Wichtige Frage bzgl. der Steuerfreien Grenze...wie um Versteuerung rum kommen?
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F98 schrieb:
AndreasD schrieb:
Die französische Revolution oder die Wende 1989 wurde hingegen vom Volk gemacht. Ursache war die kurzzeitige Bildung eines "kollektiven Bewußtseins", welches über die eigene Person hinausging (man ging ein Risiko auch für Leib und Leben ein) und das Wohl aller im Auge hatte. Das sind für mich Anzeichen einer sozialen Intelligenz.
Der Großteil der DDR-Bürger hatten etwas vor Augen, um dass es sich zu kämpfen lohnt: Verbesserung ihres Lebensstandards, mehr aber auch nicht. Die Leute sahen nicht das seit den 60ern marode System der BRD. Auch war eigentlich das politische System der BRD dabei zweitrangig, vielmehr gings den Leuten darum endlich mal einen Videorekorder, was schickes zum Anziehen und ein Westauto zu besitzen. Geld hatten die DDR Leute genug auf dem Konto, es gab ja nichts anständiges zu kaufen. Die Konsumbefriedigung war zu gering.
Das kollektive Bewußtsein gierte eher nach Konsumbefriedigung.
Und das weist du weil... du Ex- DDR Bürger bist? Die Leute wollten damals wohl eher "Frei" sein oder nicht immer wegen ein paar Bananen anstehen. Falls du Ex DDR Bürger bist, dann denke nicht, das alle so gedacht haben wie du. In der DDR gab es auf jeden Fall mehr "sozial Intelligenz" wie heute. Ich habe damals schon gelebt und es Mitbekommen. Die Menschen waren untereinander einfach "gleicher" weil sie alle wenig hatten.
Aber lasst uns bitte nicht wieder so eine Pro-/ Contra DDR Diskusion anfangen. Das gehört nicht zum Thema. Und ob meine Eltern damals demonstrieren gegangen sind nur um "endlich mal einen Videorekorder" besitzen zu können wage ich zu bezweifeln.
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Bevor das Geld in irgendwas sinnloses reingepulvert wird (und ja, da fallen "dem Staat" genug tolle Sachen ein) behalte ich doch so viel wie nur geht. Völlig normal, nichts mit asozial.
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scrub schrieb:
das erinnert mich irgendwie an die diskussion "darf ich einen offenen AP einfach verwenden? - ja klar, der besitzer ist selbst schuld, wenn er das ding nicht dichtmacht!". natürlich ist es einfach, das zu tun.
das ist aber keine rechtfertigung dafür, es auch selbst zu tun. was heißt das für den einzelnen? man geht nicht bei rot über die ampel, auch wenn alle anderen es tun. man bescheißt nicht bei der steuer, auch wenn "viele andere" es tun. das in diesem zusammenhang zwangsläufig auftauchende wörtchen "disziplin" sorgt natürlich auch gleich für stimmung.Siehst Du, und genau da verstehst Du was falsch:
Es ist illegal, bei Rot über die Ampel zu gehen.
Eine Ausgabe in diesem Jahr zu tätigen, oder Anschaffungen zu stückeln, um unter Abschreibungsgrenzen zu bleiben, ist völlig LEGAL und ich kann Dir im Einkommensteuergesetz oder in der AO die Paragraphen raussuchen, die das erlauben.
D.h. also diese 5-10% nicht zu nutzen, ist höchstens Unkenntnis, hat aber nichts mit vorsätzlicher Steuerverkürzung (so heißt das im Amtsdeutsch) zu tun.
Genau das ist es, was einige Leute - so wie Du auch - nicht verstehen: es geht hier nicht darum, bei den Angaben zu drehen oder vorsätzlich falsche Angaben zu machen. Sondern die volle Tiefe des Gesetzes komplett auszunutzen. Das ist unerhört knifflige und im Prinzip völlig sinnlose Bastelarbeit, bringt aber zusätzliche 5-10% Rendite. Einfacher für alle wäre es, wenn der Staat so einen Dummfug abschafft, es jedem ohne diese Bastelarbeit ermöglicht die 5-10% Rendite abzuschaffen, und schon wäre das Steuersystem fairer.
