Orientierungshilfe und Fallstricke



  • Moin zusammen,

    mich zwicken seit längerem mehrere Fragen und mein Fall ist zumindest in meinen Augen etwas abweichend im Vergleich anderer Werdegänge.

    --- Vorgeschichte ---

    Vorab, ich bin 24 Jahre alt und werde das Abendgymnasium im kommenden Monat beenden, bei Studienbeginn wäre ich fast 25. Naja, etwas weniger Faulheit und Pubertät damals und ich wäre wahrscheinlich schon mit allem fertig...
    Ich werde mich an der TH Lübeck für Medieninformatik bewerben. Zusagen sollten kommen, da die Fächernoten, soweit ich Latein nicht verhauen habe 😢 , solide ausfallen werden - vor allem habe ich mein Interesse an der Mathematik erst in der Oberstufe entdeckt.

    Ich mache mir dennoch derbe Sorgen, da ich zum einen bis zum Master über 30 Jahre alt wäre und zum anderen eine abgebrochene schulische Ausbildung zum Technischen Assistenten für Informatik im Lebenslauf habe (hatte zwar mehrere 1er und 2er, aber mangels fehlendem Selbstbewusstseins und den dummen Sprüchen meines Klassenlehrers der HTML als Programmiersprache bezeichnete, habe ich es geschmissen).

    Darauf folgte eine einjährige Suche nach Lehrstellen, zuerst als FIAE, aber mein Auftreten damals und mein glorreicher Realschulabschluss machten mir einen Strich durch die Rechnung, später Hauptsache etwas, sodass ich eine Lehre im Großhandel machte als Lagermensch.

    Nach der Lehre war ich selbständig und habe mir endlich Selbstbewusstsein gegönnt und fing an, mich um einen besseren und höheren Schulabschluss zu kümmern, welchen ich kommenden Monat dann (endlich) habe.

    --- Vorgeschichte / Ende ---

    Ich hoffe, meine Vorgeschichte sprengt nicht den Rahmen.

    Aktuell habe ich einen Platz bei einem Code-Bootcamp erhalten, welches ich von September bis Dezember 2020 besuchen werde, um ggf. Lücken zu füllen und um direkt (ja, ist tatsächlich die Hauptintention meinerseits) mit den Partnerunternehmen zwecks einer Werkstudententätigkeit in Kontakt zu treten. Es lässt sich wunderbar mit dem Studium an der TH Lübeck vereinen, da das Studium zu 80% online stattfindet.
    Ich habe eine Zweiraumwohnung in Hamburg und ohne der Werkstudententätigkeit reicht BAföG wortwörtlich nur zum Decken von Kosten, bspw. sollte eine meiner Katzen erkranken -> Tierarzt -> Kosten...

    --- Fragen ---

    • Ich habe mehrfach gelesen, dass das Alter im Berufseinstieg als Informatiker eher trivial ist.
      Mich zu erklären, wäre weniger das Problem, durch die Übungen aus der Selbständigkeit und meinen Berufstätigkeiten sind Vorstellungsgespräche für mich meist angenehme Unterhaltungen. Aber die Sorgen sind da, wie in meiner Vorgeschichte erwähnt. Denn ich fürchte, dass ich u.U. gar nicht erst eingeladen werde, da ich damals den TAI geschmissen habe und nun ein anspruchsvolleres Studium in diesem Bereich beginne (also gar nicht die Chance erhalte, mich zu erklären) und der Umstand, dass ich mich mit den Master wegqualifiziere? Ziel meinserseits ist die Softwareentwicklung im .NET-Umfeld (ASP.NET mit Angular oder React im Frontend, Node.js Microservice-Architekturen, Azure usw usf.), also keine abgehobene Position ala Management. Ich komme eh aus einem Unterschichthaushalt, von daher habe ich keine krassen beruflichen Ambitionen.

    • Wie wichtig ist für euch die Spezialisierung?
      Ich habe mich im .NET-Umfeld angesiedelt und möchte das auch während des Studiums beibehalten und festigen, sprich Enterprise-Anwendungen mit bspw. Angular und ASP.NET umsetzen, WPF etc. Frontend stellt auch weniger ein Problem dar, Angular und React sind angenehm, vor allem Angular mit MVC und TypeScript. Ich hasse dynamisch typisierte Sprachen wie JavaScript - TypeScript ist da echt wie der Prinz auf dem weißen Pferd um die Ecke erschienen. Seitdem nutze ich auch React mit TypeScript, gar Node.js, naja, zurück zur Frage.
      Ich würde mich auch gerne wieder mit C++ und Java beschäftigen, nur stellt sich mir neben der Frage der Wichtigkeit einer Spezialisierung auch die Frage der beruflichen Verwertbarkeit. Ich bevorzuge es, nicht auf zu viele Hochzeiten zu tanzen, sondern mich auf die Sprache zu konzentrieren, vor allem bei JavaScript hat es mir enorm geholfen. Viele Konzepte von JavaScript waren gewöhnungsbedürftig, jedoch sehr interessant und angenehm, sobald diese verstanden wurden. TypeScript war dann das Sahnehäubchen mit strikter Typisierung.
      Nur denke ich, sobald ich mich aufteile, dass es in Richtung Oberflächenexpertise verläuft und es auch in Bewerbungsunterlagen entsprechend auffällt.

