C++ Kurs an der Fernuni Hagen (mit M.Sc. Informatik)



  • Hallo zusammen,

    ich besitze einen M.Sc. in Informatik. So seltsam es evtl. klingen mag aber ich habe im gesamten Studium (Webtechnologien und etwas SAP ausgenommen) nur die Programmiersprache Java gelernt. Uns wurde zwar tonnenweise theoretisches Wissen eingekloppt (neben total für den Job überflüssigen Fächern), was man nach spätestens einem Semester wieder vergessen hat, aber am Ende des doch recht qualifizierten Abschlusses würde ich meine tatsächlichen, praktischen Kenntnisse als recht gering einschätzen. Das praktische Wissen was ich tatsächlich anwenden kann, konnte ich überwiegend aus der Studententätigkeit während der letzten Semester und der Abschlussarbeiten beziehen. Ich behaupte, dass ein ausgebildeter Fachinformatiker im Bereich Anwendungsentwicklung direkt nach seiner Ausbildung viel mehr Programmierkenntnisse hat. Und dieser Kostet das Unternehmen auch um einiges weniger... Aber das ist ein anderes Thema.

    Aktuell bin ich zwar als Softwareentwickler im Bereich Java berufstätig (Studium gerade erst abgeschlossen), bin aber auf der Suche nach einer neuen Stelle. Da ich recht ländlich wohne und lange Reisezeiten für mich nicht in Frage kommen, versuche ich mich in der Gegend umzusehen. Da ich "nur" Java kann, fallen viele Jobangebote im vornherein weg.

    Da oftmals C++ verlangt wird, bin ich am überlegen den entsprechenden Kurs an der Fernuni Hagen zu belegen und mir diesen am Ende zertifizieren zu lassen.

    Hat von euch jemand Erfahrungen damit? Läuft das ganze zu 100% online ab, sprich ohne Veranstaltungen (ausgenommen ist natürlich die Prüfung)? Wird ein solches Zertifikat gut angesehen, sprich, lohnt sich das ganze überhaupt?

    Würde mich über eure Beiträge freuen. 👍



  • Subjektive Meinung: Kauf Dir'n Buch und fang an in C++ zu programmieren. Mit einem abgeschlossenen Informatikstudium solltest Du in der Lage sein, Dir das schnell selbständig beizubringen. Programmieren und andere "praktische Kenntnisse" lernt man sowieso nicht durch Kurse.



  • Danke für deinen Beitrag!
    Das ist natürlich richtig. Ich wäre durchaus in der Lage die Sprache selbstständig zu lernen allerdings fehlt in meinem Abschlsuszeugnissen und im Lebenslauf jegliche Erwähnung der Arbeit mit C++. Irgendwie muss man das dem Arbeitgeber ja belegen, oder sehe ich es falsch bzw. hast du andere Erfahrungen?



  • Die Beiteiligung an einem C++ Open source Projekt kann man sicher sinnvoll im Lebenslauf angeben und man tut dabei auch noch was gutes in der Computer Welt 😉
    Ich glaube sowieso nicht, dass Arbeitgeber in der Softwarebranche, so sehr auf Zertifikate stehen, die wollen eher sehen was du kannst, weil es gibt einfach so viele Zertifikate die nichts darüber aussagen, was der Arbeitgeber von dir will.



  • 3mperor schrieb:

    Irgendwie muss man das dem Arbeitgeber ja belegen, oder sehe ich es falsch bzw. hast du andere Erfahrungen?

    Die nehmen schon an, daß man in der Bewerbung nicht lügt. Ich war 20 Jahre am Basteln von Zertifikaten beteiligt und sage Dir, sie haben keine positive fachliche Aussagekraft. Finde eher, Du rückst Dich ins schlechte Licht, wenn Du zeigt, daß Du es nicht selber lernen konntest.



