Gehirn und Informationen



  • Hallo Leute,
    ich habe mir gerade mal folgende Frage gestellt. Wenn wir etwas vergessen, verschwinden diese Informationen wirklich aus unserem Gehirn. Werden die gespeicherten Informationen nur blockiert und können theoretisch wieder erreicht bzw. aktiviert werden? Es geht mir dabei nicht um Daten aus dem Kurzzeitgedächtnis. Beispiel: Zu meiner Schulzeit musste ich wie auch die meisten anderen Gedichte auswendig lernen. Teilweise konnte man diese noch nach Jahren fast Lückenlos aufsagen...doch irgendwann erinnert man sich an solche Sachen nicht mehr.



  • Ich glaube das alles im Hirn bleibt nur du weißt nicht mehr so genau wie du die Datei benannt hast und musst deshalb eine weile überlegen bis es dir wieder einfällt.



  • ich habe die erfahrung gemacht, das man gedichte, die man mal gelernt hat, zwar nicht sofort wieder aufsagen kann, aber inerhalb kürzester zeit(zb ein paar mal lesen)das ganze wieder drauf hat

    insofern denke ich, dass es nicht verschwindet, nur die verknüpfung "abbricht"
    und die stellt man dann wieder her, nach dem motto:

    "man muss nicht alles wissen, man muss nur wissen wo man findet was man nicht weiß " 😉



  • alkohol == format c:\ 😉



  • insofern denke ich, dass es nicht verschwindet, nur die verknüpfung "abbricht"

    So ist es auch, wir können praktisch unbegrenzt viele Dinge in unserem Gehirn speichern. Das Problem ist dass wir nach einer gewissen zeit nicht mehr wissen wo wir eine bestimme Information abgespeichert haben, dann haben wir's vergessen. Diese Verbindung kann aber durch auffrischen (etwas Fotos ansehen) wiederhergestellt werden.

    Btw. Tiefgreifende emotionale Erlebnisse (Tod, Liebe usw.) bekommen besonders starke Verbindungen. Die brechen nicht so leicht ab.



  • diese neuralen Verbindungen altern quasi. Werden sie häufig abgefragt, dann werden sie ausgebaut - sogar redundant. Werden sie nicht benötigt, erfolgt ein schrittweiser Abbau ( vergessen). Bis zur Pubertät etwa ist der Organismus darauf ausgelegt sehr viele Verbindungen herzustellen, in der zeit lernen wir am Besten. Deswegen können Kinder auch Hirnschädigungen besser kompensieren als Erwachsene. Das mit dem Alkohol ist übrigens auch nicht ganz richtig! Wie immer macht es die Dosis. Eine völlige Abstinenz schadet sogar Körper und auch dem Hirn! Das berühmte Glas Wein am Tag ist nicht verkehrt.



  • Das Gehirn ist kein Computer mit Festplatte (wo die Information entweder vorhanend ist oder nicht) und Dateisystem (wo die Information entweder im "Inhaltsverzeichnis" steht oder nicht) sondern es besteht aus neuronalen Netzen. Verbindungen werden nicht abgebrochen. Vergessen bedeutet lediglich, dass die Gewichtungen der Verbindungen (Synapsen) dieser Information weniger stark ausgeprägt sind.
    Informationen werden im vereinfachten Zusammenspiel zwischen Neuronen und Synapsen gespeichert. Allerdings passt sich diese Hardware des Gehirns ständig ihrer Benutzung an. Vergessen ist also weniger ein Entfernen der Information aus dem Gehirn als viel mehr ein langsames und allmähliches Überschreiben mit anderen Dingen.


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