Neoliberalismus / Globaler Kapitalismus
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ChrisM schrieb:
Hier hat der "freie Markt" dazu geführt, daß die, die Geld haben, immer mehr bekommen haben, weil sie u.a. ihr Geld anderen gegeben haben, damit die noch mehr Geld daraus machen.
Und das ist ihr gutes Recht. Hast du zuviel Marx gelesen? Oder glaubst du, jemand würde Kapital zur Verfügung stellen, wenn er nicht mit mehr Kapital in der Zukunft dafür entlohnt werden würde (Zinsen). Ohne die Heuschrecken (Finanzinvestoren) hätte der typische Sozialist sicherlich kein Feindbild mehr, nur, diese Investoren sorgen für liquide Märkte und eine gute Ressourcenallokation, die besser kein zentrales staatliches Kontrollorgan bewältigen könnte.
Ich habe keinen Marx gelesen und bin weder Gewerkschafter noch Kommunist. Aber Deine Argumentation hat ein Problem: Deine Investoren, die so selbstlos für liquide Märte sogren, wollen nur noch eins: Cash sehen. Deshalb steckt man Geld nicht in mittelständische Unternehmen, da deren Erfolg ungewiss ist. Auch die Renditeaussagen sind zu mager.
Ich arbeite in einem Unternehmen, daß trotz 15% Rendite weiter vorankommen will. Dazu muß man Marktanteile (zurück)gewinnen. Das geht vor allem über den Preis. Dumm nur, daß man soviele Mitarbeiter hat. Was könnte man da nur tun.... Ein paar Investoren überzeugen, ihr Geld nicht abzuziehen, wenn man nur 16% schafft? Ach dumm, die wollen lieber zur Konkurrenz, die 20% schafft. Schon haben wir ein Ungleichgewicht auf dem Kapitalmarkt. Niemand ist ja gezwungen, einem anderen Geld zu geben, gell? Also lassen wir dem Kapital doch seinen freien Lauf. Wen jucken schon ein paar Hundert oder Tausend Arbeitsplätze hier und da...?
Aber dieses "Wachstum" stößt irgendwann an seine Grenzen: der Nachfragemarkt nach Güten wird kleiner, weil die Leute nichts mehr verdienen oder (in anderen Arbeitsplätzen) weniger und sich somit die Produkte, die hohe Renditen abwerfen, nicht mehr leisten können. Dann kann man nur noch hoffen, daß die Chinsen zwischenzeitlich so viel verdienen, daß die sich ihre selbst hergestellten PCs und MP3-Player, T-Shirts und Hosen noch leisten können.ChrisM schrieb:
Meinst Du, es existiert Markenvielfalt, weil Du Waschmaschinen von 10 verschiedenen "Herstellern" kaufen kannst, die alle baugleiche Produkt nur mit anderem Logo vertreiben?
Ehrlich gesagt ist das eine typische Übertreibung, es gibt durchaus verschiedene Modelle. Und wenn nicht, was wäre daran schlimm? Gäbe es Markt für ein besseres Modell würde sich das ja wohl durchsetzen, oder zweifelst du auch daran?
Was schlimm daran wäre, wenn es nur noch einen Waschmaschinenhersteller gäbe? Nun. Ich an seiner Stelle würde die Preise hochsetzen und die Angebotspalette bereinigen. Sollen doch die Leute beim MP3-Player, beim CD-Kauf oder beim Rauchen sparen, damit sie meine teuren Waschmaschinen zahlen können.
Schließlich will ich als "Firmeninhaber" was verdienen. Was juckt mich der Kunde und die Belegschaft?ChrisM schrieb:
Wie erklärst Du Dir die Tatsache, daß die Schere zwischen Arm und Reich auch in Deutschland immer weiter auseinandergeht? Weil die einen immer blöder werden und die anderen immer pfiffiger?
Nein, sondern weil es einige Leute gibt, die wirklich was schaffen und andere, die unterm Strich Vorteile vom Staat haben (dazu gehören auch viele Arbeitnehmer). Ich will ja nicht sagen, dass es keine Ausnahmen gibt, also Leute, die unverdient viel Geld haben und solche, die trotz Anstrengungen nichts schaffen, dennoch ist die sozialistische Folgerung daraus, allen gleiche Chancen oder noch besser, gleich das gleiche zu geben, falsch; genauso, wie jede Anwendung von Zwang.
