Abi... und dann?



  • Ich denke nicht, dass diejenigen bei uns in Mathe durchkommen (TU Darmstadt, Elektrotechnik), die es nicht verstanden haben. Vermutlich werden einige von ihnen noch das erste Semester überstehen, weil sie davon noch einiges in der Schule hatten. Das zweite wird dann aber vermutlich zu schwierig.

    Ich habe zwar erst eine Testklausur in Mathe geschrieben (nur für Sportinformatiker verpflichtend, von denen 9 von 16 druchgefallen sind). Und obwohl die Klausur nicht schwierig war, brauchte man ein gewisses Mathematisches Verständnis, um die Aufgaben zu lösen. Mal hier ein Binom auflösen und geschickt erweitern, dort eine Verkettung von zwei Funktionen zur Berechnung der Extrema vereinfachen (die eine war streng monton steigend (sinh)) usw.

    Hume: Manchmal verstehe ich deinen Humor nicht. Oder war das ernst gemeint?



  • HumeSikkins schrieb:

    Da bin ich froh, dass das bei uns Informatikern auch so ist. Sonst hätte ich mein Studium längst abbrechen müssen (ich kann nicht mal Prozentrechnung). So kann ich trotzdem meinen Abschluss machen.

    🤡

    - ein wenig Geld ansammeln willst bevor du studierst

    Geld sammeln nach dem Studium macht mehr Spaß...

    - einen kleinen Vorsprung deinen direkt vom Gym kommenden Mitstudenten gegenüber haben willst.

    Das gleicht sich aus.. Dafür sind nach 3 Jahren Lehre Mathe-Kenntnisse futsch. Bei Energieanlagenelektrikern z.B. habe ich gesehen, dass der Lehrer U=R*I nach jeder Variable aufgelöst angeben muss, weil sonst die Umformung schief geht 🤡



  • Loggy schrieb:

    Hume: Manchmal verstehe ich deinen Humor nicht.

    Ich besitze keinerlei Humor von dem ich wüsste 😃

    Oder war das ernst gemeint?

    Jup. Das war es.



  • wenn informatiker unsinnige taylor-reihen bauen, andere informatiker sagen, man bräuchte mathe nicht, weils rechner gibt, und tutoren von ingenieuren rechnen erwarten, dann stimmt da was ganz und gar nicht. und zwar am SCHULSYSTEM!

    das problem ist, daß mathe-lehrer nicht mathe lehren. es ist nämlich zu schwierig. es gibt keinen königsweg dahin. stattdessen wird rechnen gelehrt. also das umstellen von formeln, das ausrechnen *nachdem* der ansatz da ist. und wenns nicht so klappt kommen verdummend einfache verklärende und unregelmäßig treffende kochrezepte vor. am deutlichsten bei der wahrscheinlichkeitsrechnung. nennt das fach einer stochastik und fragt bei nem problem, ob das jetzt "variation mit zurücklegen" ist, dann hat er ein kochrezept reingehaun bekommen. mir ging es auch so. bis zur lasteraufgabe:

    von 1000 lastern haben 60% nen getriebeschaden und 50% nen motorschaden. wie viele laster haben nen schaden?

    und dann überlegt man, welches hochgestochene ausländische wort wohl zutrifft, schlägt die dumme formel auf, die mit pA und pB und guckt ganz doof. aber ein kumpel sagte

    von den 1000 lastern haben 60%, was 600 sind, nen getriebeschaden, und davon 50%, was 300 sind, nen motorschaden.

    spätestens da war mir klar, daß ich anders rechnen muß, als es gelehrt wird. bin übrigens immer extrem gut damit gefahren, freien text wie "von den 1000 lastern..." in die klausur zu schreiben, statt unkommentierte formeln reinzumalen.

