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Marc++us schrieb:
Zum einen bezweifle ich, daß ein Teamleiter Software bereits soviel betriebswirtschaftliche Fragen zu beachten hat... überwiegend sollte er sich doch noch um die Verteilung der Designaufgaben und den Zusammenhang der einzelnen Arbeiten kümmern, die Zerlegung und sicherstellen, daß die Qualität der Software stimmt.
Ist doch schon alles BWL, was du genannt hast.
Verteilung der Designaufgaben: Organisation
Zerlegung der Aufgabenbereich: Organisation
Qualität der Software: Marketing (Qualität ist relativ und auf die Bedürfnisse des Marktes abzustimmen)
Was muß er den betriebswirtschaftlich tun?
[...Budget...]
Da liegt schon dein erster bw. Fehler. Du denkst nur in Kosten (noch schlimmer, nur auf Teilkostenbasis). Natürlich machst du einen Kostenplan, in dem du planst, wie hoch deine Kosten sein werden. Gleichzeitig muss man aber auch die Leistung planen. Aber das ist nur ein PLAN, welcher von Zeit zu Zeit geändert werden muss. Ein Änderung der Leistung muss auch eine Änderung der Kosten zu folge haben (sowohl nach oben als auch nach unten). Zudem hilft dir Leistung überhaupt nichts, wenn du sie nicht in Einnahmen umwandeln kannst. Du musst also Marktorientiert denken.
Ich weiß, dass es in der Realität oft nicht so ist und man vom Chef einfach das Budget aufgedrückt bekommt... aber das ist keine BWL, wie sie gelehrt wird, sondern wie sie irgendwelche Leute ausüben.
Zu BWL gehört noch unter anderem folgendes:
- jeglicher Kundenkontakt
- wie soll die Software überhaupt aussehen? Welches Problem soll gelöst werden
- Informationen für die Außenwelt aufbereiten
- Tauglichkeitsprüfungen (am Teilmarkt)
- Beobachtung der Konkurrenz
- Beobachtung des Marktes
- Er ist mit für sein Personal zuständig (Personalbeschaffung, Entlassung)
- Er ist für die Motivation im Team mit zuständig (materielle und immaterielle Anreize)
- er ist mit für Fortbildungen verantwortlich
- Aufbau und Ablauforganisation
- Planung
- Kontrolle
- und noch vieles mehr
Natürlich treffen nicht alle immer zu.
Ich weiß ja, daß jeder mit vielen BWL-Fächern im Studium immer bemüht ist deren Wichtigkeit zu betonen, aber ich glaub's nach wie vor nicht.
Ich glaube, du weißt gar nicht, was BWL alles ist. Du benutzt sie ständig, ohne es zu wissen. Viel kann man mit gesundem Menschenverstand lösen. Bei vielen ist jedoch theoretisches Hintergrundwissen sehr nützlich.
Und BWL zur Unternehmensführung... elementar.
Vor allem sind es gerade Betriebswirte, die betriebswirtschaftlich falsche Entscheidungen treffen, Entscheidungen, die oftmals ihren eigenen Prinzipien von Preisgestaltung, Kostenrechnung, etc, widersprechen.
Das ist kein Argument. Es gibt auch Techniker und Informatiker, die schlechte Hardware bzw. Software produzieren, was aber nichts mit der Technik/Informatik an sich zu tun hat.
Schönes Beispiel:
Sicher gibts Idioten. Aber die gibts überall. Kann sein, dass es unter den BWLern ein paar mehr sind
Mir fehlt in Deiner Betrachtung etwas, Du machst immer eine Zweiteilung Technik-BWL.
In einer Führungsposition gibt's aber meiner Meinung nach drei Gebiete:
- Technik - klar, die Person muß Verstehen was alle anderen im Team tun und sogar einen besseren Überblick haben. Lernt man durch technisches Interesse, Studium und Weiterbildung.
- BWL - man muß mehr auf Kosten achten, aber überwiegend entsprechen die Anforderungen eher dem gesunden Menschenverstand (gib nicht mehr aus, als Du hast)
- Führung - wo war der Punkt bei Dir? Der ist wichtig und macht einen guten Leiter aus! Kann er Konflikte schlichten? Kann er Mitarbeiter dazu anleiten, auch ungeliebte Aufgaben zu übernehmen? Kann er motivieren? Kann er loben? Erkennt er Vor- und Nachteile der beteiligten Personen und kann er dies richtig einsetzen?
Bei mir gehört Führung zu BWL.
Allgemeine BWL - Thommen/Achleitner schrieb:
Die Begriffe "Management" und "Führung" werden meistens synonym verwenden
Natürlich weiß ich, was du meinst. Aber das ist da mit drin.
Dieser letzte Teil macht schon in einfachen Führungsverwendungen 30-40% der Zeit aus. Ein Teamleiter, der nur über fachliche Kenntnisse und Einhaltung des Budgets ein Team leiten will, wird scheitern. Die inneren Konflikte werden nach kurzer Zeit zum Zusammenbruch der Gruppe führen.
Ja, stimmt.
Und genau diese Menschenführung wird weder von einem BWL noch von einem Technikstudium vermittelt, es erscheint mir ohnehin fraglich ob diese Theorie vermittelt werden kann, im Alltag erlebe ich das so, daß einige Leute dafür ein Gespür haben und das richtig erkennen können, andere sind einfach zu ignorant für derartige Dinge und bekommen das nicht hin. Und je nachdem bezeichnet man diese dann als "gute Chefs" oder "schlechte Chefs".
Sicher hat das was mit Charakter zu tun. Aber sowas wird auch in der BWL gelehrt (wenn auch nur in Ansätzen). Lernen kann man es auf jeden Fall, sonst würdest du allen Psychologen und Pädagogen unrecht tun.
-> Führungsstil (großer Bereich in der BWL)
Ich glaube, du hast da ein paar Vorurteile gegenüber BWLlern. Natürlich sollte man sie auch nicht überbewerten, aber da wir alle am betrieblichen Umsatzprozess teil nehmen, ist es auch wichtig, die grundlegenden Dinge zu beherrschen.