landen wir im Überwachungsstaat oder sind unsere Politiker unfähig?



  • Das ist der Instinkt!

    Tja, so isser eben, der Mensch. Ist halt doch nur ein Tier. Machtkaempfe,
    Revierverteidigung/-ueberwachung...wir habens halt doch noch noetig ;).

    Vielleicht hilft einfaches bellen?

    mfg
    v R


  • Mod

    DarthZiu schrieb:

    Da bin ich ganz deiner Meinung. Die Politik gibt dem Druck aus dem USA nach und muss jeden Scheiß, den die da drüben produzieren hier natürlich auch einführen.

    Das hat nichts mit den USA zu tun. Die EU entwickelt sich bereits seit 1990 in dieser Richtung.

    Schau Dir nur die Konstruktion der EU-Organe an, wäre das in Südamerika, würde man sagen "ist keine Demokratie". Die ganzen EU-Organe sind so konstruiert, daß sie ohne Bevölkerung auskommen (außer, daß sie das Geld aus den Steuern benötigen).

    Letztlich haben die Politiker Angst vor dem Volk, denn eines ist klar:

    Eine Gruppe von Terroristen stellt keine Bedrohung für die Regierung dar. Kann sein, daß sie ein paar Politiker erwischen, aber sie werden die Regierung nicht stürzen. Sie stellen keine Bedrohung für den Machterhalt dar.

    Aber die Bevölkerung - sie kann zur Bedrohung werden. Denn wenn mal 10 Millionen Leute vor dem Parlament demonstrieren, hält dem keine Regierung stand, kein Militär oder Polizei der Welt kann davor schützen.

    Folglich muß eine Regierung das Volk als größere Bedrohung sehen, als eine Gruppe von Fanatikern. Und daher zielen alle Überwachungen immer auf die Masse ab. Das erklärt auch, warum die ganzen Überwachungsmaßnahmen gerade in Bezug auf Terrorgruppen immer sinnlos sind, aber viele Rechte der Masse beschneiden - nur das macht Sinn aus Sicht des Staates.

    Daß Ceaucesu blutend und von Kugeln durchsiebt an einer Wand krepiert ist, muß vielen Politikern ganz schön unheimlich gewesen sein...

    DarthZiu schrieb:

    Ich dachte die Welt hätte aus dem dritten Reich und "1984" wenigstens ein bisschen was gelernt...

    Hat sie doch! Bewache das Volk, denn sonst stürzt es Dich eines Tages. Nur das Volk hat nichts gelernt. 😉



  • Ist denn eine solche Ueberwachung den Politikern als "Buerger" nicht unangenehm?

    Ich hab wirklich ein unangenehm Gefuehl, wenn ich mir vorstelle, dass _alles_
    was ich mache ueberwacht wird. Wie kann es sein, dass viele Politiker ein solches
    unangenehmes Gefuehl nicht bekommen?

    Denken die vielleicht, sie wuerden nicht ueberwacht werden, weil sie Politiker
    sind? Oder sind die Gefuehlslos?

    mfg
    v R


  • Mod

    virtuell Realisticer schrieb:

    Denken die vielleicht, sie wuerden nicht ueberwacht werden, weil sie Politiker
    sind? Oder sind die Gefuehlslos?

    Vermutlich. Auch wissen sie aus Erfahrung, daß viele Regeln im Zweifelsfalle für sie nicht gelten... da wird ein Kollege vom Amt angerufen, der da mal eine Akte verliert, da ist das alles nicht so streng.

    Ich weiß z.B. aus gesicherter Quelle, daß es mindestens einen Bundestagsabgeordneten gibt, der für seine Steuererklärung bzw deren Abgabe direkt zum Vorsteher eines Finanzamts geht... wer als Bürger bekommt schon so einen Service? Noch dazu ist so ein Chef ja eigentlich gar nicht (mehr) dafür qualifiziert, der wird nur zum Abnicken und Umgehen der normalen Ordnung benötigt.

    Außerdem finden sich bereits heute in sehr vielen Überwachungsgesetzen Ausnahmeregelungen für Parteien und Politiker.



  • Bei solchen Sachen wie der Datenspeicherung gehts doch letztendlich nur darum das dabei mehr Nutzen als Kosten entstehen.

    Zum Überwachungsstaat. Unser Leben wird sowieso schon gründlich durch Regeln und Normen bestimmt. Was macht es da noch aus?

