Wie wurden kommerzielle Disketten hergestellt?



  • Die erste Diskette (200 mm, 8 Zoll) mit dem dazu gehörenden Laufwerk wurde von IBM 1969 für die Computerserie System/370 auf den Markt gebracht; dieses Laufwerk konnte Disketten aber nur lesen und nicht beschreiben und diente daher nur dazu, den Benutzern neue Versionen der IBM-Systemsoftware preiswerter zukommen zu lassen.

    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Diskette

    Frage:

    Wenn das erste Diskettenlaufwerk der Geschichte keine Disketten beschreiben konnte, wie hat IBM dann die Diskette mit den Daten der IBM-Systemsoftware gefüttert?

    Und daraus folgt dann gleich die nächste Frage:

    Wenn es dafür ein komplett anderes Verfahren gab, hat man dies dann auch für die Serienfertigung von kommerzieller Software, die auf Diskette ausgeliefert wurde, angewendet?

    Wenn ich daran denke, wie lange es dauert, auf einem handelsüblichen PC eine Diskette zu beschreiben, dann müssen das ja ganze Regale mit Diskettenlaufwerken sein, die man mit frischen Disketten gefüttert hat, um die SW darauf draufzukopieren, wenn es kein anderes Verfahren als der normale Kopierweg gegeben haben sollte, die Disketten mit Daten zu füttern.

    Da IBM es aber irgendwie geschaft, Daten auf Diskette zu kriegen, müßte es dafür doch ein Verfahren geben, das sich auch für die Serienfertigung eignet.
    Vergleichbar dem Presswerk bei CD und DVD Rohlingen.



  • @mod
    Die Überschrift ist etwas irreführend, bitte umbenennen in:

    "Wie wurden Original Disketten kommerzieller Software mit Daten gefüttert?"



  • Wie ging das mit Schallplatten? Da waren die Laufwerke beim Kunden auch nur lesend. Und trotzdem hat man ganz viele Schallplatten hergestellt und verkauft.



  • volkard schrieb:

    Wie ging das mit Schallplatten? Da waren die Laufwerke beim Kunden auch nur lesend. Und trotzdem hat man ganz viele Schallplatten hergestellt und verkauft.

    Schallplatten hatten rillen, die wurden genauso gepresst wie CDs. Die CDs bekamen dann nur noch ne Silberschicht + Schutzlack.

    Bei Disketten sind die Daten aber magnetisch drauf, also etwas völlig anderes, als bei den mechanischen Rillen der Schallplatte oder den Gaps und Hols der CD.


  • Mod

    Besagter Satz heißt nicht, dass es keine schreibenden Laufwerke gab! Diese wurden nur offenbar nicht dem Kunden in den Computer eingebaut...

    MfG SideWinder



  • Disc Copy & Write schrieb:

    volkard schrieb:

    Wie ging das mit Schallplatten? Da waren die Laufwerke beim Kunden auch nur lesend. Und trotzdem hat man ganz viele Schallplatten hergestellt und verkauft.

    Schallplatten hatten rillen, die wurden genauso gepresst wie CDs. Die CDs bekamen dann nur noch ne Silberschicht + Schutzlack.

    Bei Disketten sind die Daten aber magnetisch drauf, also etwas völlig anderes, als bei den mechanischen Rillen der Schallplatte oder den Gaps und Hols der CD.

    Nö. Es bleibt, daß die "Presse" viele Millionen kosten darf und weitgehend anders funktionieren darf als die Lesegeräte beim Kunden. Vermutlich haben zwergenhafte Gnome mit magnetiesierten Stepptanzschuhen dort gearbeitet, aber das ist irrelevant.

    Und "Serienfertigung" wie heute, war das vermutlich nicht bei der 370. Keine Bange, soo eilig war das da nicht. Dürfte gereicht haben, wenn das Kopierwerk alle Stunde mal eine Diskette fertig hat und mit einem lauten Gong anzeigt, eine neue haben zu wollen.



  • SideWinder schrieb:

    Besagter Satz heißt nicht, dass es keine schreibenden Laufwerke gab!

    Das ist mir schon klar und dennoch ist es denkbar, das man kommerzielle Disketten auf andere Weise als simples kopieren fütterte.

    Diese wurden nur offenbar nicht dem Kunden in den Computer eingebaut...