    An der TH Lübeck wird C++ und Java gelehrt, daher der Gedankengang der zweiten Frage, sich damit ggf. über den Vorlesungsinhalt heraus mit zu beschätigen (Pointer, Hibernate, Spring-Bibliotheken etc. pp.).

    Danke vielmals und ich muss mich für diesen Roman bereits jetzt entschuldigen...

    Viele Grüße,
    Patrik



  • Hmm...
    Wegen der Corona Situation ist es grad etwas schwierig, den Markt zu beurteilen. Davor hätte ich gesagt, Informatiker sind gefragt und es gibt auf jeden Fall genügend Firmen, die gezwungenermaßen weniger anspruchsvoll sind. Aber zur Zeit muss man hier noch abwarten. So lange aber nicht alles zusammenbricht, dürfte es schon klappen.

    Spezialisierung an sich, gerade im Studium, finde ich nicht gerade erstrebenswert. Allerdings funktioniert etwas anderes auch nicht wirklich. Ich hatte mich im Studium auch sehr stark auf .NET spezialisiert, und hatte jetzt seit 10 Jahren nichts mehr damit zu tun. Ich hatte im Studium aber auch die Möglichkeit, völlig unterschiedliche Sachen auszuprobieren.
    Wichtiger ist, dass du gutes Grundwissen aufbaust und flexibel bist.



  • Die Programmiersprachen, die man im Studium lernt, werden aus meiner Sicht überschätzt. Ich bin erst mitten im 2. Semester, daher kann ich da nicht mit 100%iger Sicherheit sagen, dass es so wirklich ist ... zumal ja auch jede Uni verschieden ist.

    Allerdings liegt der Fokus eines Informatik Studiengang aus meiner Sicht erstmal auf Mathe und Theoretischer Informatik, das sind tendenziell auch die schwierigsten Fächer, wo zumindest bei uns auch jeder 90% seiner Zeit reinsteckt.
    Man hat auch Programmierkurse und ähnliches z.B. bei uns C im 1. Semester, WebEng im 1. Semester, Java im 2. Semester etc. und da lernt man teilweise auch einiges, wenn man das Glück eines guten Dozenten hat (wobei man da aus meiner Erfahrung so ne 50%ige Change hat) ... aber von Spezialisierung kannst du da auf keinen Fall reden. Man lernt die basics, manchmal auch schon ein paar fortgeschrittene Themen, richtige Projekte wird man aus Zeitgründen wohl eher nicht machen.

    Was ich damit sagen will: Was für eine Programmiersprache die Uni lernt, ist aus meiner Sicht relativ irrelevant ... Java, C++, C, Python gehören vermutlich so zu den häufigsten. Du wirst egal wo basics lernen, die ja in den meisten Programmiersprachen eh relativ ähnlich sind. Der Fokus liegt nicht auf dem Programmieren und wenn du da beruflich durchstarten willst, dann führt am privaten Programmieren auch kein Weg vorbei.

    Und das war jetzt für Informatik ... naja Medieninformatik ... das ist ja grob nur noch 50% Informatik, das wird vermutlich nochmal etwas abgespeckter in dem Bereich sein.

    Persönlich finde ich Spezialisierung nicht so wichtig. Es macht allerdings durchaus Sinn, sich am Anfang auf eine Programmiersprache etwas zu fokussieren, glaube da kommt man einfach schneller voran (C++ eignet sich aus meiner Sicht da ganz gut für, weil man Grundlagen lernt, die einem in so ziemlich jeder anderen Programmiersprache dann auch helfen).
    Das Fachwissen eignet man sich dann auch im Beruf und in privaten Projekten an.



  • Moin @Mechanics und @Leon0402,

    ich bin euch enorm dankbar für die Erfahrungswerte.