    Habt ihr schon mal darüber nachgedacht das ein großer Teil der Bevölkerung das sogar WILL, weil es ihnen ein größeres Gefühl von Sicherheit gibt. Und sie dafür gerne bereit sind etwas von ihrer angeblichen "Freiheit" aufzugeben. Und das mein ich jetzt nich nur bezogen auf Terror, sondern allgemein auf die Kriminalität etc.

    bye

    tt



  • TheTester schrieb:

    Bei solchen Sachen wie der Datenspeicherung gehts doch letztendlich nur darum das dabei mehr Nutzen als Kosten entstehen.

    Zum Überwachungsstaat. Unser Leben wird sowieso schon gründlich durch Regeln und Normen bestimmt. Was macht es da noch aus?

    Habt ihr schon mal darüber nachgedacht das ein großer Teil der Bevölkerung das sogar WILL, weil es ihnen ein größeres Gefühl von Sicherheit gibt. Und sie dafür gerne bereit sind etwas von ihrer angeblichen "Freiheit" aufzugeben. Und das mein ich jetzt nich nur bezogen auf Terror, sondern allgemein auf die Kriminalität etc.

    bye

    tt

    Vermutlich. Ich stelle mir immer und immer wieder die Frage:
    Warum macht es den Leuten, selbst wenn sie Kenntnis davon haben, nichts aus,
    das persoenliche Daten von Ihnen gespeichert werden?

    Z.B. die Passagierdaten die die USA von jedem Passagier aus Europa bekommt. Mag
    ja sein, dass das der Sicherheit dienlich ist, aber bei vielen scheint nicht
    einmal der Gedanken aufzukommen "Die Daten gehen die eigentlich ueberhaupt
    nichts an". Sie nehmen das einfach hin und plappern das nach, was irgendwelche
    Gestallten aus dem Fernseh sagen.

    Erleben wir gerade eine globale Gehirnabschaltung?

    mfg
    v R



  • "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen"

    Irgendwann endet dieses System im Chaos, wir verschenken unsere Technologie,
    investieren in Bürokratie statt Bildung, verteilen die Kosten gleichmäßig
    auf die noch gut verdienende Bevölkerung, und irgendwann sind wir alle
    gleich arm 👎 Bildung braucht man ja nicht, da heben wir dann einfach die
    Zuwanderungsquote an, dann haben wir wieder ganz viel 'Bild'ung.
    Welches dann auch gleich wieder Kosten einspart, denn wo keine Kinder mehr, da
    braucht man ja keine teuren Kindergärten und Schulen...
    Und Rente wird zukünftig wohl als Pflegegeld gezahlt...

    Devil



  • virtuell Realisticer schrieb:

    Vermutlich. Ich stelle mir immer und immer wieder die Frage:
    Warum macht es den Leuten, selbst wenn sie Kenntnis davon haben, nichts aus,
    das persoenliche Daten von Ihnen gespeichert werden?

    Ich denke, dass die wenigsten davon wissen bzw. daran denken.



  • Noodles schrieb:

    virtuell Realisticer schrieb:

    Vermutlich. Ich stelle mir immer und immer wieder die Frage:
    Warum macht es den Leuten, selbst wenn sie Kenntnis davon haben, nichts aus,
    das persoenliche Daten von Ihnen gespeichert werden?

    Ich denke, dass die wenigsten davon wissen bzw. daran denken.

    Davon gibt es sicherlich auch sehr viele. Aber z. B. wurden in den USA (ja, die
    sollte ich vielleicht nicht als Beispiel nehmen :)), Leute befragt und die
    sind wohl viele der Meinung, dass soetwas ok sei, wenn es um die Sicherheit geht.

    Komisch, irgendwie hoere ich da den Bush reden, aber nicht die Person, welche
    gerade befragt worden ist.

    mfg
    v R



  • Marc++us schrieb:

    virtuell Realisticer schrieb:

    Denken die vielleicht, sie wuerden nicht ueberwacht werden, weil sie Politiker
    sind? Oder sind die Gefuehlslos?

    Vermutlich. Auch wissen sie aus Erfahrung, daß viele Regeln im Zweifelsfalle für sie nicht gelten... da wird ein Kollege vom Amt angerufen, der da mal eine Akte verliert, da ist das alles nicht so streng.

