Wichtige Frage bzgl. der Steuerfreien Grenze...wie um Versteuerung rum kommen?
-
AndreasD schrieb:
camper schrieb:
Eben weil es für Steuern vom Staat keine Gegenleistung gibt. Denn es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Pflicht, Steuern zu zahlen, und dem Recht, vom Statt in der einen oder anderen Weise, direkt oder indirekt, unterstützt zu werden.
Das ist purer Unfug. Siehe meinen Post obendrüber. Es gibt sehr wohl einen Zusammenhang. Als Gesellschaft, die in einem Staat organisiert ist, kann man nur ausgeben, was man auch einnimmt. Wenn jeder meint, er wäre am bedürftigsten von allen, funktioniert das System nicht, weil wir's dann auch sein lassen können. Die Starken profitieren, die Schwachen haben Pech gehabt. Sowas hatten wir auch schon und es ist nur für die Starken von Vorteil oder hab ich einen Denkfehler?
Wir haben aber einen Sozialstaat, worauf wir trotz alle Probleme stolz sein können.Lies die Aussage nochmal richtig. Ich bestreite gar nicht, dass es einen Zusammenhang zwischen der Höhe der Ausgaben des Stattas und dem Steueraufkommen gibt. Gleichwohl folgt aus der individuellen Steuerpflicht kein individueller Anspruch auf Vergünstigungen. Und ich halte es für problematisch die Zusammanhänge der Volkswirtschaft als Grundlage individuellen Tuns zu benutzen. Erstens ist das unmöglich (und würde den Steuerzahler auch unberechenbar machen). Wichtiger ist, dass es Aufgabe des Staates ist, sein Finanzen unter den Bedingungen, in denen er existiert, zu ordnen und nicht dem Bürger zu diktieren, damit es den Staatsfinanzen gut geht. Der Staat hat dem Bürger zu dienen, andernfalls hat er keine Existenzberechtigung.
Im übrigen war mein Beitrag nicht, zumindest nicht speziell auf deinen zugeschnitten. Dessen Argumentation kann ich im Übrigen m.E. durchaus zustimmen.
Aber die Ausgangslage war, daß jemand lieber Kindergeld kassiert - das alle Steuerzahler finanzieren - als durch eigene Arbeit das gleiche oder ggf. höhere Einkommen zu erzielen. Das ist sein gutes Recht als Bürger dieses Landes. Aber man darf bei so einem Ansinnen auch nicht damit rechnen, daß man dafür von allen gelobt und bejubelt wird.
Zunächst einmal steht das Kindergeld den Eltern zu, nicht dem Kind. Mit anderen Worten, verdient er zuviel - schadet er unter Umständen seinen Eltern. Aus diesem Grunde würde ich es eher verwerflich finden, sich keine Gedanken darüber zu machen.
-
nicht er schadet seinen eltern, das gesetz tut es. und zwar zu recht. (klingt komisch, ist aber so, dahinter steckt ganz sicher kein rechtspositivismus meinerseits)
-
AndreasD schrieb:
Walli schrieb:
Bevor das Geld in irgendwas sinnloses reingepulvert wird (und ja, da fallen "dem Staat" genug tolle Sachen ein) behalte ich doch so viel wie nur geht. Völlig normal, nichts mit asozial.
Der Staat verpulvert es sinnlos in Zinszahlungen, in diversen Investitionen wie Autobahnen, Bundesstrassen, Brücken, Kanäle, in Gehälter, in Renten, in Krankenkassenbeiträge, für Arbeitslose, für Kindergärten, Schulen, Justiz, ÖPNV und und und...
Ja, und bei all dem gibt er 10 mal so viel Geld aus wie eigentlich nötig wäre (besonders bei diversen Sanierungen). "Der Staat" hat es nicht nötig zu sparen. Wenn kein Geld mehr da ist fragt man sich nicht nach dem warum sondern überlegt sich abstruse Dinge mit denen man mehr einsammeln kann. Und so lange das so ist kann ich es mehr als nachvollziehen wenn man soviel wie nur irgendwie möglich bei sich behält.
-
Chris++ schrieb:
Und das weist du weil... du Ex- DDR Bürger bist?
Ja, das weis ich ganz genau.
Chris++ schrieb:
Die Leute wollten damals wohl eher "Frei" sein oder nicht immer wegen ein paar Bananen anstehen.
"Frei" ist ein rel. Begriff. Ich glaube nicht, dass die gewonnene Freiheit den DDR-Bürgern mehr Lebensqualität brachte, eher mehr Druck auch mal dorthin zu müssen, was letzendlich am Geld scheitert(e).
Chris++ schrieb:
In der DDR gab es auf jeden Fall mehr "sozial Intelligenz" wie heute.
Das stimmt, zum Leidwesen wandelt sich das aber immer mehr in Egoismus (Stichwort: "Ellenbogenmentalität") mit der Kernfrage:
Wie kann ich mich selbst auf Kosten der Allgemeinheit bevorteilen? Siehe dieser Thread.
-
F98 schrieb:
Wie kann ich mich selbst auf Kosten der Allgemeinheit bevorteilen?
Der Allgemeinheit steht es zu eben dies zu machen, ich würde dies sogar begrüßen. Vielleicht merken dann mal ein paar Leute was wir eigentlich für ein bescheuertes System haben.
-
ok alter ich habe nen guten Tip:
spende mir die Kohle, den Betrag kannste dann von Deiner Steuerpflicht abziehen.
Ich lege die Kohle an und mache zur Zeit günstig an der Börse Verlust.