    Was ich bei euch beiden ganz klar herauslesen kann, ist, dass die Grundlagen sehr wichtig sind, jedoch auch eine gewisse Fokussierung, bzw. Orientierung gegeben sein sollte.
    Mir waren die Grundlagen immer wichtig, z.B. war es erstmal gewöhnungsbedürftig, von einer klassenbasierten Sprache zu einer prototypenbasierten zu springen. Hier explizit JavaScript, aber auch viele Kleinigkeiten wie unterschiedliche implizite Konvertierungen, welche je nach Sprache abweichen können.

    Ich muss gestehen, wo ich damals mit, ich glaube, 14 Jahren von Rheinwerk (damals Galileo Computing) ein Fachbuch für die Webentwicklung erwarb, dachte ich, ich habe ein solides Buch vorliegen.
    Meine Kenntnisse in JavaScript beschränkten sich auf jQuery, so wie im Buch auch ständig verwendet, weitere Sprachbestandteile waren kaum drinnen (bspw. keine Vererbungen oder Erklärungen zu den unterschiedlichen Datentypen etc. pp.) und ich dachte Wunder, welch tiefes Wissen ich nun in JavaScript hätte (schäme mich im Nachhinein...). Hätte jemand gefragt, was eine "Constructor function" wäre, wäre ich aufgeschmissen gewesen. Genauso hatte ich ein Buch mit, ich glaube, dem Titel "Grundkurs C++" von Jürgen Wolf, wo ich an der einen oder anderen Stelle Widersprüche fand, war für mich als Einsteiger extrem anstregend, obwohl das Buch gut bewertet ist. Vielleicht bin ich auch zu dämlich gewesen, sein Buch zu verstehen.

    Inzwischen hole ich mir, sofern im Netz nichts zu finden ist, meine Literatur bei O'Reilly.

    @Mechanics:

    Was mich an .NET inzwischen begeistert, ist der Richtungswechsel seitens Microsoft.
    Du wirst vielleicht überrascht sein, aber ich bin begeisterter Linux-Nutzer (bei mir läuft Linux Mint) und meistens nutze ich VSCode mit .NET Core. Node.js ergänzt sich auch prima dazu, vor allem ist das Arbeiten mit Prisma in Node.js angenehm.
    Ich habe Windows 10 in einer VM laufen, damit ich auch mit WPF entwickeln kann, wobei ich überlege, einen Blick auf Avalonia zu werfen (eine cross-platform GUI für .NET).
    Ich hoffe, dass es im November, wenn .NET 5 veröffentlicht wird, noch mehr Gründe zum Freuen gibt. Zumindest läuft .NET dann unter einem Banner.

    Im Bezug der Anforderungen von Unternehmen, ich werde im Studium so viel wie möglich rausholen wie ich kann. Ich hoffe dadurch, dass ich das Abendgymnasium und hoffentlich das Studium genauso solide abschließe, wodurch der TAI quasi irrelevant für jeden wird. Ich werde ohnehin eins/zwei Semester allein im Bachelor überziehen, da ich 15 bis 20 Stunden arbeiten muss. Das eine oder andere Modul weniger je Semester investiere ich lieber in die Noten der anderen Module.

    @Leon0402

    Mathe, oh, damit hast Du ein Fass aufgemacht. Ich habe mir von Gerald Teschl die beiden Bänder "Mathematik für Informatiker" erworben und arbeite diese seit ein paar Monaten parallel durch.
    Auch wenn mir die Oberstufenmathematik keine Probleme bereitet, der Respekt vor dem Anspruch im Informatikstudium ist mehr als vorhanden.

    Selbst Medieninformatik, welches an der TH Lübeck zwar doch eher 75% Informatik ist (scheint je nach Hochschule anders zu sein), hat direkt dicke Mathemodule am Anfang. Ich habe keine Lust, da direkt gegen die Wand zu fahren 🙄

    Ich muss auch zusehen, dass ich mir GitHub einrichte, um mal Projekte wie ein Headless-CMS auf Basis von ASP.NET oder Node.js hochzuladen, inklusive Portfolioseite. Scheint wohl inzwischen sehr wichtig zu sein.

    Danke euch!



  • Jap, sieh zu, dass du Mathe hinkriegst!
    Im 1. Semester hatte ich mit Mathe 1 analytischer Geometrie kaum Probleme, guter Dozent, gute Erklärungen, durchaus anspruchsvoll, aber machbar ...

    Im 2. Semster habe ich mit Mathe 2 Analysis nicht mehr so viel Glück ... trotz guter Vorkenntnisse (gute Schulleistungen) bereitet mir das Fach grade große Probleme ... die Wochenenden gehen aktuell also komplett für Mathe drauf.