Niemand fordert neue sozialistische Paradise auf deutschem Boden. Was spricht gegen eine Beschränkung beim Kapitalverkehr? Was spricht gegen Schutzzölle? Wenn ich weiß, daß in China/Indien unsere Umweltstandards nicht eingehalten werden, wieso kann ich deren Produkte nicht auf deutsches Niveau anheben? Was spricht gegen Regelungen zu unverhältnismäßigen Gehältern? Wieso darf ein Mensch mehrere Aufsichtsrats- und Vorstandsposten innehaben? Warum bekommt jemand, der 10.000 EUR anlegen will 3%, ein anderer für 100.000 aber 3,5% und wieder ein anderer für 1.000.000 4%? Ich wüßte nicht, warum das so sein soll. Ist viel Geld mehr wert als die Summe mehrerer Kleinbeträge?
Wieso kann man Aktienbesitz nicht begrenzen, wenn er nicht durch eigene Firmegründung (Beispiel Bill Gates) entstanden ist? Warum kann man Rendite nicht gesetzlich "festnageln". Maximal 10% über Inflation etc.? Alles, was mehr erwirtschaftet wird, geht an Papa Staat, weil der immer was mit dem Geld anzufangen weiß oder es bleibt in der Firma für Investitionen?Wir sollten uns nichts vormachen: reiche und superreiche wird es immer geben. Es gab noch nie den wirklich gleichen Menschen. Aber bei dem ganzen Spielchen um's Kapital profitieren die, die viel haben, am allermeisten. Egal, wer das Kapital vermehrt: der deutsche Bauarbeiter oder der chinesische Kohlekumpel, der auch gerne mal auf Dauer in der Kohlegrube bleibt, weil es auf ihn als Individuum nicht ankommt. Wichtig ist, es gibt genug Kohle zum Kohle machen.
Insofern tut Regulierung zwingend Not. Selbst Kinder, die frei und "selbstbestimmt" aufwachsen, werden zu unausstehlichen Idioten, weil Menschen schon als Kinder Regeln brauchen. Dies gilt auch für Erwachsene! Insofern habe ich nichts gegen sinnvolle Regelungen und Regulierungen!
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Wieso arbeitet ein BAnker, der mir traumhafte Rendite (4-5%) verspricht, überhaupt noch? Aus Nächstenliebe unhd Menschlichkeit?
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AndreasD schrieb:
Ich habe keinen Marx gelesen und bin weder Gewerkschafter noch Kommunist. Aber Deine Argumentation hat ein Problem: Deine Investoren, die so selbstlos für liquide Märte sogren, wollen nur noch eins: Cash sehen. Deshalb steckt man Geld nicht in mittelständische Unternehmen, da deren Erfolg ungewiss ist. Auch die Renditeaussagen sind zu mager.
Was für ein Quark. Schau dir mal die Gewinne von Familienunternehmen letztes Jahr an und vergleiche das mit den Kapitalgesellschaften. Die Fakten karikieren deine Aussage nämlich *etwas*. Nur brauchen die normalerweise kein Fremdkapital, darum *kann* man da idR nicht investieren. Und so zieht sich das durch alle deine Postings.
Insofern tut Regulierung zwingend Not. Selbst Kinder, die frei und "selbstbestimmt" aufwachsen, werden zu unausstehlichen Idioten, weil Menschen schon als Kinder Regeln brauchen. Dies gilt auch für Erwachsene! Insofern habe ich nichts gegen sinnvolle Regelungen und Regulierungen!
Das entspricht schön deinem Weltbild. Alle Menschen werden wie kleine Kinder behandelt. Der erzieherische Übermensch, der unfehlbare Staat wirds schon regeln. Nein, danke.
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Ich bin kein Banker. Auch andere Finanzdienstleistungszweige haben recht ordentliche Renditen, die aber selbstverständlich steigerungsfähig sind! Schließlich will der Boss oben an der Spitze was verdienen, weil er sonst nach 5 Jahren seinen Job verlieren könnte und da will er nich Harz IV beziehen müssen, der arme Kerl.
Die Investoren setzen dem armen Teufel aber auch zu....Und das ist das, was mich ankotzt: dieses Wein und Wasser gepredigte. Uns geht es schlecht, wir müssen wieder arbeiten, um das Land voran zu bringen. Keine Frage. Wenn aber jede Menge Gesellschaften sieht, die das kaltblütig ausnutzen und den Kapitalmarkt (zu Recht!) vorschieben, dann stimmt da was nicht.
