Börse in der aktuellen Form noch sinnvoll?



  • scrub schrieb:

    Dann sollten alle Spekulanten für die Wettervorhersage arbeiten...

    Wenn ich jetzt sage, dass das Wetter tatsächlich verbrieft als Future gehandelt wird (damit können u.a. Produzenten gegen schlechtes Wetter hedgen), lachst du, oder? 😉

    Und das funktioniert sehr gut, wobei ähnliche Techniken (System des Marktes zur Zukunftsvorhersage) auch in zahlreichen anderen Bereichen zum Einsatz kommen.

    Viele Grüße
    Christian



  • scrub schrieb:

    Dann sollten alle Spekulanten für die Wettervorhersage arbeiten...

    Nein, nicht alle. Nur die, die sich mit Wettervorhersage auskennen.

    Wobei man es den anderen nicht verbieten muss, die verlieren halt nur Geld.



  • Klingt irgendwie nach Planwirtschaft

    Wörtlich gesehen ist jedes planende eingreifen in die Wirtschaft Planwirtschaft.
    Als Planwirtschaft sehe ich aber als ein eingreifen in die internen Abläufe der Firma und das passiert bei meinem Vorschlag ja nicht.
    Im Gegenteil: Die Firmen bekommen weiterhin ihre nötigen Investituionen durch die Anleger und diese können auch über die Firmen bestimmen (wenn sie genügend Anteile haben).
    Ich möchte die zu erwartenden Gewinne nur weg vom Glücksspiel und mehr in richtung Dividende verschieben. (So wie es ja auch ist, wenn man eine Firma besitzt)

    Eine Spekulant erschafft keine Trends, er verzerrt Trends- wenn überhaupt- ein bißchen in ihrer zeitlichen und charttechnischen Ausdehnung

    Und warum waren die VW aktien plötzlich x mal mehr wert als VW selbst (also die real physisch vorhandenen Werte)?

    So sorgt z.B. der Weizenspekulant von heute durch die Antizipation von steigenden Preise dazu, dass sich die Investition in Weizen bzw. der Anbau von Weizen lohnt und somit auch, wenn die vom Spekulanten prognostizierte Zukunft eintritt, genug Weizen da ist.

    Richtig. Aber warum muß das sekündlich passieren? Weizen wird nur einmal im Jahr reif.
    Warum war das Benzin an der Tanke heute morgen um 7 Cent billiger als heute abend? Obwohl es immer noch die selbe Charge ist, die der Tanklaster gestern gebracht hat. Wo ist der Sinn?
    **
    Fändet ihr das echt gut wenn das bei ner Packung Mehl, ner Dose Erbsen, dem Salz etc. im Supermarkt auch so wäre?**

    wenn die vom Spekulanten prognostizierte Zukunft eintritt, genug Weizen da ist.

    Genau das WENN ist ja das Problem. Denn es gibt auch noch ein WENN NICHT.

    Einfach auf die zukünftigen Gewinner konzentrieren. Denn die wird es geben

    Das ist für uns Europäer möglich (weil wir Geld zum Investieren haben). Mich stört es nur irgendwie, dass es für die wenigen Gewinner so viele Verlierer gibt (z.B in der 3. Welt), die keine Chance haben auf die Gewinner zu setzen und nicht mehr wissen wie sie morgen noch genügend zu Essen kaufen können.

    Außerdem finde ich, sollte man ein System bei dem es so viele Verlierer (und es geht nicht darum Geld zu verlieren, was man über hat, sondern daraum die Lebensgrundlagen zu verlieren) gibt nicht einfach als gegeben und unveränderlich ansehen.
    (Nein ich will keine Planwirtschaft an sich, weil diese wie man gesehen hat fast ausschließlich Verlierer produziert)

    Es ist teilweise Glücksspiel, ja und? Und mit der aktuellen Krise hat das auch nichts zu tun.

