Abitur viel zu leicht?
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chrische5 schrieb:
Ach so. Geht also doch eher um das Lernen eines akzeptablen Sozialverhaltens. Also nicht um "soziales Lernen", sondern eher darum, "Soziales zu lernen". ...früher war das ja noch Sache der Erziehung durch die Eltern. Interessant, dass man da heutzutage die Schule in der Pflich sieht. Aber das mag schon sein, wenn ich mir so die Entwicklung ansehe. Vor einige Zeit habe ich mal meine alte Grundschullehrerin getroffen. Die hat mir erzählt, dass die Kinder, die heutzutage in die Schulen kommen, fast alle schon vor ihrer Schulzeit irgendwelche Therapien hinter sich haben. Früher war das nicht so, aber anscheinend ist die heutige Schülergeneration komplett verhaltensgestört und hat somit solche Erziehungsmaßnahmen in der Schule nötig. Naja, also aus meiner Sicht ist es natürlich nötig, ein akzeptables Sozialverhalten zu lernen. Aber ob das die Aufgabe der Schule sein sollte? Da habe ich meine Zweifel.

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Der Lehrplan deckt viel ab. Aber nur weil man 2x im Unterricht eine einfache Differenzialgleichung gerechnet hat (wohlgemerkt: gerechnet, nicht verstanden ;), heist dass nicht, dass man das kann. Dann lieber etwas weniger, dafuer aber gruendlicher.
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Hallo
Gregor schrieb:
chrische5 schrieb:
Ach so. Geht also doch eher um das Lernen eines akzeptablen Sozialverhaltens. Also nicht um "soziales Lernen", sondern eher darum, "Soziales zu lernen". ...früher war das ja noch Sache der Erziehung durch die Eltern. Interessant, dass man da heutzutage die Schule in der Pflich sieht. Aber das mag schon sein, wenn ich mir so die Entwicklung ansehe. Vor einige Zeit habe ich mal meine alte Grundschullehrerin getroffen. Die hat mir erzählt, dass die Kinder, die heutzutage in die Schulen kommen, fast alle schon vor ihrer Schulzeit irgendwelche Therapien hinter sich haben. Früher war das nicht so, aber anscheinend ist die heutige Schülergeneration komplett verhaltensgestört und hat somit solche Erziehungsmaßnahmen in der Schule nötig. Naja, also aus meiner Sicht ist es natürlich nötig, ein akzeptables Sozialverhalten zu lernen. Aber ob das die Aufgabe der Schule sein sollte? Da habe ich meine Zweifel.

Ohne dir zu Nahe zu treten, aber das ist ja nun wirklich die alte Leiher. Früher war alles besser und heute sind die Kinder verhaltensgestört. Lehren geht nie ohne Erziehung. Das war schon immer so. Die Inhalte waren früher sicher andere als heute, aber trotzdem wurde erzoegen (Gehorsam, Sittsamkeit,...) Es geht auch nicht darum, dass die Eltern Ihre Kinder nicht mehr erziehen können oder wollen, aber für soziales Lernen an einer Schule gibt es schon handfeste Gründe:
1. Ganztagsschule
2. soziales Lernen geht nur in einer Gruppe und die ist in einer Schule nun mal gegeben. Es ist natürlich auch wichtig zu Hause zu arbeiten, aber in einer neuen Umgebung seine Rolle zu finden, bedarf schon anderer Qualitäten.
3. veränderte Kindheit (Patchworkfamilien,...)
4. veränderte Gesellschaft
5. veränderte Anforderungenchrische
P.S.: Die meisten aleten LehrerInnen klagen über die neuen SchülerInnen, weil Sie nach dem Motto unterrichten: "Das habe ich seit 20 Jahren so gemacht, also mache ich das heute auch noch so."
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Jan schrieb:
Die Quote muss doch stimmen. Ist das Volk zu dumm, wird das Abi halt leichter.

Schonmal dran gedacht, dass vielleicht das Gegenteil der Fall sein könnte?
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Gregor schrieb:
chrische5 schrieb:
soziales Lernen
Was ist das denn?

