Ulama der König singt euch jetzt ein Lied vor
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Ich kriege immer wieder einen Lachanfall, wenn ich diese Ulama-Sachen lese!
Dieses Lied ist super.
Mich würde mal interessieren, wer sich das alles ausdenkt. Vielleicht könnte ich mich mit ihm zusammentun, und wir könnten gemeinsam irgendeinen Unfug fabrizieren.Vielleicht kennt ja der eine oder andere mein Theaterstück "Streicherseele", das in einer ähnlichen Sprache geschrieben wurde.
http://www.scherfgen-software.net/misc/streicherseele.pdfHier mal ein Ausschnitt...
Vierter Auftritt
*Zum Scheitern verdammt,
die Rückbesinnung folget.
Suche in des inn’ren Selbst
vermag Wunder zu entfalten.Am Bahnsteig. FRANCESCO und ADALBERT.*
FRANCESCO. Nun lasset uns nicht Trübsal blasen und sinnlos verweilen,
er fuchste alert sich aus der Falle. Gehen wir über zum
nächsten Versuche, des Essens Beschaffen kann so schwer nicht
sein! Überleben darf zum Luxus nicht verkommen!
ADALBERT. Wenn ich eines aus meinen Novellen lernte, dann ist dies
gewiss, dass selbst der härteste Richter den Mundraubenden Milde
spüren ließe.
FRANCESCO (spricht zu einem Bild, welches er aus seiner Tasche holt).
Violetta,
mein gehütetster Schatz, lang ist’s her, dass Du mir den Rücken
kehrtest. O, denk ich an die glücklich’ Stunden, die ich mit
Dir verbracht, so ist’s wahrlich eine Schande, wie das Volke uns
verschmähte. Wie tags zuvor erscheinen mir die pöbelnden Streuner,
die gehobnen Leute, wie sie das Haus belagerten und der Ruf,
der Drang nach Trennung, zu entzweien, was geeint ward!
ADALBERT. Vertraut klingt mir dies’ unglaublich’ Bewandtnis. Ein
gewisser Kurgunz von Trönchhausen – er trat in mehr’rer meiner
Kuriosa auf – ging auf diese Weis’ zu Grunde, wie es auch einst
seinem Vater zu widerfahren pflegte. Kurgunz war mein Spielball,
ich ließ mit ihm geschehn, was mir zu Sinnen kam. Ferner weinte
auch einmal ich mit ihm, als ich sein Todesurteil, in Gedanken
nur, verfasste. Zwar hätt ich’s jederzeit verhindern können, doch
tot war er, aus dem Kopfe gestrichen, für immer, unumkehrbar.
FRANCESCO. Schwer zu tragen ist die Last, die mit dem Verluste eines
geliebten Weggefährten einhergeht. Aus Erfahrung hörest Du
mich reden, doch ich merk es schon, ich fange an zu schwafeln.
ADALBERT. Dem Trübsinn zum Trotz, der in mir weilet, bei Gott,
ich möcht es hören, teile mit, was Du mir zu sagen hättest, oder
schweig auf Dauer.
FRANCESCO. Sie hörte auf den Namen Violetta van Castello, sei’s
drum, es war der Name einer gar zu edlen Blume, denn von
höh’rer Würde stammte das Blute, wallend in ihren Adern pulsierend.
Unsre Liebe glich einem ew’gen Bande, dessen Zerreißen
mit dem Ende aller Welten gleichzusetzen ward.
ADALBERT. O, Gutgütiger, berichte, was geschah! Ich will Betroffenheit
vorzeigen, gar erwäge ich, dies in kommende Novellen aufzunehmen.
FRANCESCO. Es spielte sich ab am heiligen Abend. Die Nacht war
klar, die Sterne zogen kreisend ihre himmlischen Bahnen, später
erschien’s mir wie ein Tanz von Spott und Hohne. Am folgenden
Tage ward unsre Hochzeit geplant. Befindlich in friedlichem
Schlafe jedoch riss man uns grausam entzwei. Protestierender Pöbel
stürmte unser Nest, entweihte die kostbarsten Dinge!
ADALBERT. Sie konnten’s nicht ertragen?
FRANCESCO. Gar zu wahr, mein Freund, gar zu wahr. Die Stadt
war nicht bereit für uns – mich, den von je her zum Streicher
Auserkor’nen und sie, eines höh’ren Wesens Kindeskind, selbst
gar noch um Stufen weiter angehoben. Ein zerbrechlich’ Dinglein
war sie von Natur, sie glaubte des Pöbels Lügen und kehrte
mir schließlich den Rücken. So geschah es, dass sich mein Leben
schrieb, wie es nun kam – allein als Streicher, gemeinsam mit
Andren. Ein Paradoxon, das mich prägte und sich tief in mir verankerte.
ADALBERT. Lass mich Dir berichten, von eben diesem Kurgunz, der
vor langer Zeite gelebt. Er befand sich auf karger Steppe, die Vorräte
teils verbraucht, teils verdorben. Mehr als einmal nur hatte er
dem Tode spottend ins Gesicht gelacht, stets voll tiefer Zuversicht,
den Trotze auf ewig zu bewahren. Doch just in dieser Stund’ der
einen schicksalsträcht’gen Nachte – der Mond warf sein zitterndes
Zwielicht auf die weiten Ebenen – geschah es, das unglaublichste
aller Dinge.
FRANCESCO. Was war es? Es drängt und zieht mich gleichermaßen!
ADALBERT. Mit geschweiften Schwingen beflügelt sauste des Luzifers
Bruder über die Savanne, und er hauchte und sog auf grausame
Weise das Leben unter ihm aus. Kurgunz ward noch nicht erspähet.
Fix bedachte er sich und hob eine Grube aus, deren Schutze
ihn sicher durch die Nachte bringen sollt’.
FRANCESCO. Halt, halt. Wie könnt’ ein Stücklein Erde dem Blick des
Dämons eisern Einhalt gebieten?
ADALBERT. He, lassest Du mich ausreden? Des Kurgunz Cousine Ottilie
von Vladisbaach – nachts zuvor entschlafen – überreichte ihm
nach seiner Geburt ein köstlich’ heil’ges Amulett. Geschmiedet in
den geweihten Kammern des Klosters Regesbroich, um selbst die
härt’ste Klinge abzuweisen, gewährte es dem Kurgunz Schutze.
Am nächsten Morgen fand er des toten Getieres Fleische und labte
sich ausgiebig daran. So kam es, dass vorerst er gerettet ward.
FRANCESCO. Gestehen muss ich, Du entlocktest mir die ein oder
andre Träne, wenn an die armen Tiere und des Kurgunzes Cousine
ich denk’. Womöglich ist die Pointe mir entgangen. Schau
her, perlend die Träne abgetropft und doch im Fluge schon zu
Eis erstarrt.
ADALBERT. Gar zu verwunderlich, ich seh mein gespiegelt’ Bilde im
Tropfen nicht mehr – die Welt scheint zu entschwinden.Würde mich freuen, wenn der Ulama-Erfinder sich mal bei mir melden würde!

David_Scherfgen@gmx.de
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TomasRiker schrieb:
Vielleicht könnte ich mich mit ihm zusammentun, und wir könnten gemeinsam irgendeinen Unfug fabrizieren.
Dafür bist Du ja bekannt...

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Ulama 4 ever
