Schlechter Stil wenn man alle public: hat?



  • DrGreenthumb schrieb:

    Datenkapselung ist ein Grundpfeiler der Objektorientierten Programmierung.

    Habe mich nicht gegen Datenkapselung ausgesprochen.

    Doch du hast:

    Und langsam tendiere ich auch dazu, einfach alles immer public zu machen



  • DEvent schrieb:

    DrGreenthumb schrieb:

    Habe mich nicht gegen Datenkapselung ausgesprochen.

    Doch du hast:

    Und langsam tendiere ich auch dazu, einfach alles immer public zu machen

    dann lies mal bitte auch den nächsten Satz 🙄

    Aber ich formuliere mal um:
    Langsam tendiere ich dazu, einfach //private statt private: zu schreiben.

    Jetzt klar worauf ich hinauswollte? Ich finde die Kontrolle durch die Sprache unsinnig. So hatte ich auch die ursprüngliche Frage verstanden.

    Zumal (wie ich auch schon schrieb, was aber offenbar keiner gelesen hat) Variablen ohnehin _immer_ private sein sollten.



  • DrGreenthumb schrieb:

    Ich finde die Kontrolle durch die Sprache unsinnig.

    Ich dagegen finde die Kontrolle durch die Sprache alles andere als unsinnig. Die Zugriffskontrolle kann gar nicht rigide genug sein und sie gehört vor allem beim Schnittstellen-Design zu den elementaren Bausteinen. Du wärst erstaunt, was so mancher "Programmierer" mit deinem Code alles anstellt, wenn er es KANN, weil das Interface schlecht oder gar nicht durchdacht wurde.

    Letzten Endes werden daraus immer Bugs, die voll und mit Recht auf deine Kappe gehen.

    Und defaultmäßig alles public machen und irgendwann mal den Schalter umlegen... warum nicht von Anfang an über sauberes Design nachdenken? Solche Späße sind dann gar nicht notwendig.

    private und const sollten die Lieblingsworte jedes C++-Programmierers sein. Wer den Sinn dieser Konstrukte in Frage stellt, stellt den Sinn der ganzen Sprache in Frage.



  • Ich kann deine Argumentation ja durchaus verstehen DrGreenthumb aber es schützt dich und andere einfach vor Programmierfehlern, genauso wie es const tut.
    Warum solltest du von außen jemals auf eine private Methode zugreifen wollen, wenn du das wirklich brauchst, dann sollte diese Funktionalität in der öffentlichen Schnittstelle enthalten sein.
    Den Zugriff auf die Daten für Tests kann ich durchaus nachvollziehen, das mach ich manchmal auch so, allerdings ändere ich das dann später wieder.



  • Natürlich ist es sinnvoll betsimmte Methoden nicht öffentlich zu machen. Einfaches Beispiel: Du hast eine Methode, die um sinnvolle Ergebnisse zu liefrn, bestimmte Bedingungen braucht. Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, macht diese Methode keinen Sinn. Machst du diese Methode nun private, kannstd u mit einer public Methode sicherstellen, dass das deine private Methode nur dann aufgerufen wird, wenn die Randbedingungen erfüllt sind. Ein anderer Programmierer kommt gar nicht in die Verlegenheit sie aufzurufen, weil er es gar nicht kann.
    Ähnlich verhält es sich mit Gettern und Settern. Nehmen wir an ein Attribut darf nich null sein. Wie willst du das ohne Setter sicherstellen, wenn dieses Attribut öffentlich ist?



  • Das Problem sind eben fehlende Getter/Setter bei C++. So etwas nachzurüsten ist zwar möglich, aber auch nicht ganz so schön. So steht man eben oft da, wenn man mal wieder ein Häufchen Daten zu einer Klasse zusammenfasst und im Grunde nichts anderes schreibt, als ein getA/setA für jede Variable.

    Luckie schrieb:

    Natürlich ist es sinnvoll betsimmte Methoden nicht öffentlich zu machen. Einfaches Beispiel: Du hast eine Methode, die um sinnvolle Ergebnisse zu liefrn, bestimmte Bedingungen braucht. Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, macht diese Methode keinen Sinn. Machst du diese Methode nun private, kannstd u mit einer public Methode sicherstellen, dass das deine private Methode nur dann aufgerufen wird, wenn die Randbedingungen erfüllt sind. Ein anderer Programmierer kommt gar nicht in die Verlegenheit sie aufzurufen, weil er es gar nicht kann.
    Ähnlich verhält es sich mit Gettern und Settern. Nehmen wir an ein Attribut darf nich null sein. Wie willst du das ohne Setter sicherstellen, wenn dieses Attribut öffentlich ist?