  • @Leon0402 sagte in Orientierungshilfe und Fallstricke:

    C im 1. Semester, ..., Java im 2. Semester

    LOL
    das merkt man dann hier.
    (wer die Anspielung nicht verstanden hat: die Reihenfolge ist sinnfrei, C wurde von Profis für Profis erschaffen, eben weil der Sprachumfang klein ist, muss man zum effektiven Gebrauch sehr viel Praxiserfahrung mitbringen; C kann man nicht lernen und nicht lehren, C muss man begreifen; im Gegensatz dazu wurde Java (von Theoretikern) geschaffen, damit auch noch der letzte Depp unfallfrei was eintippen und das dann schon als Programm und sich als Programmierer bezeichnen und verkaufen kann)

    Meine Meinung zu dem Thema: Hochschullehrer haben zu 100% keinerlei Ahnung von der Praxis, d.h. du fängst mit deinem dort erworbenen "Wissen" in einer Firma mit professioneller Softwareentwicklung bei 0 (Null) an, real gesehen sogar bei < 0, denn in der Firma muss man dir oftmals das an der Uni Gelehrte erstmal wieder austreiben, eben weil dein Wissen praxisirrelevant und oftmals auf aufgeschnappten Halbwissen (auch deiner Lehrer) beruht. Und das ist natürlich für eine Firma wenig attraktiv.

    Mein Tipp: mache in Gottes Namen dort an der Uni diese Scheine aber präsentiere dieses dort erworbene "Wissen" nicht offensiv, nach dem Motto:
    "ich habe 1.Semester C gehört, demzufolge habe ich Pointer verstanden",
    "ich habe 1 Semester Java/C++/... gehört, demzufolge weiß ich, was OOP bedeutet".
    Je nach Firma würden sie dich bei sowas in Vorstellungen/Assessments/... da schnell auflaufen lassen, also gebe ihnen dort keine offene Flanke.
    Ich persönlich habe den Eindruck, dass noch vor 2-3 Jahren jeder Schrott eingestellt wurde, weil das (obere) Management Digitalisierung-affin und somit hörig war; das ist jetzt nicht mehr so (nicht nur wegen Corona).
    Im Übrigen ist die Fokussierung auf eine/wenige Programmiersprachen sehr naiv, in der Firma wirst du sehr viel mehr Themenbereiche abdecken müssen, technische, fachliche und softige. Dort brauchst du Universalwissen; dass du das als Student natürlich nicht haben kannst, wissen auch die Personaler, das erwirbst du dann im Laufe der Zeit.
    Motto (für die erste Zeit) also: Klappe halten und den Altvorderen zuhören.



  • @Leon0402 sagte in Orientierungshilfe und Fallstricke:

    Die Programmiersprachen, die man im Studium lernt, werden aus meiner Sicht überschätzt.

    Das und das was Wutz schreibt... Ich wollte das eigentlich auch erwähnen, habs mir aber gespart. Was du im Studium im Bereich Programmieren "lernst" ist sowieso vernachlässigbar. Ich hatte mich dabei sowieso auf das bezogen, was du nebenbei machst, das habe ich nur nicht klar (bis gar nicht) kommuniziert. Ich hab die ganze Zeit neben dem Studium als Werkstudent gearbeitet, da sammelt man schon sehr viel mehr Erfahrung. Würde ich dir auch unbedingt empfehlen, aber kann halt auch nicht jeder nebenbei arbeiten.
    Und in der Hinsicht finde ich eine gewisse Spezialisierung angebracht. Ich war mehrere Jahre in der gleichen Firma und war dann irgendwann in den ganzen Projekten und Prozessen drin. Das finde ich zielführender, als alle zwei Monate die Firma zu wechseln, und wieder als kompletter Anfänger in einem ganz anderen Bereich anzufangen.
    Dann habe ich aber doch die Firma gewechselt und paar Jahre etwas ganz anderes gemacht. Und im Studium hatte ich versucht, möglichst wieder etwas anderes zu machen.

    Wenn du schon auf alles so ausführlich eingehst... Ich hatte nach etwa 5 Jahren einfach genug von .NET und den typischen Projekten in dem Bereich. Ich war als Werkstudent erstmal auch begeistert von der ganzen Enterprise Schiene, aber irgendwann hatte ich halt einfach mehr als genug davon.



  • @Leon0402

    Falls es Dir hilft: https://www.amazon.de/gp/product/B071RZTK22/ref=series_rw_dp_sw
    Ich habe mir die Bücher bei Thalia bestellt, bin damit sehr zufrieden.
    Das Wochenende ist zu schade für Mathe 😛

    @Wutz

    So in etwa sieht es auch an der TH Lübeck aus, Semester X, Sprache X, Semester Y, Sprache Y usw.
    Ich mache mir da keine Gedanken, ich muss nur gestehen, ich bin etwas euphorisch, nach den langen Bildungsweg nun die Chance habe, ein Studium zu beginnen. Ich habe mir das meiste mit Literatur von O'Reilly u.ä. angelesen.
    Mit Rheinwerk habe ich vor ca. zehn Jahren schon schlechte Erfahrung gemacht...

