Wie beurteilt ihr die Entwicklung von Ubuntu?
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Michael E. schrieb:
Verzeih mein Unwissen, aber hat der Weggang von X11 nicht weitgehende Konsequenzen für Anwendungsentwickler? Und spaltet man dadurch nicht die Community?
Es gibt keinen Grund, warum man nicht einen X11-Server auf Wayland laufen lassen können sollte. Wurde ja von den Wayland-Entwicklern auch immer wieder beschrieben.
Ich halte Wayland für eine sehr gute Sache, das kann sich ohne diesen Schritt nicht weiterentwickeln. Wenn Ubuntu da Ressourcen reinpulvert, erreicht es schneller die kritische Masse an Entwicklern, die es braucht, um benutzbar zu werden.
Zu Unity habe ich noch keine genaue Meinung, aber ich vertruaue darauf, dass die Ubuntu-Leute das bis zum nächsten LTS-Release benutzbar und hübsch bekommen.

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nman schrieb:
Zu Unity habe ich noch keine genaue Meinung, aber ich vertruaue darauf, dass die Ubuntu-Leute das bis zum nächsten LTS-Release benutzbar und hübsch bekommen.

Huebsch ist es schon
Die Ideen sind gut, nur aktuell ist die Umsetzung Schrott. Aber das ist deutlich besser als wenn die Ideen Schrott waeren und die Umsetzung gut :p Denn die Implementierung laesst sich ja zum glueck leicht verbessern...
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nman schrieb:
Es gibt keinen Grund, warum man nicht einen X11-Server auf Wayland laufen lassen können sollte. Wurde ja von den Wayland-Entwicklern auch immer wieder beschrieben.
Ich finde jetzt auf die Schnelle die Diskussionen dazu nicht, an die ich mich zu erinnern glaube, aber sogar hier ist das bereits beschrieben: http://wayland.freedesktop.org/architecture.html (X as Wayland Client)
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Finde ich gut. Ubuntu hat als mittlerweile wohl einflussreichste Distribution die Möglichkeit, die weitere Entwicklung von Desktoplinuxen zu beeinflussen. Wenn Ubuntu auf Wayland umstellt, dann kommen Anwendungsentwickler nicht darum herum, sich daran anzupassen. Und wenn Wayland tatsächlich ein Fortschritt gegenüber X11 ist (kann ich nicht beurteilen, weil ich die Thematik nicht genau genug kenne), dann ist das eine gute Sache. In 6-12 Monaten werden die bedeutenden Anwendungen konvertiert sein und dann können auch andere Distributionen umstellen und alle profitieren.
Wenn irgendeine Exotendistribution dies versuchen würde, dann würde dies nur bedeuten, dass die übliche Software dort nur in einem auf Wayland laufenden X-Server laufen, so dass es keine Vorteile bringt. Und niemanden würde es interessieren.Das ganze ist natürlich nur so lange gut, so lange die Entwickler von Ubuntu auch gute Entscheidungen treffen, aber bis jetzt bin ich da eigentlich recht zufrieden, bloß die Entwicklung des Softwarecenters gefällt mir nicht so sehr.
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Bei Wayland bin ich gespannt. Ursprünglich ist das ja ein RedHat Projekt gewesen, es wird aber glaube ich von den bekannteren Linuxen nur in MeeGo eingesetzt. Sehr schön, wenn Ubuntu diesen Schritt wagt, aber auch sehr riskant. Ich hoffe die werden es nicht allzu überstürzt als Standardoption einführen.
Unity muss denke ich noch zeigen, wie es sich entwickelt. Es ist ja nicht so, dass es an Arbeitsoberflächen für Linux mangelt. Selbst in der Sparte, in die Unity zu schießen scheint, gibt es doch schon zumindest Meego, KDE/Plasma-Netbook und Gnome-Shell. Ich denke, es ist dort ziemlich offen, welches dieser Varianten sich gut entwickelt. Alle haben sie zumindest ein starkes Projekt hinter sich.
SeppJ schrieb:
Das ganze ist natürlich nur so lange gut, so lange die Entwickler von Ubuntu auch gute Entscheidungen treffen, aber bis jetzt bin ich da eigentlich recht zufrieden, bloß die Entwicklung des Softwarecenters gefällt mir nicht so sehr.
Ich bin da nicht so begeistert bisher.
Ubuntu One und Launchpad sind geschlossene Technologien und ziemlich auf Ubuntu alleine fokussiert. Mir fällt keine Software ein, die Ubuntu/Canonical entwickelt hat und bedeutend in anderen Distributionen Fuß fassen kann. Ich hoffe das wird mit Unity anders.
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Ubunt U. schrieb:
Ubuntu One und Launchpad sind geschlossene Technologien und ziemlich auf Ubuntu alleine fokussiert. Mir fällt keine Software ein, die Ubuntu/Canonical entwickelt hat und bedeutend in anderen Distributionen Fuß fassen kann. Ich hoffe das wird mit Unity anders.
Zu Launchpad: http://blog.launchpad.net/general/launchpad-is-now-open-source
Aber die Stärke von Canonical ist einfach nicht die Entwicklung großer neuer Technologien. Die sind unheimlich gut darin, Sachen gut zu integrieren und aufzupolieren. Und genau diese Arbeit fehlte GNU/Linux am Desktop sonst sehr stark.
Ich persönlich hoffe ja eher, dass die Multitouch-Extensions aus Maverick das erste wichtige Stück Software von Canonical werden, das weite Verbreitung findet.
Es ist nicht so, als wäre Ubuntu nur voller guter Entscheidungen – über PulseAudio beispielsweise lässt sich ja vorzüglich streiten – aber insgesamt sehe ich die Bewegung, die Ubuntu GNU/Linux bringt, durchaus sehr positiv.
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Wayland ist auf jeden Fall der richtige Weg. X11 besteht aus so vielen Altlasten. Es ist Zeit für etwas neues. Der Umstieg wird aber sicher ein steiniger Weg und ich sehe schon die Beschwerden der zahlreichen User, so wie es damals bei PulseAudio war. Die Ubuntu-Leute sagen ja selbst, dass es eine mittelfristige Sache ist. Aber allein durch die Ankündigung wird Wayland sicher ein bisschen Schub erhalten.
Unity habe ich nicht ausprobiert. Das Problem bei Unity ist natürlich, dass die Gnome-Leute in eine andere Richtung wollen (Gnome-Shell). Wobei ich den Ubuntu-Leuten schon zutraue, da etwas sinnvolles auf die Beine zu stellen.
Ubunt U. schrieb:
Mir fällt keine Software ein, die Ubuntu/Canonical entwickelt hat und bedeutend in anderen Distributionen Fuß fassen kann.
Mir fällt spontan nur upstart ein und da arbeitet Red Hat schon fleißig an einer Alternative: http://0pointer.de/blog/projects/systemd.html
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nman schrieb:
Ubunt U. schrieb:
Ubuntu One und Launchpad sind geschlossene Technologien und ziemlich auf Ubuntu alleine fokussiert. Mir fällt keine Software ein, die Ubuntu/Canonical entwickelt hat und bedeutend in anderen Distributionen Fuß fassen kann. Ich hoffe das wird mit Unity anders.
Zu Launchpad: http://blog.launchpad.net/general/launchpad-is-now-open-source
Das habe ich völlig verpasst.

