Videoschnittsoftware gesucht


  • Mod

    Hi,

    vor einiger Zeit habe ich hier nach Videomultiplexern gefragt und gute Tipps bekommen (mkvtoolnix). Nun ist (voraussichtlich einmalig) der Anspruch etwas gestiegen und ich muss wirklich etwas zurecht schneiden.

    Was ich habe:

    • Zwei bis drei Videospuren der selben Szenen aus unterschiedlichen Perspektiven mit zugehörigen Audiospuren.
    • Manchmal ist das Bild aus einer Perspektive besser, aber der Ton aus einer anderen besser. Ich bin mir sicher, dass alle Quellen gleich schnell laufen (also keine Verzerrungen zwischen den unterschiedlichen Spuren), aber die unterschiedlichen Spuren sind nicht unbedingt synchron (etwa: Szene K fängt auf Spur 1 bei 14:56 an, auf Spur 2 aber bei 6:24, aber beide sind exakt 1:23 lang).

    Ich möchte daraus ein kohärentes Ganzes zusammen schneiden. Der Schnitt wird voraussichtlich szenenweise erfolgen (ich habe bereits einen recht genauen Ablaufplan), es sollte daher keine Probleme mit den Übergängen geben. Was ich mir wünschen würde von einer Software:

    • Muss: Ich kann jeweils wählen, für welche Zeit ich von welcher der Quellen das Bild und von welcher der Quellen ich den Ton für das Endresultat haben möchte.
    • Muss: Falls ich Bild und Ton aus unterschiedlichen Quellen habe, wäre es gut, wenn ich die Audiospur direkt im Schnittprogramm mit dem Bild synchronisieren kann, ohne auf externe Audioeditoren zurück greifen zu müssen. Die meisten Szenen sollten gut erkennbare Ereignisse im Bild haben, an denen ich die Audiospur synchronisieren kann; ich brauche nur eine Möglichkeit, den Offset zwischen Bild und Ton einer Szene genau einzustellen und das Ergebnis zu prüfen.
    • Muss: Ich habe keine Lust, Zeitindizes oder Frameoffsets in der Kommandozeile zu tippen. Irgendeine Form von GUI-Bedienung ist Pflicht.
    • Stark wünschenswert: Eine Vorschau, ob auch wirklich alles so passt, wie ich es mir vorstelle.
    • Wünschenswert: Das Programm hilft mir beim Erkennen der Szenenübergänge in den Quellen. Die meisten Szenen haben recht harte Übergänge und sollten erkennbar sein. Ich kann dann nötigenfalls mit der Feineinstellung nachhelfen.
    • Stark wünschenswert: Da dies (zumindest bisher) kein Hobby von mir ist, sondern ein voraussichtlich einmaliger Vorgang, wäre es gut, wenn die Software frei verfügbar wäre.
    • Muss nicht: Es braucht nicht professionell sein, es ist nur auf privater Familien-/Freundesebene. Was ich oben aufgezählt habe, ist wirklich alles, was ich brauche. Ich brauche keine Filter, Übergänge, Spezialeffekte, Abspanneditoren oder sonst etwas. Bloß einfaches Zurechtschneiden existierenden Materials. Da ich aber gleichzeitig Perfektionist bin, habe ich zur Not auch den Ansporn, mich mit weniger nutzerfreudlicher Software rumzuschlagen oder durch Fleiß Arbeiten selber zu erledigen, die mir eine professionellere Software abnehmen könnte (z.B. Audiosynchronisation?), falls mir die nötigen Mittel in die Hand gegeben werden.
    • Muss: Betriebssystem: Windows oder Linux.

    Ich habe zwar nicht total ratlos, möchte aber Leute mit mehr Erfahrung nach ihren Ratschlägen fragen.



  • Videopad kann das alles (soweit ich weiß). Benutz ich auch immer wieder gerne.



  • Davinci Resolve soll ganz gut sein...