Was das ist weiß ich auch nicht, aber ich nehme an, daß es damit zu tun hat, daß man zum Schluß erreicht, daß alle gleich schlecht sind, weil gar keiner mehr was von den Grundlagen weiß.
In einigen Bundesländern führten sie das ja auch im Studium ein... auf Kosten von Fächern. Dann lernen nun Ingenieure mit 2SWS "Präsentationen mit Powerpoint". Lächerlich, wenn dafür dann eine Vorlesung "Signalprozessoren" gestrichen wird. Naja, Darmstadt macht's möglich.
In 10 Jahren gilt dann "Soziale Kompetenz bei technischer Impotenz".
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Marc++us schrieb:
In einigen Bundesländern führten sie das ja auch im Studium ein... auf Kosten von Fächern. Dann lernen nun Ingenieure mit 2SWS "Präsentationen mit Powerpoint". Lächerlich, wenn dafür dann eine Vorlesung "Signalprozessoren" gestrichen wird. Naja, Darmstadt macht's möglich.
Uhhh, das ist echt hart. Dass eine technische Vorlesung einer Powerpoint-Einführung weichen muss ist einfach nur grausam.
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chrische5 schrieb:
Ohne dir zu Nahe zu treten, aber das ist ja nun wirklich die alte Leiher. Früher war alles besser und heute sind die Kinder verhaltensgestört. Lehren geht nie ohne Erziehung. Das war schon immer so. Die Inhalte waren früher sicher andere als heute, aber trotzdem wurde erzoegen (Gehorsam, Sittsamkeit,...) Es geht auch nicht darum, dass die Eltern Ihre Kinder nicht mehr erziehen können oder wollen, aber für soziales Lernen an einer Schule gibt es schon handfeste Gründe:
1. Ganztagsschule
2. soziales Lernen geht nur in einer Gruppe und die ist in einer Schule nun mal gegeben. Es ist natürlich auch wichtig zu Hause zu arbeiten, aber in einer neuen Umgebung seine Rolle zu finden, bedarf schon anderer Qualitäten.
3. veränderte Kindheit (Patchworkfamilien,...)
4. veränderte Gesellschaft
5. veränderte Anforderungenchrische
P.S.: Die meisten aleten LehrerInnen klagen über die neuen SchülerInnen, weil Sie nach dem Motto unterrichten: "Das habe ich seit 20 Jahren so gemacht, also mache ich das heute auch noch so."
Naja, stimmt wohl. Das Soziale ist schon deutlich wichtiger geworden in letzter Zeit. Ich glaube zum Beispiel, dass es in Berufen, die irgendetwas mit Kunden zu tun haben, in erster Linie auf "Social Engineering" ankommt. Zumindest kann ich mir ansonsten nicht erklären, warum ich in letzter Zeit häufiger feststelle, dass es eine ganze Menge Leute folgender Art gibt:
- Ein Vermögensberater, der entweder keine Zinsrechnung kann oder kein Deutsch, so dass er entsprechende Briefe in seinem Tätigkeitsbereich nicht richtig verstehen kann.
- Ein Handwerker, der keine Flächen berechnen kann und gleich mal in einem Kostenvoranschlag von 60m² statt eigentlichen 40m² ausgeht, die er einem in Rechnung stellen möchte.
- Eine Bank, die die Zinsen falsch berechnet.Mit anderen Worten: Es scheint heutzutage darauf anzukommen, seine Kunden einfach zu bequatschen. Dem normalen Kunden fallen solche Fehler inzwischen wahrscheinlich gar nicht mehr auf. Soll der sich fachlich besser auf einem Gebiet auskennen, als der, der sich immer damit beschäftigt?
Naja, andererseits ist die Frage, was hier Ursache und was die Wirkung ist. Können die Leute keine Zinsrechnung mehr, weil es in der Schule nicht mehr aufs Wissen ankommt, sondern auf so Dinge wie "Soziales zu lernen" oder gar "das Lernen zu lernen"? Ha, das Lernen lernen. Ist ja lustig: Als Kleinkind lernt man doch viel mehr als dann in der Schule. Mir kommt es eher so vor, als ob man in der Schule das Lernen ganz schnell verlernt.