    Um keine Angriffsfläche zu bieten, bzw. so wenig wie möglich, habe ich im Lebenslauf nicht alles drinnen, was ich mal angefasst habe. Bspw. steht bei mir kein C++, PHP und Java drinnen ("Hello World"-Kenntnisse), sofern ich alle zehn Minuten Stack-Overflow aufsuchen muss.

    UND ich weiß immer noch nicht wirklich was mit Pointern anzufangen.
    Aber das Buch Grundkurs C++ von Jürgen Wolf hat mir vor Jahren nicht wirklich geholfen.
    Mir vielen Widersprüche auf, aber ich denke, ich habe einfach nicht den schlauen Kopf dafür, um das Buch zu verstehen.

    @Mechanics

    Dass Du die Situation außerhalb der Hochschule meinst, hatte ich vermutet.
    Der Grund, warum ich mich auf .NET und Node.js fokussiere, ist mein Anspruch, in einer Domäne fit zu sein und dadurch auch, sofern der Arbeitsmarkt dies verlangt, problemlos wechseln zu können - Sprachen und die dazugehörigen Ökosysteme sehe ich eher als Werkzeug, nicht als religöse Haltung.
    Node.js ist ohnehin nicht so krass, sofern man im Frontend mit HTML5, CSS3/SCSS und JavaScript arbeitet, klar, Asynchronität war erstmal enorm gewöhnungsbedürftig.
    Sprich, ich wollte wissen, wie ich das Frontend umsetze, wie im Backend mit einem ORM gearbeitet wird, wie REST funktioniert, wie ich aus JSON-Zeichenketten Objekte, Arrays usw. bilden kann. Wie implizite Konvertierungen unterschiedlich gehandhabt werden bei verschiedenen Sprachen.

    Deswegen habe ich mir, nachdem ich das Entity Framework benutzt habe, Alternativen im Node.js-Ökosystem gesucht.
    Prisma ist zwar kein ORM, sondern eher ein Query-Builder, aber für meine Zwecke hat Prisma die selben Aufgaben im Headless-CMS gehandhabt. Das waren für mich die Beweggründe. Vorgehensweisen in Sprache A kapieren, um dann bei Bedarf das Wissen auf Sprache B anwenden zu können.

    "Wenn du schon auf alles so ausführlich eingehst... Ich hatte nach etwa 5 Jahren einfach genug von .NET und den typischen Projekten in dem Bereich."

    Nur habe ich mich bis jetzt seit elf Jahren damit beschäftigt und, so muss ich gestehen, statt mich mit dem Realschulabschluss zu beschäftigen, den Kopf in Fachbücher gesteckt.
    Gebracht hat mir das nichts, ich war sehr introvertiert und der damalige Schulabschluss hat mich in meinen Plänen in Richtung einer Ausbildung zum FIAE behindert.
    Ich möchte mich bei Gott nicht versteifen, ich bin wirklich offen, um neue Sachen zu lernen und anzuwenden und ich hoffe, dass das Studium an der TH Lübeck mir gut tun wird.

    "Ich hab die ganze Zeit neben dem Studium als Werkstudent gearbeitet"

    Das selbe habe ich vor, sobald ich das Code-Bootcamp diesen Dezember beende. Bei Partnerunternehmen auffallen und möglichst einen Fuß in die Tür bekommen, sprich direkt im ersten Semester loslegen.
    Vor allem möchte ich dadurch sehen, wie Seniors, also Leute wie Du und @Wutz, entwickeln.

    "Ich war als Werkstudent erstmal auch begeistert von der ganzen Enterprise Schiene"

    Glaube mir, wenn Du einmal das Agenturgeschäft in so 5-Mann-Webklitschen gesehen hast, vergeht Dir der Mageninhalt.
    Der JavaScript-"Experte", welcher anscheinend nur jQuery konnte, konnte mir nicht beantworten, wieso Map-Keys via mapObject.keys() aufgerufen werden, aber Keys in normalen Objekten via Object.keys(ordinaryObject). Erst durch passende Literatur dank O'Reilly stieg ich durch.

    Frage an @Mechanics und @Wutz

    Macht es Sinn, sich im ersten Semester bereits parallel mit Design Patterns zu beschäftigen, also Literatur durcharbeiten, oder sollte ich erstmal als Werkstudent "echte Arbeit" erlebt haben und dann in höheren Semestern damit starten?

