Wozu wählen?



  • Demokratie ist nicht scheiße, das stimmt.

    Aber unser System hat auch einige große Schwächen. Meiner Ansicht nach sind es die Parteien. Hört sich erstmal unglaubwürdig an, aber ich habe meine Gründe. Zum einen geht es dann bei vielen Problemen nicht mehr darum seine eigene Meinung zu vertreten, sondern eine Meinung, die von wenigen Leuten ausgearbeitet wurde und der man aufgrund der Parteizugehörigkeit folgen muss (theoretisch nicht, praktisch schon). Zum anderen ist das alles nur noch ein großes Monster von gegenseitigen Gefallen. Man könnte es auch Korruption nennen. Und drittens gibt es den Leuten die Möglichkeit zu wählen, ohne Ahnung zu haben. "Ich wähle CDU/SPD, weil ich das schon immer gemacht habe". Es schafft einfach Fronten und Feinde, die wir nicht brauchen.

    Wir sollten zusammenarbeiten, unseren Staat aufzubauen und zu führen und uns nicht bekriegen, so wie die Parteien das fast ausschließlich tun.



  • Tjoa, loggy..
    Im Endeffekt ist es genau das, was ich meine.
    Die Menschen sind politisch uninformiert und die Politiker sind nur noch darauf bedacht, dagegen zu halten.
    Meines Erachtens sollten Gesetze nach Umfragen erstellt werden. Dummerweise hat die Sache aber einen Haken : Kaum einer weiß, worum es geht.
    Wie denn auch ? Man erfährt ja nichts.
    Meines Erachtens fängt das Ganze wirklich damit an, dass die Politik mal von denen, die Ahnung haben für die erklärt wird, die keine Ahnung haben, nicht umgekehrt..

    Es sollte nicht die Pflicht des Bürgers sein, sich zu informieren, sondern die Pflicht der Politiker, die Bürger zu informieren.

    Ich denke, ich könnte da noch einige Stunden was drüber erzählen, aaber etwas arbeiten muss ich auch..



  • DocJunioR schrieb:

    Beispiel Hartz 4. Was zum Geier ist das eigentlich ?

    Ganz richtig. "Armut per Gesetz" nachplappern ist halt einfacher als mal nachzulesen.

    für alle die's noch nicht gemacht haben:
    http://www.bundesregierung.de/Politikthemen/Arbeitslosengeld-II-Hartz-IV-,11902/Fakt-ist-....htm
    Da findest man FAQ, Rechenbeispiele usw. Ist doch wirklich nicht so schwer.



  • Wählen ist Zeitverschwendung. Was machts für einen Unterschied, ob "Violett" oder "Lila" regiert?



  • illuminator schrieb:

    Bei der NPD wurde ein Verbot doch mal angedacht, aber die Beweislage war etwas zu dünn, weil die Parteioffiziellen sich mit hinter schönen, verfassungstreuen Phrasen versteckten.

    Wie zum Beispiel Herr Leichsenring mit "Natürlich sind wir verfassungsfeindlich, wir wollen ja was ändern", oder "Wenn die NPD verboten wird, dann mache ich erst mal Urlaub, und dann gehe ich zu meinen Freunden von den SSS"?



  • War gerade wählen: Eben zum Wahlraum, 4 Zettel bekommen, jeweils ein Kreuz draufgemacht, in die Urne geworfen, fertig.
    Das dauert keine 2 Minuten und ist so einfach wie 1+1 berechnen...



  • ich habe gerade mir Zielscheiben aus den Fahndungsfotos der Wahlpappen gebastelt 🤡



  • Also noch mal, damit ich das richtig verstehe?
    Wenn man 2 Kreuzchen oder kein Kreuzchen macht, ist die Stimme ungültig. Wird die ungültige Stimme denn in der Wahlbeteiligung mitgezählt?

    geeky schrieb:

    War gerade wählen: Eben zum Wahlraum, 4 Zettel bekommen, jeweils ein Kreuz draufgemacht, in die Urne geworfen, fertig.
    Das dauert keine 2 Minuten und ist so einfach wie 1+1 berechnen...

    Woher aus NRW kommst du? 🙂

    Mr. B



  • Mr. B schrieb:

    Wenn man 2 Kreuzchen oder kein Kreuzchen macht, ist die Stimme ungültig. Wird die ungültige Stimme denn in der Wahlbeteiligung mitgezählt?

    Üblicherweise schon, ja. Wird halt als ungültig mitgezählt.



  • Mr. B schrieb:

    Woher aus NRW kommst du? 🙂

    Meschede, Hochsauerlandkreis



  • ahh hab auch gestern zum ersten mal gewählt, fands dann doch etwas evrwirrend, als ich statt dem erwarteten einen zettel plötzlich 4 in der Hand hatte 😃

    egal, 3 Kreuze mehr bringen einen nicht um 🤡



  • So - Wahlbeteiligung <25% in NRW. peterchen - was wird aus Deiner Welt?
    (naja, ist ja nicht so schlimm, gibt ja nur Gewinner...)

    Schily will notfalls eine Verfassungsänderung durchsetzen, um seine Vorstellungen zu realisieren. Ist er nun verfassungsfeindlich, oder nicht?



  • Loggy schrieb:

    Demokratie ist nicht scheiße, das stimmt.

    Aber unser System hat auch einige große Schwächen.

