Diskriminierung von Kassenpatienten



  • Kann da mal einer einen Riegel vorschieben und die Gleichbehandlung von Kassen- und Privatpatienten gesetzlich verankern? Das wird ja immer schlimmer! 😞

    @edit:

    Benachteiligung von Kassenpatienten nicht erlaubt
    Dieses Verhalten ist ein Verstoß gegen § 13 des Bundesmantelvertrages Arzt-Ersatzkassen. Danach darf ein Vertragsarzt, mithin auch ein Facharzt, die Behandlung eines Versicherten nur in begründeten Fällen ablehnen. Die Hinauszögerung der Vergabe eines Behandlungstermins ist zwar an sich noch keine Ablehnung der Behandlung, stellt jedoch bei wochen- oder monatelanger Wartezeit faktisch eine Verweigerung der Behandlung dar.

    - http://www.experto.de/verbraucher/versicherung/krankenversicherung/kassenpatienten-was-hilft-gegen-die-diskriminierung-durch-aerzte.html

    Dieser §13 ist absolut unzureichend 👎



  • Da hat man taube Fingerspitzen, was bei einem Programmierer schon einen Notfall darstellt und dann schicken die Neurologen einen auch noch zum Hausarzt?

    Der hat doch gar keine passenden Messgeräte... Schlimm, schlimm!



  • Ich habe bisher keine so negativen Erfahrungen gemacht. Das einzige, was ich beim Umstieg von Privat auf Kasse bemerkt habe, waren deutlich längere Wartezeiten für Termine. Bei Notfällen gab es bisher nie Probleme, direkt ins KH zu fahren oder den Hausarzt anzurufen, der eine Überweisung direkt zum Facharzt faxt und ich sofort hin konnte. Vielleicht habe ich auch einfach nur Glück - oder du extrem pech? Keine Ahnung.

    Privatpatient zu sein hat nicht immer Vorteile 😉



  • Also ich wollte zum Augenarzt, bei dem meine ganze Familie war. Der hatte nur noch Termine für Privatpatienten.

    www.neuro-burgstrasse.de da kannst ja mal anrufen... Die Nummer für Privatpatienten ist 089 24224880 😉 👎



  • Jeder sollte sich versichern können, wie er will. Da liegt das eigentliche Problem.



  • earli schrieb:

    Jeder sollte sich versichern können, wie er will. Da liegt das eigentliche Problem.

    Nein, es ist einfach eine Frechheit, dass ich als Kassenpatient ewig in der Warteschleife häng und nach mehrmaligem anrufen nicht durchkomm und bei der Privatpatientennummer nach dem ersten klingeln jemand abhebt 😡

    @edit: Natürlich konnte die mir dann als Kassenpatient keinen Termin geben und ich sollte es doch weiter bei der anderen Nummer versuchen...



  • Schon wieder ein neuer Nick?

    Na ja, das Thema an sich ist durchaus relevant. Es ist nun mal so, dass Ärzte bei Privatpatienten mehr abrechnen können. Das ist zwar schlecht für die privaten Kassen und die gesetzlich Versicherten, aber für die Ärzte ist es gut. Und - wenn man das mal glaubt - für einige auch existenzsichernd, da sich manche Praxis nur mit Kassenpatienten alleine nicht über Wasser halten ließe.
    Insofern ist es schon verständlich, dass diese Patienten eher einen Termin bekommen. Wenn auch ärgerlich.

    Bei Augenärzten wartet man tatsächlich extrem lang auf einen Termin. Ich bin froh, dass ich nur alle Jubeljahre mal hin muss, da ich die Sehstärke eh vom Optiker messen lass, wenn es an eine neue Brille geht.



  • Das Problem dabei ist doch nur, dass du dich nicht privat versichern darfst, kleinr.



  • earli schrieb:

    Das Problem dabei ist doch nur, dass du dich nicht privat versichern darfst, kleinr.

    Klar, ich bin freiwillig versichert. Aber, bei einer Diskussion vor Jahren, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass eine Private im Alter und bei Familiengründung unvorteilhaft ist. Oder, wurde ich hier nicht gut beraten :p



  • kleinr schrieb:

    dass eine Private im Alter und bei Familiengründung unvorteilhaft ist.

    Das stimmt in der Regel.



  • kleinr schrieb:

    earli schrieb:

    Das Problem dabei ist doch nur, dass du dich nicht privat versichern darfst, kleinr.

    Klar, ich bin freiwillig versichert. Aber, bei einer Diskussion vor Jahren, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass eine Private im Alter und bei Familiengründung unvorteilhaft ist. Oder, wurde ich hier nicht gut beraten :p

    Also wird die private gegenüber der gesetzlichen diskriminiert?

    Du kannst es dir aussuchen, und du hast dir die gesetzliche ausgesucht, also beschwer dich nicht.



  • earli schrieb:

    kleinr schrieb:

    earli schrieb:

    Das Problem dabei ist doch nur, dass du dich nicht privat versichern darfst, kleinr.

    Klar, ich bin freiwillig versichert. Aber, bei einer Diskussion vor Jahren, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass eine Private im Alter und bei Familiengründung unvorteilhaft ist. Oder, wurde ich hier nicht gut beraten :p

    Also wird die private gegenüber der gesetzlichen diskriminiert?

    Du kannst es dir aussuchen, und du hast dir die gesetzliche ausgesucht, also beschwer dich nicht.