Ganz Europa senkt die "Firmensteuern". Auf das ja keiner dem anderen was schenken möge... Was bitte soll das? Wieso brauchen wir EU-Erweiterungen, die wir auch noch zum großen Teil mitfinanzieren müssen, damit als Dankeschön noch mehr und schneller die Jobs dorthin abwandern, wodurch die Leute hier weniger/kein Geld mehr haben, um unsere - zugegebenermaßen genialen, maßgeschneiderten und tollen - Produkte nachzufragen, wodurch man wieder Kosten sparen muß, damit man der Konkurrenz vom kleineren Kuchen was abluchsen kann, damit lieber die Konkurrenten die Leute heimschicken müssen als der eigene Arbeitgeber...Wo steht im Grundgesetz, daß ich der Sklave von Fonds und grenzenlosem Wettbewerb bin? Wieso müssen so viele für so wenige so viel Geld verdienen? Ich gönne denen eine angemessene Vergütung. Aber das muß noch das x fache von meinem Gehalt sein und nicht das xxx fache...
Hab ich mich schon über die Irrsinnsgehälter beim Sport und in TV/Musik beschwert? Woher kommt wohl all das viele Geld?
Ich geh jetzt in's Bett. Muß morgen um 5.40 raus... noch arbeiten!
@Daniel: ebend. Firmengewinne. Die verdienen jede Menge. Ist mir schon klar. Ich sage auch nicht, daß man hier nichts mehr verdienen kann. Aber laut dem Marktgefasel müßte es ja dann wieder zig Konkurrenten geben, die das ausnutzen, etwas weniger verdienen wollen und damit noch günstiger sein können. Gibt es aber nicht. Woran liegt das nun wieder? Warum fusionieren die ganze Einzelhandelsketten ständig und nutzen synergieeffekte ein, um den Preis noch 2 Cent zu senken und selber ein paar Prozent mehr als Belohnung zu bekommen... Nur praktisch, daß die Firmen sich dann auf Kosten der noch arbeitenden Bevölkerung die von ihr freigesetzten Ex-Mitarbeiter "durchfüttern" läßt. Und da ein Arbeitsloser auch ab und an was essen muß.....
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AndreasD schrieb:
@Daniel: ebend. Firmengewinne. Die verdienen jede Menge. Ist mir schon klar. Ich sage auch nicht, daß man hier nichts mehr verdienen kann. Aber laut dem Marktgefasel müßte es ja dann wieder zig Konkurrenten geben, die das ausnutzen, etwas weniger verdienen wollen und damit noch günstiger sein können. Gibt es aber nicht. Woran liegt das nun wieder?
Daß hinreichend nahe am Gleichgewichtspreis gearbeitet wird natürlich. Wenn man keine Gewinne mehr machen würde, wovon sollte dann der Unternehmer leben?
Warum fusionieren die ganze Einzelhandelsketten ständig
Was man daran sieht, daß es nur noch eine Einzelhandelskette gibt. Kannst Du die Argumentation vielleicht nochmal mit deinem Hund einstudieren? Das ist einfach zu grotesk, was Du hier ablieferst.
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1310-Logik schrieb:
Weitere unmoralische Aktivitäten von Nestle:
Propagieren von Muttermilchersatz in Entwicklungsländern, Folge: Unterernährte Kinder
Ausbeutung von Bauern rund um die Welt
Unterdrückung jeglicher Arbeiterbewegung in ihren Betrieben (man kann ja gehn, wenns einem nicht passt..)Ach je, daß sich das immer noch hält... da gab's in den 80er Jahren dieses Skandalbuch von dem Schweizer Journalisten dazu... aber bereits da wird's unklar, auf Wikipedia(en) steht bei Nestle-Boykott "1.5 Mio tote Babys jedes Jahr wg der Durchfallerkrankungen (Erklärung: Nestle bringt die Mütter dazu, Milchpulver statt Eigenmilch zum Stillen zu nehmen, das Wasser ist aber verschmutzt, dadurch gibt's dann Erkrankungen)", aber gleichzeitig steht dort auch, daß es in Afrika jedes Jahr 1.5 Mio tote Babys durch Durchfallerkrankungen gibt. Das würde bedeuten, daß Nestle an ALLEN toten Babys durch Durchfallerkrankungen schuld ist. Das muß man nicht kommentieren. Die Wahrheit liegt irgendwo da draußen...
Aber auch die Ausbeutung von Bauern ist so eine typische westliche Wohlstandsargumentation.