rüdiger schrieb:
Mir fällt spontan nur upstart ein und da arbeitet Red Hat schon fleißig an einer Alternative: http://0pointer.de/blog/projects/systemd.html
Von den großen Distributionen verwenden Ubuntu und Fedora Upstart. Bei SuSE wurde Upstart diskutiert, aber abgelehnt. Mandriva hat sein Pinit im Rennen.
Fedora plant Upstart durch SystemD zu ersetzen. OpenSuSE plant ebenfalls SystemD ab der nächsten Version 11.4 einzusetzen ( http://news.opensuse.org/2010/10/28/opensuse-conference-big-success/ ). Fedora hätte es mit Fedora 14 sogar fast schon als Standard angeboten, auch wenn ihnen das Risiko schließlich zu groß war. Ich finde auch, dass SystemD von der Grundidee weitaus mehr Sinn ergibt.
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Ich habe mir erlaubt, zwei Threads von hier abzusplitten, weil ich das Ursprungsthema dieses Threads sehr interessant finde und nicht durch 0815-Flames erstickt sehen möchte.
Die neuen Threads findet Ihr hier:
AppStore für Ubuntu?
GNU/Linux als SpieleplattformUbunt U. schrieb:
Fedora plant Upstart durch SystemD zu ersetzen. OpenSuSE plant ebenfalls SystemD ab der nächsten Version 11.4 einzusetzen ( http://news.opensuse.org/2010/10/28/opensuse-conference-big-success/ ). Fedora hätte es mit Fedora 14 sogar fast schon als Standard angeboten, auch wenn ihnen das Risiko schließlich zu groß war. Ich finde auch, dass SystemD von der Grundidee weitaus mehr Sinn ergibt.
Eine der Eigenheiten von Canonical, die ich so gerne mag, ist folgende:
Die haben keine Angst davor, schnell mal für zwei Jahre eine mittelfristige Lösung zu verwenden, um dann auf die bessere langfristige Lösung umzusteigen, wenn sie stabil genug ist.Denen ist meiner Meinung auch durchaus bewusst, dass sie damit die Entwickler der besseren langfristigen Lösung unter Druck setzen, etwas benutzbares fertig zu bekommen. Es würde mich durchaus nicht wundern, wenn Ubuntu ebenfalls durch SystemD ersetzen würde, sobald Canonical es für gut genug hält.
Alternative Init-Systeme sind seit Jahren ein Hobby von mir und auch wenn ich technisch Upstart nicht soo berauschend finde, tut es der Community insgesamt gut, weil es die Entwicklung von benutzbaren Alternativen beschleunigt hat.
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Ich hoffe nur, dass sie Wayland nicht kurz vor einem LTS-Release reinhauen. So wie sie es damals mit PulseAudio gemacht haben. Dadurch hatten ja viele Leute große Probleme mit Audio in 8.04 und PulseAudio hat unnötig einen schlechten Ruf bekommen. So etwas ist natürlich eine große Gefahr bei Wayland.
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http://www.omgubuntu.co.uk/2010/11/nvidia-have-no-plans-to-support-wayland/
Oh und Canonical sollte vielleicht nvidia überreden Wayland zu unterstützen.
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So weit ich weiß funktioniert Wayland ausschließlich mit Hilfe von KMS. nVidia hatte deutlich gemacht, dass sie damit ein großes Problem haben. Das senkt die Chancen von Treibern für Wayland wesentlich.
Vielleicht wird sich Nouveau bis dahin auch auf einem akzeptablen Stand befinden.
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Irgendwie schlecht, ich habe allen Jubelrufen zum Trotz Ubuntu nie wirklich zum Laufen gebracht. Dreimal habe ich es auf nicht gerade exotischen Plattformen probiert - es hat irgendwie nie geklappt.
Mein jüngst verrenteter Server lief mit Debian, von dem angeblich der meiste Teil der Hardwareerkennung in Ubuntu stecken soll, Ubuntu kam beim ersten Boot nach der Installation zur Kernel panic, Ofen aus, danke.
Bei einem zwischenzeitlich eingerichteten Mailserver lief genau das gleiche Spiel, da hat allerdings auch CentOS gepatzt, letztlich lief eine 10er SUSE auf Anhieb.
Zu Jahresbeginn hab' ich's dann noch auf einem Laptop probiert mit einem zwei Jahre alten Intel 08/15- Chipsatz, da war schon die Grafik des Login- Screens geshreddert, das System also unbedienbar.Tja, das waren drei Chancen, dreimal Zeit mit Mist verschwendet, ich hab' keine Lust mehr, die 10.10 (wird doch jetzt so rumgehyped) zu probieren. Was immer die auch vorhaben, tun oder lassen - für mich eine völlig verzichtbare Distribution.

