Wie kann Schule wirklich besser werden?



  • Daniel E. schrieb:

    Apollon schrieb:

    Wenn ich Dienst habe, muss ich Dienstkleidung sowie "Hundemarke" tragen. Diese habe ich mir nicht ausgesucht. Sie gefaellt mir auch nicht. Was soll ich deiner Meinung nun tun?

    Wenn Du's nicht willst: kündigen. Deswegen ist das Beispiel auch nicht analog: bei der Schule kannst Du dich nicht kündigen, da wirst Du gezwungen (notfalls per Polizei).

    Also wärst du mit einer Schuluniformpflicht ab der 10. einverstanden, da man nach der 9. auch "kündigen" kann?



  • Apollon schrieb:

    Wenn ich Dienst habe, muss ich Dienstkleidung sowie "Hundemarke" tragen. Diese habe ich mir nicht ausgesucht.

    Doch hast du als du den Job annahmst.



  • Hab den Thread nicht ganz gelesen... Auf jeden Fall kann Schule durch Konzepte wie Ganztagsschulen nicht besser werden, denke ich. Es ist wichtig, Abstand zum Unterricht zu haben. Sonst verkommt die Schule (mehr) zum Bildungsapparat, daruner leidet die Kreativität und die Herausbildung einer eigenen Meinung wird behindert 🙂



  • Hm, ich habe das Gym verlassen in der 8ten Klasse, bin dann auf die Realschule gegangen und hab mich dann mit drei Jahre Beruf+Ausbildung mit 21 in eine Fachhochschule in ein Informatikstudium hochgequält.
    Ironischerweise gehöre ich dort locker zu den besten Fünf.
    Ich würde also sagen, das ich das Gym durchaus geschafft hätte, wie kam das?

    - man wurde wie ein kleines Kind behandelt, was einen mal tierisch angenervt hat "uuuuh böses dreaddy bekommt Minuspunkt weil er seinen Taschenrechner nicht in die obere rechte Ecke gelegt hat und seinen Bleistift nicht angespitzt hat"... bitte, sowas kann man in der 6-ten spätestens abstellen.
    - kein Zugang zu weiterführenden Informationen, man hing also vor seinen drei Zetteln und das war alles was es an Informationen zu der Arbeit gab, is heute mit Internet ganz anders und hilft ungemein wenn der Prof unfähig ist.
    - viel Schwachsinn den ich niemals brauche und den ich auch echt nicht lernen kann, beispielsweise Deutschlandkarten auswendig lernen, das kann ich einfach nicht.
    - viele Lehrer machten den Eindruck als hätten die ihre motivierten Tage schon längst hinter sich um es mal vorsichtig zu sagen.
    Unglaublich was es da so ab Kram gab, Lehrer die ihre lieblinge angeschwult und die Leute die sie nicht mögen gemobbt haben wo sie nur konnte, Lehrer die seit 40 Jahren ihr identisches Programm durchziehen usw
    Der Unterricht war einfach nur Scheisse und hat übelst demotiviert ^^
    - mündliche Mitarbeit... der letzte Schwachsinn, ich will lernen und nicht von der Willkür irgendwelcher Lehrer abhängig sein und nen Keks dafür kriegen das ich mich mal gemeldet hab.

    Ich finde generell sollte man einfach mal sich von der Idee verabschieden 15 jährige sind unselbstständige kleine Kinder bei denen man mehr erziehen als lehren muss, das würde schonmal sehr viel helfen.



  • life schrieb:

    Daniel E. schrieb:

    Apollon schrieb:

    Wenn ich Dienst habe, muss ich Dienstkleidung sowie "Hundemarke" tragen. Diese habe ich mir nicht ausgesucht. Sie gefaellt mir auch nicht. Was soll ich deiner Meinung nun tun?

    Wenn Du's nicht willst: kündigen. Deswegen ist das Beispiel auch nicht analog: bei der Schule kannst Du dich nicht kündigen, da wirst Du gezwungen (notfalls per Polizei).

    Also wärst du mit einer Schuluniformpflicht ab der 10. einverstanden, da man nach der 9. auch "kündigen" kann?