Ich nenn Dir ein Beispiel:
Du kommst als westlicher Ingenieur in ein Drittweltland auf eine Baustelle, wo Du die Inbetriebnahme von einem westlichen Produkt zu leiten hast. Auf dieser Baustelle arbeiten Frauen mit Kleinkindern, und schleppen für das Gebäude Steine, Zement und Sand. Die kleinen Kinder sitzen daneben, im Dreck der Baustelle, und schauen den Müttern zu. Die älteren Mädchen (so ab 10-12) müssen auch mithelfen. Solange es hell ist, wird gearbeitet.
Du hast jetzt 3 Optionen:
a) Du kannst darauf bestehen, daß diese Frauen von der Baustelle entfernt werden, und ersetzt diese durch eigene Kräfte, die regulärer Beschäftigung unterliegen.
b) Du entlohnst die Frauen mit einem höheren Gehalt, wegen der harten Arbeit.
c) Du lässt alles wie es ist.Ich nennen Dir auch noch gleich jeweils einen Einwand gegen jede Option:
a) die Frauen haben am Abend kein Geld, die 6 Kinder werden am nächsten Tag hungern müssen
b) Du gibst geistig abgestumpften Analphabeten Geld in die Hand, das mehreren Monatsgehältern entspricht. Sie werden das Geld sinnlos mit einem Fernseher verprassen, der danach unter der Plastiktütenhütte steht. Und Du zerstörst das lokale Gehaltsgefüge, da die anderen sehen, daß westliche Firmen seltsam hohe Gehälter zahlen.
c) Du fühlst Übelkeit in Deiner Kehle, wenn Du der Arbeit zuschaust, weil diese Form von Handarbeit nach unserem Maßstab als unmenschlich gilt.Also, was tust Du?
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Da Du sämtliche Optionen widerlegt hast, geh ich darauf nicht ein.
Das Problem liegt sowieso darin,
dass ein westliches Unternehmen da überhaupt baut. Und dass ist der Punkt, der zu kritisieren ist.Und bei Nestle sind sich viele einig, dass das eine Schweinerei ist, wie die Geschäfte machen. Das kann man nicht schön reden.
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1310-Logik schrieb:
Da Du sämtliche Optionen widerlegt hast, geh ich darauf nicht ein.
Hättest du denn eine Möglichkeit d gehabt?
Ich finds schon traurig, dass manb es eigentlich nur falsch machen kann.
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d) Nicht bauen, sondern in Deutschland ein verlassenes Fabrikgebäude übernehmen
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1310-Logik schrieb:
d) Nicht bauen, sondern in Deutschland ein verlassenes Fabrikgebäude übernehmen
Der Inder will aber in Indien fertigen und die Produkte in Indien verkaufen. Da nützt es ihm wenig, wenn in Deutschland ein Fabrikgebäude leersteht, da sich die Inder die deutschen Preise bei Fertigung in Deutschland nicht leisten können. Da sitzt ein Inder, der hat Geld und will investieren, aber der maximale Luxus sind bereits Maschinen aus Deutschland. Personal, Baukosten und Gebäude kann er sich nur aus Indien leisten.
Du wählst also (eine eigentlich nicht vorhandene Option) d) - Du machst kein Geschäft, wirst arbeitslos.
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Du kommst als westlicher Ingenieur in ein Drittweltland auf eine Baustelle, wo Du die Inbetriebnahme von einem westlichen Produkt zu leiten hast.
Der Inder will aber in Indien fertigen und die Produkte in Indien verkaufen.
Du kannst nicht einfach das Beispiel ändern wies Dir passt. Es ging um "westliche" Produkte eines "westlichen" Produzenten. Und der soll gefälligst im Westen bleiben. Antwort d) Richtig! +100 Puntke!
ps: Marc++us, ich glaub Du bist ein Troll :p
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e) die frau kriegt nen baggerfahrerkurs, dann kann sie in zukunft, wenn mein werk vergrößert wird oder meine konkurrenten antanzen, mit dem baggerfahren das geld für alle verdienen.
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Hallo,
@1310: Der Markt funktioniert doch. Wenn dir die deutsche Produktion so wichtig ist, kaufst du eben nur noch Produkte, die in Deutschland gefertigt werden. Dass sich sowas aber auf Dauer nicht lohnen kann, zeigt sich darin, dass es außer Trigema keine Firma gibt, die langfristig gute Gewinne damit einfährt.