    Aber, es kann sich scheinbar nicht jeder aussuchen. Unabhängig davon, sollten wir, wenn wir auf ein erstklassiges Gesundheitssystem Wert legen, dies besonders auf den Normalbürger und nicht die Oberschicht ausrichten!



  • kleinr schrieb:

    Du kannst es dir aussuchen, und du hast dir die gesetzliche ausgesucht, also beschwer dich nicht.

    Aber, es kann sich scheinbar nicht jeder aussuchen. Unabhängig davon, sollten wir, wenn wir auf ein erstklassiges Gesundheitssystem Wert legen, dies besonders auf den Normalbürger und nicht die Oberschicht ausrichten![/quote]

    Ärzte und Krankenhäuser wachsen aber nicht auf Bäumen, und die Privaten zahlen mehr. Wenn wir ein erstklassiges Gesundheitssystem wollen, dann brauchen wir Konkurrenz und Wettbewerb, und nicht Einheitskassen mit politisch festgelegten Leistungskatalogen.



  • earli schrieb:

    Ärzte und Krankenhäuser wachsen aber nicht auf Bäumen, und die Privaten zahlen mehr. Wenn wir ein erstklassiges Gesundheitssystem wollen, dann brauchen wir Konkurrenz und Wettbewerb, und nicht Einheitskassen mit politisch festgelegten Leistungskatalogen.

    Moment: Den haben wir jetzt doch durch die privaten Kassen. Tatsächlich sind die Leistungen der (gesetzlichen) Kassen aber gesunken seit dem es Konkurrenz gibt.
    Die Zuverlässigkeit des englischen Bahnverkehrs ist auf tödliche Weise gesunken, seit dem er privatisiert wurde und es zig private Bahngesellschaften gibt.
    Die Zuverlässigkeit der deutschen Post ist gesunken, seit dem sie gezwungen ist ihre Auslieferer immer mehr Strecken bei gleicher Zeit fahren zu lassen aufgrund der Konkurrenz. Die Konkurrenz ist teils deutlich schlechter (Hermes).

    Konkurrenz hat manchmal tatsächlich positive Effekte, aber das ist kein in Stein gemeißeltes Gesetz. Es gibt Bereiche, da möchte ich keine Konkurrenz sehen. Dazu gehört aufjedenfall das Gesundheitssystem. Es sollte fair und nicht gewinnorientiert, sondern kostendeckend sein. Punkt!

    L. G.,
    IBV



  • Nein, wir haben überhaupt keinen Wettbewerb im Gesundheitssektor. Beispiel: Pharmaindustrie. In den USA kosten Medikamente nur ein Bruchteil dessen, was sie in Deutschland kosten.



  • In Deutschland konnten die Pharmahersteller ihre Preise auch selbst bestimmen. Seit 2010 müssen sie nun für neue Medikamente mit den Krankenkassen verhandeln.



  • earli schrieb:

    In den USA kosten Medikamente nur ein Bruchteil dessen, was sie in Deutschland kosten.

    http://www.gesundheit.com/gc_detail_17_gc17120707.html

    Die Studie vergleicht Medikamentenpreise zwischen Italien, seinen EU-Nachbarn und den US und zeigt, dass die Preise für Medikamente in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, und Spanien durchschnittlich bis zu 42% höher als in Italien sind; in den USA sind sie doppelt so hoch.

    Anderer Link für anscheinend dieselbe Studie: http://www.mba24.com/fachbeitraege_deutsch/studie-wo-medikamente-am-guenstigsten-sind.html

    Das liegt vermutlich daran, dass es im Pharmabereich zum Teil eben gerade keinen Wettbewerb gibt, weil die Medikamente patentiert sind. Man müsste die Kosten im Generikamarkt vergleichen.


  • Mod

    Bashar schrieb:

    earli schrieb:

    In den USA kosten Medikamente nur ein Bruchteil dessen, was sie in Deutschland kosten.

    http://www.gesundheit.com/gc_detail_17_gc17120707.html

    Die Studie vergleicht Medikamentenpreise zwischen Italien, seinen EU-Nachbarn und den US und zeigt, dass die Preise für Medikamente in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, und Spanien durchschnittlich bis zu 42% höher als in Italien sind; in den USA sind sie doppelt so hoch.

    Anderer Link für anscheinend dieselbe Studie: http://www.mba24.com/fachbeitraege_deutsch/studie-wo-medikamente-am-guenstigsten-sind.html

    Die Zahl auf der Rechnung in den USA ist bloß ein Fantasiepreis, den nur die armen Schlucker zahlen müssen, die keine Krankenversicherung haben. Ob solch hart recherchierende Magazine wie gesundheit.com und MBA24 das beachtet haben?



  • Die schreiben nur die Pressemitteilung der Universität ab, ihre Recherchequalität hat mit der Studie nichts zu tun. Wieso muss man sowas eigentlich erklären?


  • Mod

    Bashar schrieb:

    Die schreiben nur die Pressemitteilung der Universität ab, ihre Recherchequalität hat mit der Studie nichts zu tun. Wieso muss man sowas eigentlich erklären?

    Wer weiß, was wirklich in der Studie steht (vielleicht wird das ja relativiert) oder ob die Studie was taugt (viele solche Studien sind nun einmal methodisch falsch). Kann der Journalist das erkennen? Nein. Also sind solche Quellen mit Vorsicht zu genießen und du musst dir das daher auch vorwerfen lassen, wenn du so etwas unreflektiert zitierst. Besonderes Alarmzeichen ist, dass in beiden Artikeln die Originalstudie nicht angegeben wird.


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