Kleiner Coding-Contest



  • Danke jetzt habe ich es verstanden :}



  • Aufbauend auf hustbaer's Ansatz komme ich auf folgendes:

    bool foo2(unsigned u, unsigned v) { 
        return !(u & (u - 1)) 
        && !(v & (v - 1)) 
        && (u | v) != u
        && u;
    }
    

    So macht der Clang nur noch einen Sprung 🤡

    Warum reicht es? Wenn das bitweise Oder von u und v wieder u ergibt, gilt entweder u == v oder v == 0. Es bleibt also zu überprüfen, ob u == 0 ist.



  • Anmerkung: Streicht das "entweder" in meiner Erklärung, es kann auch der Fall eintreten, das u == v == 0 ist.



  • Um mal dem niedrigen Niveau gerecht zu werden: 🤡

    Ich habe mal ein andere Idee für die Funktion ob ein
    unsigned long exakt ein Bit gesetzt hat. Hierzu wird
    der Wert in 4 Bytes unterteilt. Und jedes Byte in die
    oberen und unteren 4 Bits. Für jede 4 Bits stellen
    wir eine boolsche Funktion auf und minimieren diese
    mittels einem KV Diagramm. Die ergebende Formel F sagt
    uns ob nur ein Bit gesetzt wurde. Um nun zu prüfen
    ob nun ein Bit in einem Byte gesetzt ist, testet man
    ob entweder in den oberen 4 Bits ein Bit gesetzt wurde,
    oder in den unteren Bits. Also F(x) xor F(x 》4).
    Über die xor Verknüpfung kann entsprechend die 4 Bytes
    getestet werden.

    Alternativ könnte man auch ein künstlich neuronales Netz
    ausprobieren.


  • Mod

    Man kann auch einfach blsr verwenden, wenn der Prozessor kein avx unterstützt, muss halt aufgerüstet werden.


  • Mod

    camper schrieb:

    Man kann auch einfach blsr verwenden, wenn der Prozessor kein avx unterstützt, muss halt aufgerüstet werden.

    Wenn wir plattformunabhängig werden wollen, können wir gleich __builtin_popcount verwenden.



  • umbenannt 👍



  • Ich werf der Vollständigkeit halber noch mal eine andere Methode in die Runde:

    int foo(uint32_t x, uint32_t y) {
      return (x & -x) == x &&
             (y & -y) == y && 
             (x | y)  != x &&
             x;
    }
    

    Dabei mache ich mir zunutze, dass -x == ~x + 1, wodurch

    x      00001000    00001010
    ~x     11110111    11110101
    -x     11111000    11110110
    x & -x 00001000    00000010
    

    ...mit anderen Worten: x & -x isoliert das niederwertigste Bit von x, und das ist genau dann x, wenn x höchstens ein gesetztes Bit hat.

    Es sieht mir allerdings danach aus, als käme zumindest clang mit der !(x & (x - 1))-Variante besser zurecht, weil er da leal missbrauchen kann, um mit einer Instruction x - 1 in ein zweites Register zu schubsen; für -x braucht er movl und negl. Das wird für den gcc auf x86(-64) dann auch gelten. Wie das bei solchen Low-Level-Angelegenheiten immer so ist, YMMV auf anderen Architekturen.


  • Mod

    Ich habe das ganze mal gemessen.

    #include <cstdint>
    
    bool foo1(uint32_t u, uint32_t v)
    {
    	return !(u & (u - 1))
    	    && !(v & (v - 1))
    	    && u != v
    	    && u && v;
    }
    
    bool foo2(int32_t u, int32_t v)
    {
    	int temp1 = u - 1;
    	int temp2 = v - 1;
    
    	return temp1 >= 0 && !(temp1 & u)
              && temp2 >= 0 && !(temp2 & v)
              && u != v;
    }
    
    int foo3(uint32_t x, uint32_t y)
    {
      return (x & -x) == x &&
             (y & -y) == y &&
             (x | y)  != x &&
             x;
    }
    
    bool foo4(uint32_t u, uint32_t v)
    {
    	asm goto (
    R"(
    	mov %%eax, %%ecx
    	sub $1, %%ecx
    	js %l2
    	test %%eax, %%ecx
    	jnz %l2
    
    	mov %%ebx, %%ecx
    	sub $1, %%ecx
    	js %l2
    	test %%ebx, %%ecx
    	jnz %l2
    