    Ich weiß z.B. aus gesicherter Quelle, daß es mindestens einen Bundestagsabgeordneten gibt, der für seine Steuererklärung bzw deren Abgabe direkt zum Vorsteher eines Finanzamts geht... wer als Bürger bekommt schon so einen Service? Noch dazu ist so ein Chef ja eigentlich gar nicht (mehr) dafür qualifiziert, der wird nur zum Abnicken und Umgehen der normalen Ordnung benötigt.

    Außerdem finden sich bereits heute in sehr vielen Überwachungsgesetzen Ausnahmeregelungen für Parteien und Politiker.

    Hmmm...nicht das ich mir nicht schon immer aehnliches gedacht habe, aber
    irgendwie schon erschreckend.

    Ist natuerlich klar, dass da die Hemmschwelle sinkt.

    Fragt sich, ob letztlich ein Ueberwachungsstaat ueberlebensfaehig ist? Hab mich
    damit noch nie so richtig befasst, aber vielleicht gibt es hier ja boese
    "Nebeneffekte" die auftreten und das System zum Einsturz bringen koennen.

    mfg
    v R



  • virtuell Realisticer schrieb:

    Aber z. B. wurden in den USA (ja, die
    sollte ich vielleicht nicht als Beispiel nehmen :)), Leute befragt und die
    sind wohl viele der Meinung, dass soetwas ok sei, wenn es um die Sicherheit geht.

    Diese Befragung wäre in Dtl. sicherlich mit dem gleichen Ergebnis zu erwarten.

    devil81 schrieb:

    "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen"

    "Die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen." 😃



  • Marc++us schrieb:

    Folglich muß eine Regierung das Volk als größere Bedrohung sehen, als eine Gruppe von Fanatikern. Und daher zielen alle Überwachungen immer auf die Masse ab. Das erklärt auch, warum die ganzen Überwachungsmaßnahmen gerade in Bezug auf Terrorgruppen immer sinnlos sind, aber viele Rechte der Masse beschneiden - nur das macht Sinn aus Sicht des Staates.

    Ich denke das ist alles zuweit hergeholt. Der eigentliche Grund ist doch
    völlig trivial:
    Passiert irgendwo ein Anschlag, setzt sich ein Politiker zu Sabine
    Christansen und sagt 'Wir brauchen dieses und jenes Gesetz, das dient
    zu Terrorabwehr, blabla...'.
    Der betreffende Politiker kann sicher sein, dass er von 95% der Zuschauer
    tosenden Beifall erntet und hoffen das sich das auch auf eine Wahl auswirkt.
    Das da jemand sitzt und denkt 'Ich hab Angst vorm Volk!!' glaube ich
    eigentlich nicht.

    Jockel



  • ich glaub den meisten Leuten is es völlig egal ob und warum ihre daten gespeichert werden. Sie sind einfach zu bequem, um sich darum zu "kümmern". Klar, hat ja auch keine unmittelbar spürbaren Auswirkungen auf ihr Leben. Der Alltag geht trotzdem weiter wie gewohnt (oder er wird durch diese Massnahmen sogar "verbessert"/"sicherer"/"komfortabler"/wassweissich). Man geht ja schließlich auch weiterhin in den Supermarkt, obwohl er 100%ig videoüberwacht ist (ich weiß, blödes beispiel). Erst wenn diese Leute unmittelbar und spürbar davon betroffen sind, werden sie laut werden.

    EDIT: Mag vielleicht auch dran liegen, dass das Thema in den Massenmedien nicht oder nur wenig behandelt wird. Sieht man ja immer wieder: Ein Problem wird bis zum letzten ausgemerzt, bis es sich nicht mehr verkauft. Dann verschwindet es von der Bildfläche. Trotzdem wurde es noch nicht gelöst, nur es interessiert sich halt keiner mehr dafür.



  • anonymus schrieb:

    Oder soll das bedeuten, dass die gängigen Verschlüsselungsverfahren
    "Hintertürchen" haben?

    Unwahrscheinlich (zumindest bei den offengelegten).