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Walli schrieb:
Bevor das Geld in irgendwas sinnloses reingepulvert wird (und ja, da fallen "dem Staat" genug tolle Sachen ein) behalte ich doch so viel wie nur geht. Völlig normal, nichts mit asozial.
Der Staat verpulvert es sinnlos in Zinszahlungen, in diversen Investitionen wie Autobahnen, Bundesstrassen, Brücken, Kanäle, in Gehälter, in Renten, in Krankenkassenbeiträge, für Arbeitslose, für Kindergärten, Schulen, Justiz, ÖPNV und und und...
Tu nicht so, als wenn Du von alledem nichts hättest, oder wohnst Du in einem Dschungel und kümmerst Dich selber um Energie, Wasser und haust Dir morgens eine Schneise durch's Gebüsch? Brauchst Du nie die Müllabfuhr und die Kanalreinigung?
Und nochmal zur Erinnerung: zur Zeit gibt der Staat wesentlich mehr Geld aus, als er einnimmt und das Geld landet nicht im Klo oder in der Müllverbrennungsanlage, sondern bei unzählichen Leuten und Firmen. Der Staat spart nix. Er verteilt es nur ständig in der Gegend herum. Das zu viele verteilen kann man kritisieren. Aber immerhin hängen auch daran Arbeitsplätze und Gehälter/Besoldungen, mit dem tolle Sachen bei anderen Leuten/Firmen gekauft werden können.
Wieso regt sich von Euch niemand über die 70Mrd Zinszahlungen nur der Bundes auf? Wohin gehen die wohl? Zu den sozial schwachen?
Irgendwer profitiert davon und diejenigen sind sicherlich niemand, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. Natürlich müssen auch diese 70Mrd logischerweise über Steuergeld eingenommen werden. Ganz einfach. Das viele hier im Forum (und ich persönlich) von den 70Mrd nix sehen, ist unser Problem. Das hat das System so gewollt, welches wir wohl auch wollen, weil wir kein anderes haben.
Deshalb aber zu argumentieren, daß der Staat das Geld eh nur verschwendet und man gut daran tut, die Allgemeinheit zu betrügen, wo immer es möglich ist, ist reichlich kurz gegriffen und sehr wohl asozial und hochgradig Egoistisch, gegenüber denen, die ihre Steuern/Abgaben zahlen (müssen).
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Marc++us schrieb:
Eine Ausgabe in diesem Jahr zu tätigen, oder Anschaffungen zu stückeln, um unter Abschreibungsgrenzen zu bleiben, ist völlig LEGAL und ich kann Dir im Einkommensteuergesetz oder in der AO die Paragraphen raussuchen, die das erlauben.
D.h. also diese 5-10% nicht zu nutzen, ist höchstens Unkenntnis, hat aber nichts mit vorsätzlicher Steuerverkürzung (so heißt das im Amtsdeutsch) zu tun.
Genau das ist es, was einige Leute - so wie Du auch - nicht verstehen: es geht hier nicht darum, bei den Angaben zu drehen oder vorsätzlich falsche Angaben zu machen. Sondern die volle Tiefe des Gesetzes komplett auszunutzen. Das ist unerhört knifflige und im Prinzip völlig sinnlose Bastelarbeit, bringt aber zusätzliche 5-10% Rendite. Einfacher für alle wäre es, wenn der Staat so einen Dummfug abschafft, es jedem ohne diese Bastelarbeit ermöglicht die 5-10% Rendite abzuschaffen, und schon wäre das Steuersystem fairer.
und genau das, was du "ausnutzen" nennst, ist das illegale daran. gesetze sind nicht wortwörtlich einzuhalten, sondern haben einen sinn, ein ziel. wenn jemand dagegen verstößt, ist das genauso illegal (soweit ich weiß; ist es nicht illegal, sollte man doch selbst erkennen, daß man das gesetz nicht "ausnutzt", sondern mißbraucht).
die logische lösung wäre, einfach die "grenze" geheimzuhalten, damit niemand bewußt darauf hinarbeiten kann. das geht nur leider nicht.