    Nein -- die Kündigungsbedingungen sind mir hier etwas zu einseitig ausgestaltet, findest Du nicht?

    (Wie man allgemein kündigen kann, habe ich vorhin schon erklärt: auswandern oder Privatschulen mit eigenen Spielregeln, auch wenn die hier in Deutschland ohnehin totreguliert werden.)



  • inwiefern einseitig? du kannst doch Hauptschulabschluss machen in der 9. und somit biste von der Schulpflicht befreit. Selbst wenn du Gymnasiumabschluss in der 10. machst, ist zumindest die Oberstufe komplett freiwillig. Befristeter Arbeitsvertrag, wenn du so willst...



  • Das wäre eher ein "Arbeitsvertrag" mit "wenn Du jetzt kündigst, bekommst Du niemals die Möglichkeit, eine höhere Position zu belegen" (also: De-facto-ausschluß von einem gemeinerweise staatlich durchregulierten Hochschulsystem), weil, sind wir ehrlich, ein Zettel immer mehr als Leistung zählt. Natürlich *kann* ich aufhören, aber die Situation zu einem Arbeitsvertrag ist grundverschieden.



  • Wenn du den Job schmeißt, ist das sicherlich auch nicht förderlich für deine Karriere.. Nach deiner Logik, wäre dann ja Universität auch nicht freiwillig, da man diese belegen muss, um bessere Jobs zu bekommen. 😮

    Ihmo ist das alles ziemlich ähnlich. Man muss immer Nachteile in kaufen nehmen, wenn man einfach aus Gründen wie "Dienstkleidung stand mir nicht" kündigt. Die Nachteile mögen unterschiedlich stark ausfallen, aber das ändert nichts am Grundprinzip, dass man in vielen Situationen seiner Individualität nicht 100% frönen kann, was auch ganz normal für ein gesellschaftliches Zusammenleben ist..



  • Ben04 schrieb:

    Ich bin ansich dafür die gesamte "Kultur" von Lehrnplan zu nehmen. Wieso sollte jemand ein Jahr wiedeholen müssen weil er ein Kulturbanause ist? Die Schule sollte sich auf das beschränken was man braucht um der Gesellschaft nützlich zu sein. Das heist in erster Linie Fächer unterrichten die im späteren Berufsleben mal nützlich sein könnten und ein wenig Bürgerkunde mit Geschichtsunterricht.

    Die so freiwerdende Zeit könnte man dann für freiwillige kulturelle Angebote nutzen, zum Beispiel Schultheater. Zur Kultur kann man niemanden zwingen. Das einzige was man tun kann ist wiederholt versuchen zu vermitteln. Das heißt die Schule soll die Schüler informieren was es für Angebote gibt und wie sie daran teilnehmen können und dies nicht nur einmal sonder in regelmässigen Abständen. Jedoch soll niemand zu irgendetwas gezwungen werden. Wer umbedingt sich 8 Stunden am Tag vor den Fernseher hocken will der soll das tun. Der würde eh nur stören wenn die Teilnahme obligatorisch wäre.

    es wäre ganz einfach möglich, beinahe alle schüler zur teilnahme zu bewegen, und zwar an so gut wie allem- indem man subtil klarmacht, daß es selbstverständlich ist. dieses mittel wird im moment noch verwendet, um sich gegenseitig zum rauchen, saufen und coolsein zu animieren, aber es kann praktisch für jedes ziel verwendet werden. wenn die schüler den eindruck haben, es sei selbstverständlich, kulturelle angebote zu nutzen, werden sie es auch selbst tun.



  • life schrieb:

    Wenn du den Job schmeißt, ist das sicherlich auch nicht förderlich für deine Karriere..

    Vielleicht, vielleicht nicht. Wenn mich die Arbeitsbedingungen so sehr ankotzen da wo ich bin, dann suche ich mir was neues und kündige da. Das mag zwar vielleicht nicht immer ganz einfach sein, aber so fuinktioniert das im Prinzip. Es ist ja heute auch nicht mehr unbedingt üblich 40 Jahre beim selben Arbeitgeber zu bleiben.