  • 3mperor schrieb:

    Danke für deinen Beitrag!
    Das ist natürlich richtig. Ich wäre durchaus in der Lage die Sprache selbstständig zu lernen allerdings fehlt in meinem Abschlsuszeugnissen und im Lebenslauf jegliche Erwähnung der Arbeit mit C++. Irgendwie muss man das dem Arbeitgeber ja belegen, oder sehe ich es falsch bzw. hast du andere Erfahrungen?

    Das zu belegen wäre sicherlich von Vorteil, ich stimme aber volkard dahingehend zu, dass ein Zertifikat in einem grundlegenden Werkzeug wie C++ eher kontraproktiv erscheinen kann.
    Wenn die ernsthaft jemanden suchen, der C++ kann, wissen die auch, dass man C++ nicht mal eben so lernen kann. Das ist schon eine Sache, die viel Erfahrung verlangt. Die wirst Du aber nicht in einer Vorlesung erhalten.
    Das Zertifikat sagt also weniger aus, dass Du C++ kannst, als dass Du über keine Erfahrung verfügst, denn sonst hättest Du den Kurs ja nicht besucht.
    Schlussendlich sucht man Leute, die wissen, was sie tun, also brauchst Du eher nachweisbare Erfahrung als ein Zertifikat.
    Es spricht nichts dagegen, den Kurs zu machen, aber ich würde kein Geld für so ein Zertifikat ausgeben. Und auf ein solches Zertifikat auch nicht in der Bewerbung hinweisen, wenn es noch frisch ist und ich sonst nix zu zeigen habe.

    Ich würde daher auch eher zum C++-Buch raten und mir ein Projekt aussuchen, dass Du mit C++ umsetzen möchtest und das dann gleich als Referenz in Deinem Lebenslauf bewirbst. Das eigene Projekt wird vermutlich mehr wert sein, als ein Zertifikat, denn das ist zumindest schonmal Erfahrung.



  • Es geht eigentlich auch kaum jemand davon aus, dass man im Studium programmieren oder C++ lernt. Ich hatte im Grundstudium C und C++, ich weiß jetzt aber gar nicht, ob das bei mir im Diplom aufgeführt ist. Ich habe bei der Bewerbung einfach angegeben, dass ich C++ kann.
    Ich hatte allerdings schon als Werkstudent C++ programmiert und konnte entsprechende Arbeitszeugnisse vorlegen. Ich denke, praktische Erfahrung nachweisen zu können ist viel wichtiger, als ob du das in einem Studium mal belegt hast oder nicht. Und eine Firma, die nicht unbedingt gleich erfahrene Senior Entwickler sucht und auch einen Frischling von der Uni genommen hätte, wird nicht unbedingt darauf achten, ob bei dir auch im Diplom C++ steht, wenn du sagst, dass du das kannst.



  • Besinne dich auf das was du kannst und nicht auf das was dir fehlt. und wenn du wirklich C++ brauchst, dich dein Arbeitgeber aber ansonsten gebrauchen kann wird er dich in dem Lernprozess unterstützen.

    Normalerweise beginnen die meisten Programmierer so mit einem Alter von 10-16 Jahren, ihrer leidenschaft nachzugehen. Wenn du dich mit 26- 30 Jahren nur dafür interessierst, um deinen CV auf zubessern, solltest du dir selber vielleicht eingestehen das du nicht der geborene Programmierer bist.



  • assaziel schrieb:

    Normalerweise beginnen die meisten Programmierer so mit einem Alter von 10-16 Jahren, ihrer leidenschaft nachzugehen. Wenn du dich mit 26- 30 Jahren nur dafür interessierst, um deinen CV auf zubessern, solltest du dir selber vielleicht eingestehen das du nicht der geborene Programmierer bist.

    Ich sehe ueberhaupt kein Problem daran, sich Dinge beizubringen, die man beruflich benoetigt, auch wenn man vielleicht nicht die Leidenschaft dafuer entwickelt, die einige andere dafuer entwickeln. Im beruflichen Umfeld werden Arbeitnehmer gesucht und keine "Kuenstler", die ihrer Leidenschaft nachgehen wollen.

    ...IMHO.


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