Abi... und dann?



  • hi

    @Marc++us: Grundlagen find ich schon in ordnung, ich hatte auch jede menge Mathe im studium M1 bis M5 TI1 bis TI4 und ich hab fest gestellt das ich davon zumindest den göstten teil mal wieder gebrauchen konnte. Formale Sprachen, Numerik, Automatentheorie, ... nur die eine vorlesung Datenkommunikation http://www.ai-lab.fh-furtwangen.de/studium/studieninhalte/datenkommunikation.shtml war irgendwie nicht mein ding. war ein rundumschlag durch die elektronik und Digitaltechnik bis zur Nachrichtentechnik. Kann auch daranligen, das die Vorlesung recht vollgepackt war.

    na ja ich habs überlebt. nur noch Diplomdokumentation fertig schreiben und abgeben und dann hoff ich das ich die FH nur noch besuchen darf

    gruss Michael


  • Mod

    etechniker schrieb:

    *G*

    Ok, aber wo ist das Schlüsselerlebniss mit MathCAD ?

    Mußt Du von Hand rechnen, nimmst Du keine Taylor-Reihe mit 800 Gliedern... sondern denkst darüber nach, wie Du mit 4 oder 5 hinkommen würdest.

    Aber MathCAD erlaubt es sowas stur durchzuhacken ohne zu denken.



  • Termite schrieb:

    nur die eine vorlesung Datenkommunikation http://www.ai-lab.fh-furtwangen.de/studium/studieninhalte/datenkommunikation.shtml war irgendwie nicht mein ding.

    Wenn du die bei Radi gehabt hast dann kann ich es nachvollziehen 😉



  • MaSTaH schrieb:

    Einem Ingenieur wäre so etwas nicht passiert 😉 .

    *lol* Ich bin Mathetutor für Ingenieure an der TU Berlin. Du glaubst nicht, was da für Idioten drinne sitzen. Die können teilweise nichtmal rechnen. Das Schlimme ist: sie kommen durch!



  • Das Schlimme ist: sie kommen durch!

    Das haste leider überall, denn Prüfungen sind teilweise so konzipiert (ich kann nur von der Ausbildung sprechen, aber im Studium isses ja offensichtlich nicht viel anders), dass man mit Lernen das Ziel erreichen kann. Was auch völlig ok ist, aber die können dann auch wirklich nur das Gelernte, danach is Schluss. In Meiner Ausbildung (3. Jahr) wissen einige nichtmal was Oracle oder C++ ist. Man muss es natürlich nicht können, aber wenn man sich für Informatik interessiert, sollte man die Begriffe zumindest mal gehört haben und einordnen können!



  • WebFritzi schrieb:

    MaSTaH schrieb:

    Einem Ingenieur wäre so etwas nicht passiert 😉 .

    *lol* Ich bin Mathetutor für Ingenieure an der TU Berlin. Du glaubst nicht, was da für Idioten drinne sitzen. Die können teilweise nichtmal rechnen. Das Schlimme ist: sie kommen durch!

    Ich meinte damit nicht, dass Mathematiker das nicht so gut können wie Ingenieure, sondern dass letztere manchmal einfacher an eine Sache ran gehen, weil sie nicht in diesem riesengroßen Mathewald gefangen sind. War btw nicht sonderlich ernst gemeint. Kannst du eher als geflame abstempeln ;).



  • Ein Ausbildung würd ich machen wenn du

    - mal praktisch etwas machen willst bevor du weiter an die Schulbank gehst
    - ein wenig Geld ansammeln willst bevor du studierst
    - gute Kontakte zu einer Firma aufbauen willst wo du später ein paar besser als normal bezahlte Studentenjobs nebenbei abgreifen kannst.
    - nicht zum praxisfremden Theoretiker werden willst, was leider oft passiert wie ich an meinen Informatik Lehrern gesehen hab, die nie wirklich gearbeitet haben(also Schule als Schüler -> Schule als Lehrer)
    - einen kleinen Vorsprung deinen direkt vom Gym kommenden Mitstudenten gegenüber haben willst.