    Wobei die Vorbedingungen auch zu einer interessanten Frage führen. Ist ein Integer-Typ der in [A; B] liegen soll, wirklich der gleiche Integer-Typ, der in [C; D] (C!=A, B!=D) liegen soll?

    Natürlich kann man sich das nicht so leicht machen, wenn man Vorbedingungen hat, die von mehreren Membern einer Klasse abhängig sind.



  • Grundlegend stellt sich doch die Frage was entwickelt wird.

    Software zur weiteren Entwicklung ?
    Schnitstellen ?
    Standardsoftware ?

    Oder vllt. Individualsoftware , bei der es auf Stunden ankommt ?`

    Generell sollte man so viel wegkapseln wie nur irgend machbar aber
    manchmal ist etwas schlechter Stil einfach Wirtschaftlicher. Es bringt einen garnichts wenn man extrem saubere Programme hat aber keine Aufträge.

    Den Endkunden interessiert es nicht ob die Software sehr sauber und Zukunftssicher geschrieben ist, den interessiert es nur ob er 3 oder 6 Manntage für das Ergebnis zahlen muss.

    Solange das Projekt jedoch nicht solchen Regeln unterstellt ist, sollte man private und const zum liebsten Arbeitsmittel machen, so verlernt man es nicht und kann durch die Erfahrung besser entscheiden, wo schlampigkeit bei Zeitdruck weniger weh tut 🤡



  • Ich finde es grundsätzlich merkwürdig, wenn jemand Klassen mit zig get/set schreibt und die wirklich auch nur das tun. Das hat überhaupt nichts mit OOP zu tun und man kann die Member gleich alle public machen. Wenn ein set aber noch eine andere Funktion erfüllt, nämlich z.B. weitere Abhängigkeiten aktualisieren usw. dann ist es natürlich etwas anderes. Am liebsten wäre mir wenn C++ so etwas wie Properties bekäme und man Variablen einfach mit obj.var holen bzw. setzen könnte. Noch schöner ist es allerdings, wenn man vom internen Aufbau des Objektes überhaupt nichts von außen mitbekommt. Aber dass dies nicht immer ganz einfach ist brauche ich wohl nicht erwähnen.



  • Naja, der VC hat als Erweiterung Properties im Angebot. Das endet auch nur daran, das man set und get schreiben muss. Der Aufwand beim Programmieren ist so der gleiche, die Verwendung schaut dann anderst aus.

    Alt:

    class T
    {
      int m_member;
    public:
       int member();
       void member(int i);
    }
    
    T t;
    
    t.member(12);
    int a = t.member();
    

    Im VC mit der neuen Erweiterung:

    class T
    {
      int m_member;
    
    public:
       property member()
       {
          int get();
          void set(int i);
       }
    }
    
    T t;
    
    t.member = 12;
    int a = t.member;
    

    Das Problem ist viel mehr der Aufwand die get und set Methoden zu schreiben.
    Daher neigt man dazu, einfach ein public: davor zu schreiben.

    ABER

    Wenn jetzt eine Änderung im Quellcode notwendig wird und man plötzlich vor Verwendung des Members abfragen machen muss, wird es schwer, da sich das Interface ändert. (Mit dem property im VC geht es noch, da bleibt wenigstens der Clientcode gleich, ggf muß man aber alles neu Übersetzen, muss ich jetzt passen).

    UND

    mittels get und set kann man steuern ob nur geschrieben , nur gelesen oder gelesen und geschrieben werden kann.

    Das was man an Zeit durch ein einfaches "public:" spart, kann einen hinterher mehrfach diese kosten.

    Es macht manchmal sinn einfach public zu nehmen (siehe oben) aber es ist mit entsprechenden Nachteilen behaftet und wird bei bedarf entsprechend bestraft. (Die Strafen fallen mit zunehmender Erfahrung aber geringer aus :D)



  • Why getter and setter methods are evil:
    http://www.javaworld.com/javaworld/jw-09-2003/jw-0905-toolbox.html

    Don't ask for the information you need to do the work; ask the object that has the information to do the work for you.



  • mathik schrieb:

    Don't ask for the information you need to do the work; ask the object that has the information to do the work for you.

    Und wer hat die Getter und Setter? Das Objekt. Also macht doch mit den Gettern und Settern das Objekt die Arbeit.