    Was machst Du in der Schule? Genau, Du kannst nicht gehen, weil alle Schulen so sind und Du den Schulabschluß brauchst, den kannste nicht einfach irgendwo anders machen wo andere Regeln gelten.

    Uni ist dann wieder was anderes. Es ist ohne weiteres möglich die Uni oder FH usw. zu wechseln. Und da ist die Landschaft auch deutlich vielfältiger als an den Schulen.



  • Jester schrieb:

    Uni ist dann wieder was anderes. Es ist ohne weiteres möglich die Uni oder FH usw. zu wechseln. Und da ist die Landschaft auch deutlich vielfältiger als an den Schulen.

    Man darf aber nicht normale Schule mit FH/Uni durcheinanderhauen. Das sind 2 verschiedene paar Schuhe, die Anforderungen sind ganz anders. Die Arbeit viel selbständiger.



  • Jester schrieb:

    life schrieb:

    Wenn du den Job schmeißt, ist das sicherlich auch nicht förderlich für deine Karriere..

    Vielleicht, vielleicht nicht. Wenn mich die Arbeitsbedingungen so sehr ankotzen da wo ich bin, dann suche ich mir was neues und kündige da. Das mag zwar vielleicht nicht immer ganz einfach sein, aber so fuinktioniert das im Prinzip. Es ist ja heute auch nicht mehr unbedingt üblich 40 Jahre beim selben Arbeitgeber zu bleiben.

    und vielleicht zeigste ja, weil du soviel Zeit hattest, nachdem du die Schule abgebrochen hast, dass P = NP, was sicherlich sehr förderlich für deine Karriere wäre...

    Was machst Du in der Schule? Genau, Du kannst nicht gehen, weil alle Schulen so sind und Du den Schulabschluß brauchst, den kannste nicht einfach irgendwo anders machen wo andere Regeln gelten.

    Uni ist dann wieder was anderes. Es ist ohne weiteres möglich die Uni oder FH usw. zu wechseln. Und da ist die Landschaft auch deutlich vielfältiger als an den Schulen.

    Nein, du brauchst den Schulabschluss nicht zwangsweise. Es gibt sehr viele Menschen, die es auch ohne Abitur geschafft haben ein glückliches Leben zu führen ;). Und man kann natürlich auch ohne weiteres die Schule wechseln, genau wie man die Uni wechseln kann (obwohl man bei der Uni schon älter ist, und nicht mehr so abhängig von den Eltern(wohnsitz))..
    Btw. könntest du auch über den 2. Bildungsweg Abitur machen und so ganz um die Uniform drumherum kommen 😉



  • Ben04 schrieb:

    Apollon schrieb:

    Wenn ich Dienst habe, muss ich Dienstkleidung sowie "Hundemarke" tragen. Diese habe ich mir nicht ausgesucht.

    Doch hast du als du den Job annahmst.

    Nein, dass habe ich nicht. Ich habe mir den Job ausgesucht, nicht die Dienstkleidung. Genauso kann man sich eine passende Schule aussuchen. Wenn man keine Uniform tragen will, kann man sich eine Privatschule aussuchen.



  • Apollon schrieb:

    Wenn man keine Uniform tragen will, kann man sich eine Privatschule aussuchen.

    Du weißt aber schon, daß die dann was kosten? *Man* kann sich das vielleicht nicht unbedingt leisten.

    @life: auf diesen kindischen Diskussionsstil habe ich keinen Bock.



  • Jester schrieb:

    Apollon schrieb:

    Wenn man keine Uniform tragen will, kann man sich eine Privatschule aussuchen.

    Du weißt aber schon, daß die dann was kosten? *Man* kann sich das vielleicht nicht unbedingt leisten.

    @life: auf diesen kindischen Diskussionsstil habe ich keinen Bock.

    Nun. Und ich konnte es mir nicht leisten, ohne Job zu sein.



  • Jester schrieb:

    @life: auf diesen kindischen Diskussionsstil habe ich keinen Bock.

