Tetzel *blitz*



  • Im Elm gibt es eine nette, aber auch besondere Touristelle, die heißt Tetzelstein.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Tetzelstein

    Vor 500 Jahren gab es eine größere Pilger- bzw. Wallfahrtstätte im Elm, die war bei https://de.wikipedia.org/wiki/Küblingen , die ist ganz in der Nähe.

    Martin Luther und Johann Tetzel waren Zeitgenossen. Luther klagt mit seinen "Thesen" u.a. das kirchliche Ablassgeschäft an (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Ablass), welches u.a. Tetzel für die Kirche betreibt.
    (interessant ist auch der mythologische Teil, verlinkt u.a. https://de.wikipedia.org/wiki/Tatzelwurm_(Fabeltier) )
    Der Tetzelstein (als Symbol, bzw. als symbolischer Ort) ist vielleicht ein interessantes Zeitzeugnis einer besonderen Zeit.

    Heute dagegen:
    Buße und Vergebung: http://www.bussgeldkatalog.net
    Heutige Pilger werden zu "Temposündern" und müssen Buße tun ...

    Besonders interessantes Youtubevideo:
    https://www.youtube.com/watch?v=8WiXxqWToXc
    (ist auch nur besonders kurz, knapp 4 Min. Zeigt aber viel auf: Scheinheiligkeit , vorgeschobene "Begründungen", Finanzierungsziele, Abzockertricks, Schildbürgerschilderwald oder z.B. dass Hessen besonders gierig und trickreich erscheint, also nicht gastfreundlich, nicht pilgerfreundlich, nicht sicherheitinteressiert, usw.
    Mit Blick auf den Ablasshandel könnte man sagen: manche Dinge wiederholen sich auf unheimliche Weise:

    Zum Vergleich:
    Ein Video von der Polizei, ebenfalls nur kurz, zeigt aber sehr konkrete Gefahren (keine hypothetischen!): Ablenkung, Chaos und die Folgen Tod und Verwaisung
    https://www.youtube.com/watch?v=NZVuiuX5_3g
    (aber Video gucken allein hilft nicht sehr viel, es braucht Übungen zur Fahrpraxis und auch Übungen, sich nicht ablenken zu lassen. Die Fahrpraxis hilft, schwierige Situationen zu überstehen, die z.B. Meditierübung hilft, Ablenkungen als solche zu erkennen, und Aufmerksam zu bleiben bzw. dass man sich nicht ablenken lässt.)

    Man sieht auf der einen Seite die Todsünde:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Habgier
    http://www.blitzerabzocke.de

    Auf der anderen Seite die Liebe zum Leben. Ich habe die Straßenverkehrsteilnahme immer so verstanden: Ich passe mit für dich auf, bitte passe du auch mit für mich auf. Ein höchst kooperative, verantwortliches aufeinander Vertrauen.
    Das ist auch unbedingt notwendig.
    Leute, die dieses Vertrauen missbrauchen sollten nicht akzeptiert sein.



  • Die Frage ist: Wie kann man dieser Fehlentwicklung Einhalt gebieten?

    Da die verantwortlichen Blitzer oft Beamte sind, könnte man die Dienstaufsichtsbeschwerde nutzen. Aber es heißt auch, zahnloser Tiger..

    Die Blitzgeräte melden, zerstören, oder mitnehmen, ist keine langfristige Lösung, bzw. "nachhaltige Lösung".

    Man könnte der Polizei oder der Stadtbehörde eine rote Karte geben oder schicken.

    Vielleicht kann man den Kommunen ausreden, auf ein paar Millionen zu verzichten.
    (nicht sehr wahrscheinlich)

    Ob ein Aufkleber al la "ich bremse nicht für Blitzer" irgendetwas bringt?

    Was geht noch? Zur Behörde gehen, und ein paar Mollies durchs Fenster werfen..
    aber Terror...

    Eine aktuelle tatsächliche, sehr bedrohliche Gefahr sind Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht.