Edit: OK, habe aus gegebenem Anlaß eine freie Partition auf dem Laptop geopfert und siehe da, 10.10 läuft. Habe ich jetzt damit schon das berüchtigte Wayland drauf?
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Nein, das wird noch eine gute Weile dauern. Die Nachricht ist mehr als ein "wir planen da etwas mit Wayland und Unity" zu verstehen. Wenn es tatsächlich so weit ist, dass Wayland integriert ist, oder gar so weit, dass es in Ubuntu standard ist, werden sie sich schon lautstark melden.
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Naja, das erste Ubuntu, das ohne Bauchschmerzen sofort läuft, ist auch schon was. Die 10.10 schaut recht minimalistisch aus, wobei mich das gegenüber dem verspielten KDE nicht stört.
Hab' mich jetz auch ein wenig durch's eigentliche Thema gegoogelt, macht eigentlich schon Sinn, X11 zumindest mittelfristig wegzuwerfen. Auf der Basis von Open GL ebenfalls, könnte auch für dessen Weiterentwicklung wertvolle Impulse liefern.
Ich seh' das eher positiv, auch wenn sich die Frage stellt, ob sich genügend Mitträger finden werden - canonical alleine wird's wohl nicht stemmen.
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Sie stehen ja nicht wirklich alleine da. Die erste Distribution, die Wayland nutzen wird, wird vermutlich ohnehin MeeGo. Da stehen dann vor allem Intel und Nokia hinter. Ubuntu ist nur bekanntlich lauter beim Rühren der Werbetrommel als die anderen Distributoren.

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John Carmack: http://twitter.com/ID_AA_Carmack/status/1711851343708160
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Mail auf der Fedora-Mailingliste dazu:
http://lists.fedoraproject.org/pipermail/devel/2010-November/145273.html