    die mathematik, die begriffsbildung, die modellierung, die schlüsse, die beweise, die kommen zu kurz. erinnert euch an beweise in der schule! ein festes schema, in das man sachen einzutragen hat. es mußte anfangen mit den magischen worten "zu zeigen..." und "gegeben sei..." und wenden mit "qed." oder so. und innendrin war zum beispiel vollständige induktion genau nach schema zu machen. aber es gint nie darum, zu "begreifen", was los war. mathe durfte nicht anschaulich sein.
    die fächer mathe und rechnen sollten getrennt werden. und in mathe wird gefälligst nicht dauernd gerechnet!

    für die mathematik gibts mathematiker. die verwandeln kaffe in beweise.
    fürs rechnen gibs rechner, die verwandeln strom in zahlen.

    es ist schlicht unsinnig, zu verlangen, ein ingenieur könne klasse rechnen. er soll sein comuteralgebrasystem anschmeißen und gut ists. aber er muß begreifen, was er da tut.

    mein beileid an hume.



  • Ich besitze keinerlei Humor von dem ich wüsste

    Vielleicht nicht hier im Forum, aber in echt finde ich, dass du schon ein lustiger Typ bist 🙂

    Liegt wohl an der Art, wie du Ding erzählst...



  • Volkard,

    ...das problem ist, daß mathe-lehrer nicht mathe lehren. es ist nämlich zu schwierig.

    Richtig.

    ...stattdessen wird rechnen gelehrt.

    Jo.

    Und nu?
    Ist doch besser als nichts.
    In der Schule kann man deshalb keine "echte" Mathematik machen, weil 80% der Schüler einfach das intellektuelle Niveau nicht haben (am Gymnasium). Das ist nicht überheblich gemeint sondern Realität.
    Man bringt in der zur Verfügung stehenden Zeit lieber 100 Schülern einigermassen Rechnen nach Kochrezepten bei als nur 20 Schülern Mathematik - und das klingt vernünftig, wenn man bedenkt, dass die meisten im späteren Berufsleben nie mehr vor Problemen mit defekten Lastern stehen.
    Und wer's braucht, der soll/muss es dann an der Uni machen.
    Aber selbst da können wir nicht von allen Ingenieuren verlangen das Zeugs erschöpfend zu durchschauen, sonst reichen die Ingenieure nicht. 😉
    Also wird's immer diese Minderheit von praxisfernen nachdenkenden Theoretikern versus die Masse von praxisnahen Kochrezepte-Hauern geben.
    Was willste daran konkret ändern?!



  • volkard schrieb:

    mathe durfte nicht anschaulich sein.

    Bis auf diesen Satz absolute Zustimmung, aber das ist anders. Wilde Analogieschlüsse und Bildchen, damit's so schön anschaulich ist. Alles muß eine graphische Entsprechung haben: Eine stetige Funktion ist ohne abzusetzen zeichenbar.



  • weil 80% der Schüler einfach das intellektuelle Niveau nicht haben
    

    ich behaupte mal, das 80% der Schüler das Niveau durchaus hätten, wenn man früh genug damit anfgangen würde Mathematik in der richtigen Form zu lehren.
    Im übrigen ist es IMO falsch zu sagen Mathe sollte nur lernen, wer es später im Beruf braucht: Es hilft dir auch im alltäglichen Leben Entscheidungen zu treffen, weil es auf die Art zu Denken ankommt.



  • scrontch schrieb:

    Volkard,
    Man bringt in der zur Verfügung stehenden Zeit lieber 100 Schülern einigermassen Rechnen nach Kochrezepten bei als nur 20 Schülern Mathematik - und das klingt vernünftig, wenn man bedenkt, dass die meisten im späteren Berufsleben nie mehr vor Problemen mit defekten Lastern stehen.

    das ist doch unfug. jeder könnte mit ein wenig mathe was anfangen. zahlen aus der volkswirtschaft liegen offen, aber man läßt sich sehenden auges (dank hirnmatheblock) belügen. und wie viele werbeinduzierten fehleinschätzungen im privaten geldbeutelchen ließen sich leicht vermeiden? die leute denken nur deshalb nicht im späteren leben über defekte laster nach, weil ihnen in der schulzeit jedes nachdenken, das entfernt mit zahlen in berührung kommt, vergällt wurde.