    	test %%eax, %%ebx
    	jnz %l2
    )"
    	:: "a"(u), "b"(v)
    	: "%ecx"
    	: RET_FALSE );
    
    	return true;
    	RET_FALSE: return false;
    }
    
    bool foo5(uint32_t u, uint32_t v)
    {
    	uint8_t B = 1;
    	asm (
    R"(
    	blsr %%eax, %%ecx
    	setz %%dl
    	and %%dl, %0
    	setnc %%dl
    	and %%dl, %0
    
    	blsr %%ebx, %%ecx
    	setz %%dl
    	and %%dl, %0
    	setnc %%dl
    	and %%dl, %0
    
    	test %%eax, %%ebx
    	setz %%dl
    	and %%dl, %0
    )"
    	: "+r"(B)
    	: "a"(u), "b"(v)
    	: "%ecx", "%dl" );
    
    	return B;
    }
    
    bool foo6(uint32_t u, uint32_t v)
    {
    	uint8_t B = 1;
    	asm (
    R"(
    	popcnt %%eax, %%ecx
    	cmp $1, %%ecx
    	sete %%dl
    	and %%dl, %0
    
    	popcnt %%ebx, %%ecx
    	cmp $1, %%ecx
    	sete %%dl
    	and %%dl, %0
    
    	test %%eax, %%ebx
    	setz %%dl
    	and %%dl, %0
    )"
    	: "+r"(B)
    	: "a"(u), "b"(v)
    	: "%ecx", "%dl" );
    
    	return B;
    }
    
    #include <random>
    #include <iostream>
    #include <iomanip>
    
    template< typename F >
    void test( F foo, char const* name, std::size_t N = 200000000 )
    {
    	auto first = clock();
    	std::minstd_rand rng( time(nullptr) );
    	std::uniform_int_distribution<uint32_t> dis( 0, 31 );
    
    	while(N--)
    	{
    		auto d1 = (1 << dis(rng)),
    		     d2 = (1 << dis(rng));
    		foo( d1, d2 );
    	}
    
    	auto measured = 1. * (clock() - first) / CLOCKS_PER_SEC;
    	std::cout << std::setw(15) << std::right << name << ": " <<  measured << '\n';
    }
    
    int main()
    {
    	test( foo1, "Arcoth" );
    	test( foo2, "hustbaer" );
    	test( foo3, "seldon" );
    	test( foo4, "Marthog" );
    	test( foo5, "Arcoth's BLSR" );
    	test( foo6, "Arcoth's POPCNT" );
    }
    
    g++ -O3 -std=c++1y:
             Arcoth: 8.46297
           hustbaer: 7.63319
             seldon: 7.58602
            Marthog: 8.56772
      Arcoth's BLSR: 8.89045
    Arcoth's POPCNT: 8.67961
    

    Da ich von effizientem Assembler äußerst wenig Ahnung habe, habe ich einfach mal hustbaers Booyahh-Rufen gefolgt und die bedingten Sprünge eliminiert.
    Das Ergebnis scheint eindeutig, aber vielleicht kann jemand ja foo5 und foo6 verbessern (bzw. umschreiben 😉 ).



  • Die Messung macht jetzt bei den Sprüngen, ob eine Zahl genau ein Bit gesetzt hat, aber immer in eine Richtung, wodurch die bedingten Sprünge da so billig werden wie unbedingte, weils die Sprungvorhersage immer recht hat.

    Statt bis 200000000 zu messen miss lieber 1000 mal bis 200000 und nimm den schnellsten Lauf. Du willst nämlich das Reinhacken des BS in die Messung eliminieren, was damit viel viel zuverlässiger geht als mit Duchschnittsmessung.


  • Mod

    Die Varianten 5 und 6 sind schon mal falsch, weil jedesmal das gleiche Register mit set verwendet wird, damit wird das Ergebnis vorheriger set-Instruktionen überschrieben. uint8_t als lokale Variable ist auch keine gute Idee, so muss der Compiler beim return noch einen Vergleich mit 0 einbauen.
    Ich biete mal noch

    bool foo(uint32_t u, uint32_t v)
    {
        bool res;
        uint32_t a, b;
        asm (
    R"(
        popcnt %[u], %[u_cnt]
        popcnt %[v], %[v_cnt]
        dec %[u_cnt]
        dec %[v_cnt]
        or %[u_cnt], %[v_cnt]
        setz %[res]
        xor %[u], %[v]
        cmovz %[v], %k[res]
    )"
        : [res]"=&r,r,r"(res)
        : [u]"r,r,r"(u), [v]"r,r,r"(v), [u_cnt]"r,0,r"(a), [v_cnt]"r,r,0"(b) );
    
        return res;
    }
    

    an. Ist aber wahrscheinlich auch nicht schneller.


