Nocebo-Effekt



  • Daniel E. schrieb:

    Welche Aussage eigentlich? Daß man beim messen Fehler macht?

    Dass es einen Effekt gibt, der dafür sorgt, dass bei physikalischen Experimenten die erhofften/berechneten Ergebnisse eintreffen. Das ist zwar nicht deine eigene Aussage, wenn ich dich richtig verstanden habe unterstützt du sie aber.

    Der "Experimentatoreffekt" ist imerhin so relevant, daß man ihn in der Wissenschaft ausschließen muss.

    Willst du damit andeuten, das Lampenbeispiel wäre unwissenschaftlich?
    Es macht doch prinzipiell keinen Unterschied, ob jemand übersieht, dass ein Draht durchtrennt wurde oder ob er übersieht, dass das Thermometer falsch geeicht war!?

    Wenn sie schon einmal gebrannt hat, dann geht sie wenigstens nicht mehr aus.

    Ich sehe den Zusammenhang nicht.

    Ich will keine Grenze ziehen.

    Du sagst, mein Lampenbeispiel wäre zu schwach, das Messen der Nanosekunden-Temperatur wäre besser geeignet. Das sieht für mich nach einer auf vermeintlicher Komplexität beruhenden Grenzziehung aus.

    Jan schrieb:

    Wenn du einem ein Bein abhackst, und ihm dann ein "Wundermittel" gibst, welches jeden erdenklichen Schmerz heilen soll - glaubst du ernsthaft, dass das auch nur annähernd Wirkung zeigen wird?

    Die Wahrscheinlichkeit ist jedenfalls bedeutend höher als die der ohne Strom leuchtenden Lampe. Siehe das von mir erwähnte Stromschlag-Experiment, Fakire, Feuerläufer, Dachziegel-zertrümmernde Karateka etc.

    Und, da du explizit abgetrennte Gliedmassen erwähnst, nicht zu vergessen den Schwarzen Ritter. 🙂



  • Jansen schrieb:

    Daniel E. schrieb:

    Welche Aussage eigentlich? Daß man beim messen Fehler macht?

    Dass es einen Effekt gibt, der dafür sorgt, dass bei physikalischen Experimenten die erhofften/berechneten Ergebnisse eintreffen.

    Nein, Vorschicht! Nicht "eintreten", sondern "einzutreten scheinen". Du Natur ist für deine Empfindungenen blind, aber Du bist zu komplexen unterbewussten Annahmen in der Lage.

    Der "Experimentatoreffekt" ist imerhin so relevant, daß man ihn in der Wissenschaft ausschließen muss.

    Willst du damit andeuten, das Lampenbeispiel wäre unwissenschaftlich?
    Es macht doch prinzipiell keinen Unterschied, ob jemand übersieht, dass ein Draht durchtrennt wurde oder ob er übersieht, dass das Thermometer falsch geeicht war!?

    Kalibriert, aber egal. Es geht hier nicht um Fehler im Versuchsaufbau, sondern um Fehler bei der Interpretation der Meßdaten, "damit's zur Theorie passt". Rein autosuggestiv alles.

    Wenn sie schon einmal gebrannt hat, dann geht sie wenigstens nicht mehr aus.

    Ich sehe den Zusammenhang nicht.

    Das war ein Physikerwitz und beschissen erzählt. Die Temperatur des Glühdrahtes nähert sich exponentiell der Umgebungstemperatur, erreicht sie aber nie. Man kann Lampen nicht abschalten.

    Ich will keine Grenze ziehen.

    Du sagst, mein Lampenbeispiel wäre zu schwach, das Messen der Nanosekunden-Temperatur wäre besser geeignet.

    Nein, ich sage, daß man mit Quasitautologien hier nicht weiterkommt. Du machst einen idealisieren, fehlerfreien Versuchsaufbau und wunderst Dich, daß alles funktioniert. (Genaugenommen stimmt's ja nicht: Nur weil die Lampe nicht leuchtet, kannst Du nicht sagen, daß der Stromkreis nicht geschloßen ist. Vielleicht leuchtet sie einfach nicht hell genug)



  • Das (Nicht)Leuchten der Lampe beruht also auf Autosuggestion.
    Dieser Begründung habe ich in der Tat nichts entgegenzusetzen.



  • Jansen, es ist irgendwie echt albern, wie einfach du meinst, die Sache hier widerlegen zu können. Dein Lampen-Beispiel ist einfach zu simpel - da kann der Effekt natürlich nicht auftreten, jedenfalls nicht wirklich.
    Der Effekt muss ja auch nicht zwangsläufig immer auftreten, das sagt doch niemand! Genauso wie der Placebo Effekt nicht bei allen Personen und nicht immer auftritt!



  • Hi,

    doch, der Placebo-Effekt tritt eigentlich bei allen Menschen und immer auf, habe ich gelesen. Aber halt nur bei Sachen, wo der Körper auch was bewirken kann, bei einem fehlenden Arm nützt dir eine Zuckerpille rein gar nichts, egal wie fest du an ihre Wirkung glaubst (man darf natürlich nicht wissen, dass es nur Zucker ist).

    ChrisM



  • ChrisM schrieb:

    Hi,

    doch, der Placebo-Effekt tritt eigentlich bei allen Menschen und immer auf, habe ich gelesen.

    Allen & immer. Der Placeboeffekt tritt häufig bei einer Heilserwartung ein und "aktiviert" Selbstgenesungskräfte. In der Natur ist das auch sinnvoll; damit liegt der Placeboeffekt auf einer ganz anderen Ebene, als Selbstdarstellungswünsche etc.


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