    Die Banken haben darauf spekuliert, das sie mit den riskanten Krediten für Häuslebauer in den USA Geld machen. Nun ist es aber so gekommen, das viele ihre Kredite nicht zurückzahlen können. Also ist dieses Glücksspiel hier daneben gegangen und hat die (aktuelle) Krise ausgelößt. Also hat es doch mit der aktuellen Krise zu tun, sogar massiv. (Es hätte ja keiner gemeckert wenn dies geklappt hätte und die Banken riesige Gewinne gemacht hätten)

    @Erhard Henkes. Ich sehe das fast genau so. Wenn die Ausmaße nicht so groß wären würde mich das ja nicht stören. Aber wenn es wirklich soweit kommt das dadurch Menschen verhungern müssen oder Kriege entstehen hört für mich der Spaaß echt auf. Ich sehe zusätzlich einen Trend dahin, dass die Ausmaße zukünftig immer größer werden.
    Warum soll man ein System akzeptieren das regelmäßig volkommen daneben geht?
    Das ist so als ob man neben ner Spregstoff Fabrik wohnt die alle 25 Jahre explodiert. (Und jedes mal etwas heftiger als zuvor)



  • ..



  • Erhard Henkes schrieb:

    Der Zeitgeist mag dir prinzipiell Recht geben, aber ich würde gerne wissen, was Du genau verändern willst. Wie sollte das bei einer AG mit der Kursbildung nun laufen? Willst Du die Börse abschaffen? Durch wen und wann werden die Aktienkurse in deinem "System" festgesetzt? Es gibt doch noch Aktien und Wertpapiere? Willst Du nur die Optionen/Optionsscheine verbieten?

    Ja, genau das ist das Problem. Ich habe nicht wirklich eine Idee wie man das volkommen unter Kontrolle bringen kann. (Meine Idee war ja, es langsammer ablaufen zu lassen, so das man gefährliche Entwicklúngen eher sieht und zeit hat etwas dagegen zu machen und etwas das Glücksspiel daraus zu entfernen. Eine Reale Firma wird ja auch nicht alle 30 Sekunden verkauft warum muß das also mit Aktien gehen, die ja so eine Art kleinen Anteil an der Firma dastellen?) Ich weiß natürlich nicht ob es bessere Kontrollmöglichkeiten gibt.

    Und ich erkenne das das Hauptproblem daran liegt dass eher auf die Kurse an sich spekuliert wird als auf die realen Firmen die dahinterstehen, so als ob es etwas wäre, was mit unserer Welt nichts zu tun hat. (Ist den Spekulaten wirklich bewußt, das mit einer Spekulation auf Lebensmittel Menschen verhungern wenn die Preise zu sehr hoch gehen? Würden sie es tun wenn das verhungernde Kind neben ihnen stehen würde? Und der Spekulant nicht nur abstrakte Zahlen auf nem Bildschirm sehen würde?)

    Ich befürchte das das ganze schon so groß und komplex geworden ist, das es keiner mehr aufhalten kann (ich bestimmt nicht) wenn er es will. (Nicht mal der USA Präsident als mächtigster Mensch der Welt konnte diese Kriese aufhalten | abwenden). Es scheint der Menscheit außer Kontrolle zu geraten. Über Länder Grenzen hinweg geht es ja schon so deutlich,so dass das Kapital (z.B mit den Abwander von Arbeitsplätzen) ja schon Regierungen erpressen kann.
    Kapital lößt Hungerkatastropen aus, und schafft Kriesen bis Kriege. Geld ist aber nur ein Ding (eine Vergleichsmöglichkeit für den Wert realer waren). Es ist aber dabei eine Art Eigendynamik zu entwickeln die reale Menschen töten kann. Die Menschen sollten die Kontrolle über das Kapital haben und nicht umgekehrt.
    Man sieht Terminator im Fernsehen und denkt: Boar wäre das scheiße wenn Maschinen mit Willen Menschen töten könnten. Beim Kapital passiert es schon und keiner will es aufhalten.

    Nein ich will den Kapitalismuß nicht abschaffen, weil es das bisher beste System ist, was entstanden ist. (Z.B war der Kommunismus viel schlimmer). Aber man muß es eben weiter verbessern und zu sehen, das man die Kontrolle behält.



  • Andreas XXL schrieb:

    Und warum waren die VW aktien plötzlich x mal mehr wert als VW selbst (also die real physisch vorhandenen Werte)?

    Weil es eine Knappheitssituation gab. Porsche hatte dafür gesorgt, dass die meisten VW-Aktien in den Tresoren ihrer Banken lagen. Spekulanten hatten aber wegen dieser scheinbaren Überbewertung auf ein Sinken des Preises gewettet, also versucht, den Preis auf ein Niveau zu bringen, das dir gefallen würde. Nun mussten sie aber aus vertraglichen Gründen ihre Position decken, also VW-Aktien zu jedem Preis zu kaufen. Hier sind Spekulanten beim Versuch, ihrer "legitimen Aufgabe" nachzugehen, gescheitert, und mussten die Konsequenzen tragen. Sie haben ja auch den Fehler gemacht, die Anzahl der umlaufenden VW-Aktien zu überschätzen.