    MfG SideWinder

    Nun wird deine Spekulation zu einer Behauptung.

    @volkard

    Nö. Es bleibt, daß die "Presse" viele Millionen kosten darf und weitgehend anders funktionieren darf als die Lesegeräte beim Kunden. ....

    Nen Haufen Vermutungen, aber kein Wissen.

    Der Thread soll ja genau das beantworten, deine Vermutungen sind nicht hilfreich.

    Und "Serienfertigung" wie heute, war das vermutlich nicht bei der 370. Keine Bange, soo eilig war das da nicht. Dürfte gereicht haben, wenn das Kopierwerk alle Stunde mal eine Diskette fertig hat und mit einem lauten Gong anzeigt, eine neue haben zu wollen.

    Wing Commander 2 wurde > 500000 mal vekauft und hatte AFAIK >= 7 Disketten pro Exemplar.
    Und wie die das kopiert haben, das zu beantworten, darum geht's.
    Das mit IBM war nur die Einführung in das Thema, war hier aber jedem klar.

    Die Naheliegenste Produktionsmöglichkeit wäre also:

    Man hat ne ganze Wand voll Laufwerke, die nichts anderes tun, als Disketten zu bechreiben und man hat nen Disk Joecky, der wartet bis ein Lämpchen blinkt und er wieder ne Diskette auswechseln darf.

    oder:

    Man hat eine Wanf voll laufwerke, die Disketten beschreiben und einen Laderoboter der sie mit Disketten füllt und sie entnimmt.

    oder:

    und das ist hier die Frage, gibt's noch andere, bessere Möglichkeiten die vielleicht so schnell gehen, wie bei der CD Presse?


  • Mod

    Deine Frage ist also gar nicht, wie die ersten Disketten hergestellt wurden, sondern wie viel später im großen Stil Disketten (und andere Datenträger wie VHS und MC?) vervielfältigt wurden. Dann sag das doch gleich, anstatt alle Leute mit dem IBM/370 Nonsens zu verwirren.

    Ein Teil der Antwort für mittelgroße Volumen wird wohl so ausgesehen haben:
    http://www.copystation.com/

    Und für größere Volumen (Achtung: Spekulation*!) das gleiche in groß, vielleicht gepaart mit einfachen Robotern.

    *: Aber eine gut begründete Spekulation: Denn wie sollte es sonst sein? Massenproduktion funktioniert nun einmal mit den grundlegenden Elementen "viele kleine Maschinen" und "Roboter".

    edit: Bestätigung für MCs:
    http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=ZoDh61sgCOg#t=1615s

    edit2: Wie habe ich es geschafft diese neue Frage in wenigen Minuten zu beantworten und sogar Bilder und Videos als Bestätigung zu liefern? Ich hatte bis vor wenigen Minuten selber keine Ahnung vom Thema. Jedoch gibt es da so eine Seite, die einem hilft:
    www.google.com



  • SeppJ schrieb:

    Deine Frage ist also gar nicht, wie die ersten Disketten hergestellt wurden, sondern wie viel später im großen Stil Disketten (und andere Datenträger wie VHS und MC?) vervielfältigt wurden. Dann sag das doch gleich, anstatt alle Leute mit dem IBM/370 Nonsens zu verwirren.

    Das war zur Einführung notwendig.
    Und ja, ich wollte wissen, wie die im großen Stil vervielfältigt wurden.

    Ein Teil der Antwort für mittelgroße Volumen wird wohl so ausgesehen haben:
    http://www.copystation.com/

    Und für größere Volumen (Achtung: Spekulation*!) das gleiche in groß, vielleicht gepaart mit einfachen Robotern.

    Genau in der Richtung habe ich mir das vorgestellt.

    Die kleine Kopierstation ist eher für kleine Auflagen, aber ausreichend, wenn man die Mitarbeiter in Schichtarbeit rund um die Uhr daran kopieren läßt.

    Wenn man 100000 Disketten kopieren will, dann braucht man bei den angegebenen 250 Disketten/h dafür, wenn alles wie geplant verläuft, im Optimalfall 16,7 Tage.
    Vorrausgesetzt, die Software paßt auf eine einzige Diskette.