    Genießt den sonnigen Samstag!



  • @patrik-kuehl sagte in Orientierungshilfe und Fallstricke:

    Aber das Buch Grundkurs C++ von Jürgen Wolf hat mir vor Jahren nicht wirklich geholfen.

    siehe ebenda
    Pfuscher JW 1.0
    Pfuscher JW 2.0



  • @patrik-kuehl sagte in Orientierungshilfe und Fallstricke:

    wie ich aus JSON-Zeichenketten Objekte, Arrays usw. bilden kann.

    Das hört sich jetzt zwar etwas komisch an, aber ansonsten scheinst du dir schon einiges angeeignet zu haben, das ist durchaus nicht schlecht für einen Studienanfänger.
    Und ja, ich habe schon alles mögliche an Inkompetenz gesehen und erlebt...

    "Design Patterns" sind erstmal nichts besonderes. Vor allem die ursprünglichen Design Patterns von der GoF sind vermutlich in paar Tagen durchgearbeitet. Viele davon sind auch recht "speziell". z.B. Iterator. Wenn ich mit C++ arbeite, ist das für mich sowieso etwas alltägliches, Java hat eine komische Vorstellung von Iteratoren, und in anderen Sprachen hat/braucht man das Konzept vielleicht gar nicht.
    Im .NET Bereich hast du dann aber vermutlich eher Architektur Pattern, die wichtig sind, z.B. MVVM, Unit of Work, Repositories usw... Das ist schon komplizierter/spezieller, liegt vielleicht auch nicht jedem. Wenn du ernsthaft mit .NET arbeitest und nicht gerade in so eine amateurhafte Klitsche reinkommst, dann wirst du da nicht drum rum kommen. Das kannst du dir dann aber auch in der Arbeit zeigen lassen. Ich würde zumindest nicht von einem Studenten erwarten, dass er schon ein Experte auf dem Gebiet ist. Als Student (vor allem am Anfang) interessiert man sich eher noch für andere Sachen.



  • @Wutz

    Vielen Dank für die Links!

    Ich habe Rheinwerk als möglichen Fachverlag nun komplett aus meiner Festplatte im Schädel gelöscht...
    Mich haben die Beiträge eben auch getriggert, in anderen Foren nachzuschauen, ich bin schockiert.
    Aber die Erfahrung, dass ein JavaScript-Buch (zugegebenermaßen ggf. nicht aktuell, da ich es 2010 gelesen habe) fast nur jQuery behandelt, bestätigt meinen Eindruck von Rheinwerk.

    @Mechanics

    Ja, hört sich wirklich komisch an, jedoch scheint es zu existieren und Anwendungsgebiete zu haben: https://developer.mozilla.org/en-US/docs/Web/JavaScript/Reference/Global_Objects/JSON/parse

    "Im .NET Bereich hast du dann aber vermutlich eher Architektur Pattern, die wichtig sind, z.B. MVVM, Unit of Work, Repositories usw."

    Ich behalte das im Hinterkopf, danke Dir für die Tipps!
    Und ja, ich werde mir das von Seniors zeigen lassen (wollen), ich werde mich wohl extrem unwissend fühlen, sobald der Einstieg als Werkstudent erfolgt 😅

    Nebenbei, extrem nettes Forum.
    Keine Flame-Wars, sachliche Beurteilung, werde hier gerne öfter reinschauen!



  • @patrik-kuehl sagte in Orientierungshilfe und Fallstricke:

    Ja, hört sich wirklich komisch an, jedoch scheint es zu existieren und Anwendungsgebiete zu haben

    Das meinte ich nicht. Sondern, dass du das extra erwähnen musst 😉 Ich meine, für jemanden, der von ORM redet, sollte es doch selbstverständlich sein, aus "Json Objekte zu bilden".
    Es gibt ganz unterschiedliche Studenten, da brauchst du keine Angst zu haben. Ich würde sagen, kaum die Häfte meiner Kommilitonen aus dem ersten hat es ins zweite Semester geschafft. Und auch davon konnten viele mit dem Programmieren noch kaum was anfangen.

    Doch, es gibt hier Flamewars 😉 Das gehört dazu 🙂



  • @Mechanics

    Jetzt komme ich hinterher, ja - nach dem Motto im Dunkeln hört man schlechter.

    "Ich würde sagen, kaum die Häfte meiner Kommilitonen aus dem ersten hat es ins zweite Semester geschafft."

    Bleibt zu hoffen, dass ich nicht zu der einen Hälfte gehören werde.
    Aber ich lese mich derzeit ohnehin in die Mathematikbänder von Gerald Teschl ein, um genau das zu vermeiden...

