Dritte Fremdsprache: Griechisch oder Französisch?



  • kingruedi schrieb:

    aus meiner Erfahrung kann ich dir folgendes sagen:

    Griechisch: Kam bei meiner Schule nie zustande und wurde dann irgend wann aufgegeben. Wenn du schon Latein gut findest (und gut kannst), ist es sicher interessant. Aber in der Praxis hat es eben wenig Nutzen, wenn man nicht gerade Historiker oder Archaeologe werden will

    Ein weit verbreitetes Vorurteil. Klar, Griechisch lernen nur Historiker und Archäologen.:) Wenn man aber gut Grundlagen lernt, kann man durch eine interessante Lektüre viel mehr lernen, man lernt ganz andere Weltbilder kennen... das ist eigentlich das Interessante am Griechischen, die Wurzeln unserer Zivilisation kennzulernen.

    Und ich wiederhole mich gern: Griechisch ist viel eher intuitiv zugänglich als Latein, und um einen gewissen Arbeitsaufwand beim Lernen und Übersetzen kommst Du eigentlich nirgendwo herum.



  • Also ich für meinen Teil würde ja griechisch nehmen, aber du musst selber wissen was dir besser zusagt.
    Wenn du sehr geschichtsorientiert bist, dann ist Griechisch wohl die bessere Wahl. Wenn es dir mehr darum geht, dass du dich mit vielen anderen Menschen auf dieser Welt unterhalten kannst, dann wäre eigentlich Spanisch besser (wird aber wohl bei dir leider nicht angeboten :(). Die Nähe zu den Beneluxstaaten und Frankreich würde natürlich eher für Französisch sprechen.

    Keine leichte Entscheidung...


  • Mod

    Französisch.

    Ist ein echter Vorteil wenn man es wirklich kann, und in Deinem Fall mit der Nähe zur Grenze... wäre schade für das ganze Leben.



  • Ich will kein Archäologe werden, eher Programmierer oder etwas anderes im informationstechnischen Bereich :p 😉 . Ist Französisch dort sehr nützlich?

    absolute_beginner: Der Kurs besteht normalerweise aus fünf bis zehn Leuten. Wir haben einen sehr guten Griechischlehrer an unserer Schule, der allerdings wahrscheinlich versetzt wird. Deshalb weiß ich noch nicht mal, was für einen Lehrer ich bekommen kann. Ich weiß, man sollte so eine Entscheidung nicht nach dem Lehrer entscheiden, aber ein Griechischlehrer sollte den Unterricht lebendig rüberbringen, weil man nicht sonderlich viel Griechisch spricht.

    So, ich muss aufhören, hier springt der Lehrer von der Internet-AG rum. Ich meld mich heut Abend wieder.



  • Ich werde jetzt auch vor die Wahl gestellt, ob ich Griechisch oder Französisch wählen soll. Ich werde mich aber für Griechisch entscheiden, da ich diese Sprache interessanter finde. Ich komme gut mit Latein zurecht, außerdem interessiere ich mich für antike Dinge.
    Französisch kannst du hier zwar besser gebrauchen, aber du bekommst die Chance Griechisch zu wählen nie mehr, oder jedenfalls nicht mehr oft. Französischkurse werden fast in jeder größeren Stadt angeboten.
    MfG



  • Ich hol mir doch noch ein bisschen Zeit.

    Römischwonder: Ich könnt dir das ja auch persönlich sagen, weil du neben mir sitzt, aber ich schreib das hier, damit das nicht so im Raum steht. Natürlich kann man einen Abendkurs für Französisch machen, allerdings soll man da nicht allzu viel lernen, hab ich von anderen gehört.

    In Latein hab ich eigentlich keine Probleme, vor allem mit der Grammatik. Ich bin nur ein wenig faul beim Vokabellernen :p .

    So, jetzt aber bis heut Abend.


  • Mod

    CME386 schrieb:

    Ich will kein Archäologe werden, eher Programmierer oder etwas anderes im informationstechnischen Bereich :p 😉 . Ist Französisch dort sehr nützlich?

    Das ist relativ.

    Nützlich nicht in der technischen Anwendung, dort wirst Du mit Englisch ausreichend hinkommen.

    Aber es kann nützlich sein, falls eine Firma Kunden/Projekte in Frankreich/französischsprachigen Längern hat... in dem Fall bekommt jemand mit verwendbaren Sprachkenntnissen automatisch eine gewichtigere Position.

    Allerdings ist es so, daß natürlich viele Leute französisch gelernt haben (ich ja auch), aber nur wenige es für ein Telefonat oder sowas verwenden können (ich auch nicht)... d.h. man lernt es in der Schule und nach 10 Jahren ist es weitgehend unbrauchbar, außer um eine Zeitung zu lesen.

    Ähnlich sieht's aus mit Spanisch... in vielen Firmen sind Leute mit derartigen Sprachkenntnissen gesucht, da man auf der Gegenseite einfach zu selten Leute mit Englischkenntnissen findet.

    Das eröffnet halt auch Möglichkeiten für eine Zeit "nach einer unmittelbaren technischen Verwendung", sprich wenn Du mal keine Lust mehr hast jede Woche zu coden... also After Sales, usw.

