Wichtige Frage bzgl. der Steuerfreien Grenze...wie um Versteuerung rum kommen?



  • Surkevin schrieb:

    Hallo!
    Ich bin für jeden SICHEREN (bitte keine geglaubten Halbwahrheiten antworten) Tipp äußerst dankbar.

    Viele Grüße,
    Kevin

    Back on topic:

    Es ist so, dass seit Januar 2005 für die Bemessungsgrenze (für den Erhalt des Kindergelds) das Nettogehalt angerechnet wird. Das heisst Bruttogehalt minus Sozialversicherungsanteil.

    Die Einkommensgrenze für das Kindergeld liegt derzeit bei 7680,- € plus einer Werbekostenpauschale von 920 € (mindestens). Das bedeutet, wenn du mehr Werbungskosten als 920 € geltend machen kannst (sowas wie Spritkosten, Papierverbrauch, evtl. Arbeitskleidund etc.), dann musst du das auf dem Kindergeld alles gesondert aufschlüsseln.
    Zusammenfassend nochmal: Du darfst höchstens 8600 € pro Jahr verdienen. Angerechnet wird das Nettogehalt.
    Und noch ein persönlicher Tipp: Falls du _unbedingt_ darauf angewiesen bist, dass dein Vater das Kindergeld erhält, dann kannst du zum Erhalt des Kindergeldes eventuell noch eine Direktversicherung abschließen bei einem Versicherungsunternehmen deiner Wahl.
    -> Der Beitrag der Direktversicherung wird nämlich auch von den anzurechnenden Einnahmen zum Erhalt des Kindergelds abgezogen. Für genauere Info's kannst du ja nochmal Fragen hier posten.



  • camper schrieb:

    Eben weil es für Steuern vom Staat keine Gegenleistung gibt. Denn es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Pflicht, Steuern zu zahlen, und dem Recht, vom Statt in der einen oder anderen Weise, direkt oder indirekt, unterstützt zu werden.

    Das ist purer Unfug. Siehe meinen Post obendrüber. Es gibt sehr wohl einen Zusammenhang. Als Gesellschaft, die in einem Staat organisiert ist, kann man nur ausgeben, was man auch einnimmt. Wenn jeder meint, er wäre am bedürftigsten von allen, funktioniert das System nicht, weil wir's dann auch sein lassen können. Die Starken profitieren, die Schwachen haben Pech gehabt. Sowas hatten wir auch schon und es ist nur für die Starken von Vorteil oder hab ich einen Denkfehler?
    Wir haben aber einen Sozialstaat, worauf wir trotz alle Probleme stolz sein können.

    Niemand sagt, daß Steuern sparen oder die Steuergesetze nicht mehr zu durchblicken illegal oder verwerflich ist. Wobei auch der Grundsatz gilt, daß nicht Wissen nicht vor Strafe schützt... Bei der letzten Bundestagswahl hätte sich was ändern können. Hat sich aber nicht. Weil die mündigen, gut informierten Bürger was anderes wollten...

    Aber die Ausgangslage war, daß jemand lieber Kindergeld kassiert - das alle Steuerzahler finanzieren - als durch eigene Arbeit das gleiche oder ggf. höhere Einkommen zu erzielen. Das ist sein gutes Recht als Bürger dieses Landes. Aber man darf bei so einem Ansinnen auch nicht damit rechnen, daß man dafür von allen gelobt und bejubelt wird.



  • NewProggie schrieb:

    Und noch ein persönlicher Tipp: Falls du _unbedingt_ darauf angewiesen bist, dass dein Vater das Kindergeld erhält, dann kannst du zum Erhalt des Kindergeldes eventuell noch eine Direktversicherung abschließen bei einem Versicherungsunternehmen deiner Wahl.
    -> Der Beitrag der Direktversicherung wird nämlich auch von den anzurechnenden Einnahmen zum Erhalt des Kindergelds abgezogen. Für genauere Info's kannst du ja nochmal Fragen hier posten.

    Da bin ich gespannt, wie man mit "Aushilfsjobs", denen im Zweifel kein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zu Grunde liegt (da könnte ich mich aber auch irren) ne Direktversicherung von seinem Pseudo-Arbeitgeber einrichten kann. Das Geld steht dann 50 Jahre herum und wenn er in Rente geht, versteuert er die 1,40 Rente im Monat auch noch. Naja, so hat wenigstens die Versicherungswirtschaft und die Personalabteilung des AG noch was davon... 👍



  • Mein Vater bekommt noch für mich Kindergeld. Das sind im Jahr ungefähr 2000€. ALlerdings nur so lange ich unter dem steuerfreien Betrag im Jahr bleibe. Ist das richtig?

