Informatik-Studium - Projekte bis dahin?



  • Hallo Leute

    Im Herbst beginne ich mit meinem Informatik-Studium und fragte mich, ob es "must have" Programmier-Projekte gibt, also Dinge, die man einfach einmal ausprobiert haben muss, um einen besseren Überblick zu erhalten. Ich kenne mich aus mit C, C++ und bisschen x86 Assembly, aber meine Projekte beschränkten sich bislang immer nur auf recht Obskures und primär "Nutzloses". Z.B. Hello World ist ja etwas, was JEDER schon einmal gemacht hat. Vielleicht gibt es Vergleichbares auf einem höheren Programmier-Niveau?
    Aber sich nun hinzusetzen und all die verschiedenen Bäume und Datenstrukturen zu implementieren ist auch nicht mein Ziel, nicht falsch vestehen!

    Gibt es Projekte, von denen ihr euch gewünscht hättet, ihr hättet sie vor dem Studium schon einmal umgesetzt? Oder gar: Programmiersprachen, die ihr euch gewünscht hättet, gelernt zu haben?

    Danke im Voraus!



  • Projekte: Taschenrechner, Rechnen mit beliebig großen Zahlen, kleine Skriptsprache, 3D-Spiel (ziemlich einfach mit Unity)

    Sprachen: C++17, Rust, Haskell, Common Lisp, C#



  • Fat IT Guy schrieb:

    Z.B. Hello World ist ja etwas, was JEDER schon einmal gemacht hat.

    Wieso? Ich hab das nie gemacht und glaube, sehr viele haben das nie gemacht. Das macht keinen Sinn und macht keinen Spass, warum sollte man also 2 Minuten verschwenden, um das einzutippen?

    Es gibt keine must have Projekte. Mach, was dir Spass macht. Ich hatte schon lang vor dem Studium viele größere Projekte, die ich einfach machen wollte, weil mich das interessiert hat. Da findest du doch bestimmt auch was.



  • Hi Fat IT Guy,

    die ersten Schritte wirst Du im Studium sowieso nicht unter Windows sondern von der Kommandozeile aus machen.
    Also ist da ein kompfortabler Zeileneditor recht nützlich, der Zeichen ohne Echo von der Konsole holt, auswertet und ggf auf den Bildschirm schreibt.
    Wenn Du dabei noch sonstige Steuerzeichen mit auswertest, so dass mit nach oben ins vorige und mit nach unten ins nächste Feld gesprungen werden kann, dann ermöglicht das zusammen mit einem geeigneten Sprungverteiler schon die Darstellung und Abarbeitung einfacher Menüs. Der nächste Schritt wären dann dvon abgeleitete Versionen für Ganzzahlen, Kommazahlen (bei denen es egal ist ob Du als Dezimalzeichen ein Koma oder einen Punkt eingibst) und Datum.
    Im nächsten Schritt kannst Du die dann mit einem Taschenrechner für die Zahleneingabe bzw. einem Kalender für die Datumseingabe aufwerten, die z.B. durch eingabe eines Fragezeichen aufgerufen werden.

    Mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen kannst Du Dir dann später unter Windows eigene Versionen der dort vorhandenen Edit-Felder anlegen.

    Gruß Mümmel



  • muemmel schrieb:

    die ersten Schritte wirst Du im Studium sowieso nicht unter Windows sondern von der Kommandozeile aus machen.

    Weder in meinen (abgebrochenen) Informatikstudium, knapp vor der Jahrtausendwende, noch in meinen WiInf-Studium (wo meine BA am 16.5 Abgabetermin hat) musste ich anfangs eine Kommandozeile nutzen. Eine pauschalisierung halte ich daher nicht für angebracht.



  • asc schrieb:

    muemmel schrieb:

    die ersten Schritte wirst Du im Studium sowieso nicht unter Windows sondern von der Kommandozeile aus machen.

    Weder in meinen (abgebrochenen) Informatikstudium, knapp vor der Jahrtausendwende, noch in meinen WiInf-Studium (wo meine BA am 16.5 Abgabetermin hat) musste ich anfangs eine Kommandozeile nutzen. Eine pauschalisierung halte ich daher nicht für angebracht.

    👍



  • Hi Asc,

    asc schrieb:

    muemmel schrieb:

    die ersten Schritte wirst Du im Studium sowieso nicht unter Windows sondern von der Kommandozeile aus machen.

    Weder in meinen (abgebrochenen) Informatikstudium, knapp vor der Jahrtausendwende, noch in meinen WiInf-Studium (wo meine BA am 16.5 Abgabetermin hat) musste ich anfangs eine Kommandozeile nutzen. Eine pauschalisierung halte ich daher nicht für angebracht.

    Das was z.B. Helenchen hier anschleppt ist aber eindeutig Komandozeile. (oder wenns Dir lieber ist Textmodus)
    Sicher abhängig von den Vorlieben der einzelnen Profs.
    Bringt Vorteile bei der Konzentration auf die Sprachfeatures wenn man nicht noch gleichzeitig mit den Windows-Elementen befassen muss.

    Gruß Mümmel



  • muemmel schrieb:

    Das was z.B. Helenchen hier anschleppt ist aber eindeutig Komandozeile. (oder wenns Dir lieber ist Textmodus)

    Gut, vielleicht war deine und meine Aussage missverständlich. Deine Aussage habe ich so interpretiert das man komplett auf der Kommandozeile arbeitet, es geht aber wohl darum, das die anfangs geschriebenen Programme reine Kommandozeilenprogramme sind. Da ist tatsächlich die Tendenz höher, auch wenn es Ausnahmen gibt.