Was du hier behauptest, klingt eher so nach der Forderung, dass gefälligst erstmal die anderen damit anfangen sollen oder dass gleich eine Regelung hermuss, weil es ja nicht sein kann, dass manche Leute nichts dagegen haben, aus dem Ausland zu kaufen.
Hast du meinen Link (von mehr-freiheit.de) wenigstens mal gelesen?
ChrisM (immer noch Kapitalist)
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1310-Logik schrieb:
Du kommst als westlicher Ingenieur in ein Drittweltland auf eine Baustelle, wo Du die Inbetriebnahme von einem westlichen Produkt zu leiten hast.
Der Inder will aber in Indien fertigen und die Produkte in Indien verkaufen.
Du kannst nicht einfach das Beispiel ändern wies Dir passt. Es ging um "westliche" Produkte eines "westlichen" Produzenten. Und der soll gefälligst im Westen bleiben. Antwort d) Richtig! +100 Puntke!
Nein nein, es geht um westliche Produkte eines westlichen Konzerns, aber mit diesem Produkt (einer Maschine - das folgt aus dem Zusammenhang mit Inbetriebnahme) fertigt danach der indische Kunde Produkte für den indischen Markt.
Btw - die Masse des deutschen Exportüberschusses wird auf diese Weise erzeugt, viele der hergestellten Produkte bleiben bereits heute nämlich in China oder Indien und kommen gar nicht her, aber die Fertigung findet auf Deutschem (oder auch Schweizer - ebenfalls begehrt) Equipment statt.
Ich habe gar nichts geändert, Du hast eine 4. Option eingeführt, die es nicht gibt. Entscheide Dich für 1-3, Du bist vor Ort.
1310-Logik schrieb:
ps: Marc++us, ich glaub Du bist ein Troll :p
"Ich schwöre, daß ich den Leuten, die ich verspotte, durchaus nicht übel gesinnt bin. Wenn ich etwas Böses sage, so geschieht das lediglich aus guter Laune...."
@scrub: geht nicht. Sie kann nicht lesen. Sie kann kein Englisch. Sie ist nur zu einfachen reproduzierenden Handlungen fähig. Es gibt dort keine Bagger. Sie hat Angst vor mir und würde mir nicht näher als 10 Meter kommen. Außerdem stinkt sie wie die Pest. Keiner der Einheimischen spricht mit ihr für mich, weil sie ein Paria ist - unberührbar. Vergiss e).
Wenn Ihr jetzt denkt, daß ich diese Story aufmache - nein. Das passiert draußen im realen Leben wirklich.
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Marc++us schrieb:
b) Du gibst geistig abgestumpften Analphabeten Geld in die Hand, das mehreren Monatsgehältern entspricht. Sie werden das Geld sinnlos mit einem Fernseher verprassen, der danach unter der Plastiktütenhütte steht.
man könnte ja auch 'nen kindergarten und 'ne schule hinstellen, fressalien und getränke für die arbeiter in den pausen super-billig zur verfügung stellen, für gute medizinische versorgung der belegschaft sorgen usw...usw...
Marc++us schrieb:
c) Du fühlst Übelkeit in Deiner Kehle, wenn Du der Arbeit zuschaust, weil diese Form von Handarbeit nach unserem Maßstab als unmenschlich gilt.
kommt diese übelkeit nun davon, dass dir diese 'geistig abgestumpften analphabeten' leid tun, oder weil du dich für was besseres hältst und solche menschen die einfach nur anekeln?
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net schrieb:
kommt diese übelkeit nun davon, dass dir diese 'geistig abgestumpften analphabeten' leid tun, oder weil du dich für was besseres hältst und solche menschen die einfach nur anekeln?
Das ist wirklich eine bescheuerte Frage.
Allerdings bist Du danach Deinem Schöpfer jede Minute dankbar dafür, daß Dir sowas erspart geblieben ist. Und Du wirst danach wütend über jeden deutschen Schüler, der irgendwas nicht macht, weil es zu anstrengend ist.
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Marc++us schrieb:
net schrieb:
kommt diese übelkeit nun davon, dass dir diese 'geistig abgestumpften analphabeten' leid tun, oder weil du dich für was besseres hältst und solche menschen die einfach nur anekeln?
Das ist wirklich eine bescheuerte Frage.
die frage ist berechtigt. sieht man leute denen es mies geht, dann verspürt man vielleicht trauer, mitleid, wut, ... aber weniger 'übelkeit in der kehle' bzw. brechreiz o.ä. aber okay, ich glaube ja immer an das gute im menschen und geh mal davon aus, dass du's mit der formulierung des satzes nicht so genau genommen hast.