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Marc++us schrieb:
Eine Ausgabe in diesem Jahr zu tätigen, oder Anschaffungen zu stückeln, um unter Abschreibungsgrenzen zu bleiben, ist völlig LEGAL und ich kann Dir im Einkommensteuergesetz oder in der AO die Paragraphen raussuchen, die das erlauben.
Es stellt auch keiner in Frage, ob das legal ist, sondern eher, ob es legitim ist.
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Wer Steuern zahlt, hat auch das Recht, Steuern zu sparen. Eben weil es für Steuern vom Staat keine Gegenleistung gibt. Denn es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Pflicht, Steuern zu zahlen, und dem Recht, vom Statt in der einen oder anderen Weise, direkt oder indirekt, unterstützt zu werden. Davon ausgehend, ist es absolut richtig und auch so gewollt, dass man als Steuerzahler seine Angelegenheiten auch hinsichtlich der Steuerlast optimiert. Daran ist absolut nichts Verwerfliches, im Gegenteil - unser Wirtschaftssystem beruht schließlich darauf. Ich finde jedenfalls keinen Hinweis im OT, der darauf hinweist, dass es hier um Steuerverkürzung oder -hinterziehung gehen soll.
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Surkevin schrieb:
Hallo!
Ich bin für jeden SICHEREN (bitte keine geglaubten Halbwahrheiten antworten) Tipp äußerst dankbar.Viele Grüße,
KevinBack on topic:
Es ist so, dass seit Januar 2005 für die Bemessungsgrenze (für den Erhalt des Kindergelds) das Nettogehalt angerechnet wird. Das heisst Bruttogehalt minus Sozialversicherungsanteil.
Die Einkommensgrenze für das Kindergeld liegt derzeit bei 7680,- € plus einer Werbekostenpauschale von 920 € (mindestens). Das bedeutet, wenn du mehr Werbungskosten als 920 € geltend machen kannst (sowas wie Spritkosten, Papierverbrauch, evtl. Arbeitskleidund etc.), dann musst du das auf dem Kindergeld alles gesondert aufschlüsseln.
Zusammenfassend nochmal: Du darfst höchstens 8600 € pro Jahr verdienen. Angerechnet wird das Nettogehalt.
Und noch ein persönlicher Tipp: Falls du _unbedingt_ darauf angewiesen bist, dass dein Vater das Kindergeld erhält, dann kannst du zum Erhalt des Kindergeldes eventuell noch eine Direktversicherung abschließen bei einem Versicherungsunternehmen deiner Wahl.
-> Der Beitrag der Direktversicherung wird nämlich auch von den anzurechnenden Einnahmen zum Erhalt des Kindergelds abgezogen. Für genauere Info's kannst du ja nochmal Fragen hier posten.
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camper schrieb:
Eben weil es für Steuern vom Staat keine Gegenleistung gibt. Denn es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Pflicht, Steuern zu zahlen, und dem Recht, vom Statt in der einen oder anderen Weise, direkt oder indirekt, unterstützt zu werden.
Das ist purer Unfug. Siehe meinen Post obendrüber. Es gibt sehr wohl einen Zusammenhang. Als Gesellschaft, die in einem Staat organisiert ist, kann man nur ausgeben, was man auch einnimmt. Wenn jeder meint, er wäre am bedürftigsten von allen, funktioniert das System nicht, weil wir's dann auch sein lassen können. Die Starken profitieren, die Schwachen haben Pech gehabt. Sowas hatten wir auch schon und es ist nur für die Starken von Vorteil oder hab ich einen Denkfehler?