    bedenke den fall vor 170 jahren, als nur 3% der bevölkerung schwimmen konnte und als mein ur^4-großvater meinte, es sei doch sinnvoll, in schulen schwimmen zu lehren.
    deine ur^4-oma sagte damals

    man bringt lieber 100 schülern weitsprung bei als 20 schülern schwimmen, wenn man bedenkt, dass die meisten im späteren leben nie mehr ins wasser gehen werden.

    was die alte vergessen hat, war die schlichte tatsache, daß sie nicht schwimmen werden, weil sie es nicht lernten und gar nicht wissen, wie toll das ist. und wer nie zu denken lernte, wirds auch nicht zu schätzen wissen. und mathe an sich tut echt nicht weh. so wie ein baum auch nicht weh tut. erst, wenn man daraus eine rute baut und schüler verprügelt, ist der maum böse.



  • illuminator schrieb:

    weil 80% der Schüler einfach das intellektuelle Niveau nicht haben
    

    ich behaupte mal, das 80% der Schüler das Niveau durchaus hätten, wenn man früh genug damit anfgangen würde Mathematik in der richtigen Form zu lehren.
    Im übrigen ist es IMO falsch zu sagen Mathe sollte nur lernen, wer es später im Beruf braucht: Es hilft dir auch im alltäglichen Leben Entscheidungen zu treffen, weil es auf die Art zu Denken ankommt.

    👍
    Man könnte viele dinge kindern schon viel früher beibrigen, wenn man es ihenen nur richtig erzählt, und es auch selber verstanden hat( was ich bei den meisten lehrern nicht glaube). Fremdsprechen lernt man wenn man jung ist sehr viel schneller.



  • Die Frage ist nur, warum wird in der Schule nicht vernünftig Mathe unterrichtet?

    "Ich habe noch nie was mit Literatur, Lesen und Schreiben anfangen können?"
    - "Och, das macht doch nix. Das ist doch nur was für Intelektuelle!"

    "Ich hab schon in der Schule nie Mathe verstanden."
    - "Och, sowas braucht man doch sowieso nicht."

    Welcher der beiden Dialoge kommt euch bekannt vor?
    Vor allem traurig, wenn bedenkt, dass rund die Hälfte aller Studendeten, die
    technische Studiengänge besuchen, nach den ersten Semstern wieder aufgeben (müssen):
    (Nur) Wegen Mathe!



  • volkard schrieb:

    jeder könnte mit ein wenig mathe was anfangen..

    Ok, da sind wir uns einig.
    Frage ist nur welche andere Fähigkeiten (im Lehrplan) man dafür streicht. Du willst also das Rechnen beschneiden?
    Aber das wird noch am ehesten von allen gebraucht für Steuererklärung, Buchführung, was weiss ich...
    Und da genügt das Schul-Niveau ja auch vollkommen.

    bedenke den fall vor 170 jahren, als nur 3% der bevölkerung schwimmen konnte und als mein ur^4-großvater meinte, es sei doch sinnvoll, in schulen schwimmen zu lehren.
    ...

    Der Vergleich hinkt. Schwimmen ist eher eine Frage der Technik/des Trainings (und selbst dann gibt welche wie mich, die nach 100m Kraul einfach absaufen).
    Ich bleibe aber bei meiner Aussage dass Mathematik ein intellektuelles Niveau voraussetzt, dass selbst auf dem Gymnasium lang nicht alle mitbringen.
    Den anderen tut Mathe zwar nicht weh, aber wertvolle Unterrichtszeit wird vergeudet.

    Aber probieren kann man natürlich alles.
    Ein Modellversuch muss her!



  • scrontch schrieb:

    Frage ist nur welche andere Fähigkeiten (im Lehrplan) man dafür streicht. Du willst also das Rechnen beschneiden?

    klar. ein jahr bruchrechnung weg. taschenrechner ab dem ersten schuljahr erlauben.