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Hoi Marc++us
Na, ich sagte doch, darauf will ich nicht eingehn, weil Du genau weisst, dass Du recht hast, und in der Situation müsst ich wohl so handeln, dass es so bleibt wies ist, mir der üble Nachgeschmack des Sklaventreibers bleibt, und ich abends auf meiner ummauerten Veranda bei meinen King Fisher sitz, und mich frag, warum die Welt so scheisse ist. Nach langem Überlegen, Hinterfragen, und nachdem ich mich halb verrückt gemacht hab, mit Schuldbewusstsein, Mitleid und der Ohnmacht, nichts tun zu können, komm ich zum Schluss, dass das "System::Kapitalismus" versagt hat, dass ich es nicht verdient habe, "reich" zu sein, während 100m von mir Menschen verhungern, und dass ich nun aus dem überwachten Viertel raus geh, mein ganzes Bargeld dem nächsten Mensch gebe, dem ich begegne, und der es nötig zu haben scheint, und dann umher irre, bis mich einer erschiesst. Und freue mich am nächsten Tag darüber, dass ich mit guten Freunden war, die mich zurückgehalten haben....Glaub nicht, dass ich mir das aus den Fingern sauge, ich hat in Manila nen Nervenzusammenbruch.
Verstehst Du nicht, dass ich genau das anprangere, was Du mir mit Deinem Baustellen Beispiel erzählen willst? Mir war schon lange klar, dass es Elend gibt auf der Welt. Es mit eigenen Augen zu sehn ist nochmal was anderes. Und es tut weh!
Was man nun tun kann um das zu ändern? Hmm schwere Frage: sehr viel bis gar nichts. Am besten fängt man bei sich selbst an, in seinem Umfeld, Familie, Freundeskreis, Nachbarschaft, Firma... in kleinen Schritten auf das grosse Ziel zu.ps: sorry das mit dem troll war nur ein scherz am rande, da die diskussion so verbissen wurde..
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Daniel E. schrieb:
...
PS: Ich bin auch voll gegen die Globalisierung! Voll schlimm! Bauen wir eine Mauer um uns rum und eröffnen Baumwollplantagen im Schwarzwald und Bananenstauden in den Alpen! Wenn die Mauer fertig, dann können wir auch oben eine Holzplatte drauflegen, damit die Sonne verdunkelt wird, damit gehts auch wieder bergauf mit der Glühbirnenindustrie.*LOL* - Daniel! Du bist ja richtig cool!

Habe die Hoffnung, dass man von Dir noch eine Menge erwarten kann! Weiter so ...
Marc++us schrieb:
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Du hast jetzt 3 Optionen:a) Du kannst darauf bestehen, daß diese Frauen von der Baustelle entfernt werden, und ersetzt diese durch eigene Kräfte, die regulärer Beschäftigung unterliegen.
b) Du entlohnst die Frauen mit einem höheren Gehalt, wegen der harten Arbeit.
c) Du lässt alles wie es ist.Ich nennen Dir auch noch gleich jeweils einen Einwand gegen jede Option:
a) die Frauen haben am Abend kein Geld, die 6 Kinder werden am nächsten Tag hungern müssen
b) Du gibst geistig abgestumpften Analphabeten Geld in die Hand, das mehreren Monatsgehältern entspricht. Sie werden das Geld sinnlos mit einem Fernseher verprassen, der danach unter der Plastiktütenhütte steht. Und Du zerstörst das lokale Gehaltsgefüge, da die anderen sehen, daß westliche Firmen seltsam hohe Gehälter zahlen.
c) Du fühlst Übelkeit in Deiner Kehle, wenn Du der Arbeit zuschaust, weil diese Form von Handarbeit nach unserem Maßstab als unmenschlich gilt.Also, was tust Du?
c!
Und
I) gründest eine firmeneigene Schule für die Kinder, die an der Baustelle sitzen und zusehen. Könnte auch spät abends von Mitarbeiterinnen genutzt werden...
II) errichtest Dusch- und Umzugsmöglichkeiten für Mitarbeiterinnen.
III) jede sonstige Zuwendung muss heimlich und einmalig sein - Arztkosten für krankes Kind, Runde fisches Wasser für alle, saubere neue Kleidung etc. - aber kein Geld!!!