  • Mod

    Die Varianten 5 und 6 sind schon mal falsch, weil jedesmal das gleiche Register mit set verwendet wird, damit wird das Ergebnis vorheriger set-Instruktionen überschrieben.

    😕 Kann es sein, dass du was falsch verstanden hast? Oder habe ich irgendwo einen Denkfehler?

    uint8_t als lokale Variable ist auch keine gute Idee, so muss der Compiler beim return noch einen Vergleich mit 0 einbauen.

    Ich dachte halt nur, bei einem bool ist es nicht definiert, wie true dargestellt wird.
    Und ich wende ja and drauf an.

    Statt bis 200000000 zu messen miss lieber 1000 mal bis 200000 und nimm den schnellsten Lauf. Du willst nämlich das Reinhacken des BS in die Messung eliminieren, was damit viel viel zuverlässiger geht als mit Duchschnittsmessung.

    Gottogott! Jetzt bekomme ich total verrückte Ergebnisse!

    Ich habe die Testfunktion zu

    template< typename F >
    void test( F foo, char const* name, std::size_t N = 50000, std::size_t times = 10000 )
    {
    	std::minstd_rand rng( time(nullptr) );
    	std::uniform_int_distribution<uint32_t> dis( 0, 31 );
    
    	std::vector<clock_t> vec;
    	vec.reserve(times);
    
    	for (auto t = times; t--;)
    	{
    		auto first = std::chrono::high_resolution_clock::now();
    		for (auto n = N; n--;)
    		{
    			auto d1 = (1 << dis(rng)),
    			     d2 = (1 << dis(rng));
    			foo( d1, d2 );
    		}
    		vec.push_back( (std::chrono::high_resolution_clock::now() - first).count() );
    	}
    
    	std::cout << std::setw(16) << std::right << name << ": " << *std::min_element(std::begin(vec), std::end(vec)) << '\n';
    }
    

    umgeschrieben.

    Jetzt erhalte ich (mit campers Version) sowas

    g++ -O3
              Arcoth: 2007824
            hustbaer: 2043283
              seldon: 2022938
             Marthog: 1971211
       Arcoth's BLSR: 2066844
     Arcoth's POPCNT: 2042884
    campers's POPCNT: 1975276
    

    Das heißt: Marthogs Version ist Top, gefolgt von camper und dann meiner ersten. Was allerdings total verdreht ist.


  • Mod

    Arcoth schrieb:

    camper schrieb:

    Die Varianten 5 und 6 sind schon mal falsch, weil jedesmal das gleiche Register mit set verwendet wird, damit wird das Ergebnis vorheriger set-Instruktionen überschrieben.

    😕 Kann es sein, dass du was falsch verstanden hast?

    Ja, das kann sein. Die and-Verknüpfung mit B ist ja ein bisschen umständlich, das habe ich nicht durchdacht.

    Arcoth schrieb:

    camper schrieb:

    uint8_t als lokale Variable ist auch keine gute Idee, so muss der Compiler beim return noch einen Vergleich mit 0 einbauen.

    Ich dachte halt nur, bei einem bool ist es nicht definiert, wie true dargestellt wird.
    Und ich wende ja and drauf an.

    Der Compiler hat sich an die ABI-Spezifikation (ich beziehe mich mal auf die mir vorliegende System V AMD64 ABI v1.0)zu halten, die besagt, dass bei der Funktionsrückgabe von bools die bits 1-7 nicht gesetzt sein dürfen. Weil der Compiler natürlich nicht wissen kann, ob dass bei deinem B schon der Fall ist, muss er entsprechend (überflüssigerweise) anpassen.


  • Mod

    camper schrieb:

    Die and-Verknüpfung mit B ist ja ein bisschen umständlich, das habe ich nicht durchdacht.

    In der Tat, die ist umständlich. Deswegen gibt es ja auch deutlich bessere Methoden, wie du demonstriert hast.

    camper schrieb:

    Der Compiler hat sich an die ABI-Spezifikation (ich beziehe mich mal auf die mir vorliegende System V AMD64 ABI v1.0)zu halten, die besagt, dass bei der Funktionsrückgabe von bools die bits 1-7 nicht gesetzt sein dürfen.