    Ansonsten lass es 😉



  • WebFritzi schrieb:

    MaSTaH schrieb:

    Einem Ingenieur wäre so etwas nicht passiert 😉 .

    *lol* Ich bin Mathetutor für Ingenieure an der TU Berlin. Du glaubst nicht, was da für Idioten drinne sitzen. Die können teilweise nichtmal rechnen. Das Schlimme ist: sie kommen durch!

    Da bin ich froh, dass das bei uns Informatikern auch so ist. Sonst hätte ich mein Studium längst abbrechen müssen (ich kann nicht mal Prozentrechnung). So kann ich trotzdem meinen Abschluss machen (ok, die Chancen stehen nicht gut, aber möglich wäre es). Für meinen zukünftigen Arbeitgeber ist das aber natürlich ärgerlich.



  • Ich denke nicht, dass diejenigen bei uns in Mathe durchkommen (TU Darmstadt, Elektrotechnik), die es nicht verstanden haben. Vermutlich werden einige von ihnen noch das erste Semester überstehen, weil sie davon noch einiges in der Schule hatten. Das zweite wird dann aber vermutlich zu schwierig.

    Ich habe zwar erst eine Testklausur in Mathe geschrieben (nur für Sportinformatiker verpflichtend, von denen 9 von 16 druchgefallen sind). Und obwohl die Klausur nicht schwierig war, brauchte man ein gewisses Mathematisches Verständnis, um die Aufgaben zu lösen. Mal hier ein Binom auflösen und geschickt erweitern, dort eine Verkettung von zwei Funktionen zur Berechnung der Extrema vereinfachen (die eine war streng monton steigend (sinh)) usw.

    Hume: Manchmal verstehe ich deinen Humor nicht. Oder war das ernst gemeint?



  • HumeSikkins schrieb:

    Da bin ich froh, dass das bei uns Informatikern auch so ist. Sonst hätte ich mein Studium längst abbrechen müssen (ich kann nicht mal Prozentrechnung). So kann ich trotzdem meinen Abschluss machen.

    🤡

    - ein wenig Geld ansammeln willst bevor du studierst

    Geld sammeln nach dem Studium macht mehr Spaß...

    - einen kleinen Vorsprung deinen direkt vom Gym kommenden Mitstudenten gegenüber haben willst.

    Das gleicht sich aus.. Dafür sind nach 3 Jahren Lehre Mathe-Kenntnisse futsch. Bei Energieanlagenelektrikern z.B. habe ich gesehen, dass der Lehrer U=R*I nach jeder Variable aufgelöst angeben muss, weil sonst die Umformung schief geht 🤡



  • Loggy schrieb:

    Hume: Manchmal verstehe ich deinen Humor nicht.

    Ich besitze keinerlei Humor von dem ich wüsste 😃

    Oder war das ernst gemeint?

    Jup. Das war es.



  • wenn informatiker unsinnige taylor-reihen bauen, andere informatiker sagen, man bräuchte mathe nicht, weils rechner gibt, und tutoren von ingenieuren rechnen erwarten, dann stimmt da was ganz und gar nicht. und zwar am SCHULSYSTEM!

    das problem ist, daß mathe-lehrer nicht mathe lehren. es ist nämlich zu schwierig. es gibt keinen königsweg dahin. stattdessen wird rechnen gelehrt. also das umstellen von formeln, das ausrechnen *nachdem* der ansatz da ist. und wenns nicht so klappt kommen verdummend einfache verklärende und unregelmäßig treffende kochrezepte vor. am deutlichsten bei der wahrscheinlichkeitsrechnung. nennt das fach einer stochastik und fragt bei nem problem, ob das jetzt "variation mit zurücklegen" ist, dann hat er ein kochrezept reingehaun bekommen. mir ging es auch so. bis zur lasteraufgabe:

    von 1000 lastern haben 60% nen getriebeschaden und 50% nen motorschaden. wie viele laster haben nen schaden?

    und dann überlegt man, welches hochgestochene ausländische wort wohl zutrifft, schlägt die dumme formel auf, die mit pA und pB und guckt ganz doof. aber ein kumpel sagte

    von den 1000 lastern haben 60%, was 600 sind, nen getriebeschaden, und davon 50%, was 300 sind, nen motorschaden.