    Wo ist da jetzt bitte das Problem?

    Fändet ihr das echt gut wenn das bei ner Packung Mehl, ner Dose Erbsen, dem Salz etc. im Supermarkt auch so wäre?

    Es wäre nervig, und deswegen macht das kein Supermarkt.

    An der Börse ist häufiges Handeln allerdings zum Vorteil aller, inklusive der Firmen, deren Aktien verkauft werden: Denn Aktien verkaufen sich leichter, wenn ein liquider Markt besteht, bringen also mehr Geld in die Kasse.

    Ich sehe aber, das das Systen so wie es jetzt ist, so nicht wirklich toll ist.

    Nein, das fühlst du. Sehen tust du es nicht.

    Geld ist aber nur ein Ding (eine Vergleichsmöglichkeit für den Wert realer waren). Es ist aber dabei eine Art Eigendynamik zu entwickeln die reale Menschen töten kann.

    Willst du behaupten, Merckle hätte sich allein wegen seiner VW-Fehlspekulation umgebracht? Es ist doch vielmehr so, dass Merckle sein Firmengestrüpp sehr schlecht finanziert hat, und da war dann wohl der Verlust durch die VW-Fehlspekulation der Dominostein, der alles zum Kippen gebracht hat.

    Er hat sich ja auch nicht umgebracht, weil er jetzt pleite wäre, sondern eher, weil er Ratiopharm verkaufen müsste, woran sein Stolz hing.



  • Andreas XXL schrieb:

    Und warum waren die VW aktien plötzlich x mal mehr wert als VW selbst (also die real physisch vorhandenen Werte)?

    Weil es eine Knappheitssituation gab. Porsche hatte dafür gesorgt, dass die meisten VW-Aktien in den Tresoren ihrer Banken lagen. Spekulanten hatten aber wegen dieser scheinbaren Überbewertung auf ein Sinken des Preises gewettet, also versucht, den Preis auf ein Niveau zu bringen, das dir gefallen würde. Nun mussten sie aber aus vertraglichen Gründen ihre Position decken, also VW-Aktien zu jedem Preis zu kaufen. Hier sind Spekulanten beim Versuch, ihrer "legitimen Aufgabe" nachzugehen, gescheitert, und mussten die Konsequenzen tragen. Sie haben ja auch den Fehler gemacht, die Anzahl der umlaufenden VW-Aktien zu überschätzen.

    Wo ist da jetzt bitte das Problem?

    Wo ist da jetzt bitte das Problem?

    Das Problem ist, dass dadurch direkt oder indirekt Menschen sterben!
    http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/460500
    Wenn du Merckle nicht gelten läßt dann vieleicht die verhungernden Menschen durch Spekulation auf Lebensmittel.
    (Ich erspare euch mal einen Link mit nem Bild eines verhungernden Kindes)

    Ich sehe aber, das das Systen so wie es jetzt ist, so nicht wirklich toll ist.

    Nein, das fühlst du. Sehen tust du es nicht.

    Nein?
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,545985,00.html

    Enable(Ironie);
    

    Ist toll wenn der Markt automatisch erkennt, dass es mehr Gewinn bringt aus Lebenmitteln Ethanol für Autos herzustellen als es ohne Gewinn an hungernde Menschen zu "verfüttern"

    Disable(Ironie);
    

    Auch ich habe Geld in ein Aktienfond gestekt und die Hälfte verloren. (Ok war nicht so viel) Wenn ich aber jetzt daran denke mit welchem Methoden versucht wird die Gewinne wieder zu steigern, worin automatisch Investiert wird und was damit angerichtet wird wird mir echt anders.

    Ich habe auch vorher nicht darüber nachgedacht wer eigentlich die Gewinne bezahlt die ich bisher damit gemacht hatte.