Naja, Du hast ja gesagt, dass sich die Gesellschaft verändert, dass es neue Anforderungen gibt usw. Alles richtig. Aber man muss die Entwicklungsrichtung, in der sich die Gesellschaft momentan bewegt, ja nicht unbedingt gutheißen. Und eine Schule kann in so eine Entwicklung lenkend einwirken. Die Schule hat letztendlich die Aufgabe, die Schulkinder so weit aufs Leben vorzubereiten, dass diese Selbständig durchs Leben gehen können. ...und wenn man am Ende der Schulzeit, sei es nun ein Gymnasium oder eine Hauptschule, keine Zinsrechnung kann, dann fehlt einfach Wissen. Das ist dann auch nur schwer durch soziale Kompetenz und der Fähigkeit des Lernens zu kompensieren.
...BTW: Wie soll man eigentlich in der Schule das Lernen lernen, wenn man da insgesamt so wenig lernt? Übung macht den Meister würde ich da eigentlich sagen. Gebt den Schülern was zu lernen, dann werden die schon selbst mit der Zeit merken, wie man das am Besten macht.
...und wenn man sich soziale Problembereiche anschaut, muss man doch letztendlich auch sagen, dass die Probleme, die da bestehen, auf fehlende Perspektiven zurückzuführen sind, die wiederum auf fehlende Qualifikation zurückzuführen sind. Letztendlich erscheint es mir so, dass bei diese ganzen "Soft Skills", die man in letzter Zeit haben muss (Sozialkompetenzen, Teamfähigkeit usw.), vergessen wird, dass über allem die ganz harten Fähigkeiten stehen: Von nichts kommt nichts. Auch wenn man ein ganzes Team hat, das nichts kann. Und wenn man durch so eine Problemschule gegangen ist und danach nichts kann, außer irgendwie mit den Konflikten und Problemen dort zurechtzukommen, dann hat man diese Konflikte und Probleme eben nicht gelöst. Man hat sich nur damit abgefunden.
...naja, ich schweife ab.
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mh ich muss jetzt mal meinen senf dazu abgeben - ich hab den thread nicht ganz gelesen, also verzeit mir bitte.
mich würd mal interessieren wie viele von euch noch in der schule sind.
finds immer wieder lustig, dass diejenigen, die am wenigsten darüber wissen sich am meisten drüber aufregen (das soll jetzt nicht auf euch bezogen sein, sondern auf die allgemeinheit im allgemeinen).
in wahrheit (ich spreche jetzt von hessen) ist es doch so, dass der bildung ständig alles gekürzt wird und nur noch mist mit gebaut wird. gymnasium auf 12 jahre verkürzen? lächerlich. aber wahr. tipp: lest euch mal ins thema "unterrichtsgarantie plus" ein. und lest dann zwischen den zeilen. da wird eine scheisse gebaut ('tschuldigung): 1000 euro für jeden vertretungslehrer pro jahr(!!) damit unterricht garntiert werden kann. desweiteren werden für vertretungen, in denen fachlich qualifizierter unterricht gehalten werden soll eltern geholt und vor die klassen gesetzt.
hier im umkreis (darmstadt) gab es sogar schon schulen, in denen ein prof von der uni eine 8 klasse in chemie unterrichtet hat. pädagogisch absolut überfordert. eine örtliche zeitung hat einen aufruf an hausfrauen gemacht ,sie sollen sich doch melden ,wenn sie bereit sind, vertretungsstunden zu halten. - alles auf kosten der schüler, denn der unterricht wird als qualifiziert eingetragen. das zentral-abitur wird hier eingeführt - an sich nichts schlechtes, aber schlecht durchgeführt, sogar die lehrer haben schiss und sagen dass sie uns eigentlich gar nicht drauf vorbereiten können. na klasse (ich bin der zweite jahrgang den dies betreffen wird).
und so weiter und so fort. wir wehren uns kräftig und es wird sogar so weit gehen, dass sich schüler & lehrer von unserer schule zusammentun und streiken (beamte, die dürfen eig. gar net).
nunja ich will nicht ausschweifend werden, ich will nur sagen, dass es keineswegs ausschließlich (natürlich auch zum teil, jeden trifft schuld) die schuld der schüler ist.naja how ever
mfg
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Irrenhaus schrieb:
gymnasium auf 12 jahre verkürzen? lächerlich. aber wahr.