    Entsprechende Kenntnisse sind also durchaus nützlich in technischen Bereichen.

    Aber nur, wenn man es auch pflegt, leider tut man das nicht so gerne und oft, falls Du also davon ausgehst das nicht mehr in einem Aufenthalt vor Ort etc zu verwenden, kannst Du genauso gut Deiner "Leidenschaft" frönen und Griechisch lernen.



  • hmm, ich hatte zwei (!) Jahre französisch (9/10) und muß sagen, dass es mir eigentlich überhaupt keinen Spaß gemacht hat. Allerdings: In diesen beiden Jahren hat man eher rudimentäre Sachen gelernt (Grammatik/Rechtschreibung) und konnte auch nicht wirklich französisch sprechen (Den einzigen Satz, den ich wirklich gut beherrschte, war: "je ne sais pas" ! -> traurig). Wahrscheinlich hätte es einem dann später (wenn man gut gelernt hätte) tatsächlich auch Spaß machen können. Naja, ich hab's jedenfalls abgewählt und bis heute nur selten bereut.
    Zu Griechisch (wahrscheinlich altgriechisch, oder ?):
    Ich finde die griechische Antike überaus interessant und bedaure, dass ich mich damit leider relativ schlecht auskenne. Ich denke, dass diese Sprache auch durchaus für den Deutschunterricht in der Kursoberstufe relevant sein kann, da in vielen Werken der "Großen" antike Motive wiederzufinden sind. Wenn man die antike Story davor einmal geschnallt hat, erlebt man dann solche schönen "Aha"-Effekte (ich persönlich leider nur sehr selten, aufgrund mangelnder Wissensgrundlage über Antike,s.o. 😞 ). Und um Deutsch kommt man nun einmal nicht rum, das ist ja auch wirklich sinnvoll so.
    Außerdem: Ich habe mir sagen lassen, dass griechisch wirklich nicht sehr schwer sein soll... 😉
    Gruß
    E-the-Real



  • Es geht in der Tat um Altgriechisch... 🙂

    Es geht eigentlich eher darum, zu lernen, wie man mit welchen Mitteln zu welchem Ergebnis kommt. Dies ist theoretisch das Wichtigste am Abitur überhaupt, Wissensvermittlung oder -vertiefung spielt eigentlich keine sooo große Rolle.

    Konkret geht es eigentlich darum, Griechisch nicht nur zu lesen und zu übersetzen, sondern auch Inhalte zu übersetzen, also eine Interpretation oder Wertung vorzunehmen. Im Prinzip unterscheiden sich Deutschunterricht und Griechischunterricht also nur dadurch, daß man die deutsche Grammatik und den deutschen Wortschatz (fast 😉 ) von vornherein beherrscht.

    Das größte Hemmnis ist für mich (im Rückblick), daß man bei jeder Fremdsprache bei NULL anfangen muß, es geht immer erst um Grundwortschatz, Grammatik, und dann kann man irgendwie sinnerfassend und interpretierend übersetzen. Auch in meinem Spanischunterricht waren meine ersten Sätze wieder Mal von der Güteklasse "Lisa fährt mit dem Bus zur Schule, aber Ramon ist krank und bleibt zuhause."

    Zur Sache: Französisch hätte sicher den Vorteil der praktischen Anwendbarkeit, aber wie beim Schulenglisch ist auch beim Schulfranzösisch die Übertragung von Unterrichtsdauer auf Fähigkeiten und Möglichkeiten mit Vorsicht zu genießen. Wenn man sich anstrengt und vielleicht nach der Schule der Sprache treuzubleiben versucht, ist der Nutzen nicht von der Hand zu weisen.

    Im Griechischen ist der Nutzen eher darin zu sehen, Strukturierung und Zielsetzung beim Arbeiten zu erlernen und Allgemeinbildung um interessante Punkte zu erweitern oder zu vertiefen.

    Natürlich hängt wieder vieles am Lehrer; ich hatte Glück, unser Griechischlehrer ging voll in seinem Fach auf, er konnte eine richtige Begeisterung vermitteln, etwas sehr seltenes. Er beherrscht sogar Neugriechisch, das war auf der Studienfahrt sehr hilfreich. 🙂



  • ethereal: Uns wurde gesagt, dass Griechisch und Französisch in etwa gleich schwer sind. Von der Antike weiß ich auch schon durch den Lateinunterricht relativ viel. Ich glaube, in Griechisch gehts hauptsächlich um die Φιλoσωϕϵν\Phi \iota \lambda o \sigma \omega \phi \epsilon \nu



  • jo, später vielleicht mal, aber wie schon gesagt wurde: von nix kommt nix! leider mußte den ganzen kackelkram vorher lernen, um dann was von der lektüre zu haben. und es gab jedenfalls bei mir neben philosophie noch gaaaaaaanz groß im unterricht geschichtsschreibung. herodot, pausanias, xenophon.... platons philosophiezeugs ist außerdem reichlich viel schwerer zu übersetzen, das nur als kleiner tip.

    $\eta:\varphi\iota\lambda o\sigma o\varphi\iota\alpha:\approx: FreudeamWissenFreude am Wissen$

    hm.... kein spiritus asper verfügbar?!? naja.. kleinkram


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