    (Sorge ich mit dem Fond irgendwie dafür das das Essen irgendwo noch etwas teurer wird? Investiere ich in Lebensmittel? Ich habe mal genau nachgelesen und entdeckt: JA und auch in Waffenherstellung. All das hatte ich vorher nicht gewußt. Es war mir irgendwie egal. Es wird aber auch gut vor einem verstekt. Der an der Bank sagte nur etwas von 7% und nichts von Weizeninvestition, Waffenfirmen und Klusterbombenherstellung.)
    Das war echt nen Stück Arbeit rauszufinden was die einzelnen Firmen eigentlich machen in die der Fond investiert. (Das sind hunderte)

    Ich überlege echt, das Geld aus dem Fond abzuziehen auch wenns nur nen par Euros sind und der Kurs gerade wieder steigt. Irgendwie kann ich dann besser schlafen.



  • Lebensmittel werden langfristig nicht wegen Spekulation teurer, sondern wegen natürlicher oder künstlicher (Argentinische Exportzölle z.B.) Knappheit. Kurzfristig nur, wenn Spekulanten glauben, die Preise würden steigen, und deswegen (physisch) die Waren horten. Aber dagegen kann man sich auch absichern, wenn man Angst davor hat.



  • Mr. N schrieb:

    Lebensmittel werden langfristig nicht wegen Spekulation teurer, sondern wegen natürlicher oder künstlicher (Argentinische Exportzölle z.B.) Knappheit. Kurzfristig nur, wenn Spekulanten glauben, die Preise würden steigen, und deswegen (physisch) die Waren horten. Aber dagegen kann man sich auch absichern, wenn man Angst davor hat.

    Sag das mal einem in Afrika, dass er mal kurzfristig zu wenig zu essen kaufen kann. Aber er kann ja mit de 50 Cent die er am Tag verdient vorsorgen und sich absichern davor.

    Enable(Ironie)
    Er kann ja Aktien kaufen.
    Disable(Ironie)

    Ich habe keine Sorge das mir hier in Deutschland was passiert. Ich mag es nur nicht wenn Millionen das ausbaden wenn hier einige nen paar % mehr Gewinn machen wollen.

    Anmerkung: Lebensmittel werden nicht wegen Exportzöllen knapp sondern wegen Subventionen. Subventionierte Lebensmittel überfluten die 3. Welt. Für einheimische Bauern lohnt es sich nicht meht selbst Nahrung anzubauen (zumindest nicht Überschüsse zum Verkauf) weil die Subventionierte aus z.B Europa viel billiger ist. Steigen dann aber die Preise (so wie zur Zeit) haben die Bauern in diesen Ländern nicht einfach die Möglichkeit von Heute auf Morgen wieder die Produktion zu starten und die Bevölkerung hungert.

    Wir hier in Europa haben Zölle auf Bananen etc und schleudern Unmengen subventionierte Lebensmittel auf den Markt (z.B Milchpulver). Die dann die Bauern in der 3. Welt ruinieren.
    Aber wenn ein armes Land ein Zoll aufbaut (Argentienen z.B oder noch ärmere) schreien hier sofort alle. Dann wird Druck aufgebaut damit diese das abschaffen.



  • Immer schön, so eine sachliche Diskussion.

    Was er ganz realistisch machen könnte, wäre Vorräte zu kaufen. Aktien sind hier tatsächlich - für jeden - uninteressant, sind für dich sind alle Finanzgeschäfte Aktien?

    Übrigens sind Spekulanten, die auch tatsächlich einen Gewinn machen mit einer langfristigen Preisentwicklung kein Problem für diesen Menschen, da sie ja nur eine berechtigte Preiserhöhung antizipieren, die ohnehin kommen muss (nur ist man dann wenigstens vorgewarnt). Allein Spekulanten, die Preise von ihrem mittel-langfristigen Gleichgewicht wegtreiben, können für Probleme sorgen, diese werden aber auch mit ihrem Geld dafür bezahlen.



  • Was er ganz realistisch machen könnte, wäre Vorräte zu kaufen.

    Auch wenn es schwerfällt das zu glauben: Es gibt ca 1.7 Milliarden Menschen die so wenig Geld haben, das sie keine Vorräte kaufen können. Die wissen heute nicht ob sie sich morgen überhaupt was kaufen können.

    Allein Spekulanten, die Preise von ihrem mittel-langfristigen Gleichgewicht wegtreiben, können für Probleme sorgen, diese werden aber auch mit ihrem Geld dafür bezahlen.

