Studium: Informatik/Computational Sience ?



  • Hallo 🙂
    Ich habe mich bei mehreren Unis nun hauptsächlich für Informatik beworben.
    Von einer habe ich allerdings eine Zusage für den Studiengang Informatik/Computational Sience. ( Hier die Beschreibung des Studiengangs bei dir Uni )
    Dort konnte ich mich für nur "Informatik" nicht bewerben.
    Aber jetzt ist das Probem: ich verstehe nicht so recht den Unterschied zum Studiengang Informatik . (Ich weiß, gute Voraussetzungen für ein Studium.... 🙄 )

    Ich möchte mich später auf den Bereich der Anwendungsentwicklung spezialisieren und ich habe Angst, dass das eben dort zu kurz kommt. Aber was mir noch größere Sorgen bereitet ist, dass ich Physik nach der 10. Klasse abewählt habe und ich habe Angst, dass es in diesem Studiengang verstärkter rankommt als in "informatik".

    Also die Hauptfrage ist: Wo liegt der Unterschied zum normalen Informatik-Studiengang?

    Naja, ich hoffe ihr könnt mir da weiterhelfen 🙂

    Gruß



  • Eiren schrieb:

    Also die Hauptfrage ist: Wo liegt der Unterschied zum normalen Informatik-Studiengang?

    Der Begriff Computational Science ist mir im Rahmen von Studiengängen an deutschen Universitäten noch nicht über den Weg gelaufen. Aber nach dem verlinkten Wikipedia Artikel kann man sich ja in etwa ein Bild machen. Dieses Gebiet zielt etwas auf die Anwendung der Informatik in anderen Wissenschaften ab.

    Wie Du auch schon bemerkt hast ist deswegen wohl der Anteil an Naturwissenschaften im Studium relativ hoch. Jenseits davon sieht der Studienplan für mich so aus, als ob ein Schwerpunkt auf praktische Informatik gelegt wird. Insofern passt das sogar zur Anwendungsentwicklung. Was aus meiner Sicht gegenüber einem klassischen Informatik-Studiengang zu kurz kommt, ist Technische Informatik und Theoretische Informatik. Auch angewandte Informatik jenseits der der Naturwissenschaften findet man nicht wirklich. Dafür scheint aber Künstliche Intelligenz zusammen mit "Intelligenter Datenanalyse" recht prominent vertreten zu sein. Das macht im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Anwendungen Sinn, da Big Data ein immer größeres Thema in den Wissenschaften wird.



  • Hm okay.
    Aber ich möchte mit "Anwednungsentwicklung" in den Bereich der Naturwissenschaften gehen, sondern eher Anwendungen die im Alltag oder bei Firmen gebraucht werden, eventuell auch Spiele. Ich befürchte dieser Studiengang richtet sich dann mehr an Labore oder ähnliches.
    Ich möchte auch, als Berufliche Alternative, und vielmehr aus eigenem Interesse mir die Option für Hardware bezogene Bereiche offen halten. Das wäre dann die technische Informatik, die dort auch zu kurz käme.

    Also sollte ich für meine Ziele lieber an einer Uni "Informatik" oder an eine Fh "Angewandte Informatik" studieren?

    Gruß



  • Hi,

    nur schon mal als Vorwarnung: Keiner der beiden Studiengänge bildet dich zu einem guten Anwendungsentwickler aus. Software (vernünftig) zu entwickeln musst du dir neben dem Studiengang selber beibringen. Das soll nicht als Abschreckung dienen, Informatik zu studieren halte ich für eine sehr gute Wahl, aber du solltest versuchen so viel Praxis wie möglich nebenbei zu sammeln.

    mfG
    KaPtainCugel



  • Die Aussage von KPC kann ich bestätigen. Egal welche Informatik-Richtung du studierst, es wird dir sowieso nicht alles beigebracht werden können. Um ein guter Software-Entwickler zu werden, mußt du selber die Zeit aufbringen, dich in Programmiersprachen einzuarbeiten und Programme entwickeln.
    Ich hatte während meines (naturwissenschaftlichen) Informatik-Studiums häufig kleine Programme geschrieben, um die (zumeist) theoretischen Erklärungen selber besser zu verstehen.