    spätestens da war mir klar, daß ich anders rechnen muß, als es gelehrt wird. bin übrigens immer extrem gut damit gefahren, freien text wie "von den 1000 lastern..." in die klausur zu schreiben, statt unkommentierte formeln reinzumalen.

    die mathematik, die begriffsbildung, die modellierung, die schlüsse, die beweise, die kommen zu kurz. erinnert euch an beweise in der schule! ein festes schema, in das man sachen einzutragen hat. es mußte anfangen mit den magischen worten "zu zeigen..." und "gegeben sei..." und wenden mit "qed." oder so. und innendrin war zum beispiel vollständige induktion genau nach schema zu machen. aber es gint nie darum, zu "begreifen", was los war. mathe durfte nicht anschaulich sein.
    die fächer mathe und rechnen sollten getrennt werden. und in mathe wird gefälligst nicht dauernd gerechnet!

    für die mathematik gibts mathematiker. die verwandeln kaffe in beweise.
    fürs rechnen gibs rechner, die verwandeln strom in zahlen.

    es ist schlicht unsinnig, zu verlangen, ein ingenieur könne klasse rechnen. er soll sein comuteralgebrasystem anschmeißen und gut ists. aber er muß begreifen, was er da tut.

    mein beileid an hume.



  • Ich besitze keinerlei Humor von dem ich wüsste

    Vielleicht nicht hier im Forum, aber in echt finde ich, dass du schon ein lustiger Typ bist 🙂

    Liegt wohl an der Art, wie du Ding erzählst...



  • Volkard,

    ...das problem ist, daß mathe-lehrer nicht mathe lehren. es ist nämlich zu schwierig.

    Richtig.

    ...stattdessen wird rechnen gelehrt.

    Jo.

    Und nu?
    Ist doch besser als nichts.
    In der Schule kann man deshalb keine "echte" Mathematik machen, weil 80% der Schüler einfach das intellektuelle Niveau nicht haben (am Gymnasium). Das ist nicht überheblich gemeint sondern Realität.
    Man bringt in der zur Verfügung stehenden Zeit lieber 100 Schülern einigermassen Rechnen nach Kochrezepten bei als nur 20 Schülern Mathematik - und das klingt vernünftig, wenn man bedenkt, dass die meisten im späteren Berufsleben nie mehr vor Problemen mit defekten Lastern stehen.
    Und wer's braucht, der soll/muss es dann an der Uni machen.
    Aber selbst da können wir nicht von allen Ingenieuren verlangen das Zeugs erschöpfend zu durchschauen, sonst reichen die Ingenieure nicht. 😉
    Also wird's immer diese Minderheit von praxisfernen nachdenkenden Theoretikern versus die Masse von praxisnahen Kochrezepte-Hauern geben.
    Was willste daran konkret ändern?!



  • volkard schrieb:

    mathe durfte nicht anschaulich sein.

    Bis auf diesen Satz absolute Zustimmung, aber das ist anders. Wilde Analogieschlüsse und Bildchen, damit's so schön anschaulich ist. Alles muß eine graphische Entsprechung haben: Eine stetige Funktion ist ohne abzusetzen zeichenbar.



  • weil 80% der Schüler einfach das intellektuelle Niveau nicht haben
    

    ich behaupte mal, das 80% der Schüler das Niveau durchaus hätten, wenn man früh genug damit anfgangen würde Mathematik in der richtigen Form zu lehren.
    Im übrigen ist es IMO falsch zu sagen Mathe sollte nur lernen, wer es später im Beruf braucht: Es hilft dir auch im alltäglichen Leben Entscheidungen zu treffen, weil es auf die Art zu Denken ankommt.