    Also kann bei false der LSB gesetzt sein?

    Bei Itanium ist das klarer:

    The bool value false is encoded as 0, true as 1.



  • Da gehört noch was rein was das Ergebnis des Funktionsaufrufs verwendet. Ohne die Verwendung des Ergebnisses sind Performance-Messungen Quatsch, da man nur misst welche Version sich vom Optimizer besser eliminieren lässt.

    template< typename F >
    void test( F foo, char const* name, std::size_t N = 50000, std::size_t times = 10000 )
    {
        std::minstd_rand rng( 42 );
        std::uniform_int_distribution<uint32_t> dis( 0, 31 );
    
        std::vector<clock_t> vec;
        vec.reserve(times);
    
        size_t check = 0;
        for (auto t = times; t--;)
        {
            auto first = std::chrono::high_resolution_clock::now();
            for (auto n = N; n--;)
            {
                auto d1 = (1 << dis(rng)),
                     d2 = (1 << dis(rng));
                check += foo( d1, d2 ) ? 1 : 0;
            }
            vec.push_back( (std::chrono::high_resolution_clock::now() - first).count() );
        }
    
        std::cout << std::setw(16) << std::right << name << ": " << *std::min_element(std::begin(vec), std::end(vec)) << ", check = " << check << '\n';
    }
    

    EDIT: Und natürlich mit identischem Seed für alle Varianten messen.

    Und was jetzt noch fehlt, wären Inputs die eben nicht aus genau einem Bit bestehen. Die Conditional-Jumps für diese Varianten werden mit dem aktuellen Test ja auch perfekt predicted.


  • Mod

    Die Messung wird sowieso durch den Zufallsgenerator dominiert.

    template< typename F >
    void test( F foo, char const* name, std::size_t N = 5000 /* sollte in L1-Chache passen */, std::size_t times = 100000 )
    {
        std::minstd_rand rng( time(nullptr) );
        std::uniform_int_distribution<uint32_t> dis( 0, 31 );
    
        std::vector<uint32_t> values;
    
        generate_n(std::back_inserter(values), 2*N, [&]{ return 1 << dis(rng); } );
    
        using namespace std::chrono;
        auto best = high_resolution_clock::duration::max();
    
        auto check = 0u;
        for (auto t = times; t--;)
        {
            auto start = high_resolution_clock::now();
            for (auto n = 2*N; n-=2;)
            {
                check += !!foo( values[n], values[n+1] );
            }
            auto end = high_resolution_clock::now();
            if ( end - start < best )
            {
                best = end - start;
                t = times;
            }
        }
    
        std::cout << std::setw(16) << std::right << name << ": " << best.count() << "\tcheck\t" << check << '\n';
    }
    

    berichtigt das und erschlägt gleich noch das seed-Problem.


  • Mod

    Da gehört noch was rein was das Ergebnis des Funktionsaufrufs verwendet.

    Mein Fehler. Übrigens, warum das ? 1 : 0 ?
    ~~
    Ich habe jetzt 50000x50000 gemessen, so Zehn Minuten~~
    Mache ich mal mit campers Version.


  • Mod

    Ok, nach campers Messmethode sieht die Rangliste nicht anders aus als bei 50000²:

    Arcoth: 9210	check	694714188
            hustbaer: 10347	check	495174870
              seldon: 10850	check	501203850
             Marthog: 11293	check	1361231708
       Arcoth's BLSR: 13419	check	1577699019
     Arcoth's POPCNT: 12890	check	488825540
    campers's POPCNT: 9254	check	1223154165
    
    !!foo( values[n-1], values[n-2] );
    

    Was soll das !! da? Verhindert das eine Optimierung?


  • Mod

    Arcoth schrieb:

    Also kann bei false der LSB gesetzt sein?

    Wird ein bool im Speicher abgelegt, so nimmt es ein Byte ein mit den Werten 0 oder 1 für false bzw. true.
    Wird ein bool dagegen in einem Register gespeichert, so entspricht jeder Wert ungleich 0 true.
    Bei Übergabe eines bools als Funktionsparameter oder Rückgabewert signalisiert das niederwertigste Bit true bzw. false, bits 1-7 sind nicht gesetzt aber bits 8-63 bleiben unspezifiziert (unabhängig davon, ob die Übergabe auf dem Stack oder in einem Register erfolgt).


  • Mod

    Arcoth schrieb:

    Was soll das !! da?

    Faulheit.


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