    Aber das wird noch am ehesten von allen gebraucht für Steuererklärung, Buchführung, was weiss ich...
    Und da genügt das Schul-Niveau ja auch vollkommen.

    man tippt die steuererklärung in steuer2004.exe ein, oder? fein wäre es, zu raffen, was es bedeutet, was abschreiben zu können. wenn man z.B wüßte, daß man ungefähr 20% steuern zahlte, daß dann die absetzbare platte einen um ungefähr 20% billiger kommen würde.

    Der Vergleich [mit dem Schwimmen] hinkt.

    jo, gebe ich gerne zu.

    Schwimmen ist eher eine Frage der Technik/des Trainings (und selbst dann gibt welche wie mich, die nach 100m Kraul einfach absaufen).

    äh, aber deshalb hinkt er nicht. mathe ist doch auch eine frage der technik/ des trainings (und selbst dann gibt welche wie mich, die bei nem dreisatz einfach falsch rechnen).

    Ich bleibe aber bei meiner Aussage dass Mathematik ein intellektuelles Niveau voraussetzt, dass selbst auf dem Gymnasium lang nicht alle mitbringen.

    wenns die ersten vier schuljahre schon grotesk verkackt wird, kommt später auch kein sinuskapierer raus.

    Den anderen tut Mathe zwar nicht weh, aber wertvolle Unterrichtszeit wird vergeudet.

    ach, wertvolle unterrichtszeit. solange man in deutsch 5 jahre lang gedichte und novellen von echt wahnsinnigen interpretiert, statt was zu lernen, solange man religion in der schule hat, solange man in erdkunde eher was von wadis als vom brocken lernt, solange das dritte reich als thema in deutsch, geschichte, und sozialkunde in den letzten drei jahren je zweimal ausführlich drankommt, da sehe ich enorm viel einsparpotenzial.

    Aber probieren kann man natürlich alles.
    Ein Modellversuch muss her!

    jo, leider sind keine fachlichen anforderungen an die mathematikkentnisse von grundschullehrern gefordert, keine fortbildungen, vor allem kein interesse an der mathematik. zur zeit ist keine änderung machbar. aber vielleicht schaffen wir's wenigstens im hochschulbereich die einsicht zu verbreiten, daß mathe nicht gleich rechnen ist und mit viel glück sickert's runter in die schulen.



  • @volkard
    Bis zu deinem letzten Beitrag fand ich deine Ausführungen logisch, interessant und konnte ihnen auch zustimmen.
    Das:

    ach, wertvolle unterrichtszeit. solange man in deutsch 5 jahre lang gedichte und novellen von echt wahnsinnigen interpretiert, statt was zu lernen, solange man religion in der schule hat, solange man in erdkunde eher was von wadis als vom brocken lernt, solange das dritte reich als thema in deutsch, geschichte, und sozialkunde in den letzten drei jahren je zweimal ausführlich drankommt, da sehe ich enorm viel einsparpotenzial.

    halte ich allerdings für einen kapitalen Denkfehler.
    Mag sein, dass der Inhalt des Deutschunterrichts besser sein könnte. Der Umfang kann imo aber kaum zu groß sein. Die Sprache ist eine fundamentale Voraussetzung für das Menschsein an sich und ein wesentlicher Teil einer Kultur. Literatur transportiert Gedanken, Anschauungen usw. über Jahrhunderte.
    Ich glaube man liest, analysiert und diskutiert eher viel zu wenig, als zu viel.
    Oder nehmen wir das reine Handwerk. Welcher Abiturient kann denn heute wirklich fehlerfrei schreiben? Wieviel Prozent können ihre Gedanken leicht verständlich in ordentlichem Deutsch zu Papier bringen? Geschweige denn ein Gedicht verfassen. Wenn du der Meinung bist, dass Rechnen zu viel dann bin ich der Meinung, dass Schreiben zuwenig trainiert wird.