    Dann wiederrufe ich meine Aussage zur Hälfte: In meinen Informatikstudium habe ich tatsächlich mit der MFC-Programmierung gestartet, meine ersten Programme im WiFi-Studium waren aber Kommandozeilenprogramme. In beiden Fällen wurde mit einer kompletten IDE entwickelt.



  • Hi Asc,

    Na ja, ne Programmierumgebung ist eigentlich normal. Aber in Rechnerarchitektur hat unser Prof nur ein Werkzeug akzeptiert:den ganz stinknormalen Dos-Debugger.

    Gruß Mümmel



  • muemmel schrieb:

    Aber in Rechnerarchitektur hat unser Prof nur ein Werkzeug akzeptiert:den ganz stinknormalen Dos-Debugger.

    Bei uns war dies in den Übungen in Maschinensprache (frag mich nicht welche Vorlesung) ähnlich - nur Codezeile, kein Debbugging. Gelernt habe ich dort leider nichts - der Dozent hat mich über 2 Doppelstunden, in einer Übung mit weniger als ein Dutzent Studenten, ignoriert (hatte bereits nach wenigen Minuten ein Problem das ich auf Teufel komm raus nicht gefunden habe) - Einer von zwei Dozenten bei denen ich die Veranstaltung geschmissen habe.



  • Hi Asc,

    man muss eben mit manchem umgehen, den man lieber umgehen möchte.
    Sicher ist sowas auch mal gut, um zu lernen, wie man sich im Notfall ohne irgendwas behelfen kann. Aber nur als ein Ausblick, der vielleicht am Ende gegeben werden sollte.

    Bei meinem Praktikum nach dem Admin-Lehrgang hab ich dann im Betrieb auch vom damaligen Sys-Admin beigebracht bekommen, dass alle aufgaben mit den unter DOS vorhandenen Werkzeugen zu erledigen sind, weil das das einzige ist was man überall voraussetzen kann. Hat mich aber nicht übermäßig überzeugt und zwei Tage später hatte ich für den Zweck eine Diskette mit ein paar schnell zusammenprogrammierten Hilfstools dabei. Aber sich zur Not auch ohne alles behelfen zu können ist shcon das, was einen Informatiker vom Nutzer unterscheiden sollte. Aber eben nur im Notfall.
    Unser alter Obermeister in meinem alten betrieb hat auch immer gesagt "man kann auf der größten Drehmaschine Streichhölzer anspitzen". Hab ihn aber nie dabei erwischt das er es wirklich bewiesen hätte.

    Gruß Mümmel



  • asc schrieb:

    Bei uns war dies in den Übungen in Maschinensprache (frag mich nicht welche Vorlesung) ähnlich - nur Codezeile, kein Debbugging.

    Wow - Codezeile ... Wir haben uns im Praktikum damals unsere CPUs sozusagen selber gebaut 🙂

    Also genauer gesagt, erstmal auf Transistorebene Knotenlisten für Gatter und Flip-Flops aufgestellt, dann daraus einfache Schaltnetze für De/Multiplexer, Carry-Look-Ahead und Addierer, dann Multiplizierer usw in einer HDL spezifiziert. Flip-Flop-Bänke zu Registern zusammengesetzt. Das Komplexeste war, glaub' ich, die ALU mit Akkumulator. Aus einem Demultiplexer wurde ein Mikroprogramm-Steuerwerk, das über seine Ausgangsleitungen die verschiedenen Funktionseinheiten steuerte. Die CPU wurde in echt gebaut und konnte immerhin 32-Bit Maschinencode ausführen, wenn ich mich richtig erinnere.



  • muemmel schrieb:

    Sicher ist sowas auch mal gut, um zu lernen, wie man sich im Notfall ohne irgendwas behelfen kann.

    Das kann aber nicht Sinn von einer Übung sein, bei der auch aktiv Rückmeldung gegeben werden soll (wie es auch bei allen anderen Dozenten umgesetzt wurde). Speziell auch wenn keinerlei Hilfmittel vorhanden waren (Aufgaben am Anfang der Übung bekommen, keinerlei Internetzugang, keinerlei Informationen, Dozent unterband sogar die Frage an Mitstudenten...). In Vorlesungen bei 100 Studenten ist dies etwas anderes (zumal man da auch gut nacharbeiten kann).

    Inzwischen kenne ich auch die aktive Beteiligung bei den berufsbegleitenden Studium miterlebt habe (selbst in Kursen mit über 90 Personen gingen die Dozenten teilweise auf Studenten zu, bei den reinen WiInf-Fächern war sogar rege Beteiligung häufig gewünscht - waren doch nur 15, im Vertiefungsfach 5 Studenten anwesend...).



  • Hi Asc,

    asc schrieb:

    Das kann aber nicht Sinn von einer Übung sein,...

    Vielleicht nicht der Sinn der Übung für Dich. Für den Prof schon, denn so kann er auch 2017 noch nach den Scripten von 1985 unterrichten und bekommt sein Geld ohne sich noch mal neu vorbereiten zu müssen. 😉 😡

    Ist halt der Nachteil eines Studiums das nichts kostet. Man lehnt sich einfach zurück und lässt es über sich ergehen anstatt den Prof zur Bank zu hauen.

    Gruß Mümmel


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