    Ich habe in letzter Zeit, und das ist noch nicht so lange her, zwei sehr gefährliche Zwischenfälle erlebt. Nur meine langjährige Fahrerfahrung (inklusive mehrere Kilometer Geisterbahnfahrt auf der Autobahn) hat mich und die Fahrer des Blaulichtfahrzeugs (vermutlich) am Leben gehalten.
    (Das eine mal an einer unübersichtlichen Stelle, die Blaulichtfahrer spielen Russisch Roulette und überholen, ich auf der gegenüberliegenden Seite...
    Das andere mal bei Dunkelheit und Regen und so Tempo 100..)

    Was nützt das ganze Geblitze (das i.d.R. missbräuchlich genutzt wird), wenn heutzutage die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, von Blaulichtfahrzeugen über den Haufen gefahren zu werden?

    (YT z.B. MDR Bericht zu Blaulichtunfällen https://www.youtube.com/watch?v=QW5eA0iowGc ) (nicht lang, so 7 min)



  • Du solltest mal darüber nachdenken, Deinen Führerschein abzugeben. Ist billiger für Dich und ungefährlicher für alle anderen.



  • SG1 schrieb:

    Du solltest mal darüber nachdenken, Deinen Führerschein abzugeben. Ist billiger für Dich und ungefährlicher für alle anderen.

    Warum? Bzw. wie kommst du darauf? Weil mir die missbräuchliche Rächerei des enterbten Verkehrsministers wie der Ablasshandel zu Tetzels Zeiten vorkommt? Den Führerschein musste ich bisher nicht abgeben, und bezahlen musste ich bisher (im Vergleich zu Freunden, Verwandten und Bekannten) nur wenig. Der Führerschein ist kein Freifahrtschein. Genauso, wie das Blaulicht kein Freifahrtlicht ist.

    Blitzen ist Ablenkung und Ablenkung ist tödlich.

    Wenn also Beamten bei dieser Szenerie mit Drohgebärden ankommen, wie bei der Blitzer Peine Geschichte in Extra 3 ( https://www.youtube.com/watch?v=Zp8X8yi_0II ), dann sollten die Beamten den Führerschein abgeben (sofern sie denn überhaupt einen haben) und den Beruf aufgeben. Aber mit Drohkulissentechniken wie im Video gezeigt hat man gute Voraussetzungen für die Mitarbeit in einem dubiosen Inkasso-Unternehmen.



  • WOW! 😮
    Wie soll man wenn man sowas liest noch irgendwie an das Gute im Menschen glauben können?

    Junge: lern einfach Autofahren. Es gibt Regeln und wie gut diese Regeln sind ist eigentlich egal, da es um die Sicherheit aller geht. Deshalb sind alle diese Regeln etwas positives.

    Allein der Gedanke dass soetwas Abzocke sei ist so wahnsinnig dass ich gar nicht weiß wo man da anfangen soll. Autofahren ist was Kosten/Schaden betrifft enorm billig.

    Halte dich einfach an die Vekehrsregeln. Wenn das alle machen würden hätten wir viele Millionen Tote weniger.

    Andererseits wenn wir uns ansehen was für Leben wir durch Verkehrsregeln schützen, dann muss ich dir recht geben: bringen wir alle Menschen um, das wäre besser. Dann müsste ich nicht soetwas wie das hier lesen.

    Wow!



  • Shade Of Mine schrieb:

    Allein der Gedanke dass soetwas Abzocke sei ist so wahnsinnig dass ich gar nicht weiß wo man da anfangen soll.

    Natürlich ist es Abzocke. Wäre es keine Abzocke würden die Blitzer dort stehen wo häufig Unfälle aufgrund überhöhter Geschwindigkeit passieren, oder wo besonders Schützenswertes Gebiet ist (Schulen, Kindergärten, ...). Tun sie aber viel zu selten. Stattdessen stehen sie dort wo man sich den größten Ertrag verspricht.

    PS: Nein, ich werde so gut wie nie geblitzt.



  • Der echte Tim schrieb:

    Shade Of Mine schrieb:

    Allein der Gedanke dass soetwas Abzocke sei ist so wahnsinnig dass ich gar nicht weiß wo man da anfangen soll.

    Natürlich ist es Abzocke. Wäre es keine Abzocke würden die Blitzer dort stehen wo häufig Unfälle aufgrund überhöhter Geschwindigkeit passieren, oder wo besonders Schützenswertes Gebiet ist (Schulen, Kindergärten, ...). Tun sie aber viel zu selten. Stattdessen stehen sie dort wo man sich den größten Ertrag verspricht.