    Die bezahlen wohl eher mit dem Geld anderer dafür 😉

    Aber ich denke diese Disskusion wird auch keine Lösung für die Weltprobleme finden. (Und selbst wenn wäre es ja noch schlimmer weil wir diese nicht umsetzen können.) Ich wollte ja nur mal sehen wie andere darüber denken. Und das habe ich nun ereicht.

    Danke an alle die Teilgenommen haben.
    (Besonderen Dank an Mr. N der sogar um 02:56 Uhr morgens noch antwortet)



  • Andreas XXL schrieb:

    Was er ganz realistisch machen könnte, wäre Vorräte zu kaufen.

    Auch wenn es schwerfällt das zu glauben: Es gibt ca 1.7 Milliarden Menschen die so wenig Geld haben, das sie keine Vorräte kaufen können. Die wissen heute nicht ob sie sich morgen überhaupt was kaufen können.

    Auch wenn es schwerfällt, das zu glauben: Dann sollten eher die eigentlichen Ursachen für deren Armut bekämpft werden.

    Allein Spekulanten, die Preise von ihrem mittel-langfristigen Gleichgewicht wegtreiben, können für Probleme sorgen, diese werden aber auch mit ihrem Geld dafür bezahlen.

    Die bezahlen wohl eher mit dem Geld anderer dafür 😉

    Mit dem Geld des Arbeitgebers? Der wird sie feuern und evtl. Boni kürzen. Es gibt aber auch viele Spekulanten, die auf eigene Rechnung handeln.

    So oder so, für den Spekulanten, der sich verzockt, hat das ganz reale Folgen.



  • Für mich waren die ganzen Börsen Schnösel schon immer abstoßend. Würde mich richtig freuen, wenn dieses dekadente System endlich vollends zusammenbrechen würde.
    Im Grunde ist es ja bereits unser ganzes Finanzsystem völlig gescheitert. Nur weil der Staat es mit Milliarden-Paketen künstlich am Leben hält (der Staat ist wie so oft der Dumme. Wenns gut läuft soll er sich ja raushalten, aber wenns mies läuft soll er einspringen), kann es weiterbestehen.



  • this->that schrieb:

    Fuer mich waren die ganzen Boersen Schnoesel schon immer abstossend. Wuerde mich richtig freuen, wenn dieses dekadente System endlich vollends zusammenbrechen wuerde.

    gegen die "Boersenschnoessel" sag ich nichts... die sind nur schlau genug, ein fehlerhaftes System richtig auszunutzen. Ich finde es eher schlimm, dass es denen so leicht gemacht wird, ganze Berufssparten und Laender in den finanziellen Ruin zu treiben



  • this->that schrieb:

    Für mich waren die ganzen Börsen Schnösel schon immer abstoßend.

    Das sind keine Spekulanten sondern Verkäufer. Die verdienen ihr Geld damit, gefährliche Scheiße an Idioten zu verkaufen. Sie selber gehen dabei kein unmittelbares Risiko ein - bis auf das Risiko, dass vielleicht zeitweise keiner mehr die Scheiße kaufen will.



  • Andreas XXL schrieb:

    Nein ich will den Kapitalismuß nicht abschaffen, weil es das bisher beste System ist, was entstanden ist. (Z.B war der Kommunismus viel schlimmer).

    Kurzer Einwurf: Bisher hat auf der Erde keine kommunistische Gesellschaft existiert (vom Urkommunismus vielleicht abgesehen).



  • Jansen schrieb:

    Andreas XXL schrieb:

    Nein ich will den Kapitalismuß nicht abschaffen, weil es das bisher beste System ist, was entstanden ist. (Z.B war der Kommunismus viel schlimmer).

    Kurzer Einwurf: Bisher hat auf der Erde keine kommunistische Gesellschaft existiert (vom Urkommunismus vielleicht abgesehen).

    Tut mir Leid, aber was ist dann Nordkorea, die UdSSR, Kuba und so weiter?