    Auch wie man gegen Religionsunterricht sein kann ist mir nicht klar. Religionen beschäftigen sich mit den fundamentalen Fragen des Lebens. Religion hat einen entscheidenen Einfluss auf die Entwicklung von Menschen. Man kann die Schlussfolgerungen der Religionen ablehnen, man kann gegen den Einfluss sein, den Religionen haben, aber wie will man Aussagen über Dinge die den Menschen betrffen machen, ohne Religion und Philosophie zumindest zu berücksichtigen? Ohne zumindest ein Verständnis dafür zu haben?

    Als letztes Thema dritte Reich:
    Erstmal kann ich deine Aussage aus meiner Erfahrung nicht nachvollziehen. Sozialkunde hieß bei uns in der Oberstufe "Politik", war ein freiwillges Fach und behandelt wurden dort andere Themen. In Deutsch haben wir das Thema auch nicht behandelt. Ich hatte es in Geschichte und Religion (Kirche im dritten Reich - ein äußerst interessantes Thema).
    Das das Thema in der Oberstufe behandelt werden sollte, darüber sind wir uns hoffentlich einig. Die gesamte Zeit kommt einem totalen geistigen Totalschaden gleich. Ende des Landes der Dichter und Denker. Nur fand irgendwann wirklich mal eine kritische Auseinandersetzung auf deutscher Seite statt? Kaum. Marshall-Plan und kalten Krieg sei dank, war der Wanzt in Deutschland wieder schneller gefüllt als das Hirn auch nur "Karren im Dreck" denken kann.

    Das Argument mit der "Überbehandlung" habe ich auch schon oft gehört.
    Das kommt imo aber nicht daher, dass man bereits zuviel über das Thema weiß,
    sondern vielmehr daher, dass man das Thema zu einseitig/kurzsichtig behandelt.
    Wenn ich Sätze höre wie: "Ja. Ok. Durch deutsche Hand starben im 2. WK mehr als 6 Millionen Menschen. Wie oft muss ich mir das noch anhören? Ich bin doch daran nicht schuld", dann zeigt das für mich nicht, dass derjenige einmal zu oft das Thema Nationalsozialismus in der Schule hatte, sondern das er das Thema bisher nur einseitig betrachtet hat.

    Also mal auf den Punkt gebracht: Ich glaube man kann die Qulität des Mathematikunterrichts nicht auf Kosten anderer Fächer verbessern.

    Und jetzt habe ich noch eine Frage: Warum macht man in der Schule nicht auch mal ein bischen "Philosophie der Mathematik"?



  • wo wir hier schonmal beim Thema Schule sind, kann ich auch gleich mal meinen hass auf den Deutschunterricht loswerden:
    Was ist eigentlich der Sinn des Deutschunterrichts? Was habe ich davon, wenn ich irgendwelche Dinge (fiktive Personen) ,die irgendso ein Buchautor vor langer Zeit (mehr als 10 Jahre) mal erfunden hat, charakterisiere? Wieso muss ich in jeden Scheiß (z.B. in Romane, die zur Unterhaltung von pseudo-Intellektuellen gedacht sind) irgendetwas hineininterpretieren? Auch wenn viele Deutschlehrer der Meinung sind man interpretiert etwas hinaus, es stimmt einfach nicht. Und wieso musste ich mir Gedichte antun? Wenn jemand etwas Aussagen will, dann soll er das bitteschön im Klartext tun, nachdem der Drogenrausch vorbei ist.
    Also ich habe seit Ende der Grundschule im Deutschunterricht garnichts gelernt. Das mag zum Teil an mir liegen, aber zu einem großen Teil ist auch die Dummheit der Deutschlehrer und der gewählte Stoff Schuld. Grammatik haben wir z.B. nie durchgenommen.