    PS: Nein, ich werde so gut wie nie geblitzt.

    Verkehrsregeln sind nicht Ermessensache; Regelverstoß ist Regelverstoß, ob vorm Kindergarten oder nicht. Zu hinterfragen ist nicht, dass die Einhaltung von Verkehrsregeln kontrolliert wird, sondern im Einzelfall vielleicht, ob jede Geschwindigkeitsbegrenzung wirklich sinnvoll gewählt ist (wobei man etwas nicht dadurch hinterfragt, indem man bewusst dagegen verstößt). Wenn ich für die Aufstellung von Blitzern - als Mittel zur Durchsetzung von Verkehrsregeln - zuständig wäre, würde ich sie dort aufstellen, wo die Regeln am häufigsten übertreten werden. Dort, wo die Regeln eh eingehalten werden, ist das ja nicht nötig. Das hat zwangsläufig zur Folge, dass es die Stellen sind, wo auch die generierten Einnahmen am höchsten sind.

    Außerdem ist diese Haltung, die zum Ausdruck bringt, sich vor Kindergärten und Schulen an Verkehrsregeln zu halten und anderswo nicht zu müssen, ziemlich daneben. Auch Erwachsene Verkehrsteilnehmer dürfen nicht plattgefahren werden. (Ich habe übrigens umgekehrt auch kein Verständnis für Leute, die jeden Schulweg mit Ampeln, Zebrastreifen, 30-Zonen, Verkehrsinseln und Verkehrspolizisten "absichern" wollen. Kinder müssen nicht in Watte eingepackt werden, sondern lernen, sich als Fußgänger oder Radfahrer in der realen Welt zu bewegen. Und das geht nicht, wenn Schulwege zu Hochsicherheitszonen werden, aber der Rest der Welt nicht.)



  • Ich war mal auf einer Messe, wo entsprechende Anlagen verkauft wurden.
    Niemand der entsprechenden Städte/Kommunen-Vertreter hat nach der Genauigkeit, Fehlerwahrscheinlichkeit, Haltbarkeit, etc. gefragt.
    Das einzige Verkaufsargument war, wieviel Einnahmen generiert werden können.

    Jedoch, wer sich nicht an die Vorgaben hält, der brauch sich auch nicht zu beschweren, wenn er/sie zur Kasse gebeten wird.
    Hinterhältig wird es erst dann, wenn auf Grund der Schilderlage Situation unklar ist. Entsprechende Urteile gibt es dazu.



  • (ich war so frei und habe den irrelevanten Textwall ignoriert)

    Mr X schrieb:

    Wenn ich für die Aufstellung von Blitzern - als Mittel zur Durchsetzung von Verkehrsregeln - zuständig wäre, würde ich sie dort aufstellen, wo die Regeln am häufigsten übertreten werden.

    Aaah, jetzt verstehe ich: Es geht also primär darum die Einhaltung der Regeln durchzusetzen, und nur sekundär (oder gar tertiär?) darum die Sicherheit zu steigern. Ich wünschte mir die Behörden wären da so ehrlich.



  • Es geht also primär darum die Einhaltung der Regeln durchzusetzen, und nur sekundär (oder gar tertiär?) darum die Sicherheit zu steigern.

    Nun, diese Regeln dienen im Allgemeinen der Sicherheit (teilweise natürlich auch dem Umwelt- oder Lärmschutz). Und wenn man diese Regeln durchsetzt, dient das der Sicherheit. Außerdem beraubt sich ein Staat, der das geltende Recht nicht durchsetzt, seiner eigenen Legitimation.



  • Ich hab noch nie nen Blitzer gesehen. Ich wurde auch noch nie geblitzt. Ich schätze mal die meisten Leute die sich über Blitzer aufregen haben es verdient geblitzt zu werden.



  • Gruum schrieb:

    Ich hab noch nie nen Blitzer gesehen.