    Bei mehreren Disketten ist diese Kopierstation wohl nicht mehr die richtige Wahl. Dann wären wir bei den Schrankwänden wie ich sie mir vorgetellt habe.

    *: Aber eine gut begründete Spekulation: Denn wie sollte es sonst sein? Massenproduktion funktioniert nun einmal mit den grundlegenden Elementen "viele kleine Maschinen" und "Roboter".

    Klar, aber wenn man viele kleine Menschen auslasten will, dann braucht man natürlich schon so eine Copystation, denn mit einem normalen PC und zwei bis vier Laufwerken wäre der Mitarbeiter die meiste Zeit beim nichts tun.

    edit: Bestätigung für MCs:
    http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=ZoDh61sgCOg#t=1615s

    Interessant finde ich das Fließband, leider sieht man nicht wirklich, wie dutzende von Bändern gleichzeitig beschrieben werden.


  • Mod

    Disc Copy & Write schrieb:

    edit: Bestätigung für MCs:
    http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=ZoDh61sgCOg#t=1615s

    Interessant finde ich das Fließband, leider sieht man nicht wirklich, wie dutzende von Bändern gleichzeitig beschrieben werden.

    Jedes dieser großen tischartigen Geräte ist eine eigenständige Station, die die automatisch eine Kassette nach der anderen bespielt. Für Disketten wird es nicht anders sein: Da wird ein Gerät einen Einlaufschacht für leere Disketten haben. Eine (oder mehrere gleichzeitig) Laufwerke werden damit automatisch befüttert. Wenn die Diskette beschrieben ist, wird sie ausgeworfen, aufs Fließband damit und über eine einfache Mechanik die nächste rein. Das ganze in einer Fabrikhalle 50x und man kann damit tausende Disketten pro Stunde bespielen. Wenn wir mal abschätzen, dass Windows 3.1 (wohl das erfolgreichste Diskettenprogramm) mehrere Millionen Mal verkauft wurde (Wikipedia), und auf ca. 6 Disketten kam (je nach Edition), dann hat Microsoft ca. 20 Millionen Disketten bespielen müssen. Mit den genannten 50 Maschinen und 1 Minute pro Diskette sind das ungefähr 250 Tage. Das ist zu viel, aber ich nehme mal an, dass Microsoft sich wohl leisten konnte, mehrere solcher Werke zu beschäftigen*. Dann ist man schnell im Bereich von Wochen und somit bei realistischen Zeiten. Außerdem braucht man nicht alle Disketten am ersten Tag. Für kleinere Programme ist es auf jeden Fall realistisch. Ein unermüdlicher Roboter mit einem normalen Laufwerk reicht also, man braucht kein besonderes Verfahren.

    *: Das ist logistisch auch viel sinnvoller als Disketten von Redmond in alle Welt zu schippern.



  • Statt eines Roboters würde ich Chinesen einsetzten.
    Um Win311 mit glaube ich 11 Disketten zu bespielen, kriegt er 11 Laufwerke. Wie lange dauer das Beschreiben? Ca 1 Minute? Nee, mit Vollformatieren eher 3. Dann kriegt er 44 Laufwerke und darf alle 3*60/44=4 Sekunden eine Diskette einlegen und zwischendurch immer 11 in eine Schachtel stopfen.
    Mal eine 12-Stunden-Schicht für 40ct pro Stunde angenommen, macht das fast 1000 Win311-Boxes für 5Euro pro Tag. Doppelt so teuer, wenn man Strom und Miete mitrechnet. Und es läßt sich parallelisieren wie verrückt, weil es genug PCs, Laufwerke und Chinesen gibt. 100 so Arbeitsplätze und wir haben 100000 Win311-Pakete am Tag als Output. Alles Easy.



  • Kann man Disketten nicht direkt beschrieben produzieren?



  • Gruum schrieb:

    Kann man Disketten nicht direkt beschrieben produzieren?

    Wenn's gehen sollte, dann weiß es hier offenbar niemand.
    Bisher ist das Ergebnis dieses Threads, dass es scheinbar so ist,
    dass auch in der Fließbandproduktion immer ein Kopiervorgang oder Bespielschritt vorgesehen sein muss.

