Zwischenzeugnis
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Hallo,
nach welcher Zeit in einem Unternehmen (bei erfolgreicher Arbeit) ist es ok, nach einem Zwischenzeugnis zu fragen? Oder sollte man das wirklich bloß machen, wenn man eine neue Stelle sucht?
Gruß
void*
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Man sollte das machen bei:
- organisatorischen Änderungen (z.B. neuer Chef)
- neuen Aufgaben, Beförderung (für die bisherige Tätigkeit)In allen anderen Fällen wird ein ZZ häufig schon als eine Art vorläufige Kündigung verstanden.
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Als ich vor einem Jahr nach einen Zwischenzeugnis gefragt habe, bekam mein Chef ein ernstes Gesicht und vereinbarte einen Termin zu einem "Mitarbeitergespräch" mit mir.
Bei dem Termin musste ich ihm dann erstmal die Sorge abnehmen, ich wolle das Unternehmen verlassen.
Dabei habe ich bloß den Rat meines Vaters befolgt, sich ab und zu mal ein Zwischenzeugnis geben zu lassen, weil:
1. Viele Zeugnisse besser sind als wenige
2. Die Stimmung beim Chef wenn man tatsächlich kündigt u.U. schlechter ist und damit das Zeugnis eventuell auch.Im Endeffekt hat er mich dann aber überzeugt, dass es uns beiden unnötige Arbeit macht und es sein lassen.
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illuminator schrieb:
Im Endeffekt hat er mich dann aber überzeugt, dass es uns beiden unnötige Arbeit macht und es sein lassen.
Auf deutsch: Er war bloß zu faul sich hinzusetzen und ein Zeugnis zu schreiben.
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Hallo,
In allen anderen Fällen wird ein ZZ häufig schon als eine Art vorläufige Kündigung verstanden.
Das habe ich befürchtet.
Die Stimmung beim Chef wenn man tatsächlich kündigt u.U. schlechter ist und damit das Zeugnis eventuell auch.
Das war auch meine Intention gewesen.
Aber dann lasse ich vorerst mal. Ich will ja nicht die gute Stimmung ruinieren.
Danke Euch!
Gruß
void*
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illuminator schrieb:
2. Die Stimmung beim Chef wenn man tatsächlich kündigt u.U. schlechter ist und damit das Zeugnis eventuell auch.
Ja und Nein.
Natürlich wird ein Chef kurz nach der Kündigung schlecht gelaunt sein, nur ist das nach 2-3 Wochen, wenn die Akzeptanz kommt, nicht mehr so dramatisch. Aber wenn er wirklich einen guten Mitarbeiter verliert, wird er kaum unnötig das Zeugnis drücken, nur um hier noch ein Ventil zu suchen.
Evtl. ist es in diesem Fall hilfreich, wenn man die Aktion "Zeugnis" nicht unmittelbar am Tag (und der Woche danach) in Angriff nimmt, sondern nach dem Zeugnisentwurf erst einige Tage später fragt. Am besten so in der Mitte zwischen Kündigungszeitpunkt und Austrittstermin - dann hat sich der Chef schon damit abgefunden, aber es gibt auch noch keinen Streß weil er sich wegen des Termins am Ende eilen muß.
Denn - das Zeugnis bzw dessen Entwurf/Beurteilung wird einem vorgelegt zur Stellungnahme, bevor man es offiziell bekommt. Das ist natürlich wesentlich besser zu kontrollieren, wenn man noch voll mitarbeitet. Je näher der eigentliche Endtermin kommt, desto weniger gehört man noch zur Firma, und der eigene Hebel wird immer kleiner, ebenso die Einflußmöglichkeiten.