    Ich fahre auf meinem Arbeitsweg (einfach, ~20km) an 6 stationären Blitzern vorbei, mit 4 Stellen wo öfters (~einmal pro Monat pro Stelle) mobile Blitzer stehen. Nur mal so als Größenordnung wie es "anderswo" aussieht. Oder wenn man aufmerksam den Verkehr beobachtet. Ja, diesen Seitenhieb hast du verdient 😉



  • Ich habe den Lappen schon länger und wurde vor 15 Jahren zweimal in rascher Folge geblitzt, beim zweiten mal durchaus gerechtfertigt, da hatte ich es innerorts eindeutig zu eilig.
    Das davor war so eine Sache, die ich eher bei Abzocke einsortiere, Landstraße Tempo 100- Einflugschneise, erste Bebauung/Einmündung 300 m hinterm Ortsschild, der Blitzer aber direkt dahinter, das war relativ teuer, aber knapp unterm Flennie- Punkt. Die Sicherheitsdienlichkeit dieser Überwachung kann ich bis heute nicht einsehen. Was soll's? *Bezahlt* *Schulterzuck* *Arschleck*
    Ansonsten ist es mir eigentlich recht, wenn man die ganzen Knallköpfe absammelt, die den Straßenverkehr zur persönlichen Rennstrecke umwidmen, meinetwegen auch mit Blaulichteinsatz und in der Konsequenz möglicherweise mit lebenslangem Fahrverbot. Mir ist der Umgang mit Verkehrssündern sowieso zu lax.

    Wenn mich der Hafer sticht, gehe ich auf die Kartbahn oder bezahle für ein paar Runden auf einer echten Rennstrecke. Ist garantiert billiger als MPU und Lappen neu machen.



  • Hi,

    an sich bin ich für Blitzen, wenn es denne vernünftig gemacht wird.
    Früher gab es da mal ein gewisses Gentleman-Aggreement, das erst ab 13 km/h drüber geblitzt wurde. Das war vernünftig, denn die wirklichen Rowdies wurden abgefasst, aber kleine Flüchtigkeitsfehler wurden ignoriert. Schließlich sind auch Autofahrer nur Menschen. Abner heute wird schon bei unter 10 zu viel geblitzt. Damit fördert man aber nur die Entwic klung hin zu Autofahrtern, die nur noch auf den Tachjo schauen und nicht mitkriegen, das auf der Straße Kinder spielen.
    Auch empfinde ich es als reine Abzocke, wenn am Ausgang einer Ortschaft, wo rechts und links nur noch Ödland ist und durch rausbeschleunigen keinerlei Gefahr entsteht geblitzt wird.
    Den Gipfel vom Dutzend hab ich aber mal erlebt, da stand der Blitzwagen auf der Beschleunigungsspur einer Bundesstraße. Man kommt unter der Straße durch, und dann in einer Aufwärtskurve auf die Bundesstraße und muss nach hinten gucken ob Verkehr ist, und dann steht da so ein Arschloch (ja Jester, ich bleibe bei dieser Formulierung) und man hat Glück, wenn man aufmerksam genug ist um ihn noch rechtzeitig zu bemerken. Heute könnte ich mir den ... aufreißen, dass ich da aus Zeitmangel nicht gleich noch mal lang bin und ien tolles Foto samt ner saftigen Anzeige gemacht habe.
    Ähnlich Begeister war ich mal, als ich von einem Polizeiwagen ausgebremst wurde und rauszitiert wurde mit den Worten "ihr Auto ist kaputt". Da denk man an alles mögliche, aber nciht an das, was die gefunden haben: An der Kennzeichenbeleuchtung war eine von den beiden Birnen durchgebrannt... Ich glaube da war noch viel mehr durchgebrannt.

    Gruß Mümmel



  • muemmel schrieb:

    Abner heute wird schon bei unter 10 zu viel geblitzt. Damit fördert man aber nur die Entwic klung hin zu Autofahrtern, die nur noch auf den Tachjo schauen und nicht mitkriegen, das auf der Straße Kinder spielen.

    Das ist ein Teil der Standard- Ausreden, deren Sinnhaftigkeit in Zweifel zu ziehen ist.
    Wer nur auf den Tacho oder nur nach Kindern schauen kann, sollte sich die Frage nach der eigenen allgemeinen Fahrtauglichkeit sowieso ernsthaft stellen.

