Orientierungshilfe und Fallstricke



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  • Hmm...
    Wegen der Corona Situation ist es grad etwas schwierig, den Markt zu beurteilen. Davor hätte ich gesagt, Informatiker sind gefragt und es gibt auf jeden Fall genügend Firmen, die gezwungenermaßen weniger anspruchsvoll sind. Aber zur Zeit muss man hier noch abwarten. So lange aber nicht alles zusammenbricht, dürfte es schon klappen.

    Spezialisierung an sich, gerade im Studium, finde ich nicht gerade erstrebenswert. Allerdings funktioniert etwas anderes auch nicht wirklich. Ich hatte mich im Studium auch sehr stark auf .NET spezialisiert, und hatte jetzt seit 10 Jahren nichts mehr damit zu tun. Ich hatte im Studium aber auch die Möglichkeit, völlig unterschiedliche Sachen auszuprobieren.
    Wichtiger ist, dass du gutes Grundwissen aufbaust und flexibel bist.



  • Die Programmiersprachen, die man im Studium lernt, werden aus meiner Sicht überschätzt. Ich bin erst mitten im 2. Semester, daher kann ich da nicht mit 100%iger Sicherheit sagen, dass es so wirklich ist ... zumal ja auch jede Uni verschieden ist.

    Allerdings liegt der Fokus eines Informatik Studiengang aus meiner Sicht erstmal auf Mathe und Theoretischer Informatik, das sind tendenziell auch die schwierigsten Fächer, wo zumindest bei uns auch jeder 90% seiner Zeit reinsteckt.
    Man hat auch Programmierkurse und ähnliches z.B. bei uns C im 1. Semester, WebEng im 1. Semester, Java im 2. Semester etc. und da lernt man teilweise auch einiges, wenn man das Glück eines guten Dozenten hat (wobei man da aus meiner Erfahrung so ne 50%ige Change hat) ... aber von Spezialisierung kannst du da auf keinen Fall reden. Man lernt die basics, manchmal auch schon ein paar fortgeschrittene Themen, richtige Projekte wird man aus Zeitgründen wohl eher nicht machen.

    Was ich damit sagen will: Was für eine Programmiersprache die Uni lernt, ist aus meiner Sicht relativ irrelevant ... Java, C++, C, Python gehören vermutlich so zu den häufigsten. Du wirst egal wo basics lernen, die ja in den meisten Programmiersprachen eh relativ ähnlich sind. Der Fokus liegt nicht auf dem Programmieren und wenn du da beruflich durchstarten willst, dann führt am privaten Programmieren auch kein Weg vorbei.

    Und das war jetzt für Informatik ... naja Medieninformatik ... das ist ja grob nur noch 50% Informatik, das wird vermutlich nochmal etwas abgespeckter in dem Bereich sein.

    Persönlich finde ich Spezialisierung nicht so wichtig. Es macht allerdings durchaus Sinn, sich am Anfang auf eine Programmiersprache etwas zu fokussieren, glaube da kommt man einfach schneller voran (C++ eignet sich aus meiner Sicht da ganz gut für, weil man Grundlagen lernt, die einem in so ziemlich jeder anderen Programmiersprache dann auch helfen).
    Das Fachwissen eignet man sich dann auch im Beruf und in privaten Projekten an.



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  • Jap, sieh zu, dass du Mathe hinkriegst!
    Im 1. Semester hatte ich mit Mathe 1 analytischer Geometrie kaum Probleme, guter Dozent, gute Erklärungen, durchaus anspruchsvoll, aber machbar ...

    Im 2. Semster habe ich mit Mathe 2 Analysis nicht mehr so viel Glück ... trotz guter Vorkenntnisse (gute Schulleistungen) bereitet mir das Fach grade große Probleme ... die Wochenenden gehen aktuell also komplett für Mathe drauf.



  • @Leon0402 sagte in Orientierungshilfe und Fallstricke:

    C im 1. Semester, ..., Java im 2. Semester

    LOL
    das merkt man dann hier.
    (wer die Anspielung nicht verstanden hat: die Reihenfolge ist sinnfrei, C wurde von Profis für Profis erschaffen, eben weil der Sprachumfang klein ist, muss man zum effektiven Gebrauch sehr viel Praxiserfahrung mitbringen; C kann man nicht lernen und nicht lehren, C muss man begreifen; im Gegensatz dazu wurde Java (von Theoretikern) geschaffen, damit auch noch der letzte Depp unfallfrei was eintippen und das dann schon als Programm und sich als Programmierer bezeichnen und verkaufen kann)

    Meine Meinung zu dem Thema: Hochschullehrer haben zu 100% keinerlei Ahnung von der Praxis, d.h. du fängst mit deinem dort erworbenen "Wissen" in einer Firma mit professioneller Softwareentwicklung bei 0 (Null) an, real gesehen sogar bei < 0, denn in der Firma muss man dir oftmals das an der Uni Gelehrte erstmal wieder austreiben, eben weil dein Wissen praxisirrelevant und oftmals auf aufgeschnappten Halbwissen (auch deiner Lehrer) beruht. Und das ist natürlich für eine Firma wenig attraktiv.