  • naja, eigentlich stört's doch die meisten von euch nicht, dass das telefon abgehört wird, oder die ganzen videokameras an bahnhöfen, in banken etc.
    Ausserdem wär's doch ziemlich blöd, wenn sich leute am telefon zu einem attentat verabreden, und die polizei kriegt's nicht mit. ich denke mal, in so einem fall würden einige hier als erste schreien, man solle gefälligst besser überwachen. und solange man nichts illegales macht, hat man auch nichts zu befürchten.
    (okay, ein kleiner totalitärer umschwung, redefinition von "illegal" und schon haben wir den salat, aber was solls.)

    These: "Die zunehmende Überwachung ist mit fortschreitender technologischer Entwicklung für das Funktionieren einer Gesellschaft unumgänglich."

    1. Fassen Sie die Aussage der These mit eigenen Worten zusammen. (AB I - 30%)
    2. Vergleichen Sie die These mit Ernst Jandls Gedicht "Ottos Mops". (AB II - 40%)
    3. Nehmen Sie Stellung zu dieser These (AB III - 30% )



  • TheTester schrieb:

    Habt ihr schon mal darüber nachgedacht das ein großer Teil der Bevölkerung das sogar WILL, weil es ihnen ein größeres Gefühl von Sicherheit gibt.

    Da denk ich aber, dass es besser ist, man hat ein ungutes Gefühl und weiss, dass
    man "unsicher"* ist, als dass man meint, alles i. O. und dann krachts...

    * ich glaub sowieso nicht, dass man bei uns hier unsicher ist, wenn man so beispiele hört, dass man in einigen südamerikanischen Städten nach Einbruch der
    Dunkelheit besser nicht mehr auf die Strasse geht, ausser man will irgendwo in der
    Kiste landen...



  • jaja, der deutsche will sich behütet wissen. => und jetzt schweife ich ab:

    diese "unmündigkeit der dt. bevölkerung" geht mir schon etwas auf die nerven. Beispiele aus der Boulevardpresse:

    bei google & co. gibt es verbotene bilder. wenn man ******** eingibt, kommt bei der bildersuche ********. das ist unzulässig, weil auch jugendliche ******** eingeben können. und zwar nur, wenn sie den *******-filter ausschalten. bewusst. ich wiederhole: BEWUSST. deswegen wird's verboten. super. allerdings: wenn jugendliche ******** (bewusst) sehen wollen dann... naja, wir wissen's alle.

    ein (10+x)-jähriger zündet (trotz warnung - ich wiederhole: WARNUNG - der eltern) einen rumliegenden knallkörper (oder so) an und hat hinterher ein gerissenes trommelfell und eine hand weniger. und wer ist schuld? natürlich legislative und exekutive. BÖLLER VERBIETEN UND DEN LEUTEN ABNEHMEN! dann kann man auch ruhig mit geschlossenen augen durch die welt laufen, und darauf vertrauen, dass einem schon nichts passiert, weil man ja beschützt wird. und wenn einer von der brücke fällt, weil er den abgrund mit geschlossenen augen so schlecht gesehen hat, dann verbietet man halt brücken. das wird toll.

    (vielleicht kommt der ganze mist auch daher, dass es uns einfach zu gut geht und die presse über so nen scheiss berichten muss, weil's sonst nichts gibt. keine ahnung.)



  • Joa ich hab in meinem Studiengang ein Fach namens Medientheorie, welches sehr interessant ist, was Themen, wie "Mündigkeit" und "Interaktivität" / "Interpassivität", etc. angeht. Meine stalinistische Meinung:
    Zwangsbildung durch Abkopplung der kommerziellen Medien, dann darf "Das Volk" auch was zu sagen haben 👍 Ansonsten würde ich der hiesigen Bevölkerung keine Kompetenz zugestehen können 😮
    [Edit] Kurzes Abschweifen zu dem "Türken"-Thread: Man, wenn ich so ne Taschenrethoriker sehe, die meinen "Ja, wenn die und die Statistik das und das aufzeigt, muss man halt davon ausgehen, das diese Menschen alle auszuweisen sind und weg sind die Probleme."* , ohne sich mal Gedanken über Ursprung und Lösung des Problems zu machen, habe ich schon gar keinen Antrieb mehr mich mit denen über solche Themen auseinander zu setzen 🙄

    *Ist vielleicht etwas überspitzt und ich bitte um kein rumgetrolle, auch wenn ich damit jetzt einigen auf die Füße trete und diese meinen, ich würde mit dieser Aussage nichts anderes tun ... Wer sich doch über meine Aussage aufregen will soll mir ne email schreiben.


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