Wir haben aber einen Sozialstaat, worauf wir trotz alle Probleme stolz sein können.Niemand sagt, daß Steuern sparen oder die Steuergesetze nicht mehr zu durchblicken illegal oder verwerflich ist. Wobei auch der Grundsatz gilt, daß nicht Wissen nicht vor Strafe schützt... Bei der letzten Bundestagswahl hätte sich was ändern können. Hat sich aber nicht. Weil die mündigen, gut informierten Bürger was anderes wollten...
Aber die Ausgangslage war, daß jemand lieber Kindergeld kassiert - das alle Steuerzahler finanzieren - als durch eigene Arbeit das gleiche oder ggf. höhere Einkommen zu erzielen. Das ist sein gutes Recht als Bürger dieses Landes. Aber man darf bei so einem Ansinnen auch nicht damit rechnen, daß man dafür von allen gelobt und bejubelt wird.
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NewProggie schrieb:
Und noch ein persönlicher Tipp: Falls du _unbedingt_ darauf angewiesen bist, dass dein Vater das Kindergeld erhält, dann kannst du zum Erhalt des Kindergeldes eventuell noch eine Direktversicherung abschließen bei einem Versicherungsunternehmen deiner Wahl.
-> Der Beitrag der Direktversicherung wird nämlich auch von den anzurechnenden Einnahmen zum Erhalt des Kindergelds abgezogen. Für genauere Info's kannst du ja nochmal Fragen hier posten.Da bin ich gespannt, wie man mit "Aushilfsjobs", denen im Zweifel kein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zu Grunde liegt (da könnte ich mich aber auch irren) ne Direktversicherung von seinem Pseudo-Arbeitgeber einrichten kann. Das Geld steht dann 50 Jahre herum und wenn er in Rente geht, versteuert er die 1,40 Rente im Monat auch noch. Naja, so hat wenigstens die Versicherungswirtschaft und die Personalabteilung des AG noch was davon...

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Mein Vater bekommt noch für mich Kindergeld. Das sind im Jahr ungefähr 2000€. ALlerdings nur so lange ich unter dem steuerfreien Betrag im Jahr bleibe. Ist das richtig?
Wie hoch ist der? Brutto oder Netto? Ich GLAUBE er ist 7700€ Netto. Ist das richtig?
weder noch. die Grenze ist 7680€ im Jahr - und es kommt dabei auf die Einkünfte und Bezüge an, "die zur Bestreitung des Unterhalts oder der Berufsausbildung bestimmt oder geeignet sind". Und dank eines in dieser Hinsicht für dich und viele andere günstigen Urteils des Bundesverfassungsgerichts aus dem letzten Jahr, schließt das insbesondere Sozialversicherungsbeiträge (das heißt, den Arbeitnehmeranteil daran) aus. Anders als bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens kommt es hier allerdings auf tatsächlich geleistete Beiträge an. Da es um Einkünfte geht ziehen wir hier außerdem noch die Werbungskosten ab, mindestens den Pauschbetrag in Höhe von 920€.
Kann ich einfach einen Laptop für 3000€ kaufen, so dass ich praktisch bei 7000€ stehe, wenn ich 10 000€ verdient habe?
Du kannst jederzeit irgendetwas kaufen. Worauf es ankommt, um diese Anschaffung steuermindernd geltend zu machen - und das wird eben bei derartigen Vorschlägen gerne ignoriert - ist die (ausschlißliche bzw. gänzlich überwiegende) berufliche Veranlassung. Besteht für eine Anschaffung eine nicht nur geringfügige private Veranlassung, dann ist eben die GESAMTE Anschaffung (auch nicht anteilig) nicht abziehbar. Diese Aufteilungs- und Abzugsverbot wird nur in wenigen Fällen durchbrochen. Bei Computern ist es z.B. möglich: könntest du z.B. belegen, dass du den Computer etwa zur Hälfte beruflich nutzt, so wären 50% der Anschaffungskosten (bei Computern, da hinreichend teuere, i.d.R. durch AfA) als Werbiungskosten geltend machen. Worauf es nicht ankommt, ist die Notwendigkeit einer Anschaffung - die liegt sowieso in deinem Interesse: lieber etwas mehr Steuern zahlen, als ungleich mehr Geld einfach zum Fenster rauswerfen

Weiteres Problem: Ich habe Januar bis Mai 5000€ Netto verdient. Es läuft also vermutlich darauf hinaus dass ich am Ende des Jahres bei ca. 10 000€ stehe.