    Also ein zusätzliches Fach Mathe neben Rechnen einzuführen wäre eigentlich garkeine so schlechte Idee. Sinnlose Fächer die man streichen kann gibts genug:
    -Religion: Religion ist einfach nur Schwachsinn. Wer's braucht geht in die Kirche oder lernt es von seinen Eltern. Einen Überblick über die verschiedenen Religionen könnte man vieleicht in einem Unterichtsblock mal behandeln.
    -Kunst: Wenn's einen interessiert kann man ja einen Malkurs belegen bzw. ein Buch über Kunstgeschichte lesen.
    -Musik: genau wie Kunst
    -Geschichte/Sozialkunde: Kann man etwas komprimieren und zusammenlegen. Das sinnlose Datenauswendiglernen, dass man in Geschichte oft macht kann wegfallen.

    Das problem ist halt nur, dass viele ,was die Mathematik angeht, hoffnungslos verloren sind. Das hängt aber vieleicht auch nur an fehlendem Interesse.



  • Abbadon schrieb:

    -Kunst: Wenn's einen interessiert kann man ja einen Malkurs belegen bzw. ein Buch über Kunstgeschichte lesen.
    -Musik: genau wie Kunst

    Wenn dich Mathe so sehr interessiert, kannst du auf die Uni gehen und reinschnuppern, gute Bücher gibt es auch genug.
    Es geht hier darum, Rechnen in Mathe umzuwandeln.
    Die Welt aus einer anderen Sicht zu betrachten und genau zu analysieren (Deutsch) ist ebenso wichtig wie die Fantasie zu fördern (Kunst, Musik).
    Musik kann außerdem sehr viel mit Mathematik zu tun haben.
    Ein Verständnis für die eigenen Sprachen ist ebenfalls sehr gut, du tust dir viel leichter andere Sprachen zu lernen, wenn du deine eigene gut beherrscht.
    Aber was wirklich wichtig wäre, ist den Lehrstoff der Fächer aufeinander abzustimmen und so Gemeinsamkeiten auch gemeinsam zu machen und Querverbindungen zu schlagen. Gerade Mathematik lässt sich mit sovielen Fächern kombinieren.



  • HumeSikkins schrieb:

    Mag sein, dass der Inhalt des Deutschunterrichts besser sein könnte. Der Umfang kann imo aber kaum zu groß sein. Die Sprache ist eine fundamentale Voraussetzung für das Menschsein an sich und ein wesentlicher Teil einer Kultur. Literatur transportiert Gedanken, Anschauungen usw. über Jahrhunderte.

    ja, die sprache ist voraussetzung für's moderne menschsein. sprache ist notwendig zum denken. die sprache sollte auch gelehrt werden. nur lerne ich nicht deutsch davon, daß ich E. T. A. Hoffmanns Erzählungen interpretiere. ganz gewiß nicht!

    Ich glaube man liest, analysiert und diskutiert eher viel zu wenig, als zu viel.

    du spielst auf den fehlenden philosophie-unterricht an, oder? ich sprach von deutsch.

    Oder nehmen wir das reine Handwerk. Welcher Abiturient kann denn heute wirklich fehlerfrei schreiben? Wieviel Prozent können ihre Gedanken leicht verständlich in ordentlichem Deutsch zu Papier bringen?

    fehlerfrei können's nicht viele. circa 0%. und leicht verständlich können's auch nicht viele. also mich versteht man oft nicht, und ich bilde mir ein, ganz gut deutsch zu können.

    Geschweige denn ein Gedicht verfassen.

    wozu? (ich dichte natürlich c++, in deutsch ist's mir zu langweilig.)

    Wenn du der Meinung bist, dass Rechnen zu viel dann bin ich der Meinung, dass Schreiben zuwenig trainiert wird.

    meinetwegen schreiben. auch ausdrücken, diskutieren, argumentieren, vortragen, beeinflussen, durchschauen und polemisieren. aber doch nicht gedichte interpretieren.

    Auch wie man gegen Religionsunterricht sein kann ist mir nicht klar.

    na, das ist doch das einfachste. religion ist lüge. gott ist inexistent. und die kirchen halten die lüge zu ausbeuterischen zwecken aufrecht.

    Religionen beschäftigen sich mit den fundamentalen Fragen des Lebens.

    du spielst auf den fehlenden philosophie-unterricht an, oder?