Den Verlust ziehe ich dann von meiner Steuerpflicht wiederum ab.Dann spende ich Dir den Rest der Scherben zurück.

mfg
RB
-
@RED-BARON: gute Idee, aber leider funktioniert sie an 2 Stellen nicht.
Auch wenn es Ironie von Dir war, zu Deiner Wissenserweiterung:
- man kann Spenden nur absetzen, wenn es sich um eine Spende an einen gemeinnützigen eingetragenen Verein handelt, politische Parteien oder Kirchen
- man kann Verluste aus Börsengeschäften nur mit Gewinnen aus Börsengeschäften verrechnen, NICHT mit seinen sonstigen Steuerzahlungen (auch wenn der Volksmund sowas gerne von den bösen Kapitalisten behauptet)
-
dann will ich Dir mal was sagen:
ne Patei oder Sekte, was ja das gleiche ist, ist schneller aus dem Ärmel gezaubert als wie das Peer dich ausgeraubt hat.
da hast Du recht - ES LIEGT ALSO DRINGENDER FISKALISCHER HANDLUNGSBEDARF VOR !

-
camper schrieb:
Lies die Aussage nochmal richtig. Ich bestreite gar nicht, dass es einen Zusammenhang zwischen der Höhe der Ausgaben des Stattas und dem Steueraufkommen gibt. Gleichwohl folgt aus der individuellen Steuerpflicht kein individueller Anspruch auf Vergünstigungen. Und ich halte es für problematisch die Zusammanhänge der Volkswirtschaft als Grundlage individuellen Tuns zu benutzen. Erstens ist das unmöglich (und würde den Steuerzahler auch unberechenbar machen). Wichtiger ist, dass es Aufgabe des Staates ist, sein Finanzen unter den Bedingungen, in denen er existiert, zu ordnen und nicht dem Bürger zu diktieren, damit es den Staatsfinanzen gut geht. Der Staat hat dem Bürger zu dienen, andernfalls hat er keine Existenzberechtigung.
Ok, ich hab den letzten Teil zu schnell gelesen. Mein Fehler und Entschuldigung.
Klar ist die Regierung für die Finanzien zuständig. Aber die Finanzlage haben auf uns alle mittelbar Auswirkung. Wenn der Staat jahrzehntelang über seine Verhältnisse lebt, kann das auf Dauer nicht gut gehen.
Das mit dem Bürger dienen ist doch so sinngemäß in der Eidesformel beim Amtsantritt enthalten
Walli schrieb:
Ja, und bei all dem gibt er 10 mal so viel Geld aus wie eigentlich nötig wäre (besonders bei diversen Sanierungen). "Der Staat" hat es nicht nötig zu sparen. Wenn kein Geld mehr da ist fragt man sich nicht nach dem warum sondern überlegt sich abstruse Dinge mit denen man mehr einsammeln kann. Und so lange das so ist kann ich es mehr als nachvollziehen wenn man soviel wie nur irgendwie möglich bei sich behält.
Weitergedacht bedeutet das, daß wir in zig Jahren eine Steuerquote von 90% haben?
Das Argument mit dem "nich nötig zu sparen" kann ich nur bedingt nachvollziehen. Sicherlich fliegt viel Geld sinnlos zum Fenster raus (z.B. Brücken über Autobahnen bauen, die erst Jahre später gebaut werden...), aber es landet selbst bei Verschwendung nicht im Mistkübel, sondern bei Leuten und Firmen und sichert immerhin Arbeitsplätze, wenn auch direkt mit Steuergeld subventioniert.Im Prinzip gebe ich Dir Recht: mit fremdem Geld geht man immer viel lockerer um als mit eigenem.
Weshalb fällt es aber der Politik so schwer, die nicht mehr leistbaren Ausgaben zu streichen? Z.B. Kohlesubvention? Steuerfreies Kerosin? Das Schwimmbad im Ort?
Weil Politiker auf einem Drahtseil jonglieren und (wieder)gewählt werden wollen. Jede Streichung tut irgendjemandem weh. Aber alle wollen neue Umgehungsstraßen, noch ein Schwimmbad bzw. ein modernisiertes, billig in Urlaub fliegen, Schüler wollen neue Tische & Stühle, weil sie die in wenigen Jahren gealterten zerstört haben (die kosten ja auch nix, weil man nix dafür zahlen muß und automatisch ausgestauscht werden) etc.
Sparen=Verzicht
Ersteres fordert man vom Staat & der Politik aber verzichten will keiner oder sag doch mal ein Gebiet, wo Du konkret mit einer Streichung "zufrieden" wärst, die Dich voll betrifft (bei den anderen kürzen ist immer einfach)?Willst Du lieber ne Maut auf der Autobahn bezahlen und den 3fachen Preis im ÖPNV, weil die Sachen voll privat und unsubventioniert betrieben werden, private Unternehmen nie Geld verschwenden, immer nur der Industrie/Handwerk im eigenen Land Aufträge erteilen, niemals Gewinne für sich und ihre Kapitalanleger einfahren wollen, nur Arbeitskräfte mit ordentlichen Tarifgehältern einstellen und sich grundsätzlich dem Gemeinwohl verpflichtet sehen?
-
@ RED-BARON + Marc++us:
Bei Spenden ist noch ein wenig anderst:
Man darf max. 5% vom Bruttogesamteinkommen bzw. Gewinn oder max. 0,2 % vom Umsatz als Spende steuermindert absetzen. Alle weitergehenden Spenden sind "Privatvergnügen" und senken die Steuerlast nicht.