Wie schaffe ich es dennoch, nichts versteuern zu müssen? Oder wie ist es zu midnest möglich, dass mein Vater trotzdem das Kindergeld nicht zurückzahlen muss?
10.000€ sind unkritisch:
Einnahmen: 10.000
ab Werbungskosten: 920
Einkünfte: 9.080
ab Vorsorgepauschale: 2.000
ab Sonderausghabenpauschbetrag: 36
vu versteuerndes Einkommen: 7.046Un da bis zu 7.664 € im Jahr steuerfrei sind, stellt das hier kein Problem dar.
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AndreasD schrieb:
camper schrieb:
Eben weil es für Steuern vom Staat keine Gegenleistung gibt. Denn es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Pflicht, Steuern zu zahlen, und dem Recht, vom Statt in der einen oder anderen Weise, direkt oder indirekt, unterstützt zu werden.
Das ist purer Unfug. Siehe meinen Post obendrüber. Es gibt sehr wohl einen Zusammenhang. Als Gesellschaft, die in einem Staat organisiert ist, kann man nur ausgeben, was man auch einnimmt. Wenn jeder meint, er wäre am bedürftigsten von allen, funktioniert das System nicht, weil wir's dann auch sein lassen können. Die Starken profitieren, die Schwachen haben Pech gehabt. Sowas hatten wir auch schon und es ist nur für die Starken von Vorteil oder hab ich einen Denkfehler?
Wir haben aber einen Sozialstaat, worauf wir trotz alle Probleme stolz sein können.Lies die Aussage nochmal richtig. Ich bestreite gar nicht, dass es einen Zusammenhang zwischen der Höhe der Ausgaben des Stattas und dem Steueraufkommen gibt. Gleichwohl folgt aus der individuellen Steuerpflicht kein individueller Anspruch auf Vergünstigungen. Und ich halte es für problematisch die Zusammanhänge der Volkswirtschaft als Grundlage individuellen Tuns zu benutzen. Erstens ist das unmöglich (und würde den Steuerzahler auch unberechenbar machen). Wichtiger ist, dass es Aufgabe des Staates ist, sein Finanzen unter den Bedingungen, in denen er existiert, zu ordnen und nicht dem Bürger zu diktieren, damit es den Staatsfinanzen gut geht. Der Staat hat dem Bürger zu dienen, andernfalls hat er keine Existenzberechtigung.
Im übrigen war mein Beitrag nicht, zumindest nicht speziell auf deinen zugeschnitten. Dessen Argumentation kann ich im Übrigen m.E. durchaus zustimmen.
Aber die Ausgangslage war, daß jemand lieber Kindergeld kassiert - das alle Steuerzahler finanzieren - als durch eigene Arbeit das gleiche oder ggf. höhere Einkommen zu erzielen. Das ist sein gutes Recht als Bürger dieses Landes. Aber man darf bei so einem Ansinnen auch nicht damit rechnen, daß man dafür von allen gelobt und bejubelt wird.
Zunächst einmal steht das Kindergeld den Eltern zu, nicht dem Kind. Mit anderen Worten, verdient er zuviel - schadet er unter Umständen seinen Eltern. Aus diesem Grunde würde ich es eher verwerflich finden, sich keine Gedanken darüber zu machen.