    Solltest du jedoch nur am Programmieren Interesse haben, so wäre dann doch evtl. eine Ausbildung als FIAE besser für dich.

    Ich halte aber gerade die theoretischen Grundlagen der Informatik für sehr wichtig, so daß ein Informatikstudium immer zu empfehlen ist (solange man selber die nötige Power (= Wissensdurst) dafür aufbringt).



  • Nun ich weiß, dass ich neben dem Studium mir selber noch etwas beibringen sollte.
    Allerdings möchte ich ja eine gewisse Richtung einschlagen.
    Und somit kann ich aus der Aussage von Gregor entnehmen, dass meinen Ansprüchen entsprechend ein normales Informatik-Studium besser geeignet wäre, oder?

    IDie Disskusion, ob nun Studium oder Ausbildung sollte hier lieber nicht thematisiert werden, das driftet zu sehr von meiner ursprungsfrage ab 😉
    Ich bin mir sicher dass ich studieren möchte und Programmieren an sich ist nicht das einzige, was ich von einem Studium mit nach Hause nehmen möchte.

    Jedoch stehe ich nun vor der Wahl zwischen "Informatik" und "Informatik/Computational Sience"..

    Gruß



  • @Eiren: Auch allgemeine Informatikstudiengänge bieten universitätsabhängig unterschiedliche Spezialisierungsmöglichkeiten. Wenn Du jetzt schon weißt, dass Du Richtung Softwareentwicklung gehen möchtest, dann ist ein allgemeines Informatikstudium sicherlich besser für Dich geeignet. Aber pass auch dort auf, dass Dir die Universität ermöglicht, einen entsprechenden Schwerpunkt zu setzen.

    Der Einsatz von Informatikmethoden in den Naturwissenschaften ist ein äußerst interessantes, vielseitiges und forderndes Gebiet. Aber es ist sicherlich nicht die Sache von jedem, weil es schon recht speziell ist.

    @TH69: Wenn man ehrlich ist, dann spielen die Erkenntnisse der theoretischen Informatik in der 08/15 Softwareentwicklung nur eine sehr untergeordnete Rolle. Man wird nur selten mit Problemstellungen konfrontiert, bei denen Kenntnisse der theoretischen Informatik wirklich wichtig ist. Wie oft kommt es vor, dass man ein NP-vollständiges Problem vor sich hat und glücklich ist, dass man in der theoretischen Informatik vielleicht einen Approximationsalgorithmus für dieses Problem kennengelernt hat.

    Was vielleicht ganz nützlich ist, ist die Denkweise in Automaten und ähnlichen Strukturen, die man in den theoretischen Informatik kennenlernt. Nicht, weil man, wie in der theoretischen Informatik, irgendwelche Sätze über diese Strukturen beweisen muss oder eine Struktur in eine andere umwandeln muss, sondern weil man einfach ein Teil seines Codes sinnvoll in Form eines Automaten gestalten kann.



  • Okay. das klingt doch schonmal nach etwas.

    Doch bei einer Uni, bei der ich Interesse habe (HU Berlin - Informatik ) finde ich unter der verlinkten Seite zum Informatik Studiengang noch nicht eindeutig heraus, ob ich mich spezialisieren kann...

    Ich hoffe auch da könnt ihr mir helfen 🙂

    gruß



  • Dort sind doch einige Wahlpflichtmodule gelistet, das ist eine Art spezialisierung.
    Darüber hinaus Beifach: 20 SP frei wählbar, also eine weitere Spezialisierung.

    Eine richtig intensive Spezialisierung wird es wohl erst im Master geben, aber das ist normal

    Und zur Anwendungsentwicklung in Firmen usw.: Hört sich erstmal relativ gut an, aber auf Dauer kann das schnell langweilig werden. Außerdem lernst du an der Uni viele interessante Sachen kennen, die dir dann evtl. noch besser liegen



  • Die Seite der Uni Potsdam zur Zielrichtung der Ausbildung erscheint mir sehr interessant.
    Praktischer Schwerpunkt: Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften. Theoretischer Hintergrund: Informatik.
    Würde ich wählen, weil von vornherein ein Einsatzziel fokussiert ist.


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