Ist mein PC bald hinüber?



  • Guten Tag Forum,

    ich bräuchte eure Hilfe bei der Fehlersuche mit meinem PC.
    Innerhalb von 2 Wochen ist bei mir folgendes Problem zwei Mal aufgetreten:
    * Der Bildschirm wird schwarz (als ob der PC aus wäre)
    * Die Festplatten-LED leuchtet/blinkt nicht (Festplatte ist auch nicht zu hören)
    * Es scheint so als ob der PC garnichts macht
    * Aber: Es läuft der hintere Gehäuselüfter.
    * Der PC lässt sich weder über den Einschaltknopf, noch über den Neustart-Knopf ausschalten. Auch nicht durch längeres Gedrückthalten einer dieser Knöpfe.
    * Wenn das Problem beim Kaltstart auftritt, kommt nicht mal eine BIOS-Meldung. Stattdessen: Der Bildschirm bleibt komplett schwarz.
    * Die einzige Möglichkeit den PC auszuschalten ist Stecker ziehen.
    * Nach ca 30 Sekunden Trennung vom Stromnetz lässt sich der PC jedoch wie gewohnt Starten ohne irgendwelche Warn-/Fehlermeldungen.

    Dieses Problem ist einmal während des Betriebs aufgetreten und einmal (gerade eben) beim Kaltstart. Nun frage ich mich woran das liegen könnte. Brauche ich in absehbarer Zeit einen neuen PC oder kann ich diesen noch retten? Ein Bekannter hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass dies an der Knopfbatterie auf dem Mainboard liegen könnte. Ist das plausibel? Sollte bzw kann ich die Batterie dort überhaupt wechseln?

    Infos zum PC (> 5 Jahre alt):
    CPU: AMD Phenom 9650 Quad-Core-Prozessor (4 Kerne), ~ 2.3 GHz
    Arbeitsspeicher: 4096 MB RAM
    Mainboard (von Gigabyte): GA-MA790GP-UD4H
    Grafik: NVIDIA GeForce GTX 260
    BIOS: Award Modular BIOS v6.00PG
    Betriebssystem: Windows 7, erst vor 1-2 Monaten neu installiert.

    Viele Grüße



  • Klar, BIOS-Batterien kann man wechseln. Aber das Symptom passt nicht so besonders gut zu einer leeren Batterie.

    Das Phänomen klingt eher nach Überhitzung. Könnte es das sein? Saug mal den Staub aus dem Rechner; Insbesondere aus Prozessor-, Netzteil- und Grafikkartenlüfter.



  • Ich habe erst vor ein paar Monaten den Rechner von innen gestaubsaugt. Danke trotzdem für den Tipp. Morgen sauge ich explizit die Lüfter noch einmal durch.

    Als das Problem im laufenden Betrieb auftrat, war es heiß (27-28 Grad in der Wohnung) und der PC lief bereits seit ca. 8h. Was mich jedoch verwundert, ist dass das Problem heute beim Kaltstart aufgetreten ist bei einer Raumtemperatur von ca. 23 Grad.

    Du hattest die Grafikkarte als mögliche Fehlerquelle erwähnt. Kann eine Grafikkarte derart den PC lahmlegen, sodass auch keine Festplatten-LEDs mehr leuchten? Ich frage das, weil die Grafikkarte seit Jahren gelegentlich Probleme bereitet, die sich durch einen Neustart "beheben" lassen: Manchmal färbt sich im Betrieb der Bidlschirm in einer (beliebigen) Farbe ein, aber zB die Musik läuft weiter. Jedoch konnte man dort stets über den RESET-Knopf den PC einfach neustarten. Bei dem aktuellen Problem lässt sich der PC nicht neustarten.


  • Mod

    Klingt definitiv nicht nach defekter Batterie.

    Hitze könnte sein, es ist schließlich Sommer und da passt es, dass solche Probleme sich dann äußern. Ein Säubern des Rechners wird sicher nicht schaden.

    Es könnte so trivial sein, dass einer der Schalter kaputt ist; passt von den Symptomen her ganz gut.

    Es könnte auch ein Hardwaredefekt in RAM, CPU, Board oder Netzteil sein, eventuell auch eine Erweiterungskarte. Diese zu finden wird schwer, wenn man keine zuverlässige Methode hat, den Fehler zu reproduzieren. Ich würde mal ein paar Testprogramme laufen lassen. Memcheck, CPU-Stresstest, Grafikbenchmark. Gucken, ob etwas passiert. Im Idealfall wird eine eindeutige Ursache gefunden, beispielsweise Fehler beim Memcheck. Wenn du Glück hast, wird der Fehler wenigstens reproduzierbar. Wenn der Fehler reproduzierbar ist, kannst du durch Ausprobieren die Ursache weiter eingrenzen.