  • scrontch schrieb:

    Volkard,
    Man bringt in der zur Verfügung stehenden Zeit lieber 100 Schülern einigermassen Rechnen nach Kochrezepten bei als nur 20 Schülern Mathematik - und das klingt vernünftig, wenn man bedenkt, dass die meisten im späteren Berufsleben nie mehr vor Problemen mit defekten Lastern stehen.

    das ist doch unfug. jeder könnte mit ein wenig mathe was anfangen. zahlen aus der volkswirtschaft liegen offen, aber man läßt sich sehenden auges (dank hirnmatheblock) belügen. und wie viele werbeinduzierten fehleinschätzungen im privaten geldbeutelchen ließen sich leicht vermeiden? die leute denken nur deshalb nicht im späteren leben über defekte laster nach, weil ihnen in der schulzeit jedes nachdenken, das entfernt mit zahlen in berührung kommt, vergällt wurde.

    bedenke den fall vor 170 jahren, als nur 3% der bevölkerung schwimmen konnte und als mein ur^4-großvater meinte, es sei doch sinnvoll, in schulen schwimmen zu lehren.
    deine ur^4-oma sagte damals

    man bringt lieber 100 schülern weitsprung bei als 20 schülern schwimmen, wenn man bedenkt, dass die meisten im späteren leben nie mehr ins wasser gehen werden.

    was die alte vergessen hat, war die schlichte tatsache, daß sie nicht schwimmen werden, weil sie es nicht lernten und gar nicht wissen, wie toll das ist. und wer nie zu denken lernte, wirds auch nicht zu schätzen wissen. und mathe an sich tut echt nicht weh. so wie ein baum auch nicht weh tut. erst, wenn man daraus eine rute baut und schüler verprügelt, ist der maum böse.



  • illuminator schrieb:

    weil 80% der Schüler einfach das intellektuelle Niveau nicht haben
    

    ich behaupte mal, das 80% der Schüler das Niveau durchaus hätten, wenn man früh genug damit anfgangen würde Mathematik in der richtigen Form zu lehren.
    Im übrigen ist es IMO falsch zu sagen Mathe sollte nur lernen, wer es später im Beruf braucht: Es hilft dir auch im alltäglichen Leben Entscheidungen zu treffen, weil es auf die Art zu Denken ankommt.

    👍
    Man könnte viele dinge kindern schon viel früher beibrigen, wenn man es ihenen nur richtig erzählt, und es auch selber verstanden hat( was ich bei den meisten lehrern nicht glaube). Fremdsprechen lernt man wenn man jung ist sehr viel schneller.



  • Die Frage ist nur, warum wird in der Schule nicht vernünftig Mathe unterrichtet?

    "Ich habe noch nie was mit Literatur, Lesen und Schreiben anfangen können?"
    - "Och, das macht doch nix. Das ist doch nur was für Intelektuelle!"

    "Ich hab schon in der Schule nie Mathe verstanden."
    - "Och, sowas braucht man doch sowieso nicht."

    Welcher der beiden Dialoge kommt euch bekannt vor?
    Vor allem traurig, wenn bedenkt, dass rund die Hälfte aller Studendeten, die
    technische Studiengänge besuchen, nach den ersten Semstern wieder aufgeben (müssen):
    (Nur) Wegen Mathe!



  • volkard schrieb:

    jeder könnte mit ein wenig mathe was anfangen..

    Ok, da sind wir uns einig.
    Frage ist nur welche andere Fähigkeiten (im Lehrplan) man dafür streicht. Du willst also das Rechnen beschneiden?
    Aber das wird noch am ehesten von allen gebraucht für Steuererklärung, Buchführung, was weiss ich...
    Und da genügt das Schul-Niveau ja auch vollkommen.

    bedenke den fall vor 170 jahren, als nur 3% der bevölkerung schwimmen konnte und als mein ur^4-großvater meinte, es sei doch sinnvoll, in schulen schwimmen zu lehren.
    ...

    Der Vergleich hinkt. Schwimmen ist eher eine Frage der Technik/des Trainings (und selbst dann gibt welche wie mich, die nach 100m Kraul einfach absaufen).
    Ich bleibe aber bei meiner Aussage dass Mathematik ein intellektuelles Niveau voraussetzt, dass selbst auf dem Gymnasium lang nicht alle mitbringen.
    Den anderen tut Mathe zwar nicht weh, aber wertvolle Unterrichtszeit wird vergeudet.

    Aber probieren kann man natürlich alles.
    Ein Modellversuch muss her!


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