Master vs. Diplom



  • Hoi mich würde mal interessieren wie ihr den Stellenwert eines Diploms gegenüber einem Master einschätzt. Haltet ihr (und vor allen dingen wie sieht das die Wirtschaft) für das gleiche oder glaubt ihr das es so läuft das man sich in 10 Jahren mit nem Diplom nur noch den Arsch abwischen kann weil man dann zum Bachelor degradiert wird und man als Diploinhaber quasi gezwungen wird noch nen Dr. zu machen?

    Ich könnte wenn ich fertig bin zwar noch nen MBA machen aber ich hab mir wo wir gerade bei Fernuni Hagen waren mal angeguckt was da so gemacht wird. Ohne jetzt irgendwie überheblich klingen zu wollen: Ich kenne zwar nicht die ganz genaue ausgestalltung der Kursinhalte bin mir aber sicher das ich die Hälfte des Stoffes davon schon ziemlich gut kenne, bzw schon gemacht habe... und dann dafür so knapp 15000€ hinzulegen.. Die wollen ja auch erstmal verdient sein...

    dann gibts da noch so einen Bachelor of Laws http://www.fernuni-hagen.de/REWI/Studium/BA_LAW/
    was haltet ihr von dem, kann man das wirklich gebrauchen? Interessieren würde mich das zwar aber für mich klingt die beschreibung eher so wie wir versuchen dran zu arbeiten das die wirtschaft auch halbjuristenwissen anerkennt oder wie würdet ihr das interpretieren...
    an sonsten würde mir dieser studiengang bestimmt relativ leich fallen da meine Freundin Jura studiert und ich dann quasi direkt an der Quelle für Fragen sitze 😃



  • Innerhalb Deutschlands genießt das Diplom eine höhere Wertschätzung bei den Personalchefs. Außerhalb Deutschlands ist es egal. Da hat mit dem Bachelor / Master an den Unis mehr Chancen, den Dr. zu machen oder wissenschaftlich zu arbeiten.
    Das sich daran was ändert, ist nicht abzusehen.

    Das Diplom wird nicht abgewertet. Immerhin ist es weltweit der erste akademische Grad. Den zweiten hat man mit der Promotion.

    Da ich selber als Drittstudium Patent-Ing. (ist fast nur Jura) hatte, kann ich nur sagen: Technische Denkweise ist von der juristischen Denkweise so weit entfernt, wie der Pluto von der Sonne!
    Ich bewundere Leute, die beides können. Ich kanns nicht, leider.

    Blackbird



  • @Blackbird...

    hmm letztens hab ich ne stelleneinzeige gesehen "Suchen Ing der sich zum Patenanwalt ausbilden lässt"... Was ist der unterschied zwischen Patentanwalt wenn man vorher Ing war und einem Patent-Ing. oder ist das beides das gleiche?

    an sonsten wie war die ausbildung zum Patent-Ing? Hat es dir was gebracht? oder kann ich dich villeicht mal über ICQ nerven? 😉


  • Mod

    Ich sehe das mit dem Diplom/Master nicht so dramatisch.

    Zur Zeit ist es so, daß wohl viele Personalchefs das Diplom (wegen eigener Erfahrung) sogar eher höher schätzen, oder einfach besser kennen. Also kein Nachteil.

    Das dauert sicherlich 10-15 Jahre, bevor diese Generation aus den Personalbüros rauswächst.

    Aber was für eine Bedeutung hat das Diplom für Dich in 10-15 Jahren? Bis dahin ist es für Dich überwiegend ein akademischer Grad, den Du vor längerer Zeit erworben hast. Wichtiger ist dann das Fachgebiet, ob das nun ein Master oder Diplom ist verwischt. Wesentlich werden dann vielmehr die 10-15 Jahre Berufstätigkeit sein, also die Tätigkeit selbst.

    Das Diplom ist sowas wie eine Startmarke, die Dich auf eine Bahn setzt, aber je länger Du läufst, desto kleiner wird der Startblock. Kleingedrucktes kann man aus der Entfernung dann nicht mehr lesen. 😉



  • @Windalf,

    ICQ geht nicht.
    Patent-Ing. ist die Studienrichtung, also der Beruf.
    Patent-Anwalt ist die Tätigkeit.
    Bin mir aber nicht so sicher, denn ich kenne (normale) Anwälte mit einem kompletten Jura-Studium, die sich auf Patentrecht spezialisiert haben. Das sind dann auch Patent-Anwälte.

    Gebracht hat mir das Studium im Leben nichts. Das liegt aber daran, dass ich als Entwicklungs-Ing. und nicht als Patent-Anwalt arbeite.

    Die häufigste Arbeit eines Anwalts erstreckt sich auf die Suche nach vergleichbaren Fällen, Musterprozessen und Gesetzestexten und -auslegungen. Eine Logik, wie sie von der Technik oder Naturwissenschaft her geläufig ist, konnte ich nie darin erkennen.
    Und jede Menge auswendig lernen, ohne dass es eine logische Herleitung gibt (naja doch, aber in den wenigsten Fällen), das entsprach nicht meiner Denkweise.

    Blackbird



  • Windalf schrieb:

    Hoi mich würde mal interessieren wie ihr den Stellenwert eines Diploms gegenüber einem Master einschätzt. Haltet ihr (und vor allen dingen wie sieht das die Wirtschaft) für das gleiche oder glaubt ihr das es so läuft das man sich in 10 Jahren mit nem Diplom nur noch den ***** abwischen kann weil man dann zum Bachelor degradiert wird und man als Diploinhaber quasi gezwungen wird noch nen Dr. zu machen?