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nicht er schadet seinen eltern, das gesetz tut es. und zwar zu recht. (klingt komisch, ist aber so, dahinter steckt ganz sicher kein rechtspositivismus meinerseits)
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AndreasD schrieb:
Walli schrieb:
Bevor das Geld in irgendwas sinnloses reingepulvert wird (und ja, da fallen "dem Staat" genug tolle Sachen ein) behalte ich doch so viel wie nur geht. Völlig normal, nichts mit asozial.
Der Staat verpulvert es sinnlos in Zinszahlungen, in diversen Investitionen wie Autobahnen, Bundesstrassen, Brücken, Kanäle, in Gehälter, in Renten, in Krankenkassenbeiträge, für Arbeitslose, für Kindergärten, Schulen, Justiz, ÖPNV und und und...
Ja, und bei all dem gibt er 10 mal so viel Geld aus wie eigentlich nötig wäre (besonders bei diversen Sanierungen). "Der Staat" hat es nicht nötig zu sparen. Wenn kein Geld mehr da ist fragt man sich nicht nach dem warum sondern überlegt sich abstruse Dinge mit denen man mehr einsammeln kann. Und so lange das so ist kann ich es mehr als nachvollziehen wenn man soviel wie nur irgendwie möglich bei sich behält.
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Chris++ schrieb:
Und das weist du weil... du Ex- DDR Bürger bist?
Ja, das weis ich ganz genau.
Chris++ schrieb:
Die Leute wollten damals wohl eher "Frei" sein oder nicht immer wegen ein paar Bananen anstehen.
"Frei" ist ein rel. Begriff. Ich glaube nicht, dass die gewonnene Freiheit den DDR-Bürgern mehr Lebensqualität brachte, eher mehr Druck auch mal dorthin zu müssen, was letzendlich am Geld scheitert(e).
Chris++ schrieb:
In der DDR gab es auf jeden Fall mehr "sozial Intelligenz" wie heute.
Das stimmt, zum Leidwesen wandelt sich das aber immer mehr in Egoismus (Stichwort: "Ellenbogenmentalität") mit der Kernfrage:
Wie kann ich mich selbst auf Kosten der Allgemeinheit bevorteilen? Siehe dieser Thread.
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F98 schrieb:
Wie kann ich mich selbst auf Kosten der Allgemeinheit bevorteilen?
Der Allgemeinheit steht es zu eben dies zu machen, ich würde dies sogar begrüßen. Vielleicht merken dann mal ein paar Leute was wir eigentlich für ein bescheuertes System haben.
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ok alter ich habe nen guten Tip:
spende mir die Kohle, den Betrag kannste dann von Deiner Steuerpflicht abziehen.
Ich lege die Kohle an und mache zur Zeit günstig an der Börse Verlust.
Den Verlust ziehe ich dann von meiner Steuerpflicht wiederum ab.Dann spende ich Dir den Rest der Scherben zurück.

mfg
RB
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@RED-BARON: gute Idee, aber leider funktioniert sie an 2 Stellen nicht.
Auch wenn es Ironie von Dir war, zu Deiner Wissenserweiterung:
- man kann Spenden nur absetzen, wenn es sich um eine Spende an einen gemeinnützigen eingetragenen Verein handelt, politische Parteien oder Kirchen
- man kann Verluste aus Börsengeschäften nur mit Gewinnen aus Börsengeschäften verrechnen, NICHT mit seinen sonstigen Steuerzahlungen (auch wenn der Volksmund sowas gerne von den bösen Kapitalisten behauptet)
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dann will ich Dir mal was sagen:
ne Patei oder Sekte, was ja das gleiche ist, ist schneller aus dem Ärmel gezaubert als wie das Peer dich ausgeraubt hat.
da hast Du recht - ES LIEGT ALSO DRINGENDER FISKALISCHER HANDLUNGSBEDARF VOR !