  • Mod

    Mal ein bisschen Feedback, ich freue mich aber trotzdem über weitere Vorschläge:

    dot schrieb:

    Davinci Resolve soll ganz gut sein...

    Sehr interessant. Das ist genau die Art von Programm, die ich mir nach einem ersten Blick nicht weiter angesehen hätte, weil es wie absoluter Overkill für meine Zwecke aussieht, daher freue ich mich über den Tipp. Klingt vielversprechend und habe ich auch ausprobiert. Dummerweise habe ich es irgendwie nicht so recht zum Laufen bekommen 😞
    Wahrscheinlich irgendwas ganz dummes, das ich einfach lösen könnte, aber dazu habe ich gerade nicht die Muße. Am Wochenende vielleicht.

    roflo schrieb:

    Videopad kann das alles (soweit ich weiß). Benutz ich auch immer wieder gerne.

    Das ist die Art von Programm, die ich mir vorstellte, während ich die Frage stellte (was nicht heißen will, dass ich nicht auch offen bin für Vorschläge in eine andere Richtung. Davinci Resolve ist definitiv etwas, das ich auch mal ausprobieren werde). Und eines, das ich noch nicht kannte. Das allerbeste an diesem speziellen Programm:
    http://www.nchsoftware.com/videopad/tutorial.html
    Etwas, das viele Programme falsch machen, ist, dass sie zwar sehr viel können, aber dem Nutzer nicht erklären, wie er sie einsetzen kann. Hier wurde dieser Fehler nicht gemacht. 👍 👍 👍

    PS: Ein erster Versuch mit Videopad ist vielversprechend. Bin ein bisschen überrascht, dass mein Rechner von heute ungefähr genau so schwer am Schuften ist wie mein Rechner von vor 14 Jahren, als ich so etwas das letzte Mal im größeren Stil gemacht habe. Anscheinend ist die Datenrate von Videos und die nötige Codierarbeit in ungefähr dem gleichem Maße gestiegen wie die Rechenleistung. Ein Glück ist die Technik aber so weit fortgeschritten, dass man nun während der Rechenpause trotzdem noch bequem andere Dinge machen kann und nur am lauteren Lüfter merkt, dass der Rechner schwer arbeitet. Das war vor 10 Jahren noch anders. Es hilft sicherlich auch, dass nun selbst längere Filme einfach locker in den Arbeitsspeicher passen, wohingegen früher selbst meine Festplatte fast zu klein für die Rohdaten war.
    Davinci Resolve gucke ich mir dann die Tage mal näher an, falls ich bis dahin nicht schon längst mit dem Projekt fertig bin.


  • Mod

    Noch mehr Feedback, nachdem ich den Samstag mit diversen Programmen herum probiert habe:
    -Keines der freien Programme (frei wie Bier) konnte mir bieten, was ich suchte. Oder vielleicht bieten sie es, aber ich habe es unter anfängerunfreundlichen Oberflächen nicht gefunden.
    -Die Probierversionen der kommerziellen Programme erfüllen ihre Funktion. Aus Sicht des Herstellers. Sie zeigen durchaus, dass diese Programme mehr drauf haben, als ihre freien Kollegen. Aber sie sind derart beschnitten, dass man sie praktisch nicht einsetzen kann.

    Ich bin daher zu dem Schluss gekommen, dass ich mir eines der günstigeren Programme leisten sollte. Das hier empfohlene Videopad machte in der Testversion einen guten Eindruck: Anfängerfreundlich und genau auf meine Bedürfnisse passend, aber man merkt, dass da durchaus gute Technik hinter steckt. Den vergleichsweise günstigen Preis von $40 war mir das wert. Wenn man so etwas erst einmal hat, dann setzt man es erfahrungsgemäß auch häufiger ein. Bis jetzt, d.h. ein paar Stunden in das Projekt, würde ich es weiterempfehlen, keinerlei Grund zu Klagen.


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