Habe noch nie erlebt, das 13. Klässler was tolleres konnten. Leute, die länger studieren sind meist Mittelfeld, die kürzsesten Studienzeiten sind eher bei der besseren Hälfte zu finden. Ergo Zeitverschwendung. (BTW 4 h Sonnabend wären wesentlich effektiver!

Bye, TGGC (Das Eine, welches ist.)
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TGGC schrieb:
Irrenhaus schrieb:
gymnasium auf 12 jahre verkürzen? lächerlich. aber wahr.
Habe noch nie erlebt, das 13. Klässler was tolleres konnten. Leute, die länger studieren sind meist Mittelfeld, die kürzsesten Studienzeiten sind eher bei der besseren Hälfte zu finden. Ergo Zeitverschwendung. (BTW 4 h Sonnabend wären wesentlich effektiver!

Bye, TGGC (Das Eine, welches ist.)
wenn ich jetzt nachfrage wenn du alles mit 12/13 jahren schule getroffen hast und diese auf ihr wissen testen konntest, dann bekomme ich sicher eine super antwort
aber irgendwas muss man ja in dem jahr mehr gelernt haben...
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Soweit ich weis wiederholt man im 13 nur nochmal alles fürs abi.
Sonst nix
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Hallo
Marc++us schrieb:
Gregor schrieb:
chrische5 schrieb:
soziales Lernen
Was ist das denn?

Was das ist weiß ich auch nicht, aber ich nehme an, daß es damit zu tun hat, daß man zum Schluß erreicht, daß alle gleich schlecht sind, weil gar keiner mehr was von den Grundlagen weiß.
Ich muss schon sagen, dass ich verwundert bin über dermaßen viel Ignoranz. (das soll keine Beleidigung sein) Wer so etwas sagt, der scheint sich nicht damit auseinander gesetzt zu haben. Es geht doch nicht darum, dass Mechaniker nur noch soziales Training machen und komplett auf den Rest Ihrer Ausbildung verzichten, aber wenn man sich mal die Lebensläufe heutzutage anschaut, dann fällt schon auf, dass nur noch sehr wenige Menschen ausschließlich mit Ihrem erlernten Beruf leben. Fast allen Menschen werden heute Fachübergreifend eingesezt und somit kann es nicht schaden auch mal über Tellerrand ztu schauen.
Gregor schrieb:
Naja, stimmt wohl. Das Soziale ist schon deutlich wichtiger geworden in letzter Zeit. Ich glaube zum Beispiel, dass es in Berufen, die irgendetwas mit Kunden zu tun haben, in erster Linie auf "Social Engineering" ankommt. Zumindest kann ich mir ansonsten nicht erklären, warum ich in letzter Zeit häufiger feststelle, dass es eine ganze Menge Leute folgender Art gibt:
- Ein Vermögensberater, der entweder keine Zinsrechnung kann oder kein Deutsch, so dass er entsprechende Briefe in seinem Tätigkeitsbereich nicht richtig verstehen kann.
- Ein Handwerker, der keine Flächen berechnen kann und gleich mal in einem Kostenvoranschlag von 60m² statt eigentlichen 40m² ausgeht, die er einem in Rechnung stellen möchte.
- Eine Bank, die die Zinsen falsch berechnet.Mit anderen Worten: Es scheint heutzutage darauf anzukommen, seine Kunden einfach zu bequatschen. Dem normalen Kunden fallen solche Fehler inzwischen wahrscheinlich gar nicht mehr auf. Soll der sich fachlich besser auf einem Gebiet auskennen, als der, der sich immer damit beschäftigt?
Auch dir sage ich gerne noch einmal, dass es nicht darum geht Kompetenzen, die für den Job wichtig sind zu vernachlässigen, aber es gibt mittlerweile Arbeitsübergreifenden Schlüsselkompetenzen, zu denen nun mal Teamfähigkeit, ... gehört. Wenn du übrigens nur solche unfähige Menschen kennst, solltest du dir überlegen, ob nicht du vielleicht das Problem bist und dir eventuell andere Kontakte besorgen.
