Arbeitszeugnis



  • Ist es im IT-Bereich üblich, dass Arbeitszeugnisse früherer Arbeitgeber verlangt werden, bzw MUSS ich mir eines ausstellen lassen?

    Ich weiß, dass ich laut Gesetz das Recht dazu habe, allerdings bin ich mir nicht über die Wichtigkeit im Klaren.

    Wie sieht es zB aus, wenn ich von mir aus einen neuen Arbeitgeber suche?
    Ich kann ja schlecht ein Zeugnis von meinem bisherigen verlangen, oder?



  • ravenheart schrieb:

    Ist es im IT-Bereich üblich, dass Arbeitszeugnisse früherer Arbeitgeber verlangt werden, bzw MUSS ich mir eines ausstellen lassen?

    Ja.
    Kannst ja nicht jetzt wissen, was Du in 20 Jahren für Unterlagen brauchst. Insbesondere wo Hochschulabschlüsse kaum noch ihr Papier wert sind, worauf soll ein Arbeitgeber sonst noch schauen können?

    ravenheart schrieb:

    Ich weiß, dass ich laut Gesetz das Recht dazu habe, allerdings bin ich mir nicht über die Wichtigkeit im Klaren.

    Kann in Sachen Lückelosigkeit enorm wichtig sein, wichtiger als ein Titel.

    ravenheart schrieb:

    Wie sieht es zB aus, wenn ich von mir aus einen neuen Arbeitgeber suche?
    Ich kann ja schlecht ein Zeugnis von meinem bisherigen verlangen, oder?

    https://www.verdi-bub.de/service/praxistipps/archiv/zwischenzeugnis/



  • volkard schrieb:

    ravenheart schrieb:

    Wie sieht es zB aus, wenn ich von mir aus einen neuen Arbeitgeber suche?
    Ich kann ja schlecht ein Zeugnis von meinem bisherigen verlangen, oder?

    https://www.verdi-bub.de/service/praxistipps/archiv/zwischenzeugnis/

    Solang Zwischenzeugnisse nicht übliche Praxis in der Firma sind, kann man dem Chef auch gleich sagen, dass man kündigen will.



  • ravenheart schrieb:

    Ist es im IT-Bereich üblich, dass Arbeitszeugnisse früherer Arbeitgeber verlangt werden, bzw MUSS ich mir eines ausstellen lassen?

    Du solltest Dir immer ein Arbeitszeugnis ausstellen lassen, wenn Du eine Firma verlässt. Manche lesen es, manche nicht. Aber wenn Du nix hast, wird es definitiv negativ auffallen.

    ravenheart schrieb:

    Ich weiß, dass ich laut Gesetz das Recht dazu habe, allerdings bin ich mir nicht über die Wichtigkeit im Klaren.

    Ein Arbeitszeugnis solltest Du regelmäßig anfordern, etwa alle 5 Jahre.
    Das Arbeitszeugnis sollte Auskunft darüber geben, was Du in den letzten Jahren gemacht hast, damit Du Deine Qualifikation nachweisen kannst. Des weiteren ist es besser, nach 5 Jahren auch mal gesagt zu bekommen, dass man die letzten 5 Jahre ein toller Mitarbeiter war. Ist man 10 Jahre im Betrieb und streitet sich nach 9,5 Jahren mit dem Chef, versaut der Chef einem schlimmstenfalls ein Zeugnis über die komplette Berufslaufbahn.
    So kann man immerhin sagen: Hier war ich ein super Mitarbeiter, dann haben wir uns gestritten und getrennt und so ist das Zeugnis weniger gut ausgefallen.
    Ansonsten solltest Du Arbeitszeugnisse verlangen, wenn der Vorgesetzte wechselt. Dein neuer Vorgesetzter weiß nicht, was Du in der Zeit davor gemacht hast.
    Die Abstände sollten so gewählt sein, dass es nicht nervt, aber der Vorgesetzte nicht schon vergessen hat, was er Dir bescheinigen soll.

    ravenheart schrieb:

    Wie sieht es zB aus, wenn ich von mir aus einen neuen Arbeitgeber suche?
    Ich kann ja schlecht ein Zeugnis von meinem bisherigen verlangen, oder?

    Ein Zeugnis vom aktuellen Arbeitgeber wird in der Regel nicht verlangt. Ein Zwischenzeugnis, wenn man lange Zeit da ist, kann aber hilfreich sein, weil man aktuellere Qualifikationen nachweisen kann.
    Frühere Arbeitgeber sollte man vorzeigen können.

    maximAL schrieb:

    Solang Zwischenzeugnisse nicht übliche Praxis in der Firma sind, kann man dem Chef auch gleich sagen, dass man kündigen will.

    Als ich letztes Jahr ein Zwischenzeugnis verlange, war auch Alarm. Zwischenzeugnisse sind bei uns nicht üblich.
    Das ist aber nicht mein Problem. Als ich sah, dass auf einmal Hektik ist, reichte daher der Hinweis, dass ich derzeit nicht aktiv auf der Suche nach einem neuen Job bin. Ich mache kein Geheimnis draus, dass ich mich nicht bis zur Rente dort verpflichtet sehe - entsprechend nahm man mir das wohl ab.



  • Xin schrieb:

    Als ich letztes Jahr ein Zwischenzeugnis verlange, war auch Alarm. Zwischenzeugnisse sind bei uns nicht üblich.
    Das ist aber nicht mein Problem. Als ich sah, dass auf einmal Hektik ist, reichte daher der Hinweis, dass ich derzeit nicht aktiv auf der Suche nach einem neuen Job bin. Ich mache kein Geheimnis draus, dass ich mich nicht bis zur Rente dort verpflichtet sehe - entsprechend nahm man mir das wohl ab.

