Nun weg vom Embarcadero



  • Ich habe bis zur V10.4.1 das Rad Studio eingesetzt. In dieser Version wurden einige Sachen in den mitgelieferten Komponenten "vergessen", so dass meine Software, die sich mit RadStudio 10.3.3 problemlos übersetzen ließ, sich mit V10.4.1 nicht linken ließ
    Man hat dieses Problem wohl in 10.4.2 gelöst, aber da meine Update Subscription auslief und Embarcadero mir die kurz vor Ablauf erschienende V10.4.2 nicht zukommen lassen wollte, wenn ich die Update Subscription nicht verlängere, habe ich kurzerhand dieses "Problem" meinen Kunden geschildert, und der beauftragte mich dann, die SW eben mit C# neu zu entwickeln, mittlerer weile ist mein Kunde da auch von weg (und das ist wahrlich kein kleiner Kunde).

    Wieder mind. ein Kunde weniger, liebes Embarcadero Team. Ich sehe es nun echt nicht mehr ein, für so eine instabile IDE auch noch so viel Geld zu bezahlen und ihr fixt nicht mal die Fehler in euren Komponenten, die ein Benutzen der V10.4.1 für mich somit unmöglich machen..

    Echt schade, was aus so einen ehemals tollen Framework wie der VCL mittlererweile geworden ist.



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  • @Burkhi
    Glückwunsch zu diesem Schritt 🙂



  • @DocShoe sagte in Nun weg vom Embarcadero:

    @Burkhi
    Glückwunsch zu diesem Schritt 🙂

    Ich finde es u.a.einfach schade, das die IDE bei mir schon dann abstürzt, wenn ich einfach nur eine Projektdatei über einen Tab anzeigen lassen will. Dieser Fehler ist seit Version 10.2 drin und wurde einfach nicht gefixt, habe auch mehrere Videos davon gemacht und Reported. Passiert ist da bislang nichts.
    Und wenn man schon Angstzustände bekommt, an seiner Software weiter zu entwickeln, weil es ständig vorkommen kann, das die IDE abstürzt, dann macht das einfach keinen Spaß mehr, sondern stresst nur noch.
    Die Projektdateien (cbproj) musste ich zuletzt sogar schreibschützen, weil da immer wieder eingebundene Dateinamen bei diesen Abstürzen verändert wurden (Buchstaben wurden zufällig ausgetauscht), so daß beim nächsten Laden das Projekt auf einmal nicht mehr zu übersetzen war, weil besagte Datei nicht gefunden wurde.Das wurde auch nicht behoben.Ganz schlimm war es dann, eine weitere Unit hinzuzufügen, ich war gezwungen, jedesmal die Projektdatei mit Beyond Compare zu vergleichen, ob da bereits vorhandene Dateinamen verändert wurden.

    Ich vemute wirklich, das E. da die Entwickler ständig austauscht und diese mangels Erfahrung die IDE nicht im Kern kennen, sondern sehr grob vermutet einfach daran irgendwie herumfrickeln. Vlt. sollte da mal wirklich ein komplettes Redesign gemacht werden, so jedenfalls ist das Produkt in meinen Augen einfach nicht mehr tragbar.



  • @Burkhi sagte in Nun weg vom Embarcadero:

    Ich vemute wirklich, das E. da die Entwickler ständig austauscht und diese mangels Erfahrung die IDE nicht im Kern kennen, sondern sehr grob vermutet einfach daran irgendwie herumfrickeln. Vlt. sollte da mal wirklich ein komplettes Redesign gemacht werden, so jedenfalls ist das Produkt in meinen Augen einfach nicht mehr tragbar.

    2016 wurde das 80köpfige IDE/Delphi Entwicklerteam gefeuert, und Anfang 2016 hat der Chefentwickler den Laden freiwillig verlassen.

    Ich habe mich vor einigen Jahren auf einer Embarcadero Roadshow mit Matthias Eißing (Senior Sales Manager Embarcadero Germany) unterhalten, und der erzählte, dass zumindest die Entwicklung des C++ Compilers an ein externes Team abgeben wurde und damit die Qualität des Produktes erhöht würde. Da hab ich mir schon gedacht "Oh, oh, vorhandenes Know-How aufgeben und ein Team bei Null anfangen lassen?" Die werden wohl Unterstützung von führenden Entwicklern bekommen haben, aber im Grunde fangen sie doch bei Null an. Das erklärt auch die Stabilität des RAD Studios: 10.x.0 ist Alpha, 10.x.1 ist Beta, 10.x.2 ist brauchbar. Die ersten beiden Minors einer neuen Major waren zumindest bei 10.1 und 10.2 Kernschrott und nicht zu gebrauchen.

    Und wenn das externe Team irgendwann zu teuer wird oder von sich aus das Handtuch wirft fangen sie wieder von vorne an? Wie soll das zur Erhöhung der Qualität beitragen? Naja, ist halt ein Sales Manager, der muss das ja alles als Wunder verkaufen.

    Großartig war auch seine Antwort auf meine Frage, warum ständig am Objektdateiformat rumgeschraubt wird.
    ME: "Das ist notwendig, um die neuen Delphi Sprachfeatures zu unterstützen!"
    Ich: "Aha? Ich denke, das geht doch auch auf Quelltextebene, das sollte auf Objektcode-Ebene doch egal sein."
    ME (patzig): "Das ist halt so!" Da wirste auch noch für blöd gehalten.
    Die feiern sich inzwischen nur noch selbst, weil sie mit einer IDE Cross-Plattform Anwendungen entwickeln können. Linux, MacOS, Android, Windows, 32bit, 64bit, geht alles mit dem RAD Studio. Dass das aber nur für Mickey Mouse Anwendungen funktioniert erzählt hinterher keiner.