    1.) Man kann einen Abschluss nicht einfach so "degradieren".
    2.) Das Diplom ist eher mit einem Master als mit einem Bachelor zu vergleichen.
    3.) Denke ich nicht, dass das Diplom irgendwann wertlos sein wird, zumal es über die deutschen Grenzen hinaus bekannt ist und von denen, die es kennen, geschätzt wird.



  • 1.) Man kann einen Abschluss nicht einfach so "degradieren".
    2.) Das Diplom ist eher mit einem Master als mit einem Bachelor zu vergleichen.

    naja und genau das war ja meine befürchtung das man zwar nicht offiziell degradiert wird aber am ende zählt ja was die personaler denken... und wenn es heissen würde diplom ist zwar eher mit master zu vergleichen aber nur einen tick schlechter, dann hätte ich so meine befrüchtung wie das in deutschland wo nur zählt was auf dem papier steht einem ausgelegt wird...

    aber marcus und blackbird haben ja was anderes erzählt, das beruhigt mich doch ungemein. Ich hoffe nur das das am ende wirklich stimmt und nicht das wenn man mit 50 mal arbeitslos werden sollte auf den lebenslauf geguckt wird (ok sind dann schon wieder über 20 jahre vergangen, aber "Schandflecke" springen ja immer als erstes ins Auge...)

    aber da ja hier alle glauben das ein diplom auch langfristig noch was wert ist und man nach 20 jahren nicht nur ein abiturient mit berufserfahrung ist bin ich schonmal viel beruhigter...

    @Blackbird

    Eine Logik, wie sie von der Technik oder Naturwissenschaft her geläufig ist, konnte ich nie darin erkennen

    hehe wenn es die geben würde wäre das jurastudium ja auch nicht anstrengend... eigentlich bräuchte man dann als richter auch nicht mehr viel machen. man würde dann einfach den sachverhalt bewerten und zuordnen müssen, in einen rechner eingeben und der spuckt dann das urteil raus... sein wir mal froh dass das nicht so ist...
    aber stimmt schon ich zieh meine Freundin auch gerne mit auf und versuch sie immer in widersprüche zu verwickeln was sie wie die Pest hast (du hast doch aber so gesagt und im gesetz steht so, was macht ihr Juristen da blos :D)



  • Windalf schrieb:

    1.) Man kann einen Abschluss nicht einfach so "degradieren".
    2.) Das Diplom ist eher mit einem Master als mit einem Bachelor zu vergleichen.

    naja und genau das war ja meine befürchtung das man zwar nicht offiziell degradiert wird aber am ende zählt ja was die personaler denken... und wenn es heissen würde diplom ist zwar eher mit master zu vergleichen aber nur einen tick schlechter, dann hätte ich so meine befrüchtung wie das in deutschland wo nur zählt was auf dem papier steht einem ausgelegt wird...

    Wieso gerade einen Tick schlechter? Schlechtenstenfalls gleichwertig würde ich sagen.



  • @MaSTaH
    na dann guck dir mal an wieviel ein Dipl-Kaufmann bzw Volkswirt macht und was man alles machen bzw haben muss um MBA zu werden...



  • Na dann vergleiche mal einen Dipl.-Ing. Studiengang mit einem äquivalenten Master-Studiengang.



  • ja da fand ich halt das es sich mehr oder weniger nix nimmt wobei man auch dazu sagen muss das bei den informatikern war keine studienarbeit fällig... alle die jetzt auf master studieren müssen ja quasi eine in form der Bachelorarbeit machen...

    und MBA ist ja quasi noch einen auf ingenieur draufgesetzt... so jedenfalls die eigentlich zielgruppe. genaugenommen wird da von dir verlangt das du zwei studiengänge studierst, und da kommts mir halt so vor wie zwei einzelne diplome sind schelchter als ein doc...

    aber ich will ja auch nicht gegen das diplom wettern, ich mach ja selber nur eins. Ich glaub meine Paranoia kam mehr daher das für mich das diplom irgendwie keinen richtigen wirklichen wert hat. ich musste bisher nicht viel für tun. der schwierigkeitsgrad ist nicht viel höher als auf der schule und daher vielleicht ein wenig mein misstrauen gegenüber diesem Grad...


  • Mod

    Windalf schrieb:

    ich musste bisher nicht viel für tun. der schwierigkeitsgrad ist nicht viel höher als auf der schule und daher vielleicht ein wenig mein misstrauen gegenüber diesem Grad...

    Dann freu Dich für Dich selbst und nimm es als gutes Zeichen für Dich. Aber nicht als schlechtes Zeichen für's Diplom. Aber beim Master würde es Dir genauso gehen. Nur durch eine Umtaufe ändern sich weder Lehrinhalte noch Professoren. 😉



  • Windalf schrieb:

    und MBA ist ja quasi noch einen auf ingenieur draufgesetzt... so jedenfalls die eigentlich zielgruppe. genaugenommen wird da von dir verlangt das du zwei studiengänge studierst, und da kommts mir halt so vor wie zwei einzelne diplome sind schelchter als ein doc...

    Im Prinzip studiere ich dadurch, dass mein Studiengang interdisziplinär angelegt ist auch 3 verschiedene Sachen (Maschinenbau, Mathe und Informatik). Trotzdem habe ich "nur ein" Diplom in Aussicht. Ich mache mir wegen dem Master keine Sorgen. Das ist einfach alter Wein in neuen Schläuchen.


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