    Wenn du glaubhaft versichern kannst, dass du nicht wechseln willst, bitte. Aber das duerfte beim TS ja eher nicht der Fall sein.
    Ich ziemlich am Anfang auch mal nach einem Zwischenzeugnis gefragt, was direkt abgebuegelt wurde mit "machen wir hier nicht". Klar, haette ich drauf bestehen koennen. Macht man als Neuling aber dann doch lieber nicht. Auch in der aktuellen Situation wuerde das eine Menge boeses Blut schaffen, was spaetestens dann unguenstig wird, wenn das mit einer anderen Stelle nicht klappt.

    Ein schlechtes Zeugnis aufgrund irgendwelcher Zerwuerfnisse mit dem AG ist natuerlich immer ein ziemliches Problem. Schlimmstenfalls muss man sich da noch den Rechtsweg antun.



  • maximAL schrieb:

    Xin schrieb:

    Als ich letztes Jahr ein Zwischenzeugnis verlange, war auch Alarm. Zwischenzeugnisse sind bei uns nicht üblich.
    Das ist aber nicht mein Problem. Als ich sah, dass auf einmal Hektik ist, reichte daher der Hinweis, dass ich derzeit nicht aktiv auf der Suche nach einem neuen Job bin. Ich mache kein Geheimnis draus, dass ich mich nicht bis zur Rente dort verpflichtet sehe - entsprechend nahm man mir das wohl ab.

    Wenn du glaubhaft versichern kannst, dass du nicht wechseln willst, bitte. Aber das duerfte beim TS ja eher nicht der Fall sein.

    Der Grund geht den Arbeitgeber nichts an. Ich habe meinem Arbeitgeber ehrlich gesagt, dass ich das Zeugnis möchte, um einen Beleg bisheriger, guter Arbeit zu haben.
    Hätte ich eine Woche später ein Jobangebot bekommen, was ich hätte wahrnehmen wollen, hätte ich das angenommen.
    That's business.
    Ich bin mit der Firma doch nicht verheiratet!?

    maximAL schrieb:

    Ich ziemlich am Anfang auch mal nach einem Zwischenzeugnis gefragt, was direkt abgebuegelt wurde mit "machen wir hier nicht".

    Kann ich vollends verstehen. Warum sollte man Dir auch als Neuling ein Zeugnis ausstellen!?
    Und überhaupt... worüber eigentlich?

    maximAL schrieb:

    Klar, haette ich drauf bestehen koennen. Macht man als Neuling aber dann doch lieber nicht. Auch in der aktuellen Situation wuerde das eine Menge boeses Blut schaffen, was spaetestens dann unguenstig wird, wenn das mit einer anderen Stelle nicht klappt.

    Ich würde auch niemals ein Zwischenzeugnis für einen Jobwechsel anfragen.
    Entweder will der neue Arbeitgeber mich oder er will mich nicht. Aber wenn ich schon ihm schon soweit vertraue, dass ich in eine neue Probezeit wechsle und damit riskiere nach 6 Monaten arbeitslos zu sein, dann darf er mir auch vertrauen, dass ich zumindest zuversichtlich bin, die Probezeit zu bestehen, in dem ich zeige, dass meine in früheren Zeugnissen oder im Bewerbungsgespräch gemachten Angaben stimmen.

    Wenn er damit ein Problem hat, ist das sein Problem.
    Außer er winkt mit wirklich unanständig viel Geld... dann hätte ich aber auch keine Skrupel zum Chef zu gehen und zu sagen: Ich habe ein gutes Jobangebot, ich brauche ein Zeugnis, mach mal.

    Ich kann mich nur wiederholen: Wir sind nicht verheiratet, er mietet mich. Und wir haben beide das Recht jederzeit über die Mietkonditionen neu zu verhandeln.



  • Xin schrieb:

    maximAL schrieb:

    Ich ziemlich am Anfang auch mal nach einem Zwischenzeugnis gefragt, was direkt abgebuegelt wurde mit "machen wir hier nicht".

    Kann ich vollends verstehen. Warum sollte man Dir auch als Neuling ein Zeugnis ausstellen!?
    Und überhaupt... worüber eigentlich?

    Also ich meinte schon nach dem ersten Jahr, wenn das erste Personalgespraech ansteht 😉



  • maximAL schrieb:

    Xin schrieb:

    maximAL schrieb:

    Ich ziemlich am Anfang auch mal nach einem Zwischenzeugnis gefragt, was direkt abgebuegelt wurde mit "machen wir hier nicht".

    Kann ich vollends verstehen. Warum sollte man Dir auch als Neuling ein Zeugnis ausstellen!?
    Und überhaupt... worüber eigentlich?

    Also ich meinte schon nach dem ersten Jahr, wenn das erste Personalgespraech ansteht 😉

    Auch zu früh... man sagt im Schnitt alle 5 Jahre sollte man sich ein Zwischen-Zeugnis abholen, um die geleisteten Arbeiten und Kenntnisse bescheinigt zu bekommen.
    Und immer dann, wenn sich der Arbeitsplatz oder der Vorgesetzte so ändert, dass er es später nicht mehr bescheinigen könnte, weil er oder man selbst die Abteilung wechselt.

    Wenn man nach 20 Jahren das Unternehmen verlässt und keiner weiß, warum Du eigentlich da angefangen hast, bekommst Du auch nix mehr bescheinigt.

    Ich schreibe mir meine unterschiedlichen Aufgaben auf und reiche die dann an meinen Vorgesetzten weiter. Weder ich, noch er weiß nach 5 Jahren ja, was ich ich vor 5 Jahren genau gemacht habe, aber wenn man auf die Liste guckt, erinnert man sich wenigstens noch.


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