Gregor schrieb:
Mir kommt es eher so vor, als ob man in der Schule das Lernen ganz schnell verlernt.

Hier muss ich dir Recht geben. Durch das starre kleben an alten Traditionen und Lernaufassungen, versauen wir den Kindern die Lust am Lernen.
Gregor schrieb:
...BTW: Wie soll man eigentlich in der Schule das Lernen lernen, wenn man da insgesamt so wenig lernt? Übung macht den Meister würde ich da eigentlich sagen. Gebt den Schülern was zu lernen, dann werden die schon selbst mit der Zeit merken, wie man das am Besten macht.
Hier erkennt man, dass du durch unser altes Schulsystem gegangen bist und eben nicht weißt, wie man lernen lernt. Falls daran Interesse hast, empfehle ich die: Frederic Vester zu lesen.
Gregor schrieb:
...und wenn man sich soziale Problembereiche anschaut, muss man doch letztendlich auch sagen, dass die Probleme, die da bestehen, auf fehlende Perspektiven zurückzuführen sind, die wiederum auf fehlende Qualifikation zurückzuführen sind. Letztendlich erscheint es mir so, dass bei diese ganzen "Soft Skills", die man in letzter Zeit haben muss (Sozialkompetenzen, Teamfähigkeit usw.), vergessen wird, dass über allem die ganz harten Fähigkeiten stehen: Von nichts kommt nichts. Auch wenn man ein ganzes Team hat, das nichts kann. Und wenn man durch so eine Problemschule gegangen ist und danach nichts kann, außer irgendwie mit den Konflikten und Problemen dort zurechtzukommen, dann hat man diese Konflikte und Probleme eben nicht gelöst. Man hat sich nur damit abgefunden.
Und zum letzten Mal: ES GEHT NICHT DARUM, NICHTS MEHR ZU LERNEN.
chrische
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Storm.Xapek.de schrieb:
Soweit ich weis wiederholt man im 13 nur nochmal alles fürs abi.
Sonst nixQuatsch!
chrische5 schrieb:
Gregor schrieb:
...BTW: Wie soll man eigentlich in der Schule das Lernen lernen, wenn man da insgesamt so wenig lernt? Übung macht den Meister würde ich da eigentlich sagen. Gebt den Schülern was zu lernen, dann werden die schon selbst mit der Zeit merken, wie man das am Besten macht.
Hier erkennt man, dass du durch unser altes Schulsystem gegangen bist und eben nicht weißt, wie man lernen lernt. Falls daran Interesse hast, empfehle ich die: Frederic Vester zu lesen.
Schade, dass die Schule es versäumt einen mal ab und zu ins kalte Wasser zu werfen... Man lernt nur zu lernen, wenn man nicht alles vorgekaut bekommt.
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chrische5 schrieb:
aber es gibt mittlerweile Arbeitsübergreifenden Schlüsselkompetenzen, zu denen nun mal Teamfähigkeit, ... gehört.
Ich bin überrascht von Deiner Naivität. Glaubst Du wirklich, Teamfähigkeit kann man lernen? Hast Du Dich mal mit dem Stärke-/Schwächeausgleich innerhalb von Teams befasst, dem Problem der alpha-Dominanz in Gruppen, usw? Oder glaubst Du, die Schule macht aus einem introvertierten schüchternen Schüler durch Unterricht in Teamfähigkeit ein selbstbewußt auftretendes Mitglied der Gruppe?
Abgesehen davon: wenn jemand in Teamfähigkeit eine "1" hat, dann ist das ein bißchen so wie eine 1 im Sportunterricht. Nett, aber nutzlos, solange er in Englisch, Deutsch und Mathe nichts reißt. Oder wozu brauche in den perfekten Teamplayer, der nichts drauf hat? Da hat Gregor ein gutes Beispiel gebracht mit den Labertaschen, die z.B. in der Bank sitzen und nicht mal die Tilgungsrate für einen Kredit richtig ausrechnen können.