    Selbst in der schulischen Ausbildung zum TAI vor knapp neun/acht Jahren sind die meisten abgesprungen, sobald C auf dem Lehrplan stand. Ich schaue mal, ob ich mir ein "vernünftiges" C++-Buch zulege, zumal C++ für die Entwicklung von nativen Modulen für Node.js interessant wäre. Ich durchforste nachher das Forum nach Literaturempfehlungen, wo ja klarerweise nicht der Grundkurs C++ von JW dazugehört.

    "Doch, es gibt hier Flamewars 😉 Das gehört dazu 🙂"

    Gut, ich werde mich dann dort wohl nie einklinken^^



  • @patrik-kuehl
    Wenn ich an meine Studienzeit an der TU zurückdenke, so schätze ich das nur in 5% der Lehrzeit Programmierung gelehrt wurde. Meistens ging es nach dem Motto "Das soeben gelehrte wollen wir in Programmiersprache XYZ nachvollziehen. Die Grundkonstrukte sehen so aus, eine kurze Einführung findet man unter www.xyz. Viel Spaß mit der folgenden Aufgabe."

    Entsprechend waren die Übungen öfters Programmieraufgaben.

    Informatik ist aber nicht nur Programmierung.

    In meinem Vordiplom (heute Bachelor) kamen Themen wie wie Komplexitätstheorie, Grundlegende Datenstrukturen, Automatentheorie, Turingmaschinen, Wie funktioniert ein Rechner?, Wie funktioniert eine Projektverwaltung?, Mathematik,... vor

    Im Hauptdiplom (heute Master) spezialisierte ich mich in Richtung Mobilfunktechnik. Ich durfte von heute auf morgen zu den E-Technikern. CDMA Mobilfunksysteme, Entwicklung digitaler Filter, Nachrichtentheorie, Robotik, künstliche Intelligenz, Rechnersysteme, Parallelrechner, Modellierungselemente (UML),... waren dort Themen.

    Und überall wurde Mathematik benutzt.

    Am besten meldest du dich aber mal in der Fachschaft. Die können dir dort besser helfen.



  • @patrik-kuehl
    Ich will es noch anders formulieren: Stell dir vor du hättest die Aufgabe eine Ampelsteuerung zu programmieren. Wie geht man da vor?

    Das ist die Hauptaufgabe des Studiums



  • @Quiche-Lorraine sagte in Orientierungshilfe und Fallstricke:

    @patrik-kuehl
    Ich will es noch anders formulieren: Stell dir vor du hättest die Aufgabe eine Ampelsteuerung zu programmieren. Wie geht man da vor?

    Das ist die Hauptaufgabe des Studiums

    Ich muss gestehen, da ich an der TH Lübeck studieren werde, wird der Programmieranteil etwas höher sein, als an einer TU. Ist jetzt jedoch eher eine Mutmaßung meinerseits, da das Studium erst im September startet.

    Ich hatte mir mehrere Hochschulen und Universitäten in Hamburg und Umgebung angesehen, darunter Universität Hamburg, FH Wedel, TH Lübeck und TUHH. Ich bin mir sicher, dass ich das Studium an der TUHH nicht überleben würde.
    Die Begriffe Komplexitätstheorie, Grundlegende Datenstrukturen, Automatentheorie, Turingmaschinen wurden in Vorstellungsveranstaltungen genannt, bzw. ähnliche Begriffe und außer mit Datenstrukturen kann ich bisher nichts einordnen. Ich hatte mal aufgeschnappt, dass sich die Komplexitätstheorie um die Beurteilung der Ressourcen einer Berechnung kümmert, bin mir aber sicher, dass ich mit dieser Laiendefinition komplett falsch liege.

    "Informatik ist aber nicht nur Programmierung."

    Das habe ich mir bereits dick vermerkt, weshalb ich mich mit passender Literatur über den Oberstufenmathematikunterricht hinaus vorbereiten kann.
    Ich möchte nicht den Fehler machen, direkt am Anfang des Studiums durch eines der dicken Mathemodule zu fliegen.

    Die Beschreibung Deinerseits bzgl. des Studienverlaufes entspricht in etwa auch jenen an der TH Lübeck. Der Bachelor der Medieninformatik hat tausend Themen, welche querbeet abgehandelt werden und im Master kommen mehr Wahlmöglichkeiten.