  • Da kann ich nur zustimmen, die Qualität des C++Builders hat sehr nachgelassen.
    Seit Turbo-C 2.0, damals noch unter unter MS-DOS, arbeite ich nun schon mit Borland...Inprise....Embarcadero.
    Der Name Borland stand noch für Qualität und bis C++Builder 6 war auch alles ok. Aber ab den XE-Versionen ging es bergab.
    Wir haben ca. 10 mit C++Builder erstellte und teilweise sehr grosse Projekte (über 800 Sourcecode-Dateien).
    Das Update und die Konvertierung von XE2 auf 10.2 war eine einzige Katastrophe und hat letztendlich nicht funktioniert, wir mußten abbrechen und auf 10.3 warten.
    Zwei unserer Entwickler waren dann eine gute Woche mit der Konvertierung auf 10.3 beschäftigt. Alle Pojekte mußten dabei neu aufgesetzt werden, weil die automatische Konvertierung der Projektdateien nicht richtig funktioniert hat, die Projekte ließen sich einfach nicht mehr compilieren.
    Und jedesmal wenn bisher ein Update einer Zusatzkomponente wie z.B. TMS, Jedi etc. installiert wurde, mussten die Projektdateien danach manuell korrigiert werden. Selbst wenn man vorher die alte Version der Komponente über die Projektverwaltung vollständig entfernt, bleibt noch einiges in der Projektdatei hängen und verursacht dann beim Compilieren entsprechende Fehlermeldungen.
    Werden in eine cpp-Datei zu viele Haederdateien includiert, ist compilieren wegen "Zu wenig Speicher" nicht mehr möglich - den Grund für diese Meldung muss man erst mal finden.

    Mir scheint, dass Embarcadero an Bestandskunden, die über viele Jahre die Treue gehalten haben, kein Intresse mehr hat. Was interessieren die alten und grossen Projekte, wichtig ist anscheinend nur noch, dass möglichst viele Plattformen bedient werden können.
    Die Entwickler und Verantwortlichen von Embarcardero hätten in den letzten paar Jahren schon einiges besser machen können. Wenn wir Programme mit solchen Schwachstellen an unsere Kunden ausliefern würden, dann könnten wir sehr bald dicht machen.

    Ich möchte aber auch nicht alles schlechtreden, der C++Builder ist sicher ein leistungsfähiges Werkzeug, mit dem man sehr schnell zu einem Ergebnis kommt - vorausgesetzt man kennt die Tücken der Projektverwaltung.

    Längerfristig würden wir auch gerne auf ein anderes Entwicklungssystem wechseln, aber welche Alternativen gibt es und sind diese besser? Falls jemand diesbezüglich schon Erfahrungen gesammelt hat, würde ich mich über Rückmeldungen freuen.



  • Visual Studio mit MFC
    Qt - keine Ahnung was da die beste IDE ist

    Wenn C# für GUII/Frontend in Frage kommt: definitiv auch WPF/Xamarin/Avalonia mit Visual Studio in Betracht ziehen.

    Und wenn HTML5/JavaScript für den GUI/Frontend Teil in Frage kommen könntest du dir auch mal CEF und Electron ansehen.



  • @hustbaer sagte in Nun weg vom Embarcadero:

    Qt - keine Ahnung was da die beste IDE ist

    QtCreator wäre da meine Empfehlung.



  • Ich würde auch für Windows auf Visual Studio umsteigen (wie von @hustbaer empfohlen, aber ohne MFC!), für Linux nutze ich den Qt-Creator (kam von @john-0 ).

    Ich habe vor 10 ! Jahren mal in einer Fa. mit Borland C++ Builder und VCL gearbeitet. Da ich Qt kannte, habe ich mich schnell in VCL einarbeiten können. Ich gehe davon aus, dass es umgekehrt auch so sein müsste (wenn sich die VCL nicht gravierend geändert hat).

    Bislang habe ich die Plattformunabhängigkeit durch Nutzung von Bibliotheken, verfügbar auf allen von mir betrachteten System, erreicht. Qt gehört für mich dazu (gibt bestimmt noch andere gute GUI-Biblotheken).

    Ich würde mich auf keinen Fall auf eine einzelne Entwicklungsumgebung wie Borland C++ Builder verlassen, sondern versuche meine Programme mindesten mit Visual C++, mingw, gcc und clang zu kompilieren. Macht zwar etwas Mühe, aber ich lerne dafür viel.



  • @j-halder sagte in Nun weg vom Embarcadero:

    Ich möchte aber auch nicht alles schlechtreden, der C++Builder ist sicher ein leistungsfähiges Werkzeug, mit dem man sehr schnell zu einem Ergebnis kommt - vorausgesetzt man kennt die Tücken der Projektverwaltung.

    Ja, die VCL ist das definitiv leistungsfähigste Framework, was ich kenne.

    Nur was nützt einen dies, wenn man mit einer derart instabilen IDE arbeiten muss, die oft schon abstürzt, wenn man nur einen Editor Tab anklickt (mehrfach passiert mit einen großen Projekt unter 10.2, 10.3 und 10.4)? Da macht das Entwickeln einfach keinen Spass mehr, sondern verursacht nur noch Stress.
    Und der Debugger zeigt auch schlichtweg einige Sachen einfach nicht oder auch falsch an. Ganz zu schweigen davon, dass in der cbproj Dateinamen zufällig überschrieben werden.


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