Und je mehr weiche Fächer eingeführt werden, desto mehr harte Fächer werden gestrichen - unvermeidbar, da nur endliche Zeit zur Verfügung steht. Demnach besteht doch gar keine andere Chance, als diese Fächer auf Kosten von Wissensfächern einzuführen.
chrische5 schrieb:
Wenn du übrigens nur solche unfähige Menschen kennst, solltest du dir überlegen, ob nicht du vielleicht das Problem bist und dir eventuell andere Kontakte besorgen.
Du glaubst nicht, was man als Projektleiter in real existierenden Firmen so alles erlebt. Leider kann ich mir nicht nur andere Kontakte besorgen.
Regel 1 für Projektmanagment: akzeptiere die Realität.
Aber noch ein Wort zu den Kontakten: ich habe schon Bewerbungsgespräche mit Leuten geführt, die Azubi (Fachinformatiker) werden wollten. Das war auch kein Spaß.
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chrische5 schrieb:
Hier erkennt man, dass du durch unser altes Schulsystem gegangen bist und eben nicht weißt, wie man lernen lernt. Falls daran Interesse hast, empfehle ich die: Frederic Vester zu lesen.
Also, ich schlage mich momentan eigentlich ganz gut durchs Studium. Insofern weiß ich, wie man lernt. Und ich weiß auch, wie man sich das Lernen beibringt: Durchs Lernen selbst. Ach ja, es gab am Anfang des Studiums durchaus auch Leute bei uns, die solche Bücher wie "Lernen lernen" gelesen haben. Die sind jetzt alle weg. Haben alle das Studium abgebrochen oder zu irgendetwas anderem gewechselt.
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chrische5 schrieb:
Wenn du übrigens nur solche unfähige Menschen kennst, solltest du dir überlegen, ob nicht du vielleicht das Problem bist und dir eventuell andere Kontakte besorgen.
Oh, also ich kenne die nicht. Die gehören nicht zu meinem Bekanntenkreis. Wie Du vielleicht erkannt hast, waren das mehr oder weniger "geschäftliche" Kontakte:
- Der Handwerker hätte einen Auftrag kriegen können, wenn er einen vernünftigen Kostenvoranschlag gemacht hätte. So kam man sich gleich verarscht vor und der Auftrag ging an nen anderen.
- Bei der Bank habe ich halt durch einen zufälligen Blick auf mein Guthaben festgestellt, dass da etwas bei der Zinsberechnung nicht stimmen kann. Ich muss dazu sagen, dass die Bank ihren Fehler dann wenigstens eingesehen hat und entsprechend korrigiert hat.
...usw..
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Ich finde es eigentlich schade das es hier in DE die Abstufung der Bildungsqualität nach Bundesländer gibt.
In Österreich ist die Bildung Bundessache und nicht so wie hier Landessache.
SOmit ist auch der Lehrplan überall gleich. Zumindest war es damals bei mir so. 16 Jahre her.
Da überlegt man sich ja hier ob man überhaupt Lehrlinge aus bestimmten Bundesländern mit ABI nimmt.
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Unix-Tom schrieb:
In Österreich ist die Bildung Bundessache und nicht so wie hier Landessache. SOmit ist auch der Lehrplan überall gleich. Zumindest war es damals bei mir so. 16 Jahre her.
Das ist immer noch so.
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zu der sache mit den vielen "weichen" und somit weniger "harten" fächern:
ich ( 10. klasse gymnasium) hatte da letztens einen sehr netten disput mit unserer musiklehrerin.
nachem ich sie in freundlichster weise nach dem sinn, der hinter der interpretation des musicals "my fair lady" in form einer analyse von fast jedem song in ausführlichster weise auf grundlage von musikalischen parametern sowie einer zu verfassenden kritik in form eines artikels einer fachzeitschrift und ähnlichen dingen gefragt hatte, erwiederte sie, das gehöre ja wohl zur allgemeinbildung und wäre ausserdem ein erklärtes ziel des gymnasiums als dass wir schüler dadurch eine gewisse intelektuelle bildung erhielten.
so fragte ich dann, ob wir nicht ein wenig konkreter mit musik arbeiten können, da ja wohl die interpretation von texten, auch wenn diese hier gesungen vorgetragen werden, wohl eher ein fall für den deutsch oder philosophieunterricht wären.