    Jedoch werde ich mich letztendlich darum bemühen, so wie von @Wutz und @Mechanics angemerkt, im "echten Arbeitsleben" berufsrelevante Kenntnisse aufzubauen. Als baldiger Absolvent eines Abendgymnasiums muss ich langsam zusehen, zum Schuss zu kommen. Bei den Infoveranstaltungen an Hochschulen waren wir Abendgymnasiasten teils älter als die, die uns eingeführt haben...

    Ich hoffe, ich kann nach dem Bachelor, bzw. nach dem Master Deine Frage bzgl. des Vorgangs einer sinnigen Programmierung einer Ampelsteuerung beantworten. Ich denke, ohne das notwendige Wissen aus Hochschule und Werkstudententätigkeit würde ich mich lächerlich machen.



  • Auch schon mal ein duales Studium in Erwägung gezogen?

    Ich mache eins: Ist stressig und man kann sich die Hochschule nicht so wirklich aussuchen (Man weiß aber natürlich welche Firma mit welcher Hochschule kooperiert). Die positiven Seiten sind, dass man natürlich wesentlich mehr praktische Erfahrung bekommt durch das Arbeiten im Betrieb , fürs studieren und arbeiten bezahlt wird und gute Berufsaussichten danach hat (die meisten großen Firmen haben z.B. eine Übernahmegarantie ... entgegen der allgemeinen Vorstellung, ist man aber bei keinem größerem Unternehmen an dieses danach gebunden ... man kann also die Firma direkt nach Studienabschluss wechseln, wenn man möchte).

    Man muss sich natürlich bewerben, allerdings sehe ich die Chancen für dich da nach deiner Beschreibung relativ gut. Dein Lebenslauf würde ich hier nicht unbedingt als Nachteil sehen ... wie sich der entwickelt mit Abendgymansium, boot camp etc. wird dir eher als Vorteil ausgelegt werden. Firmen suchen (jetzt mal Corona unabhängig) nach Informatikern und dementsprechend ist der Fokus darauf, dass sie überzeugt sind, dass du das Studium schaffst ... und da spricht dein engagement für dich.

    dummen Sprüchen meines Klassenlehrers der HTML als Programmiersprache bezeichnete, habe ich es geschmissen

    Egal wofür du dich entscheidest, du wirst garantiert noch mindestens einen Dozenten, Arbeitskollegen etc. bekommen, der dir irgendeinen Schwachsinn erzählt. Manchmal ist es nicht so schwerwiegend und der Dozent ist offen für die Kritik, manchmal nicht. Da muss man durch.
    Das wichtigste ist, dass du erkennst, wenn du Schwachsinn erzählst bekommst und dementsprechend darauf achtest, dass du den Schwachsinn für die Prüfung kannst und dann wieder schnell vergisst.



  • @Leon0402

    Ich hatte im Vorjahr mit dem Gedanken gespielt.
    Das Bewerben wäre ja nicht das Problem (habe genug Vorstellungsgespräche durch).

    Nur ist bei mir alles abgestimmt.
    Der Studiengang an der TH Lübeck ist größtenteils online und am liebsten lerne ich in Eigenregie.
    Zusätzlich wäre keine Vereinbarkeit mit dem Code-Bootcamp gegeben, wenn Präsenzen verpflichtend sind und die Flexibilität kommt mir, aufgrund der Absicht der Ausübung einer Werkstudententätigkeit, entgegen.

    Es gibt noch ein paar andere Gründe, denn zum einen bin ich am Wohnort gebunden (extrem günstige und riesige Wohnung) und zum anderen besteht bei Ausbildungen (und dualen Studiengängen) das Risiko, dass man bei der Betriebswahl auch ins Klo greifen kann. Genau diese Erfahrung durfte ich machen, absolut verschwendete Lebenszeit in dieser Firma.

    Und wenn mir das passiert, gefährde ich indirekt auch das Studium dadurch, da ich mal eben mindestens drei Jahre an diesem Betrieb gebunden bin. Wenn ich merke, dass mein Werkstudentenjob Müll ist, ist das Studium nicht in Gefahr und die Jobsuche via LinkedIn, StepStone o.ä. ist dann auch nicht weit entfernt.

    "Egal wofür du dich entscheidest, du wirst garantiert noch mindestens einen Dozenten, Arbeitskollegen etc. bekommen, der dir irgendeinen Schwachsinn erzählt."

    Ja, das Thema ist auch abgehakt. Die damalige Entscheidung damals vor knapp acht Jahren hätte ich mir auch sparen können. Wäre ich immer noch so drauf, hätte ich das Abendgymnasium direkt in den ersten Monaten geschmissen. Ich bin mittlerweile gut geschult darin, auszuschalten 🙃

    Freut mich jedoch, dass Du (zumindest augenscheinlich) einen guten Betrieb gefunden hast und zufrieden bist!



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