    Wenn der Fehler weiterhin nicht-reproduzierbar bleibt, hast du ein Problem, denn es wird sehr mühsam den Fehler einzukesseln. Das könnte sich dann über Monate hinziehen und ist frustrierend und mühsam.


  • Mod

    Schneewittchen schrieb:

    Du hattest die Grafikkarte als mögliche Fehlerquelle erwähnt. Kann eine Grafikkarte derart den PC lahmlegen, sodass auch keine Festplatten-LEDs mehr leuchten? Ich frage das, weil die Grafikkarte seit Jahren gelegentlich Probleme bereitet, die sich durch einen Neustart "beheben" lassen: Manchmal färbt sich im Betrieb der Bidlschirm in einer (beliebigen) Farbe ein, aber zB die Musik läuft weiter. Jedoch konnte man dort stets über den RESET-Knopf den PC einfach neustarten. Bei dem aktuellen Problem lässt sich der PC nicht neustarten.

    Das ist durchaus möglich. Wenn du in der Vergangenheit bereits Probleme dieser Art hattest, würde ich mit Grafikkarte und Netzteil als Verdächtigen anfangen. Es könnte sein, dass das Netzteil nicht in der Lage ist, die Bedürfnisse deines Rechners zuverlässig zu bedienen.



  • Ich werde die Tage auf jeden Fall die von dir genannten Programme durchlaufen lassen. Das Netzteil war, wenn ich mich nicht irre, großzügig ausgelegt. Dann müsste es die Grafikkarte sein.

    Das Mainbaord müsste eine Onboard-Grafik haben. Kann ich einfach die Grafikkarte ausbauen und meinen Monitor auf den Onboard-Anschluss umstecken? Oder sind weitere Schritte erforderlich? Denn aktuell ist ja der NVIDIA-Grafiktreiber installiert. Und sind Änderungen im BIOS erforderlich?



  • Netzteil ist bei älteren Rechnern und nicht-direkt zuzuordnenden Fehlerbildern immer der erste Punkt den es zu testen gilt. Ist es kein Markennetzteil, oder ein "günstiges" Markennetzteil, macht es das noch wahrscheinlicher. Kannst du keines zum Testen ausleihen, dann kauf dir ein neues. War es nicht das Netzteil hast du ein neues, wahrscheinlich unendlich effizienteres noch dazu. Das kannst du dann auch in den nächsten Rechner mitnehmen.



  • Schneewittchen schrieb:

    Das Netzteil war, wenn ich mich nicht irre, großzügig ausgelegt.

    Watt alleine sagt praktisch garnichts bei Netzteilen. Vor allem nicht bei defekten Netzteilen 😉

    Schneewittchen schrieb:

    Das Mainbaord müsste eine Onboard-Grafik haben. Kann ich einfach die Grafikkarte ausbauen und meinen Monitor auf den Onboard-Anschluss umstecken? Oder sind weitere Schritte erforderlich? Denn aktuell ist ja der NVIDIA-Grafiktreiber installiert. Und sind Änderungen im BIOS erforderlich?

    Naja, den Mainboard-Graka-Treiber musst du natürlich installieren wenn du nicht mit dem Standard-VGA leben kannst (sprich mehrere Stunden testen willst). Aber das wäre sicherlich ein guter Test. Wobei das auch ein defektes Netzteil nicht ausschliessen würde.

    Die Batterie (die es nicht sein wird, aber das Gewissen ist dann beruhigt) kannst du ja einfach entfernen, gehen halt die BIOS-Einstellungen weg, solltest du dir merken (idealerweise das Delta zum Default).


  • Mod

    Schneewittchen schrieb:

    Ich werde die Tage auf jeden Fall die von dir genannten Programme durchlaufen lassen. Das Netzteil war, wenn ich mich nicht irre, großzügig ausgelegt. Dann müsste es die Grafikkarte sein.

    Eine große Wattzahl heißt nicht unbedingt, dass das Netzteil auch gut ist. Es muss mit plötzlichen Leistungssteigerungen (z.B. beim Start - merkst du was? 😃 ), ungleichen Lastverteilungen (z.B. viel Leistungsbedarf auf einer Schiene) und vielem mehr klar kommen und dabei auf allen Anschlüssen konstant nach Bedarf liefern.