nein, das stehe im lehrplan, das müsse gemacht werden, und ausserdem sei das ja enorm wichtig. so brachte sie ein geniales beispiel:wenn wir später mal von einem bekannten in ein theaterstück, in ein konzert oder ähnliches eingeladen werden ( ja, sie sagte "werden", nicht "würden"), dann sollten wir doch schon anhand des namens wissen, was wir zu erwarten hätten und einen soliden grundstock an wissen haben, um uns nachher im angemessenen rahmen an den diskussionen zur vorstellung beteiligen zu können.
mein gegenbeispiel:
stellen sie sich vor, jemand würde ( ich sagte "würde") sie zu einer vorlesung über quantenphysik einladen. dann sollten sie doch wissen, was sie erwartet und sich nachher angemessen an weiterführenden diskussionen zum thema beteiligen können.da war sie wohl am ende, es kam nur:
"das kann man nicht miteinander vergleiche! als hausaufgabe ......."aber worauf ich eigentlich hinauswill ( den musikunterricht werde ich wohl von seinen inhalten her nicht mehr maßgeblich verändern können, solange ich in der schule bin): bei unseren 2 stunden musik pro woche bekommen wir dort ca. 1-2h hausaufgaben pro woche. vergleicht man das mit physik ( ebenfalls 2 wochenstunden) und den dafür anfallenden ca. 10 min hausaufgaben pro woche, so könnte man doch anfangen zu denken...
dabei will ich noch hinzufügen, dass unsere musiklehrerin ( auch als hobbypädagogin bezeichnet) lediglich 6 stunden pro woche unterrichtet, davon 4 musik ( 2 bei uns, 2 in einer anderen 10) und 2 englisch ( ka, wie man 2 stunden englisch pro wochen geben kann...). dem zu folge hat sie einiges an zeit und erwartet selbiges auch von uns. insofern ist hier die menge der hausaufgaben teilweise auch durch die leider sehr geringe pädagogische und didaktische kompetenz dieser lehrkraft bedingt.
allerdings führt dies im endeffekt dazu, dass wir in der 10. klasse beträchtlich mehr aufwand und energie in meiner meinung nach für das spätere leben eines abiturienten ( vor allem studium) eher belanglose unterrichtsinhalte stecken als in nutzbringende. oder will mir jemand erzählen, dass irgendwer etwas davon hätte, wenn er musicals interpretieren kann ( wobei ich schon die gesamte thematik von interpretationen für **** halte, das ist aber eine andere sache) und dafür weniger fundierte kenntnisse in mathematik, englisch und naturwissenschaften hat?
will hier nocheinmal betonen, dass wir wirklich in musik wesentlich straffer arbeiten als in physik und chemie und anderen "harten" fächern, in denen nicht mehr oder weniger sinnfreies gelaber inhalt ist. das ist meiner meinung nach eine etwas schlechte schwerpunktsetzung.
allerdings wäre der versuch, diese durch ebenfalls strafferen unterricht in harten fächern zu nivellieren, ebenfalls nicht unbedingt erfolgesversprechend, da es somit zu einer insgesamt deutlichen mehrbelastung kommen würde ( will jetzt hier nicht auf dem punkt rumhacken, ob wir in der schule genug pauken).meiner meinung nach wäre eben eine konzentration auf "harte" und später auch für das weitere leben sinnvollere lernihalte, die vor allem in naturwissenschaften und sprachen wesentlich deutlicher zu erkennen sind als in musik oder kunst angebracht.
da sagte mal eine lehrerin zu mir: "denk doch an deine klassenkameraden, die später mal autor werden wollen oder maler!"
klar, hier ist auch wieder die etwas verpeilte meinung eines individuums gezeigt, aber insgesamt kann man dazu z.b. sagen:
WO WÄREN WIE NUR OHNE UNSERE BILDHAUER, DIE STÜTZE DER GESELLSCHAFT???
maler und bildhauer bringen uns nicht weiter, autoren nur bedingt und professionelle musical-interpretatoren werden deutschland auch nicht retten! ist das so schwer zu verstehen?
arghzzz, jetzt reg ich mich wieder auf... meld mich nochmal**
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LUZA schrieb:
autoren nur bedingt
Hey! Vorsicht.