    Ja, z.B., daß es keine wirkliche Demokratie ist. Unsere sogenannte "Repräsentative Demokratie" ist mit einer richtigen Demokratie etwa so vergleichbar wie C mit C++. Das eine ist im anderen zwar irgendwie enthalten, aber im Endeffekt ist es doch ein großer Unterschied.

    Eine meiner Meinung nach bessere Bezeichnung wäre "Oligarchie auf Zeit", da wir abgesehen von der Wahl alle 4 Jahre keinen Einfluß auf die Bundespolitik haben. Es sei denn, wir werden zwecks föderalistischer Neuordnung zum Plebiszit gerufen (was ja überaus häufig vorkommt).

    Gegen ein System nach schweizer Vorbild wird ja immer mit Deutschlands Bevölkerungsgröße argumentiert, allerdings zieht dieses Argument im IT-Zeitalter nicht mehr. Es wäre ein Leichtes, auch kleine Abstimmungen online durchführen zu lassen, und das wäre auch nicht mißbrauchsgefährdeter (z.B. durch Cracker) als das jetzige System, in dem mal hier, mal da ein Zahlendreher eingetragen werden kann. Allerdings übertrüge dieses Abstimmungsverfahren die Kompetenzen weitgehend an die regelmäßigen Wähler, was unserer Obrigkeit garantiert gegen den Strich geht.



  • natürlich ist unsere repräsentative demokratie eine demokratie. der ausdruck ist allein über die legitimation definiert, und unsere volksvertretungen haben ihre legitimation nunmal allein durch das stimmverhalten der bürger. eine direkte demokratie ist das natürlich nicht, das ist ja klar. (übrigens war die erste direkte demokratie auch nicht so das wahre, denn im alten griechenland durften nur bürger wählen- also männer ab 25, die zur stadt gehörten)

    was hier bei einigen rauszuhören ist, ist die forderung nach imperativem mandat. aber das hat sich schon seit weimar erledigt.



  • JEDES "System" hat sich schon erledigt. Keines der bekannten kann Alle zur gleichen Zeit glücklich machen.
    Aber danach suchen und streben, vorhandene Systeme in Frage zu stellen und zu verbessern, ist um Welten besser als das Kopf-in-den-Sand-stecken und das gegenwärtige System (einschließlich Wahlsystem) der Bundesrepublik als DAS Allheilmittel zu vertreten.

    Gerecht wird es nie auf der Welt zugehen. Aber die Forderung danach einfach ad acta zu legen ist praktizierte Ungerechtigkeit.
    Wo bleibt da die vielzietierte "Mündigkeit" der Bürger? Oder ist "Demokratieverständnis" nichts weiter als Duck-Dich und Mach-was-Dir-gesagt wird?

    Blackbird



  • scrub schrieb:

    (übrigens war die erste direkte demokratie auch nicht so das wahre, denn im alten griechenland durften nur bürger wählen- also männer ab 25, die zur stadt gehörten)

    Sklaven waren ebenfalls ausgenommen. Diese Probleme sollten mittlerweile allerdings wohl nicht mehr existent sein. Wir haben doch sogar schon ein Frauenwahlrecht! 😉

    scrub schrieb:

    was hier bei einigen rauszuhören ist, ist die forderung nach imperativem mandat. aber das hat sich schon seit weimar erledigt.

    Mir zumindest geht es nicht um die Bestrafung der Politiker, die gegen den Volkswillen handeln, sondern um die Einbindung des Volkes zumindest bei brisanten Themen. Es muß ja keine Abstimmung über jeden Furz geben (obwohl auch das aufgrund des technischen Standes vielleicht eine Überlegung wert wäre). Allerdings bin ich z.B. der Meinung, daß das Volk dazu befragt werden muß, wenn aus einer neugeschaffenen Verfassung eine Rechtsinstanz hervorgeht, die unser Bundesrecht brechen kann. Auch wenn ich strikt dagegen bin, würde ich die Mehrheit einer Volksbefragung diesbezüglich akzeptieren, aber es kann doch nicht sein, daß diejenigen darüber abstimmen, die es selbst in die Wege geleitet haben!



  • geeky schrieb:

    Mr. B schrieb:

    Woher aus NRW kommst du? 🙂

    Meschede, Hochsauerlandkreis

    Cool, ich aus Menden, Sauerland 🙂



  • Oft kommt da aber Müll bei raus wenn man das uninformierte Volk abstimmen lässt.
    Bliebe nur die Möglichkeit es vorher zu informieren und das müsste dann auf eine neutrale Art ohne Beeinflussung geschehen, aber sowas hinzubekommen ist ziemlich unmöglich, ausser man etabliert da irgendwas neutrales, sowas wie Stiftung gegen Volksverdummung oder so ^^.

    Aber ernsthaft, wenn man beispielsweise bei dem jetzigen Status fragt HarzIV ja oder nein, werden 70% der Nein stimmen kommen, weil man irgendwo mal im Radio/Stammtisch oder Fernsehn gehört hat das es da ja soviele Demonstrationen gibt und es deswegen schlecht sein muss.



  • selbst wenn das volk total informiert wäre: um eine klare mehrheit zu bekommen, müßte man zwangsläufig die fragestellung auf ein JA/NEIN hin vereinfachen... geht aber nur selten.



  • naja es gibt auch sowas primitives wie Umfragen, bei denen könnte man weit komplexer halten und über inet würde das so ziemlich nix kosten :o


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