    Und wenn Faulheit ein Grund ist schlechten Code zu schreiben, dann hat man offnsichtlich seinen Beruf verfehlt.



  • Vielleicht solltest du nicht alles in Klassen packen, sondern manchmal ganz einfach Strukturen verwenden, wenn das ding sowieso keine Funktionen hat.
    Falls es in einer Klasse wirklich so viele attribute gibt, auf die du zugreifen musst, dann könnte das auch an nem schlechten design liergen. Vielleicht in mehrere Klassen aufteilen, oder ganz umstrukturieren. Die Klassen sollen doch was tun (render, move,...) und nicht nur als Datencontainer dienen.



  • Was stört euch jetzt hauptsächlich? Die Schreibarbeit um getter/setter zu schreiben? Dann besorgt euch vernünftige C++ Tools! 😃 Ein Beispiel? Hier:

    Membervariable _mymember angelegt:
    http://www.kharchi.de/files/cpp/getter1.png

    Kontextmenü zu der Memebervariable geöffnet um Getter/Setter autom. generieren zu lassen:
    http://www.kharchi.de/files/cpp/getter2.png

    Fertig 🙂 :
    http://www.kharchi.de/files/cpp/getter3.png

    So, da mache ich mir heute keinen Kopf drüber, ob es mich Schreibarbeit kostet. Weil es nunmal ruckzuck mit zwei Mouseclicks geht. Vernünftige C++ Tools vorausgesetzt. 😉

    Members sollte man immer kapseln. Wobei ich pers. folgender Regel nachgehe:
    1. Alle Memebervariablen private.
    2. Getter und Setter erstelle ich erst nach Bedarf.
    3. Selbst wenn Getter und Setter nichts großartiges machen, machen sie Sinn. Weil was ist, wenn ich später doch mehr machen muß? Z.B. eine Statusänderung vermerken muß? Wenn ich die Members public habe, wird das schwierig. Selbst wenn ich es nachträglich private mache, werden woanders Compile-Errors auftauchen, die man beheben darf. Was auch Arbeitszeit kostet.



  • Igit! Was soll der unterstrich vor dem Variablen namen? Und wieso haben die getter und setter keine Namen mit denen man sie auch als soclhe erkennt? Also getDing und setDing.



  • Ist das dein Problem, ob ich einen Unterstrich davor mache, oder meines? Und ob ich get und set davor haben will, ist ja wohl auch mein Problem. Um dich aber zu beruhigen: man kann es selbst konfigurieren, was generiert werden soll!



  • _beruhigt.



  • Artchi schrieb:

    [...] Weil was ist, wenn ich später doch mehr machen muß? [...]

    Visitor-Pattern.



  • Apollon schrieb:

    Artchi schrieb:

    [...] Weil was ist, wenn ich später doch mehr machen muß? [...]

    Visitor-Pattern.

    Wayne?
    Es geht doch um getter und setter oder public zugriff.

    vorher

    class abc {
      public int i;
    }
    
    //an 1045 stellen
    abc.i = x;
    

    jetzt soll i nie 0 sein können, oder sonst was...

    class abc {
      private int i;
      public setI(int i) {
        if i == 0 throw exception
        this.i = i
      }
    }
    
    //an 1045 stellen ändern
    abc.setI(x);
    

    Was soll ich jetzt da mit dem visitor pattern?

    MFG



  • Setter verletzen das Information-Hiding-Prinzip. Das macht dann natuerlich das Pattern ueberfluessig. Und ganz nebenbei, meine Antwort bezog sich, wie deutlich zu erkennen auf das Zitat und nicht auf Getter/Setter.



  • Apollon schrieb:

    Setter verletzen das Information-Hiding-Prinzip. Das macht dann natuerlich das Pattern ueberfluessig.

    😕 Kannst du mir mal ein vernünftiges Beispiel zeigen, bei dem man das Visitor pattern einsetzt anstelle eines setters?

    Und ganz nebenbei, meine Antwort bezog sich, wie deutlich zu erkennen auf das Zitat und nicht auf Getter/Setter.

    So wie du zitierst macht der (Neben)Satz für mich keinen Sinn. Wenn ich mir den Satz davor anschau, dann schon.

    Selbst wenn Getter und Setter nichts großartiges machen, machen sie Sinn. Weil was ist, wenn ich später doch mehr machen muß?

    Und dann gehts doch um setter und getter.
    Oder was soll

    Weil was ist, wenn ich später doch mehr machen muß?

    bedeuten?


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