. Es scheint, als würden noch die nächsten Generationen Freude daran haben....

    Ich versteh immer noch nicht, warum man das Zeug nicht dauerhaft überirdischt in einer bewachten Anlage lagert statt es unterirdisch zu versenken und dann irgendwann zu vergessen. DAS halte ich nämlich für die absolut dümmste Idee zur Endlagerung.


  • Mod

    Walli- schrieb:

    Abschätzer schrieb:

    Und dabei ist immer noch vernachlässigt, dass bisher nicht geklärt ist, was mit dem strahlenden Abfall passieren soll. Es scheint, als würden noch die nächsten Generationen Freude daran haben....

    Ich versteh immer noch nicht, warum man das Zeug nicht dauerhaft überirdischt in einer bewachten Anlage lagert statt es unterirdisch zu versenken und dann irgendwann zu vergessen. DAS halte ich nämlich für die absolut dümmste Idee zur Endlagerung.

    Vermutungen:
    1. Zu teuer. Wir reden von Millionen von Mannjahren für die Bewachung.
    2. Zu riskant. Wir reden von hunderttausenden oder Millionen von Jahren. In tausenden von Jahren menschlicher Zivilisation sind so ziemlich an jedem Ort irgendwann einmal unglückliche Unfälle passiert. Wie ist das wohl, wenn man nochmal eine Millionen Jahre wartet? Irgendwann stürzt eben ein Flugzeug an der Stelle ab, ein Staudamm bricht, ein Waldbrand, ein Krieg. Die Erdoberfläche ist nun einmal extrem aktiv. Nur das Erdinnere oder der Weltraum bieten die nötige Langzeitstabilität.



  • Hm, spontan ergeben sich folgende Einwände:
    1. Über einen solchen Zeitraum gibt es andere Probleme. Niemand kann für irgendwas über so lange Zeit jetzt ernsthaft Finanzierungsplanungen aufstellen. Was ist aber z.B., wenn die Menschen in 1000 Jahren ein "Warnschild", das wir aufgestellt haben, gar nicht mehr als solches erkennen und das Zeug eventuell ohne Absicht freisetzen?
    2. Das Erdinnere ist nicht stabil, deshalb gestaltet sich doch die Suche nach Endlagern nach heutigen Maßstäben so schwierig. Die geeigneten Standorte sind doch deswegen so dünn gesät, weil sich in einem so langen Zeitfenster der Untergrund eben fast zwangsläufig verändert, und das selbst an den Stellen, die nach heutigem Ermessen am stabilsten sind. Wenn man das Zeug aber nahe der Oberfläche lagert, kann man im Ernstfall wahrscheinlich noch herankommen und eine Katastrophe abwenden oder deren Folgen abmildern.


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