    Man könnte das ganze vielleicht genauer eingrenzen wenn man die Frage danach umdefiniert, in dem man fragt, ob es möglich ist, eine ganze Magnetscheibe einer Floppy auf einmal, vergleichbar zu einem Stempel, zu bespielen.
    Also ohne dass ein Magnetkopf an den Spuren entlang fahren muss.



  • Wenn das erste Diskettenlaufwerk der Geschichte keine Disketten beschreiben konnte, wie hat IBM dann die Diskette mit den Daten der IBM-Systemsoftware gefüttert?

    Tja wie war das wohl bei CDs? 🙄



  • knivil schrieb:

    Wenn das erste Diskettenlaufwerk der Geschichte keine Disketten beschreiben konnte, wie hat IBM dann die Diskette mit den Daten der IBM-Systemsoftware gefüttert?

    Tja wie war das wohl bei CDs? 🙄

    ?
    die cds, die du im laden kaufen kannst, sind nicht "gebrannt" im eigentlichen sinne, sondern gepresst, d.h. der inhalt wird direkt bei der herstellung auf die cd getan.

    in einer diskette ist auch so eine runde scheibe. wahrscheinlich ist das hier nicht anders, der inhalt wurde halt auch direkt bei der herstellung draufgepresst.



  • Disc Copy & Write schrieb:

    umdefiniert, in dem man fragt, ob es möglich ist, eine ganze Magnetscheibe einer Floppy auf einmal, vergleichbar zu einem Stempel, zu bespielen.
    Also ohne dass ein Magnetkopf an den Spuren entlang fahren muss.

    Also ob man die ferromagnetische Rostsuppe mit Plastik vermischen kann und zu Folien ziehen, und gleichzeitig mit 200000 kleinen Magneten während des Erkaltens der Folie ihr ein passendes Magnetisierungsmuster vorgeben.
    Klar geht das. Aber ist wieder irrelevant. 🤡



  • PRESSEN! schrieb:

    in einer diskette ist auch so eine runde scheibe. wahrscheinlich ist das hier nicht anders, der inhalt wurde halt auch direkt bei der herstellung draufgepresst.

    Genau. Einfach nur fest genug zusammendrücken, bis die richtigen Stellen magnetisiert sind. :p



  • Achtung, diese Antwort wurde nur erstellt, damit Disc Copy & Write Ruhe gibt und befriedigt abzieht.

    nman schrieb:

    Genau. Einfach nur fest genug zusammendrücken, bis die richtigen Stellen magnetisiert sind. :p

    Wie sagte doch die Sachkundelehrerin? Die Erde hat ein Magnetfeld, weil im Erdkern viel Eisen ist und Eisen ist nunmal magnetisch. Dieses Fachwissen können wir direkt benutzen.
    Einfach Plastikfolie, Plastikfolie mit Eisenmatsch, Plastikfolie nehmen, wobei die äußeren Folien schon hart sind. Presse wie für CDs oder Schallplatten druff und der Eisenmatsch wird an den geplanten Stellen verdrängt.
    Erfolg: Wo verdrängt wurde, ist die Floppi nicht magnetisch, und wo noch Eisenmatsch ist, ist sie magnetisch. Denn Eisen ist nunmal magnetisch, was man nicht oft genug betonen kann.
    Alternativ mit Lithographie, Photolithografie, Ätzverfahren, Laser, Phaser, Maser oder irgendwas bei den Nullen das Eisen wegmachen.



  • Mir ging es darum: Obwohl es nur Leselaufwerke gab, es nicht heisst, dass diese Disketten nicht beschrieben werden konnten. Ob das jetzt wie bei CDs durch Laser/Presse geschieht oder magnetisch haengt nur vom benutzten Material ab. Und was Serienfertigung betrifft: Nun 1000 Disketten durch normales Kopieren parallel beschreiben, sollte kein Problem sein. Software wurde nicht im gleichen Masse wie heute genutzt und vertrieben.



  • nman schrieb:

    PRESSEN! schrieb:

    in einer diskette ist auch so eine runde scheibe. wahrscheinlich ist das hier nicht anders, der inhalt wurde halt auch direkt bei der herstellung draufgepresst.

    Genau. Einfach nur fest genug zusammendrücken, bis die richtigen Stellen magnetisiert sind. :p

    ok, meine theorie bezüglich disketten ist dann halt bullshit 🙂

    aber das mit den cds stimmt.


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