    Wie hoch ist der? Brutto oder Netto? Ich GLAUBE er ist 7700€ Netto. Ist das richtig?

    weder noch. die Grenze ist 7680€ im Jahr - und es kommt dabei auf die Einkünfte und Bezüge an, "die zur Bestreitung des Unterhalts oder der Berufsausbildung bestimmt oder geeignet sind". Und dank eines in dieser Hinsicht für dich und viele andere günstigen Urteils des Bundesverfassungsgerichts aus dem letzten Jahr, schließt das insbesondere Sozialversicherungsbeiträge (das heißt, den Arbeitnehmeranteil daran) aus. Anders als bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens kommt es hier allerdings auf tatsächlich geleistete Beiträge an. Da es um Einkünfte geht ziehen wir hier außerdem noch die Werbungskosten ab, mindestens den Pauschbetrag in Höhe von 920€.

    Kann ich einfach einen Laptop für 3000€ kaufen, so dass ich praktisch bei 7000€ stehe, wenn ich 10 000€ verdient habe?

    Du kannst jederzeit irgendetwas kaufen. Worauf es ankommt, um diese Anschaffung steuermindernd geltend zu machen - und das wird eben bei derartigen Vorschlägen gerne ignoriert - ist die (ausschlißliche bzw. gänzlich überwiegende) berufliche Veranlassung. Besteht für eine Anschaffung eine nicht nur geringfügige private Veranlassung, dann ist eben die GESAMTE Anschaffung (auch nicht anteilig) nicht abziehbar. Diese Aufteilungs- und Abzugsverbot wird nur in wenigen Fällen durchbrochen. Bei Computern ist es z.B. möglich: könntest du z.B. belegen, dass du den Computer etwa zur Hälfte beruflich nutzt, so wären 50% der Anschaffungskosten (bei Computern, da hinreichend teuere, i.d.R. durch AfA) als Werbiungskosten geltend machen. Worauf es nicht ankommt, ist die Notwendigkeit einer Anschaffung - die liegt sowieso in deinem Interesse: lieber etwas mehr Steuern zahlen, als ungleich mehr Geld einfach zum Fenster rauswerfen 😉

    Weiteres Problem: Ich habe Januar bis Mai 5000€ Netto verdient. Es läuft also vermutlich darauf hinaus dass ich am Ende des Jahres bei ca. 10 000€ stehe.

    Wie schaffe ich es dennoch, nichts versteuern zu müssen? Oder wie ist es zu midnest möglich, dass mein Vater trotzdem das Kindergeld nicht zurückzahlen muss?

    10.000€ sind unkritisch:
    Einnahmen: 10.000
    ab Werbungskosten: 920
    Einkünfte: 9.080
    ab Vorsorgepauschale: 2.000
    ab Sonderausghabenpauschbetrag: 36
    vu versteuerndes Einkommen: 7.046

    Un da bis zu 7.664 € im Jahr steuerfrei sind, stellt das hier kein Problem dar.



  • AndreasD schrieb:

    camper schrieb:

    Eben weil es für Steuern vom Staat keine Gegenleistung gibt. Denn es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Pflicht, Steuern zu zahlen, und dem Recht, vom Statt in der einen oder anderen Weise, direkt oder indirekt, unterstützt zu werden.

    Das ist purer Unfug. Siehe meinen Post obendrüber. Es gibt sehr wohl einen Zusammenhang. Als Gesellschaft, die in einem Staat organisiert ist, kann man nur ausgeben, was man auch einnimmt. Wenn jeder meint, er wäre am bedürftigsten von allen, funktioniert das System nicht, weil wir's dann auch sein lassen können. Die Starken profitieren, die Schwachen haben Pech gehabt. Sowas hatten wir auch schon und es ist nur für die Starken von Vorteil oder hab ich einen Denkfehler?
    Wir haben aber einen Sozialstaat, worauf wir trotz alle Probleme stolz sein können.

    Lies die Aussage nochmal richtig. Ich bestreite gar nicht, dass es einen Zusammenhang zwischen der Höhe der Ausgaben des Stattas und dem Steueraufkommen gibt. Gleichwohl folgt aus der individuellen Steuerpflicht kein individueller Anspruch auf Vergünstigungen. Und ich halte es für problematisch die Zusammanhänge der Volkswirtschaft als Grundlage individuellen Tuns zu benutzen. Erstens ist das unmöglich (und würde den Steuerzahler auch unberechenbar machen). Wichtiger ist, dass es Aufgabe des Staates ist, sein Finanzen unter den Bedingungen, in denen er existiert, zu ordnen und nicht dem Bürger zu diktieren, damit es den Staatsfinanzen gut geht. Der Staat hat dem Bürger zu dienen, andernfalls hat er keine Existenzberechtigung.