    Und 10 km/h mehr oder weniger gehen nicht nur in lineare Verhältnisse bei der Wandlung in die Folgen ein. Die kinetische Energie m/2*v² vervierfacht sich ja von 10 km/h auf 20 km/h, die Schrecksekunde verdoppelt den Reaktionstotweg von 2,8 auf 5,6 m und die Losreißmomente für die Reibungskette Räder- Fahrbahn - Bremsanlage tragen keine Prüfsiegel: 10 mehr sind noch sicher.

    Wie plötzlich da was schiefgehen kann, zeigt ein ADAC- Schleuderkurs, den ich jedem "Privatrennfahrer" ans Herz legen mag. Viele bleiben zwar weiter erziehungsresistent, aber der eine oder andere hat schon eingeräumt, dass ihm erst jetzt klar geworden ist, wie knapp manche Situationen waren und nur pures Glück Schlimmeres verhinderte. 😮



  • Hi Pointercrash(),

    pointercrash() schrieb:

    Das ist ein Teil der Standard- Ausreden, deren Sinnhaftigkeit in Zweifel zu ziehen ist.
    Wer nur auf den Tacho oder nur nach Kindern schauen kann, sollte sich die Frage nach der eigenen allgemeinen Fahrtauglichkeit sowieso ernsthaft stellen.

    Du würdest Dich wundern, wenn Du wüsstest, wie viele Fahrer den Blick nicht vom Tacho weg bekommen. Merkt man ganz deutlich, wenn man mal mit anderen mitfährt.
    Ein Blick auf den Tacho kostet immer mindestens eine halbe Sekunde, bei den meisten aber über eine Sekunde.

    Dass man auc hohne Tachohörigkeit sicher und angemessen fahren kann, habe ich erlebt, als ich mal fast ein Jahr mit komplett ausgefallenen Instrumenten gefahren bin. Damals war ich weder Verkehrshindernis, noch wurde ich geblitzt. Erfordert nur ien bisschen mehr Aufmerksamkeit und dass man sein Auto kennt.

    Warum muss das eigentlich ein Problem darstellen? Bei manchen Autos gibts neben dem Tempomat noch eine zweite Schaltung als Begrenzer. Da kann man ganz normal selber fahren, kommt aber normal nicht über die eingestellte Grenze, hat aber im Notfall über Kickdown trotzdem alle Möglichkeiten offen. Wenn man das vom Gesetzgeber her als Pflichtausrüstung für alle Autos vorschreiben würde, dann könnte man die Grenzen enger ziehen.

    Gruß Mümmel



  • muemmel schrieb:

    Ein Blick auf den Tacho kostet immer mindestens eine halbe Sekunde, bei den meisten aber über eine Sekunde.

    nicht immer, es gibt auch autos mit head-up-display...



  • Hi Max Power,

    Max Power schrieb:

    muemmel schrieb:

    Ein Blick auf den Tacho kostet immer mindestens eine halbe Sekunde, bei den meisten aber über eine Sekunde.

    nicht immer, es gibt auch autos mit head-up-display...

    Auch da kostet es die halbe Sekunde. Man guckt auf die Anzeige, fokussiert die Augen darauf und blendet den Rest unbewust gedanklich aus. Ins Bild springende Kinder wird man trotzdem wahrnehmen, aber subtielere dinge, wie die hinter einem geparkten Auto sichtbaren Füße von dhinter stehenden Kindern die gleich vortreten werden eher nicht.
    Beim Head-up-Display ist die Ablenkung unter Umständen sogar noc größer als bei Tacho, weil man beim Tacho meist nicht abliest, sondern einfach nur guckt ob der Zeiger die "richtige Schräglage" hat.
    Speziell bei Dunkelheit und Regen gehört die Aufmerksamkeit aller Augen, auch der Hühneraugen ungeteilt auf die Straße. Das Tempo sollte man so im Griff haben, und im zweifelsfall ist eine überschrittene Tempobeschränkung besser als ein umgefahrener Fussgänger oder Radfahrer.