    Religion hat einen entscheidenen Einfluss auf die Entwicklung von Menschen.

    ja, entschieden schädlich.

    Man kann die Schlussfolgerungen der Religionen ablehnen, man kann gegen den Einfluss sein, den Religionen haben, aber wie will man Aussagen über Dinge die den Menschen betrffen machen, ohne Religion und Philosophie zumindest zu berücksichtigen? Ohne zumindest ein Verständnis dafür zu haben?

    kennenlernen ist ok. aber doch nicht als unterricht über so viele jahre.

    klar sind die ethisch-moralischen grundsätze jeder religion erhaben. man muß darüber diskutieren. doch im gewande religiöser erleuchtung kommt doch immer mit zunehmender politisierung nur ausbeutung heraus und damit ist klarerweise die religion der menschwerdung im engeren sinne im wege.

    Als letztes Thema dritte Reich:
    Erstmal kann ich deine Aussage aus meiner Erfahrung nicht nachvollziehen. Sozialkunde hieß bei uns in der Oberstufe "Politik", war ein freiwillges Fach und behandelt wurden dort andere Themen. In Deutsch haben wir das Thema auch nicht behandelt. Ich hatte es in Geschichte und Religion (Kirche im dritten Reich - ein äußerst interessantes Thema).

    verschiedene schulen machen das unterschiedlich. ich wurde auch von allzugroßer anhäufung dieses themas verschont. ich sprach aber mit etlichen, die es echt oft zu hören hatten (ausgerechnet die sind mir zu weit rechts, die schulische kur hat das gegenteil bewirkt, von dem, was sie bewirken sollte).

    Das das Thema in der Oberstufe behandelt werden sollte, darüber sind wir uns hoffentlich einig.

    logo.

    Also mal auf den Punkt gebracht: Ich glaube man kann die Qulität des Mathematikunterrichts nicht auf Kosten anderer Fächer verbessern.

    die qualität zu verbessern benötigt hochmotivierte lehrkräft, die vom jetzigen trott auszubrechen wünschen und nen ausgeklügelten plan. die quantität könnte man auf kosten anderer fächer sehr fein verbessern.

    Und jetzt habe ich noch eine Frage: Warum macht man in der Schule nicht auch mal ein bischen "Philosophie der Mathematik"?

    gute idee.



  • glöscht.



  • Es geht hier darum, Rechnen in Mathe umzuwandeln.
    Die Welt aus einer anderen Sicht zu betrachten und genau zu analysieren (Deutsch)

    die welt zu betrachten und zu analysieren ist unter dem namen "modellbildung" eine der wesentlichsten aufgaben der mathematik. das modell kann sowohl in form von zahlen als auch in form von begriffen und begriffszusammenhängen von erlebter welt bestehen. "analyse" ist nicht unbedingt das argument für das fach "deutsch".

    ist ebenso wichtig wie die Fantasie zu fördern (Kunst, Musik).

    ja, fantasie ist wichtig. man soll nicht gedachtes lehren, sondern denken lehren. nur d8rch fantasie ist es möglich, die schönheit der zahlen, die die welt beschreiben, zu verstehen.
    fantasie ist kein privatbesitz von künstlern und musikern, sondern jeder informatiker, ingenieur, mathematiker, architekt, schreiner, jedes kind, hat fantasie. genauso wie der musiker seine noten verwurstelt, mischt der informatiker seinen code und der schreiner kombiniert stilistische elemente. jeder erfolg, egal in welcher branche beginnt mit fantasie.

    Aber was wirklich wichtig wäre, ist den Lehrstoff der Fächer aufeinander abzustimmen und so Gemeinsamkeiten auch gemeinsam zu machen und Querverbindungen zu schlagen. Gerade Mathematik lässt sich mit sovielen Fächern kombinieren.

    jo.