    Im übrigen war mein Beitrag nicht, zumindest nicht speziell auf deinen zugeschnitten. Dessen Argumentation kann ich im Übrigen m.E. durchaus zustimmen.

    Aber die Ausgangslage war, daß jemand lieber Kindergeld kassiert - das alle Steuerzahler finanzieren - als durch eigene Arbeit das gleiche oder ggf. höhere Einkommen zu erzielen. Das ist sein gutes Recht als Bürger dieses Landes. Aber man darf bei so einem Ansinnen auch nicht damit rechnen, daß man dafür von allen gelobt und bejubelt wird.

    Zunächst einmal steht das Kindergeld den Eltern zu, nicht dem Kind. Mit anderen Worten, verdient er zuviel - schadet er unter Umständen seinen Eltern. Aus diesem Grunde würde ich es eher verwerflich finden, sich keine Gedanken darüber zu machen.



  • nicht er schadet seinen eltern, das gesetz tut es. und zwar zu recht. (klingt komisch, ist aber so, dahinter steckt ganz sicher kein rechtspositivismus meinerseits)



  • AndreasD schrieb:

    Walli schrieb:

    Bevor das Geld in irgendwas sinnloses reingepulvert wird (und ja, da fallen "dem Staat" genug tolle Sachen ein) behalte ich doch so viel wie nur geht. Völlig normal, nichts mit asozial.

    Der Staat verpulvert es sinnlos in Zinszahlungen, in diversen Investitionen wie Autobahnen, Bundesstrassen, Brücken, Kanäle, in Gehälter, in Renten, in Krankenkassenbeiträge, für Arbeitslose, für Kindergärten, Schulen, Justiz, ÖPNV und und und...

    Ja, und bei all dem gibt er 10 mal so viel Geld aus wie eigentlich nötig wäre (besonders bei diversen Sanierungen). "Der Staat" hat es nicht nötig zu sparen. Wenn kein Geld mehr da ist fragt man sich nicht nach dem warum sondern überlegt sich abstruse Dinge mit denen man mehr einsammeln kann. Und so lange das so ist kann ich es mehr als nachvollziehen wenn man soviel wie nur irgendwie möglich bei sich behält.



  • Chris++ schrieb:

    Und das weist du weil... du Ex- DDR Bürger bist?

    Ja, das weis ich ganz genau.

    Chris++ schrieb:

    Die Leute wollten damals wohl eher "Frei" sein oder nicht immer wegen ein paar Bananen anstehen.

    "Frei" ist ein rel. Begriff. Ich glaube nicht, dass die gewonnene Freiheit den DDR-Bürgern mehr Lebensqualität brachte, eher mehr Druck auch mal dorthin zu müssen, was letzendlich am Geld scheitert(e).

    Chris++ schrieb:

    In der DDR gab es auf jeden Fall mehr "sozial Intelligenz" wie heute.

    Das stimmt, zum Leidwesen wandelt sich das aber immer mehr in Egoismus (Stichwort: "Ellenbogenmentalität") mit der Kernfrage:

    Wie kann ich mich selbst auf Kosten der Allgemeinheit bevorteilen? Siehe dieser Thread.



  • F98 schrieb:

    Wie kann ich mich selbst auf Kosten der Allgemeinheit bevorteilen?

    Der Allgemeinheit steht es zu eben dies zu machen, ich würde dies sogar begrüßen. Vielleicht merken dann mal ein paar Leute was wir eigentlich für ein bescheuertes System haben.



  • ok alter ich habe nen guten Tip:

    spende mir die Kohle, den Betrag kannste dann von Deiner Steuerpflicht abziehen.

    Ich lege die Kohle an und mache zur Zeit günstig an der Börse Verlust.
    Den Verlust ziehe ich dann von meiner Steuerpflicht wiederum ab.

    Dann spende ich Dir den Rest der Scherben zurück. 🕶

    mfg
    RB


  • Mod

    @RED-BARON: gute Idee, aber leider funktioniert sie an 2 Stellen nicht.

    Auch wenn es Ironie von Dir war, zu Deiner Wissenserweiterung:

    - man kann Spenden nur absetzen, wenn es sich um eine Spende an einen gemeinnützigen eingetragenen Verein handelt, politische Parteien oder Kirchen
    - man kann Verluste aus Börsengeschäften nur mit Gewinnen aus Börsengeschäften verrechnen, NICHT mit seinen sonstigen Steuerzahlungen (auch wenn der Volksmund sowas gerne von den bösen Kapitalisten behauptet)



  • dann will ich Dir mal was sagen:

    ne Patei oder Sekte, was ja das gleiche ist, ist schneller aus dem Ärmel gezaubert als wie das Peer dich ausgeraubt hat.

    da hast Du recht - ES LIEGT ALSO DRINGENDER FISKALISCHER HANDLUNGSBEDARF VOR !