    Das Mainbaord müsste eine Onboard-Grafik haben. Kann ich einfach die Grafikkarte ausbauen und meinen Monitor auf den Onboard-Anschluss umstecken? Oder sind weitere Schritte erforderlich? Denn aktuell ist ja der NVIDIA-Grafiktreiber installiert. Und sind Änderungen im BIOS erforderlich?

    In der Regel sollte das direkt ohne Änderungen laufen. Es kann sein, dass die interne Grafikkarte im BIOS von dir oder dem Hersteller deaktiviert wurde. Wenn dies der Fall ist, wirst du es offensichtlich merken. In dem Fall kannst du die alte Karte einbauen und sie wieder einschalten. Oder du checkst das sicherheitshalber, bevor du die Grafikkarte ausbaust. Aber normalerweise sollte ein einfacher Ausbau reichen.

    Die interne Grafikkarte wird natürlich wesentlich weniger Leistung aufnehmen. Wenn es also mit der internen Grafikkarte funktioniert, ist zwar klar, dass es zwar an deiner externen Grafikkarte liegt, aber es ist nicht gesagt, dass sie auch die wirkliche Ursache der Probleme ist.



  • Das Problem mit dem Kaltstart und den genannten Symptomen könnte auch auf einen Cold Boot Bug schließen, dann ist auf alle Fälle das Mainboard hinüber.

    Zurückführen lässt sich das oft auf eine schlechte Fertigung des Mainboards. Mit der Zeit entwickeln sich kalte Lötstellen an den feinen Pin Anschlüssen des Mainboard Chipsatzes.

    Wenn das das Problem ist, dann hilft da nur noch Mainboard in den Backofen. Aber auch das ist keine langfristige Lösung. Du wirst also um das neu kaufen nicht herum kommen, wenn das das Problem sein sollte.

    Eine leere Batterie macht überhaupt nichts aus, wenn dass das Problem wäre, dann würde der Rechner mit den Standard BIOS Einstellungen booten und die Uhrzeit wäre, solange das OS noch keine NTP Abfrage durchgeführt hat, die falsche.



  • Das klingt nicht gut, und wäre aus meiner Sicht auch mit Vorsicht zu genießen ( weitere Hardwareschäden möglich)

    was würde ich erstmal machen? Linux-Cd-Standardramtest, + gucken ob die Problematik die gleiche ist, Energiemanagement ausschalten, Graka-Treiber und Bios überprüfen, gegebenfalls auswechseln. Auch ein Wackelkontakt ist möglich, gucken, ob Graka o.ä. ordentlich sitzt.



  • Wie SeppJ gesagt hat, Netzteil und Graka sind heiße Anwärter, das haste schnell getauscht bzw. den Fallback auf OBG durchgeführt.

    Was mich ein wenig stutzig macht, ist das Verhalten des rückwärtigen Gehäuselüfters.
    Wann genau läuft der an und wer speist ihn?

    Memtest ist dann besonders ratsam, wenn die Kiste ab und an "komische" Dinge tut oder unvermittelt neu durchstartet. Schaden tut er aber keineswegs.

    Also viel Spaß beim Testen!



  • Danke für die Hilfe. Ich habe eben den PC komplett von Innen sauber gemacht, insbesondere sämtliche Lüfter.

    ps: Das verwendete Netzteil ist ein 550W-Netzteil von "be quiet". Also ist es zumindest kein no-name-Netzteil. Damit kann ich natürlich nicht ausschließen, dass das Problem nicht doch beim Netzteil liegt. Aber eins nach dem anderen.

    Mein aktuelles Problem ist, dass der beschriebene Fehler sich bislang nicht reproduzieren lässt. Ein Durchlauf mit memtest86 hat keine Fehler geliefert. Nun würde ich gerne die Grafikkarte "zum schwitzen bringen" - habe allerdings keine Spiele installiert. Welches Grafik-Benchmark kann ich da nehmen? Google empfielt mir 3DMark aber 1.5 GB nur um die Graka zum Schwitzen zubringen? Nachtrag: Habe einen Benchmark mit 3DMark durchgeführt. Die Grafikkarte wurde spürbar wärmer/heiß. Sonst ist nichts passiert.