    Mein Tipp: mache in Gottes Namen dort an der Uni diese Scheine aber präsentiere dieses dort erworbene "Wissen" nicht offensiv, nach dem Motto:
    "ich habe 1.Semester C gehört, demzufolge habe ich Pointer verstanden",
    "ich habe 1 Semester Java/C++/... gehört, demzufolge weiß ich, was OOP bedeutet".
    Je nach Firma würden sie dich bei sowas in Vorstellungen/Assessments/... da schnell auflaufen lassen, also gebe ihnen dort keine offene Flanke.
    Ich persönlich habe den Eindruck, dass noch vor 2-3 Jahren jeder Schrott eingestellt wurde, weil das (obere) Management Digitalisierung-affin und somit hörig war; das ist jetzt nicht mehr so (nicht nur wegen Corona).
    Im Übrigen ist die Fokussierung auf eine/wenige Programmiersprachen sehr naiv, in der Firma wirst du sehr viel mehr Themenbereiche abdecken müssen, technische, fachliche und softige. Dort brauchst du Universalwissen; dass du das als Student natürlich nicht haben kannst, wissen auch die Personaler, das erwirbst du dann im Laufe der Zeit.
    Motto (für die erste Zeit) also: Klappe halten und den Altvorderen zuhören.



  • @Leon0402 sagte in Orientierungshilfe und Fallstricke:

    Die Programmiersprachen, die man im Studium lernt, werden aus meiner Sicht überschätzt.

    Das und das was Wutz schreibt... Ich wollte das eigentlich auch erwähnen, habs mir aber gespart. Was du im Studium im Bereich Programmieren "lernst" ist sowieso vernachlässigbar. Ich hatte mich dabei sowieso auf das bezogen, was du nebenbei machst, das habe ich nur nicht klar (bis gar nicht) kommuniziert. Ich hab die ganze Zeit neben dem Studium als Werkstudent gearbeitet, da sammelt man schon sehr viel mehr Erfahrung. Würde ich dir auch unbedingt empfehlen, aber kann halt auch nicht jeder nebenbei arbeiten.
    Und in der Hinsicht finde ich eine gewisse Spezialisierung angebracht. Ich war mehrere Jahre in der gleichen Firma und war dann irgendwann in den ganzen Projekten und Prozessen drin. Das finde ich zielführender, als alle zwei Monate die Firma zu wechseln, und wieder als kompletter Anfänger in einem ganz anderen Bereich anzufangen.
    Dann habe ich aber doch die Firma gewechselt und paar Jahre etwas ganz anderes gemacht. Und im Studium hatte ich versucht, möglichst wieder etwas anderes zu machen.

    Wenn du schon auf alles so ausführlich eingehst... Ich hatte nach etwa 5 Jahren einfach genug von .NET und den typischen Projekten in dem Bereich. Ich war als Werkstudent erstmal auch begeistert von der ganzen Enterprise Schiene, aber irgendwann hatte ich halt einfach mehr als genug davon.



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  • @patrik-kuehl sagte in Orientierungshilfe und Fallstricke:

    Aber das Buch Grundkurs C++ von Jürgen Wolf hat mir vor Jahren nicht wirklich geholfen.

    siehe ebenda
    Pfuscher JW 1.0
    Pfuscher JW 2.0



  • @patrik-kuehl sagte in Orientierungshilfe und Fallstricke:

    wie ich aus JSON-Zeichenketten Objekte, Arrays usw. bilden kann.

    Das hört sich jetzt zwar etwas komisch an, aber ansonsten scheinst du dir schon einiges angeeignet zu haben, das ist durchaus nicht schlecht für einen Studienanfänger.
    Und ja, ich habe schon alles mögliche an Inkompetenz gesehen und erlebt...

    "Design Patterns" sind erstmal nichts besonderes. Vor allem die ursprünglichen Design Patterns von der GoF sind vermutlich in paar Tagen durchgearbeitet. Viele davon sind auch recht "speziell". z.B. Iterator. Wenn ich mit C++ arbeite, ist das für mich sowieso etwas alltägliches, Java hat eine komische Vorstellung von Iteratoren, und in anderen Sprachen hat/braucht man das Konzept vielleicht gar nicht.
    Im .NET Bereich hast du dann aber vermutlich eher Architektur Pattern, die wichtig sind, z.B. MVVM, Unit of Work, Repositories usw... Das ist schon komplizierter/spezieller, liegt vielleicht auch nicht jedem. Wenn du ernsthaft mit .NET arbeitest und nicht gerade in so eine amateurhafte Klitsche reinkommst, dann wirst du da nicht drum rum kommen. Das kannst du dir dann aber auch in der Arbeit zeigen lassen. Ich würde zumindest nicht von einem Studenten erwarten, dass er schon ein Experte auf dem Gebiet ist. Als Student (vor allem am Anfang) interessiert man sich eher noch für andere Sachen.