    Gruß Mümmel



  • Ne halbe Sekunde kommt hin, aber auf welchen Gesamtintervall? Man weiß ja selber, ob man Gas gibt, wegnimmt oder bremst. Ich muß ned immer gucken.
    Ein absolutes Gefühl für die Geschwindigkeit haben wir nicht, deswegen sind die Leute an Ortsgrenzen Richtung innerorts oft zu flott unterwegs.
    Ich glaube i.Ü. nicht, daß ein Fahrzeug, das motorisiert über 25 kann, laut StVZO ohne Geschwindigkeitsmesser geführt werden darf.

    Psychooptisch nimmt der Mensch außerhalb des Fokussierungsflecks Bewegungen am besten wahr, trifft aber oft auf Irritationen Fehlentscheidungen. Inwieweit die Konzentration auf den Tunnel, die sowieso nicht dauerhaft aufrechterhalten werden kann, zum unfallvermeidenden Fahren führt, da weiß ich nur, dass da gerne dran rumgeforscht wird, bisher mit divergenten Ergebnissen.

    Totgefahren hab' ich bisher einen Fuchs, drei Hühner und nen Rabenvogel, alles Überland, alles Dämmerung, alles innerhalb des Tempolimits. Wahrscheinlich hätte ich alle Unfälle mittels geringeren Tempos vermeiden können - reine Konzentration hätt's nicht gebracht. Rechtlich alles OK, aber wär' mit mir noch alles OK, wenn da ein Kind vor mir noch 5 Minuten auf der Fahrbahn vorm Verrecken rumzuckt? So lang hat der Fuchs gebraucht.

    Das "ich pass ja auf" ist jedenfalls für mich keine Rechtfertigung für zu hohe, sprich "situationsunangemessene" Geschwindigkeit, egal was auf Schildern und Tacho steht.

    Nachtrag: Achja, ich hab' so'n Navi, das akustisch meckert, wenn's zu schnell ist, da muß ich nirgendwohin gucken.



  • pointercrash() schrieb:

    Das ist ein Teil der Standard- Ausreden, deren Sinnhaftigkeit in Zweifel zu ziehen ist.
    Wer nur auf den Tacho oder nur nach Kindern schauen kann, sollte sich die Frage nach der eigenen allgemeinen Fahrtauglichkeit sowieso ernsthaft stellen.

    Das ist keine "Ausrede", zumindest in dem genannten Zusammenhang nicht. Gerade wenn Kinder auf der Straße zu sehen sind, ist gute Antizipation bzw. Vorausschau angesagt (oder Fahrräder in Städten). Aber meist fährt man dann auch nicht so schnell. Du fährst aber auch nicht Flat-Tempo oder Punktgenaue Geschwindigkeit.
    Gelegentlich musst du den Rückspiegel gut im Auge haben, gelegentlich, was vorne an der nächsten Kreuzung passiert.
    Selbst Formel 1 Fahrer mach(t)en beim Fahrt in die Boxengasse etliche Fehler.
    In vielen Dörfern stehen Tempoanzeigetafeln z.B. http://ndp.fnp.de/lokales/wetterau/Ruhe-vorm-Haus;art677,1348920, das ist eine recht effektive und gleichzeitig weniger dubiose Ablass-hafte Geschichte.
    Das kostet zwar auch ein wenig Geld, aber das kann man ja auch da eintreiben, wo es auch nachvollziehbar ist.

    Totgefahren habe ich bisher (bewußt) eine junge Blaumeise (mit Auto, mit Motorrad natürlich >Trillionen von Insekten). Ich war etwas zu schnell in einer abkürzenden Durchfahrt in Königslutter gewesen (schnelle Beschleunigung, vermutlich noch unter 50 oder nur leicht darüber) (um über den Umweg LKws zu überholen). Die (zwei) Blaumeisen auch zu schnell und übermütig, aber nur eine hatte Glück, die andere ist im Scheibenwischer hängengeblieben 😞
    (Seither fahre ich durch die angesprochene Zwischenstraße (auch andere Zwischenstraßen) nicht mehr im Hastmodus).
    (Hier in dem Video ist die Stelle sogar mit drauf (bei 10:37 (so in etwa, glaube ich, war gleich am Anfang), anfangen mit dem Abschnitt am besten bei 10:08)
    Video: Eine Fahrt durch Königslutter, Länge 14 Minuten
    https://www.youtube.com/watch?v=NBPoME4emBA


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