    Sollte der Fehler tatsächlich bei der Grafikkarte liegen, dann würde ich gerne die Onboard-Grafik verwenden. Ich habe eben zu Testzwecken den Monitor auf den DVI-Anschluss der on-board grafik umgesteckt und den PC neugestartet. Der Bildschirm blieb komplett schwarz. Soweit ich das richtig verstehe, ist die Onboard-Grafik im BIOS nicht deaktiviert. Allerdings habe ich die externe Graka (GTX 260) nicht ausgebaut. Ist ein Ausbau zwingend erfoderlich?

    pointercrash() schrieb:

    Was mich ein wenig stutzig macht, ist das Verhalten des rückwärtigen Gehäuselüfters.
    Wann genau läuft der an und wer speist ihn?

    Der hintere Gehäuselüfter wird über eine Lüftersteuerung gespeist (Drehknopf an der Rückseite des PC-Gehäuses). Über den Drehknopf kann ich in gewissen Grenzen die Lüfterdrehzahl verstellen. Allerdings ist dieser seit Jahren auf "Max." eingstellt und wird nie verstellt. Da sämtliche Kabel durch Kabelbinder gebündelt sind, kann ich nicht genau erkennen, wer die Lüftersteuerung speist. Vermutlich direkt das Netzteil?

    Nachtrag: Im Normalfall läuft der Gehäuselüfter an wenn ich den PC Starte und geht aus wenn der PC aus ist 🙂 Also ganz normal.

    Zum CPU-Stresstest. Hierzu habe ich Prime95 10-15 Minuten laufen lassen mit der Testoption "Small FFTS" (für maximale Hitzeentwicklung). Da bis auf 100%-Auslastung aller 4 Kerne und das Hochdrehen des CPU-Lüfters nicht viel passiert ist, habe ich den Test vorzeitig abgebrochen.



  • Dass es heutzutage immer noch keine bewährte Methodik gibt, um Fehlerursachen zu finden ist echt irgendwie doof.

    Wenn man Glück hat dann ist der Fehler reproduzierbar und man kann gezielt mit Ersatz-Hardware relativ gut drauf kommen. Allerdings erfordert dies natürlich auch die Ersatz-Hardware.

    Jedes mal wenn mein PC Macken macht bekomme ich ein beklemmendes Gefühl, denn meistens heißt das ewiges, frustrierendes im Dunklen tappen ohne jemals wirklich drauf zu kommen.

    Ist irgendwie schon ernüchternd wie schlecht die Fehleranalyse hier möglich ist.



  • Schneewittchen schrieb:

    Sollte der Fehler tatsächlich bei der Grafikkarte liegen, dann würde ich gerne die Onboard-Grafik verwenden. Ich habe eben zu Testzwecken den Monitor auf den DVI-Anschluss der on-board grafik umgesteckt und den PC neugestartet. Der Bildschirm blieb komplett schwarz. Soweit ich das richtig verstehe, ist die Onboard-Grafik im BIOS nicht deaktiviert. Allerdings habe ich die externe Graka (GTX 260) nicht ausgebaut. Ist ein Ausbau zwingend erfoderlich?

    Durch Herumprobieren in den BIOS-Einstellungen kann ich mir diese Frage selber beantworten. Es ist nicht erforderlich die Grafikkarte auszubauen, allerdings sollte man vorher in den BIOS-Einstellungen den Punkt "Init Display First" auf "OnChipVGA" umstellen und erst danach den Monitor auf die Onboard-Grafik umstecken. Ohne diese Einstellung bleibt der Bildschirm nach dem Umstecken schwarz.



  • Schneewittchen schrieb:

    Durch Herumprobieren in den BIOS-Einstellungen kann ich mir diese Frage selber beantworten. Es ist nicht erforderlich die Grafikkarte auszubauen, allerdings sollte man vorher in den BIOS-Einstellungen den Punkt "Init Display First" auf "OnChipVGA" umstellen und erst danach den Monitor auf die Onboard-Grafik umstecken. Ohne diese Einstellung bleibt der Bildschirm nach dem Umstecken schwarz.

    Du hast Deinen Irrtum selbst dokumentiert, es heißt damit nur, welches Display zuerst initialisiert werden soll und nicht, daß das andere nicht initialisiert wird.
    Aber egal, das mit dem Lüfter macht die Sache halbwegs klar:
    Es ist irgendwas mit dem fehlenden PowerGood, mit dem das Netzteil signalisiert, daß das Mainboard loslegen darf.
    Kann natürlich auch mit den Standby- 5V zu tun haben, aber höchstwahrscheinlich ist es das Netzteil, eine Restwahrscheinlichkeit fürs Mainboard gibt's natürlich auch.
    Tausch das Ding und Du hast den Fehler mit ziemlicher Sicherheit erschlagen. 🙂


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