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  • @patrik-kuehl sagte in Orientierungshilfe und Fallstricke:

    Ja, hört sich wirklich komisch an, jedoch scheint es zu existieren und Anwendungsgebiete zu haben

    Das meinte ich nicht. Sondern, dass du das extra erwähnen musst 😉 Ich meine, für jemanden, der von ORM redet, sollte es doch selbstverständlich sein, aus "Json Objekte zu bilden".
    Es gibt ganz unterschiedliche Studenten, da brauchst du keine Angst zu haben. Ich würde sagen, kaum die Häfte meiner Kommilitonen aus dem ersten hat es ins zweite Semester geschafft. Und auch davon konnten viele mit dem Programmieren noch kaum was anfangen.

    Doch, es gibt hier Flamewars 😉 Das gehört dazu 🙂



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  • @patrik-kuehl
    Wenn ich an meine Studienzeit an der TU zurückdenke, so schätze ich das nur in 5% der Lehrzeit Programmierung gelehrt wurde. Meistens ging es nach dem Motto "Das soeben gelehrte wollen wir in Programmiersprache XYZ nachvollziehen. Die Grundkonstrukte sehen so aus, eine kurze Einführung findet man unter www.xyz. Viel Spaß mit der folgenden Aufgabe."

    Entsprechend waren die Übungen öfters Programmieraufgaben.

    Informatik ist aber nicht nur Programmierung.

    In meinem Vordiplom (heute Bachelor) kamen Themen wie wie Komplexitätstheorie, Grundlegende Datenstrukturen, Automatentheorie, Turingmaschinen, Wie funktioniert ein Rechner?, Wie funktioniert eine Projektverwaltung?, Mathematik,... vor

    Im Hauptdiplom (heute Master) spezialisierte ich mich in Richtung Mobilfunktechnik. Ich durfte von heute auf morgen zu den E-Technikern. CDMA Mobilfunksysteme, Entwicklung digitaler Filter, Nachrichtentheorie, Robotik, künstliche Intelligenz, Rechnersysteme, Parallelrechner, Modellierungselemente (UML),... waren dort Themen.

    Und überall wurde Mathematik benutzt.

    Am besten meldest du dich aber mal in der Fachschaft. Die können dir dort besser helfen.



  • @patrik-kuehl
    Ich will es noch anders formulieren: Stell dir vor du hättest die Aufgabe eine Ampelsteuerung zu programmieren. Wie geht man da vor?

    Das ist die Hauptaufgabe des Studiums



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  • Auch schon mal ein duales Studium in Erwägung gezogen?

    Ich mache eins: Ist stressig und man kann sich die Hochschule nicht so wirklich aussuchen (Man weiß aber natürlich welche Firma mit welcher Hochschule kooperiert). Die positiven Seiten sind, dass man natürlich wesentlich mehr praktische Erfahrung bekommt durch das Arbeiten im Betrieb , fürs studieren und arbeiten bezahlt wird und gute Berufsaussichten danach hat (die meisten großen Firmen haben z.B. eine Übernahmegarantie ... entgegen der allgemeinen Vorstellung, ist man aber bei keinem größerem Unternehmen an dieses danach gebunden ... man kann also die Firma direkt nach Studienabschluss wechseln, wenn man möchte).

    Man muss sich natürlich bewerben, allerdings sehe ich die Chancen für dich da nach deiner Beschreibung relativ gut. Dein Lebenslauf würde ich hier nicht unbedingt als Nachteil sehen ... wie sich der entwickelt mit Abendgymansium, boot camp etc. wird dir eher als Vorteil ausgelegt werden. Firmen suchen (jetzt mal Corona unabhängig) nach Informatikern und dementsprechend ist der Fokus darauf, dass sie überzeugt sind, dass du das Studium schaffst ... und da spricht dein engagement für dich.

    dummen Sprüchen meines Klassenlehrers der HTML als Programmiersprache bezeichnete, habe ich es geschmissen

    Egal wofür du dich entscheidest, du wirst garantiert noch mindestens einen Dozenten, Arbeitskollegen etc. bekommen, der dir irgendeinen Schwachsinn erzählt. Manchmal ist es nicht so schwerwiegend und der Dozent ist offen für die Kritik, manchmal nicht. Da muss man durch.
    Das wichtigste ist, dass du erkennst, wenn du Schwachsinn erzählst bekommst und dementsprechend darauf achtest, dass du den Schwachsinn für die Prüfung kannst und dann wieder schnell vergisst.



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