    Ich möchte dir keine bestimmte politische Richtung unterstellen, aber diese Argumentationsweise ist eigentlich typisch für die politische Linke. Falls eins ihrer "Experimente" mal wieder in der Praxis scheitert und zu Leid, Mord und Elend führt, dann
    [] war es entweder gar kein Sozialismus/Kommunismus, unabhängig aller Selbstbezeichnungen der damals Herrschenden (was dann aber die Frage aufwirft, ob "Kommunismus" überhaupt erreichbar ist, wenn soviele danach streben und es angeblich trotzdem nie erreicht wird und immer zu Konzentrationslagern, Gulags oder etwas ähnlichem führt)
    [
    ] oder der/die (Kapitalismus/Bourgeoisie/Neoliberalismus) ist daran schuld, bevorzugt in Form des Teufels (USA) darstellt und dem unheilvollen Wirken seiner Geheimdienste
    [*] oder es wird (nach einiger Zeit) verklärt. So zu beobachten in jüngster Zeit bei der Ostalgie: "So schlecht war die DDR ja gar nicht"

    Ich frage mich aber nach wie vor, wie man abstreiten kann, dass der Wechsel von Sozialismus bzw. Planwirtschaft zu Marktwirtschaft zu mehr Wohlstand führt, angesichts der erdrückenden empirischen Beweislast (Europa selbst, Taiwan, Chile, heute vielleicht eingeschränkt noch China).

    Viele Grüße
    Christian



  • ChrisM schrieb:

    Ich frage mich aber nach wie vor, wie man abstreiten kann, dass der Wechsel von Sozialismus bzw. Planwirtschaft zu Marktwirtschaft zu mehr Wohlstand führt, angesichts der erdrückenden empirischen Beweislast (Europa selbst, Taiwan, Chile, heute vielleicht eingeschränkt noch China).

    Das wird doch oft (auch von Linken) zur Kenntnis genommen. Gut, dann macht Kapitalismus die Leute eben nicht bettelarm. Aber er macht sie dekadent. Oder dick. Oder doof. Oder unfreundlich. Oder unglücklich. Oder er verwirrt sie mit zu vielen Produkten.

    Hat doch schon Schumpeter festgestellt: Die Anschuldigungen gegenüber dem Kapitalismus ändern sich ständig. Das Urteil steht aber immer vorher schon fest.



  • ChrisM schrieb:

    [*] oder der/die (Kapitalismus/Bourgeoisie/Neoliberalismus) ist daran schuld, bevorzugt in Form des Teufels (USA) darstellt und dem unheilvollen Wirken seiner Geheimdienste

    hihi, so was ähnliches dachte ich mir auch neulich als es plötzlich hieß "an der finanzkrise ist die zu starke staatliche regulierung schuld". Aber ist ja klar, dass alles Gute von der Marktwirtschaft kommt und wenn's kracht die "staatliche Regulierungswut" schuld ist. Aber das ist natürlich auch was völlig anderes. 😉



  • Jester schrieb:

    ChrisM schrieb:

    [*] oder der/die (Kapitalismus/Bourgeoisie/Neoliberalismus) ist daran schuld, bevorzugt in Form des Teufels (USA) darstellt und dem unheilvollen Wirken seiner Geheimdienste

    hihi, so was ähnliches dachte ich mir auch neulich als es plötzlich hieß "an der finanzkrise ist die zu starke staatliche regulierung schuld". Aber ist ja klar, dass alles Gute von der Marktwirtschaft kommt und wenn's kracht die "staatliche Regulierungswut" schuld ist. Aber das ist natürlich auch was völlig anderes. 😉

    Warum? Das sind doch, wenigstens dem Wesen nach, alles falsifizierbare Aussagen.

    Der Unterschied ist die verfügbare Datenlage und wie diese von Experten interpretiert wird: die ist bei der Lenin'schen Imperialismus-Theorie des Kapitalismus, mit dessen Ableger wir es hier zu tun haben, aber etwas dünn, was nicht heißen soll, daß es keine CIA-Versuche oder US-Militärinterventionen, fremde Regierungen zu stürzen, gegeben hat.

    Die Finanzkrisen-Aussage, hey, da kann man immerhin nachlesen, was die staatlichen Regulierungen und Marktinterventionen waren -- welche Rolle sie gespielt haben, tja, darüber können sich die Gelehrten streiten. Dort diskutieren zB. vier amerikanische Professoren über das Thema (übrigens: vier komplett unterschiedliche Erklärungsansätze, die sich teilweise auch noch auf völlig unterschiedliche Zeiträume beziehen) und man wird haufenweise Professoren und Ökonomie-Nobelpreisträger finden, die auf unterschiedlichen Seiten des Themas stehen. Es scheint also keine ganz so bizarre Aussenseitermeinung zu sein, wie Du es hier hinstellst.


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