    Kennst du die Redensart "Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen"? Sollteste dir mal zu Herzen nehmen. Gut gemeinter Tipp 🙂

    PS: Bei Verständnisfragen kannste mir auch eine Email schreiben 💡



  • scrub schrieb:

    es wäre ganz einfach möglich, beinahe alle schüler zur teilnahme zu bewegen, und zwar an so gut wie allem- indem man subtil klarmacht, daß es selbstverständlich ist. dieses mittel wird im moment noch verwendet, um sich gegenseitig zum rauchen, saufen und coolsein zu animieren, aber es kann praktisch für jedes ziel verwendet werden. wenn die schüler den eindruck haben, es sei selbstverständlich, kulturelle angebote zu nutzen, werden sie es auch selbst tun.

    Genau, der springende Punkt ist aber, dass es freiwillig ist und somit das Nullbockproblem umgeht. Desweiteren ist man auch das Problem der Lehrer los die sich nicht (mehr) für ihr Fach interessieren, zu mindest bei den kulturellen Fächer. Wer keine Lust hat der geht einfach.

    Apollon schrieb:

    Nein, dass habe ich nicht. Ich habe mir den Job ausgesucht, nicht die Dienstkleidung. Genauso kann man sich eine passende Schule aussuchen. Wenn man keine Uniform tragen will, kann man sich eine Privatschule aussuchen.

    Es ist einfach von freier Wahl zu sprechen wenn es nur eine Wahl gibt. Die meisten Schulen sind staatlich und private kosten, sind also nicht immer eine Option desweiteren halte ich es nicht für unwahrscheilich, dass diese dem staatlichen Beispiel folgen würden. Allerdings wieviel Arbeitgeber gibt es? Sicherlich einen ganzen Haufen mehr als einer.



  • Ben04 schrieb:

    Apollon schrieb:

    Nein, dass habe ich nicht. Ich habe mir den Job ausgesucht, nicht die Dienstkleidung. Genauso kann man sich eine passende Schule aussuchen. Wenn man keine Uniform tragen will, kann man sich eine Privatschule aussuchen.

    Es ist einfach von freier Wahl zu sprechen wenn es nur eine Wahl gibt. Die meisten Schulen sind staatlich und private kosten, sind also nicht immer eine Option

    Desweiteren ist bei "private Schulen" ohnehin ein reality check angebracht: private Schulen sind in Deutschland nicht wirklich privat, sondern müssen jedes bißchen von irgendwelchen Behörden abnicken lassen ...

    Darauf, daß sie sich einer allgemeinen Uniformpflicht entziehen könnten, würde ich nicht unbedingt wetten.

    desweiteren halte ich es nicht für unwahrscheilich, dass diese dem staatlichen Beispiel folgen würden. Allerdings wieviel Arbeitgeber gibt es? Sicherlich einen ganzen Haufen mehr als einer.

    Richtig.



  • Reyx schrieb:

    Apollon schrieb:

    Es ist also nicht nur eine negative Facette aus laengst vergangenen Zeiten und die guten Gruende weswegen es "abgeschafft" wurde solltest Du dann doch nennen. Mir sind diese Gruende unbekannt.

    Nur weil andere Länder andere Gewohnheiten haben, heißt das noch lange nicht, dass man sie komplett übernehmen muss.

    Nicht komplett Uebernehmen sondern von ihnen lernen.

    Reyx schrieb:

    Gegenfrage: Was soll an Individualismus verwerflich sein?

    Nichts. Aber warum machst Du Individualismus an Kleidung fest?



  • Weil es imho erst richtig losgehen würde, wenn man erstmal anfangen würde, den Schülern vorzuschreiben, was sie zu tragen hätten. Als Argument wird immer wieder gebracht "Mobbing nach lässt nach" und "Ränge nach Markenkleidung und anderer entstehen nicht", aber in der Praxis habe ich (zumindest am Gymnasium) davon noch nie etwas gemerkt -> Sprich: Es würden wieder auch diejenigen bestraft, die nicht betroffen sind (und ja, sämtliche Schüler die ich kenne betrachten eine Uniform als eine Bestrafung). Was man letzlich daraus "lernen" sollte, alle Schüler in ein einheitliches Aussehen zu bringen, entzieht sich meinem Verständnis ... Die gegebenen Argumente kann ich schlichtweg nicht einsehen.


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