    🤡 🤡 🤡 🤡



  • camper schrieb:

    Lies die Aussage nochmal richtig. Ich bestreite gar nicht, dass es einen Zusammenhang zwischen der Höhe der Ausgaben des Stattas und dem Steueraufkommen gibt. Gleichwohl folgt aus der individuellen Steuerpflicht kein individueller Anspruch auf Vergünstigungen. Und ich halte es für problematisch die Zusammanhänge der Volkswirtschaft als Grundlage individuellen Tuns zu benutzen. Erstens ist das unmöglich (und würde den Steuerzahler auch unberechenbar machen). Wichtiger ist, dass es Aufgabe des Staates ist, sein Finanzen unter den Bedingungen, in denen er existiert, zu ordnen und nicht dem Bürger zu diktieren, damit es den Staatsfinanzen gut geht. Der Staat hat dem Bürger zu dienen, andernfalls hat er keine Existenzberechtigung.

    Ok, ich hab den letzten Teil zu schnell gelesen. Mein Fehler und Entschuldigung.

    Klar ist die Regierung für die Finanzien zuständig. Aber die Finanzlage haben auf uns alle mittelbar Auswirkung. Wenn der Staat jahrzehntelang über seine Verhältnisse lebt, kann das auf Dauer nicht gut gehen.
    Das mit dem Bürger dienen ist doch so sinngemäß in der Eidesformel beim Amtsantritt enthalten 😉

    Walli schrieb:

    Ja, und bei all dem gibt er 10 mal so viel Geld aus wie eigentlich nötig wäre (besonders bei diversen Sanierungen). "Der Staat" hat es nicht nötig zu sparen. Wenn kein Geld mehr da ist fragt man sich nicht nach dem warum sondern überlegt sich abstruse Dinge mit denen man mehr einsammeln kann. Und so lange das so ist kann ich es mehr als nachvollziehen wenn man soviel wie nur irgendwie möglich bei sich behält.

    Weitergedacht bedeutet das, daß wir in zig Jahren eine Steuerquote von 90% haben?
    Das Argument mit dem "nich nötig zu sparen" kann ich nur bedingt nachvollziehen. Sicherlich fliegt viel Geld sinnlos zum Fenster raus (z.B. Brücken über Autobahnen bauen, die erst Jahre später gebaut werden...), aber es landet selbst bei Verschwendung nicht im Mistkübel, sondern bei Leuten und Firmen und sichert immerhin Arbeitsplätze, wenn auch direkt mit Steuergeld subventioniert.

    Im Prinzip gebe ich Dir Recht: mit fremdem Geld geht man immer viel lockerer um als mit eigenem.
    Weshalb fällt es aber der Politik so schwer, die nicht mehr leistbaren Ausgaben zu streichen? Z.B. Kohlesubvention? Steuerfreies Kerosin? Das Schwimmbad im Ort?
    Weil Politiker auf einem Drahtseil jonglieren und (wieder)gewählt werden wollen. Jede Streichung tut irgendjemandem weh. Aber alle wollen neue Umgehungsstraßen, noch ein Schwimmbad bzw. ein modernisiertes, billig in Urlaub fliegen, Schüler wollen neue Tische & Stühle, weil sie die in wenigen Jahren gealterten zerstört haben (die kosten ja auch nix, weil man nix dafür zahlen muß und automatisch ausgestauscht werden) etc.
    Sparen=Verzicht
    Ersteres fordert man vom Staat & der Politik aber verzichten will keiner oder sag doch mal ein Gebiet, wo Du konkret mit einer Streichung "zufrieden" wärst, die Dich voll betrifft (bei den anderen kürzen ist immer einfach)?

    Willst Du lieber ne Maut auf der Autobahn bezahlen und den 3fachen Preis im ÖPNV, weil die Sachen voll privat und unsubventioniert betrieben werden, private Unternehmen nie Geld verschwenden, immer nur der Industrie/Handwerk im eigenen Land Aufträge erteilen, niemals Gewinne für sich und ihre Kapitalanleger einfahren wollen, nur Arbeitskräfte mit ordentlichen Tarifgehältern einstellen und sich grundsätzlich dem Gemeinwohl verpflichtet sehen?



  • @ RED-BARON + Marc++us:

    Bei Spenden ist noch ein wenig anderst:

    Man darf max. 5% vom Bruttogesamteinkommen bzw. Gewinn oder max. 0,2 % vom Umsatz als Spende steuermindert absetzen. Alle weitergehenden Spenden sind "Privatvergnügen" und senken die Steuerlast nicht.


Anmelden zum Antworten