  • Abbadon schrieb:

    wo wir hier schonmal beim Thema Schule sind, kann ich auch gleich mal meinen hass auf den Deutschunterricht loswerden:
    Was ist eigentlich der Sinn des Deutschunterrichts? Was habe ich davon, wenn ich irgendwelche Dinge (fiktive Personen) ,die irgendso ein Buchautor vor langer Zeit (mehr als 10 Jahre) mal erfunden hat, charakterisiere? Wieso muss ich in jeden Scheiß (z.B. in Romane, die zur Unterhaltung von pseudo-Intellektuellen gedacht sind) irgendetwas hineininterpretieren? Auch wenn viele Deutschlehrer der Meinung sind man interpretiert etwas hinaus, es stimmt einfach nicht. Und wieso musste ich mir Gedichte antun? Wenn jemand etwas Aussagen will, dann soll er das bitteschön im Klartext tun, nachdem der Drogenrausch vorbei ist.

    Also ein zusätzliches Fach Mathe neben Rechnen einzuführen wäre eigentlich garkeine so schlechte Idee. Sinnlose Fächer die man streichen kann gibts genug:
    -Religion: Religion ist einfach nur Schwachsinn. Wer's braucht geht in die Kirche oder lernt es von seinen Eltern. Einen Überblick über die verschiedenen Religionen könnte man vieleicht in einem Unterichtsblock mal behandeln.
    -Kunst: Wenn's einen interessiert kann man ja einen Malkurs belegen bzw. ein Buch über Kunstgeschichte lesen.
    -Musik: genau wie Kunst
    -Geschichte/Sozialkunde: Kann man etwas komprimieren und zusammenlegen. Das sinnlose Datenauswendiglernen, dass man in Geschichte oft macht kann wegfallen.

    du willst also sozusagen einen rundumschlag gegen die kultur führen?
    sorry, aber das halt ich für absoluten schwachsinn,vielleicht biste ja noch zu jung um es zu verstehen,aber die Kultur ist das, was uns Menschen ausmacht,Kunst. religion, musik,geschichte,philosophie und sozialkunde haben den sinn werte zu vermitteln,Werte ohne die das friedliche miteinanderleben fast unmöglich ist, da nicht selbstverständlich.
    Kunst ist mehr als nur einfaches malen, kunst ist eine sache komplett fertig zu machen, kunst ist eine philosophie, das sprachrohr der Seele, und darauf würde ich nur ungern verzichten.
    Die sachen die man im Musik unterricht lernt sind die grundlage für jede art von Musikstudium,denn ich glaub nicht, dass man harmonien verstehen kann, ohne die tonleitern zu verstehen.
    Philosophie ist ein wunderbares fach, wie religion enthüllt auch die philosophie teile unseres Lebens, sie gibt uns etliches verständniss über die geschichte und unsere Gesellschaft.

    und zu guter letzt Deutsch.
    Deutsch hat nicht den sinn, dir die grammatik einzutrichtern, deutsch soll dir zeigen, wie vielfälltig man die sprache einsetzen kann,sei es lyrik oder prosa, denn du kannst mit der besten grammatik nichts anfangen, wenn du nicht weist wie man sie einsetzt.
    Gedichte sind demnach die Krone der Deutschen sprache, nicht umsonst nannte man deutschland früher das land der dichter und denker,denn wir haben das große glück, bzw den fluch,eine sehr komplexe sprache zu haben, mit sehr vielen wörtern, und noch mehr möglichkeiten sie einzusetzen.

    Die Schule ist nicht nur logik,sie muss den grundstein für jede art von Beruf legen, sei es Maler, sänger,Musiker,Techniker,Physiker,Mathematiker usw,sie muss werte,normen und wissen vermitteln und solange die schüler nicht ihre freizeit opfern wollen, um etwas mehr zu lernen,wird sich das auch nicht ändern.

    wenn ein schüler interesse an der mathematik hat,kann er sich in der 10. ein buch für die 12. aus der bücherei geben lassen,und versuchen den Stoff darin zu verstehen(bzw die mathematiklehrer damit nerven :D).


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