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camper schrieb:
Lies die Aussage nochmal richtig. Ich bestreite gar nicht, dass es einen Zusammenhang zwischen der Höhe der Ausgaben des Stattas und dem Steueraufkommen gibt. Gleichwohl folgt aus der individuellen Steuerpflicht kein individueller Anspruch auf Vergünstigungen. Und ich halte es für problematisch die Zusammanhänge der Volkswirtschaft als Grundlage individuellen Tuns zu benutzen. Erstens ist das unmöglich (und würde den Steuerzahler auch unberechenbar machen). Wichtiger ist, dass es Aufgabe des Staates ist, sein Finanzen unter den Bedingungen, in denen er existiert, zu ordnen und nicht dem Bürger zu diktieren, damit es den Staatsfinanzen gut geht. Der Staat hat dem Bürger zu dienen, andernfalls hat er keine Existenzberechtigung.
Ok, ich hab den letzten Teil zu schnell gelesen. Mein Fehler und Entschuldigung.
Klar ist die Regierung für die Finanzien zuständig. Aber die Finanzlage haben auf uns alle mittelbar Auswirkung. Wenn der Staat jahrzehntelang über seine Verhältnisse lebt, kann das auf Dauer nicht gut gehen.
Das mit dem Bürger dienen ist doch so sinngemäß in der Eidesformel beim Amtsantritt enthalten
Walli schrieb:
Ja, und bei all dem gibt er 10 mal so viel Geld aus wie eigentlich nötig wäre (besonders bei diversen Sanierungen). "Der Staat" hat es nicht nötig zu sparen. Wenn kein Geld mehr da ist fragt man sich nicht nach dem warum sondern überlegt sich abstruse Dinge mit denen man mehr einsammeln kann. Und so lange das so ist kann ich es mehr als nachvollziehen wenn man soviel wie nur irgendwie möglich bei sich behält.
Weitergedacht bedeutet das, daß wir in zig Jahren eine Steuerquote von 90% haben?
Das Argument mit dem "nich nötig zu sparen" kann ich nur bedingt nachvollziehen. Sicherlich fliegt viel Geld sinnlos zum Fenster raus (z.B. Brücken über Autobahnen bauen, die erst Jahre später gebaut werden...), aber es landet selbst bei Verschwendung nicht im Mistkübel, sondern bei Leuten und Firmen und sichert immerhin Arbeitsplätze, wenn auch direkt mit Steuergeld subventioniert.Im Prinzip gebe ich Dir Recht: mit fremdem Geld geht man immer viel lockerer um als mit eigenem.
Weshalb fällt es aber der Politik so schwer, die nicht mehr leistbaren Ausgaben zu streichen? Z.B. Kohlesubvention? Steuerfreies Kerosin? Das Schwimmbad im Ort?
Weil Politiker auf einem Drahtseil jonglieren und (wieder)gewählt werden wollen. Jede Streichung tut irgendjemandem weh. Aber alle wollen neue Umgehungsstraßen, noch ein Schwimmbad bzw. ein modernisiertes, billig in Urlaub fliegen, Schüler wollen neue Tische & Stühle, weil sie die in wenigen Jahren gealterten zerstört haben (die kosten ja auch nix, weil man nix dafür zahlen muß und automatisch ausgestauscht werden) etc.
Sparen=Verzicht
Ersteres fordert man vom Staat & der Politik aber verzichten will keiner oder sag doch mal ein Gebiet, wo Du konkret mit einer Streichung "zufrieden" wärst, die Dich voll betrifft (bei den anderen kürzen ist immer einfach)?Willst Du lieber ne Maut auf der Autobahn bezahlen und den 3fachen Preis im ÖPNV, weil die Sachen voll privat und unsubventioniert betrieben werden, private Unternehmen nie Geld verschwenden, immer nur der Industrie/Handwerk im eigenen Land Aufträge erteilen, niemals Gewinne für sich und ihre Kapitalanleger einfahren wollen, nur Arbeitskräfte mit ordentlichen Tarifgehältern einstellen und sich grundsätzlich dem Gemeinwohl verpflichtet sehen?